In großen Teilen werde ich mich in der meinen Arbeit auf Klaus Hurrelmann beziehen, der an der
Universität Bielefeld Professor für Sozialisations- und Gesundheitsforschung ist, und mir als sehr
geeignet erscheint, da er auch wesentliche Teile zum Sozialisationsprozess im Jugendalter
beigetragen hat.
Die Sozialisation wird als lebenslanger Prozess verstanden, den jeder Mensch im Umgang mit der
materiellen und sozialen Umwelt durchlebt, um sich in seiner Persönlichkeit weiterzuentwickeln,
was ich unten in Kapitel 1 noch näher erläutern werde.
Zum Thema Homosexualität beziehe ich mich zum Großteil auf Thomas Hertling, der sich mit der
männlichen Sozialisation in der Gesellschaft beschäftigte, aber auch auf Udo Rauchfleisch, der ein
Buch über Schwule und Lesben verfasste. Zudem fand ich verschiedene Studienarbeiten und
Internetquellen, die mir halfen einen eigenen Blick zum Thema zu entwickeln und mir
Zusatzinformationen lieferten.
In der folgenden Arbeit werde ich also zuerst Sozialisation und Homosexualität definieren und
anschließend die gesellschaftliche Rolle männlicher Jugendlicher beschreiben, um dann auf die daraus resultierenden Gefahren für die Entwicklung der Genderrolle homosexueller Jugendlicher
eingehen. Am Schluss zeige ich noch kurz Möglichkeiten der Interventionen in der sozialen Arbeit
auf, die Anregungen geben sollen, was man gegen die beschriebenen Gefahren tun könnte.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Sozialisation
1.1 Sozialisation im Jugendalter
2. Homosexualität
3. Die gesellschaftliche Rolle von männlichen Jugendlichen
3.1 Der Einfluss der Eltern und mögliche Auswirkungen auf den Sohn
4. Die Gefährdung für die Entwicklung der Genderrolle homosexueller Jugendlicher
4.1 Die Gefährdung beim Coming-out
4.2 Die Gefährdung in der Gesellschaft
4.3 Die Gefährdung durch die Eltern (mit Beispiel)
5. Interventionsmöglichkeiten in der Sozialen Arbeit
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit die gesellschaftliche Rolle männlicher Jugendlicher die Entwicklung der Genderrolle homosexueller Jugendlicher gefährdet. Dabei wird analysiert, wie soziale Normen und elterliche Erziehung den Individuationsprozess beeinflussen und welche Herausforderungen sich für homosexuelle Jugendliche im Kontext der gesellschaftlichen Erwartungshaltungen an Männlichkeit ergeben.
- Sozialisationsprozesse im Jugendalter
- Konstruktion von Männlichkeitsidealen
- Herausforderungen der Coming-out-Phase
- Einfluss elterlicher Erziehung auf die Geschlechterrollenidentität
- Ansatzpunkte für Soziale Arbeit
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Einfluss der Eltern und mögliche Auswirkungen auf den Sohn
Vor allem männliche Jugendliche, die dazu gedrängt sind sich auf der Suche nach ihrer Geschlechtsidentität früh von der Mutter zu lösen, können große Probleme haben sich in ihrer Gefühlswelt zu entwickeln, da es erschwerend hinzu kommt, dass sich ihnen ihr Vater verschließt und sie somit keines der Elternteile als direkte Bezugsperson haben. Die Eltern versuchen zwar ihren Sohn gefühlvoll zu erziehen, wollen aber gleichzeitig, dass er in der Gesellschaft 'seinen Mann' stehen kann. Denn gerade die Eltern haben von Geburt an einen großen Einfluss auf ihr Kind und auf deren Entwicklung der Geschlechterrolle.
Durch die fehlende Auseinandersetzung „empfundene Unzufriedenheit, Bedürftigkeit und Angst nicht zu zeigen, fühlt er sich gezwungen diese anderweitig zu bewältigen.“ (Hertling 2008, S. 25) Diese versuchen sie durch die von Eltern häufig tolerierte Aggression zu kanalisieren, wofür sie von Eltern, LehrerInnen und auch von der Gesellschaft Anerkennung durch deren Aufmerksamkeit erhalten.
