Die dieser Arbeit zugrunde liegende Problemstellung umfasst die Frage nach den Auswirkungen der Globalisierung auf Afrika am Beispiel Senegals.
Seit einigen Jahren sind die internationalen Beziehungen stark durch Prozesse der Globalisierung geprägt. Dieses Phänomen hat weitreichende Folgen für die Entwicklungsländer. Die Auswirkungen der Globalisierung sind in allen Bereichen der Ökonomie und Technologie, sowie an politischen Veränderungen sichtbar. Durch diese Prozesse verschärft sich auch die Polarisierung zwischen Armen und Reichen. Die wirtschaftliche Entwicklung in der Welt und die wachsende internationale Arbeitsteilung setzen einen verbesserten Ordnungsrahmen für Unternehmen und Staaten voraus. Die möglichen positiven Auswirkungen der Globalisierung sind enorm. Eine davon ist sicherlich die Zusammenführung von Menschen in aller Welt, die zu dem Eindruck führt, dass wir in einem globalen Dorf leben.
Die globale Marktwirtschaft verfügt nachweislich über eine große produktive Kapazität. Richtig gelenkt kann sie einen beispiellosen materiellen Fortschritt bewirken, produktivere und bessere Arbeitsplätze für die Mehrheit der Menschen schaffen und einen wichtigen Beitrag zur Verringerung der Armut in der Welt leisten. In diesem Sinne bietet Globalisierung für Schwellenländer1 sowie für die unterentwickelte Nationen vielfältige Möglichkeiten zur Steigerung des Lebensstandards. Diese Chancen können vor allem dann genutzt werden, wenn ähnliche strukturelle Bedingungen zwischen den Ländern vorhanden sind. Dann trägt Globalisierung zur besseren Entwicklung bei. Doch faktisch verfügen nicht alle über die gleichen Ausgangsbedingungen. Gerade in den Entwicklungsländern bzw. in „Afrika südlich der Sahara“ besteht die Meinung, dass vor allem die Industrieländer von der Globalisierung profitieren.
Besonders beachtenswert ist im Zuge der Globalisierung auch die Integration von Schwellenländern wie China, Malaysia und Brasilien. Diese Integration lässt vermuten, dass die überwiegende Mehrheit der Weltbevölkerung demnächst befähigt sein wird, an der Verteilung der Gewinne aus der Globalisierung teilzunehmen.
Vor diesem Hintergrund muss genauer analysiert werden, inwieweit sich die Globalisierung auf Teile Afrikas südlich der Sahara bzw. auf Senegal auswirkt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Gegenstand der Untersuchung
Zur Literatur
Aufbau und Methodologie
1. Was ist Globalisierung?
1.1. Begriffsdefinition Globalisierung
1.2. Wirtschaftliche Globalisierung
1.3. Diskussion der Globalisierung im afrikanischen Kontext
2. Die Auswirkungen der Globalisierung auf Afrika südlich der Sahara
2.1. Globalisierung als Chance für Afrika?
2.2. Globalisierung als Marginalisierung für Afrika
2.3. Gründe der Marginalisierung Afrikas
2.3.1. Exogene Faktoren
2.3.2. Endogene Faktoren
2.3.3. Zwischenfazit
3. Die Auswirkungen der Globalisierung auf Senegal
3.1. Soziale Lage und Wirtschaftsstruktur des Senegal
3.2. Sozio-politischer Kontext des Senegal
3.3. Die Auswirkungen der Globalisierung auf die Wirtschaft
3.3.1. Wirtschaftliche Entwicklung nach Erlangung der Unabhängigkeit
3.3.2. Die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts Senegals
3.4. Entwicklungen in den wichtigen Sektoren
3.4.1. Primärer Sektor
3.4.2. Sekundärer Sektor
3.4.3. Tertiärer Sektor
3.4.4. Informeller Sektor
3.5. Außenhandel des Senegal
3.5.1. Exporte
3.5.2. Importe
3.5.3. Wettbewerbsfähigkeit und Liberalisierung des Außenhandels
3.6. Ergebnis
3.7. Auslandsverschuldung
3.8. Direktinvestitionen und Entwicklungspotenziale in Senegal
3.9. Zusammenfassung
3.10. Ausblick: Zukunft Senegals in der neoliberaler Globalisierung
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Globalisierung auf die Länder Afrikas südlich der Sahara, mit einem besonderen Fokus auf die Republik Senegal. Ziel ist es, die spezifische Position Senegals im globalen Wirtschaftssystem zu analysieren, Chancen und Risiken zu identifizieren und realistische Lösungsstrategien für die wirtschaftliche Entwicklung unter Einbeziehung politischer und struktureller Faktoren abzuleiten.
