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Der spanische Kriminalroman zur Zeit der Diktatur und der Transición

am Beispiel von Mario Lacruz und Manuel Vázquez Montalbán

Title: Der spanische Kriminalroman zur Zeit der Diktatur und der Transición

Seminar Paper , 2012 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nadine Möller (Author)

Cultural Studies - Miscellaneous
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Die literarische Gattung des Kriminalromans ist heute international anerkannt und erfreut sich einer großen Beliebtheit. Auch in Spanien wuchs das Interesse an Kriminalgeschichten in den vergangenen Jahren. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Gattung ist Manuel Vázquez Montalbán, der mit seiner Krimireihe um den Protagonisten Pepe Carvalho zahlreiche Preise gewann.
Doch lange Zeit war es in Spanien nicht möglich so offen, wie es Montalbán in seinen Romanen macht, über die spanische Gesellschaft und vor allem über den Polizeiapparat zu schreiben. Unter der Diktatur von Francisco Franco konnte aufgrund des Zensursystems keine realistische, vom Verbrechen erzählende Literatur entstehen. Nur vereinzelt veröffentlichten Schriftsteller, wie Mario Lacruz, kriminalistische Romane, welche aber ständig im Fokus des Zensursystems standen.
In dieser Arbeit soll der spanische Kriminalroman zur Zeit der Diktatur und der Transición näher untersucht werden. Als Beispiel für einen Kriminalroman aus der Zeit des Franco-Regimes dient Mario Lacruzs „Steckbrief für einen Unschuldigen“ (spanisch El Inocente). Anhand dieser Kriminalgeschichte wird aufgezeigt, welche Umgehungsmöglichkeiten der Zensur Autoren dieser Zeit hatten. Vorab wird ein Überblick über das Zensursystem in Spanien in der Zeit von 1936 bis 1975 gegeben.
Mit dem Tod Francos beginnt in Spanien die sogenannte Zeit der Transición. Manuel Vázquez Montalbáns Roman „Die Meere des Südens“ (spanisch Los mares del sur) soll verdeutlichen, wie nach dem Ende der Diktatur mit der Aufarbeitung des Franco-Regimes in Romanen umgegangen wurde.
Die Analyse beider Kriminalromane soll aufzeigen, wie die Autoren die gegebenen sozialen und politischen Umstände ihrer Zeit im jeweiligen Roman verarbeitet haben. Im Ergebnis der Arbeit sollen die Unterschiede zwischen dem Schreiben in einer Diktatur und der in Zeit danach für den Leser erkennbar sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte des spanischen Kriminalromans: vom 19. Jahrhundert bis Manuel Vázquez Montalbán

3. Spanien unter Francisco Franco

3.1 Geschichtlicher Überblick

3.2 Das Zensursystem in Spanien von 1936 - 1975

3.3 Umgehungsmöglichkeiten der Zensur am Beispiel von „Steckbrief für einen Unschuldigen“ von Mario Lacruz

3.3.1 Die Handlung

3.3.2 Analyse der Handlung

4. Spanien zur Zeit der Transición

4.1 Geschichtlicher Überblick

4.2 Die Nachwirkungen der Zensur

4.3 Schreiben ohne die Zwänge der Zensur am Beispiel von „Die Meere des Südens“ von Manuel Vázquez Montalbán

4.3.1 Die Handlung

4.3.2 Analyse der Handlung

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Transformation des spanischen Kriminalromans im Kontext der politischen Zäsur vom Ende der Franco-Diktatur bis zur Etablierung der parlamentarischen Demokratie (Transición). Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie soziale und politische Restriktionen durch die Zensur das Erzählen beeinflussten und auf welche Weise Autoren diese Rahmenbedingungen in ihren Werken reflektierten oder umgingen.

  • Die Auswirkungen des Zensursystems auf die spanische Literatur (1936–1975).
  • Die Analyse von Mario Lacruz’ „Steckbrief für einen Unschuldigen“ als Beispiel für verschlüsselte Kritik.
  • Die gesellschaftspolitischen Umbrüche Spaniens während der Transición.
  • Der Roman als „politisches Medium“ am Beispiel von Manuel Vázquez Montalbáns „Die Meere des Südens“.
  • Der Wandel in der Darstellung von Kriminalität, Polizei und staatlicher Autorität.

Auszug aus dem Buch

3.3 Umgehungsmöglichkeiten der Zensur am Beispiel von „Steckbrief für einen Unschuldigen“ von Mario Lacruz

Der 1929 in Barcelona geborene Schriftseller prägte mit seinen detaillierten Personenbeschreibungen sowie einer subtilen Psychologie eine neue Erzählweise in Spanien. Doch statt sich als Schriftsteller zu etablieren, wurde Lacruz Cheflektor bei einem großen spanischen Verlag (Plaza & Janés) und war bis zu seinem Tod im Jahr 2000 einer der angesehensten Literaturverleger Spanien.