In den ersten Lebensmonaten, aber meist auch in einem Teil oder sogar der gesamten Kindheit, ist die Mutter die entscheidende Bezugsperson des Jungen und hat somit den größten Einfluss auf ihn. Deren Erziehungsverhalten ist geschlechtsspezifisch. Sie haben auf Grund der Gegengeschlechtlichkeit von ihrem Sohn eine weniger genaue Vorstellung davon, wie dieser sich zu entwickeln hat und sind daher in ihrem Erziehungsverhalten weniger zielgerichtet, als sie es bei einer Tochter wären. (vgl. Hertling 2008, S. 25) So besteht eine gewisse Unsicherheit in der Beziehung zwischen Mutter und Sohn. Zeigt die Mutter jedoch eine zu große Ängstlichkeit gegenüber ihrem Sohn, steht sie damit seiner Entwicklung ausreichender Selbstständigkeit und der eigenständigen Entfaltung seiner Männlichkeit im Wege und fördert somit noch die Übernahme der sogenannten „traditionellen Rollenvorstellung“ von einer Frau.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche Situation homosexueller Jugendlicher und benennt das Ziel der Arbeit, Gefahren bei der Entwicklung der Genderrolle aufzuzeigen.
1. Sozialisation: Dieses Kapitel erläutert den lebenslangen Prozess der Persönlichkeitsentwicklung und definiert die für das Jugendalter spezifischen Entwicklungsaufgaben.
2. Homosexualität: Hier wird der Begriff Homosexualität definiert und die Bedeutung des Coming-outs als zentraler Prozess im Leben homosexueller Menschen hervorgehoben.
3. Die gesellschaftliche Rolle von männlichen Jugendlichen: Das Kapitel beschreibt die frühe Vermittlung von Geschlechterrollen und die Erwartungshaltung an das heutige Männerbild.
4. Die Gefährdung für die Entwicklung der Genderrolle homosexueller Jugendlicher: Diese Analyse widmet sich den spezifischen Risiken durch Coming-out-Prozesse, gesellschaftliche Vorurteile und elterliche Prägungen.
5. Interventionsmöglichkeiten in der Sozialen Arbeit: Das Kapitel schlägt Strategien für die Soziale Arbeit vor, insbesondere durch mehr Aufklärung in Schulen und Beratung für Eltern.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die gesellschaftliche Einstellung zu Männlichkeit und Homosexualität das Hauptproblem darstellt und fordert eine verstärkte öffentliche Aufklärungsarbeit.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Jugendalter, Homosexualität, Genderrolle, Geschlechterrolle, Coming-out, Männlichkeit, Erziehung, Vorurteile, Soziale Arbeit, Identitätsentwicklung, Diskriminierung, Elternhaus, Identitätsfindung, Integrationsprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation homosexueller Jugendlicher und der Frage, wie gesellschaftlich konstruierte männliche Rollenbilder ihre Identitätsentwicklung beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Sozialisation im Jugendalter, die gesellschaftliche Wahrnehmung von Männlichkeit sowie die Auswirkungen von Erziehung und Umfeld auf die Entwicklung der Genderrolle.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Gefahren und Barrieren für die Entwicklung einer gesunden Genderrolle bei homosexuellen Jugendlichen zu identifizieren, um diese für die Soziale Arbeit bearbeitbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse, insbesondere auf sozialwissenschaftliche Erkenntnisse von Klaus Hurrelmann und Thomas Hertling.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Prozess der Sozialisation, die Bedeutung des Coming-outs und die spezifischen Einflüsse von Eltern und Gesellschaft auf die Geschlechtsidentität von Jugendlichen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Sozialisation, Genderrolle, Homosexualität, Männlichkeitsideal und Soziale Arbeit.
Welche Rolle spielt das Coming-out laut der Autorin?
Die Autorin erachtet das Coming-out als den wichtigsten Prozess im Leben eines Homosexuellen, da er maßgeblich den weiteren Lebensweg und die soziale Integration bestimmt.
Wie gehen Eltern nach Ansicht der Arbeit häufig mit der Homosexualität ihrer Kinder um?
Es wird aufgezeigt, dass Eltern ihre Kinder oft durch Pathologisierung ablehnen oder versuchen, die vermeintliche Krankheit zu heilen, was zu einer massiven Belastung des Familienverhältnisses führen kann.
Welche Lösungsansätze werden für die Soziale Arbeit vorgeschlagen?
Die Arbeit empfiehlt eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, die frühzeitige Aufklärung in Schulen sowie eine Sensibilisierung werdender Eltern für unterschiedliche sexuelle Orientierungen.
- Arbeit zitieren
- Katrin Schnegelberger (Autor:in), 2011, Inwieweit gefährdet die gesellschaftliche Rolle männlicher Jugendlicher die Entwicklung der Genderrolle homosexueller Jugendlicher?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262910