- Dimensionen und Definitionen der Globalisierung
- Ursachen für Marginalisierung und Unterentwicklung in Subsahara-Afrika
- Wirtschaftliche und sozio-politische Situation des Senegal
- Rolle ausländischer Direktinvestitionen und Außenhandelsstrukturen
- Zukunftsperspektiven im Kontext der neoliberalen Globalisierung
Auszug aus dem Buch
1.3. Diskussion der Globalisierung im afrikanischen Kontext
Die Bevölkerung Afrikas ist weniger an der Globalisierung interessiert, jedoch wird das Thema innerhalb intellektueller Kreise ausführlich behandelt. Eine afrikanische Diskussion über Globalisierung orientiert sich nicht in erster Linie an einer Intensivierung grenzüberschreitender Transaktionen oder Kapitalflüsse, eher wird die neoliberale Globalisierung als Bedrohung gesehen. Manche „Afro-Pessimisten“ betrachten Globalisierung als die Hauptursache der afrikanischen Misere und vergleichen diese mit einem Schiff.
„Im Kontext der Schifffahrt wird daher vor allem die Frage der Kommandantur und der Rolle des Kapitäns problematisiert. An Bord des Schiffes erfolgt die Marginalisierung innerhalb der Gemeinschaft der Passagiere. Man gehört lediglich dazu, weil man keine andere Wahl hat, als dazuzugehören. Auf Route und Ziel des Schiffes hat man nicht den geringsten Einfluss“.
Adebayo Adedeji der Direktor des African Center for Development and Strategic Studies und ehemaliger Executive Secretary of UN-Economic Commission for Africa, geht als einer der afrikanischen Globalisierungskritiker davon aus, dass die Globalisierung als imperiale Expansion des westlichen Zivilisationsmodells in die Entwicklungsländer verstanden werden muss. Die Ablehnung der Globalisierung durch Afrikaner geht aus der Erfahrung der Sklaverei und des kolonialen Zeitalters hervor. Im Globalisierungsprozess sieht man als eine indirekte wirtschaftliche Versklavung und Kolonialisierung des afrikanischen Kontinents rezipiert. Grundsätzlich stellt die Globalisierung für die große Mehrheit der armen Bevölkerung Afrikas ein negatives Szenario dar, das sich in Form von Ängsten, Bedrohungen und Pessimismus äußert.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen der Globalisierung auf Afrika und erläutert den Fokus auf den Senegal.
1. Was ist Globalisierung?: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Globalisierung und beleuchtet verschiedene theoretische Ansätze sowie deren Dimensionen.
2. Die Auswirkungen der Globalisierung auf Afrika südlich der Sahara: Hier werden die Chancen und Gefahren der Globalisierung für die Region analysiert sowie interne und externe Marginalisierungsgründe dargelegt.
3. Die Auswirkungen der Globalisierung auf Senegal: Dieser Hauptteil widmet sich detailliert der wirtschaftlichen und sozio-politischen Situation Senegals inklusive Außenhandel, Verschuldung und Investitionspotenzialen.
4. Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert, wie durch strukturelle Reformen eine bessere Integration in den Weltmarkt gelingen kann.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Subsahara-Afrika, Senegal, Marginalisierung, Wirtschaftsentwicklung, Außenhandel, Direktinvestitionen, Armutsbekämpfung, Strukturanpassung, Handelsbilanz, Rohstoffexport, politische Stabilität, NEPAD, Wirtschaftswachstum, Infrastruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen globaler ökonomischer Prozesse auf die Staaten Afrikas südlich der Sahara, unter besonderer Berücksichtigung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen im Senegal.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Globalisierungsprozess, die Marginalisierung afrikanischer Volkswirtschaften, die Bedeutung von Direktinvestitionen sowie die Handelsbeziehungen und Verschuldung des Senegals.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Position Senegals im globalen Wirtschaftssystem zu bewerten und Lösungsstrategien aufzuzeigen, wie das Land trotz struktureller Hindernisse eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung erreichen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien von Organisationen wie Weltbank, IWF und UN sowie einer Auswertung ökonomischer Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung Senegals.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird detailliert auf die Wirtschaftsstruktur Senegals, die Entwicklung der verschiedenen Sektoren (Primär, Sekundär, Tertiär), den Außenhandel, die Auslandsschulden und die Rolle von ausländischen Direktinvestitionen eingegangen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Globalisierung, Subsahara-Afrika, Senegal, wirtschaftliche Marginalisierung, ausländische Direktinvestitionen (ADI) und strukturelle Anpassungsprogramme.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Rohstoffexports für Senegal?
Der Autor betont, dass eine einseitige Fixierung auf Rohstoffexporte und die mangelnde Diversifizierung der Wirtschaft die Entwicklung hemmen und die Anfälligkeit für externe Preisschocks erhöhen.
Inwiefern spielt politische Stabilität bei der wirtschaftlichen Entwicklung Senegals eine Rolle?
Politische Stabilität und demokratische Reformen werden als essenzielle Standortfaktoren genannt, die Senegal im regionalen Vergleich Westafrikas attraktiv für Investoren machen.
- Citation du texte
- LL.M. Sileymane Sokome (Auteur), 2010, Auswirkungen der Globalisierung auf die afrikanische Wirtschaftsentwicklung am Beispiel Senegals, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262769