Sein 1953 veröffentlichter Kriminalroman „Steckbrief für einen Unschuldigen“ (span. El Inocente) kann stilistisch eher mit Albert Camus „The Outsider“(dt. Der Fremde) verglichen werden, als mit Romanen von Arthur Conan Doyle oder Edgar Allan Poe. Mario Lacruzs Roman ist weit mehr als ein Kriminalroman. Der Schriftsteller entwirft von Beginn an eine Gesellschaft, in der der Individuelle hilflos der Bürokratie und dem Verbrechen gegenübersteht. Die Kritik an den bestehenden spanischen Verhältnissen blieb für die Zensoren allerdings unsichtbar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Kriminalromans in Spanien ein und skizziert die Problematik des Schreibens unter der Zensur der Franco-Diktatur im Vergleich zur Zeit der Transición.

2. Geschichte des spanischen Kriminalromans: vom 19. Jahrhundert bis Manuel Vázquez Montalbán: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung der Gattung nach, die sich aufgrund des Zensurapparates erst nach 1975 frei entfalten konnte.

3. Spanien unter Francisco Franco: Der Abschnitt analysiert die drei Phasen der Diktatur, das repressive Zensursystem und zeigt anhand von Mario Lacruz auf, wie Autoren die Zensur durch subtile Erzählweisen umgingen.

4. Spanien zur Zeit der Transición: Hier wird der Demokratisierungsprozess nach 1975 beschrieben und untersucht, wie Autoren wie Vázquez Montalbán die neu gewonnene Freiheit nutzten, um politische und soziale Tabus zu brechen.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die Ergebnisse zusammen und hebt die Rolle der beiden untersuchten Autoren als Vorreiter des modernen spanischen Kriminalromans hervor.

Schlüsselwörter

Spanien, Kriminalroman, Franco-Diktatur, Transición, Zensur, Mario Lacruz, Manuel Vázquez Montalbán, Pepe Carvalho, Polizeiapparat, Gesellschaftskritik, Literaturgeschichte, Demokratisierung, politisches Medium, Steckbrief für einen Unschuldigen, Die Meere des Südens.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich der spanische Kriminalroman unter dem Einfluss wechselnder politischer Bedingungen – von der Franco-Diktatur bis zur Transición – entwickelt hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen das Zensursystem der Diktatur, die Möglichkeiten der literarischen Umgehung dieser Zensur sowie die gesellschaftspolitische Aufarbeitung nach der Demokratisierung Spaniens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Unterschiede in der literarischen Auseinandersetzung mit Autorität und gesellschaftlichen Missständen während der Diktatur und der darauffolgenden Demokratisierungsphase aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse von zwei repräsentativen Kriminalromanen durchgeführt, die in den jeweiligen politischen Epochen verfasst wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Diktatur und der Transición sowie in die detaillierte Analyse der Romane von Mario Lacruz und Manuel Vázquez Montalbán.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Zensur, Transición, Franquismus, gesellschaftliche Freiheit und das Genre des Kriminalromans als Instrument der Gesellschaftskritik.

Wie unterscheidet sich die literarische Arbeit unter Franco von der Zeit danach?

Unter Franco mussten Autoren ihre Kritik hinter Parabeln und psychologischen Motiven verbergen, während sie nach der Transición offen gesellschaftliche Zustände und den Staatsapparat thematisieren konnten.

Warum wird Mario Lacruz als Beispiel gewählt?

Sein Roman dient als Beispiel dafür, wie ein Autor unter dem Druck strenger Zensur psychologische Mittel nutzte, um verdeckte Kritik an der staatlichen Willkür zu üben.

Welche Rolle spielt Pepe Carvalho in der Analyse?

Die Figur des Pepe Carvalho fungiert als Spiegel der spanischen Gesellschaft während der Transición und verkörpert das Gefühl der Ernüchterung (desencanto).

Welches Fazit zieht die Autorin über die Entwicklung des Genres?

Beide Autoren werden als Vorreiter gewürdigt, die durch ihre Arbeit den Weg für eine kritische und realistische spanische Kriminalliteratur geebnet haben.

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Details

Title
Der spanische Kriminalroman zur Zeit der Diktatur und der Transición
Subtitle
am Beispiel von Mario Lacruz und Manuel Vázquez Montalbán
College
University of Potsdam
Grade
1,7
Author
Nadine Möller (Author)
Publication Year
2012
Pages
20
Catalog Number
V262706
ISBN (eBook)
9783656513339
ISBN (Book)
9783656513025
Language
German
Tags
kriminalroman zeit diktatur transición beispiel mario lacruz manuel vázquez montalbán
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Möller (Author), 2012, Der spanische Kriminalroman zur Zeit der Diktatur und der Transición, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262706
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