Seht zu und hütet euch vor jeglicher pleonexia

Eine synchrone und diachrone Analyse von Lk 12,13-21


Hausarbeit, 2008

23 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Textsicherung
1.1 Ubersetzung und Segmentierung von Lk 12,13-21
1.2 Kontext
1.3 Textkritik

2 Synchrone Analyse
2.1 Morphologisch-syntaktische Analyse
2.2 Text-semantische Analyse
2.3 Wort-semantische Analyse
2.4 Narrative Analyse
2.5 Pragmatische Analyse
2.6 Textsortenbestimmung

3 Diachrone Analyse
3.1 Literar- und Quellenkritk
3.2 Vergleich mit EvThom 63 und 72
3.3 Traditions- und Motivgeschichte
3.4 Redaktionskritik
3.5 Gattungsbestimmung

4 Ergebnissicherung
4.1 Zusammenhangsexegese
4.2 Hermeneutische Reflexion

5 Literaturverzeichnis
5.1 Primarliteratur
5.2 Hilfsmittel
5.3 Kommentare
5.4 Sonstige Literatur

1 Textsicherung

1.1 Ubersetzung und Segmentierung von Lk 12,13-21

13 Einer aus der Volksmenge sagte ihm: ,,Meister, befehle meinem Bruder, sich mit mir die Erbschaft zu teilen!" 14Er aber antwortete ihm: Mensch, wer hat mich als Richter oder Erbteiler uber euch eingesetzt?"

15 Zu ihnen aber sagte er: „Seht zu und hutet euch vor jeglicher nAeove^ta[1], denn niemandem wird sein Leben zuteil im Uberfluss der Dinge, die er besitzt."

16 Er sagte ihnen aber eine Beispielerzahlung, indem er sprach: ,,Das Land eines reichen Mannes brachte reichlich Ernte ein.17Also uberlegte er bei sich folgendermafien: ,Was soll ich tun, denn ich kann nirgends meine Fruchte sammlen?' 18Und er sagte: ,Das will ich tun; ich will meine Vorratshauser niederreifien und grofiere bauen und dort will ich alle Fruchte und meine ganzen Guter sammeln. 19Und ich werde meiner Seele sagen: Seele, du hast fur viele Jahre viele Guter gelagert. Ruhe dich aus, esse, trinke, sei frohlich!' 20Gott aber sagte ihm: ,Du Tor, in dieser Nacht (noch) fordert man deine Seele von dir zuruck. Was du bereitgestellt hast, wem wird es gehoren?' 21 So ist der, derfur sich Schatze sammelt und nicht reich ist in Gott."

Lk 12,13-21 unterteilt sich in die folgenden drei Segmente, die jeweils mit §e eingeleitet werden:

V 13-14 Erbstreit

V15 Warnung vor jeglicher -nkeove^ta

V 16-21 Bespielerzahlung vom reichen Mann

1.2 Kontext

Die zu untersuchende Perikope gehort zum lukanischen Sondergut (SLk) und ist eingeschoben in die Ermahnungen Jesu an seine Junger (12,1-53).[2] Wahrend sich Jesus in V 1-12 und V 22-54 an Toug gaGquag auTou richtet, wird in V 13 Tig 4k tou OxAou als neue Person eingefuhrt, die sich mit einer Bitte an Jesus wendet. In V 15-21 spricht Jesus zu auToug, die zwar nicht naher bestimmt werden, aber es durfte sich um die Volksmenge (o%Aou) handeln, die bereits in V 1.13 erwahnt wird.

1.3 Textkritik

Besonders in V 18 fallen zwei fur die Textkritik und die gesamte Analyse des Textes interessante Stellen auf. Fur gelCovag olKoSogrou lesen D e (q) TOirom auTag geiCovag, jedoch kann die von ^ bezeugte Lesart aufgrund der Qualitat der Textbezeugung und als lectio difficilior[3] Ursprunglichkeit fur sich beanspruchen.

Fur ™vTa rav oitov Kal Ta ayaGa gou finden sich zunachst die Variante ™vTa Ta yevrgaTa gou, die durch X* D it (sys'c) bezeugt wird. Allerdings kann auch hier die durch ffF5(*) B L 070 _f113 892. 1241 -pc co bezeugte und in den Text von NESTLE-ALAND ubernommene Lesart als qualitativ gewichtiger gewertet werden. Die Lesart™vTa Ta yevrpaTa gou Kai Ta ayaGa gou, die durch AQW0 T vg syp'h bezeugt wird, kann wohl laut WOLTER als Kombination der beiden anderen Lesarten gelten.[4]

2 Synchrone Analyse

2.1 Morphologisch-syntaktische Analyse

Die Perikope weist eine hohe Koharenz auf, so sind zunachst die drei Textsegmente eng durch den lk Ausdruck etmv 8e verknupft. Ferner dominiert die Wortgruppe mit okonomischen Gehalt den gesamten Text: KArpovogtav (V 13), ^Aeovei;tag (V 15), xtvt eoztv (V 15), xuv U™pxovxuv (V 15), -tfAouotou (V 16), exu (V 17), a™Gr|Kag (V 18), xa ayaGa (V 18.19), exetg (V 19), a™txouotv (V 20), xtvt eoxat (V 20), GrioauptCuv (V 21) und ^Aouxtiv (V 20). Sicherlich wird deutlich, dass eine Haufung dieser Wortgruppe im dritten Segment auftritt. Ebenso zeigt sich in diesem Segment, besonders innerhalb der VV 18-19, eine Konzentration von Adjektiven, die eine Grofie oder eine Vielzahl ausdrucken: getCovag (V 18), ™vxa (V 18) und zweimal ™AAa (V 20). Charakteristisch fur die V 17-19 ist auch der Innere Monolog, der mit SteAoytCexo ev eauxu und der Frage xt ^otpoQ beginnt (V 17), mit Kat etmv und der zu der Frage in V 17 parallel strukturierten Antwort xouxo TOtriou wiederaufgenommen (V 18) und mit epu xr ^uxr gou (als Synonym fur ev eauxu5) weitergefuhrt wird (V 19). Die Satzteile werden hier zunachst polysyndetisch durch Kat (V 17.18.19) aneinander gereiht, stehen aber schliesslich in Form der vier Imperative (ava™Uou, ^aye, me, eu^patvou) am Ende von V 19 rein asyndetisch nebeneinander, so dass sich die Aussagen/Plane des reichen Mannes von Vers zu Vers starker, ja beinahe stakatohaft, verdichten Das Futur und die 1. Person Singular[5] [6] [7] beherrschen diese Verse (TOtpoQ, KaGeAu, otKoSogrou, ouvaigu und epu), ebenso wie das Possessivpronomen gou, das hier viermal vorkommt. Erst mit dem Einsetzen der Gottesrede in V 20 (a^puv7) unterbricht das Prasens a^atxouotv die Reihung des Futurs. Den exr ™AAa (V 19) wird xauxri xr vuKxt und der 1. Person Sing. die 2. Person Sing, in Form von ooi> gegenubergestellt. Hier zeigt sich also die Antithese zwischen dem inneren Monolog des reichen Mannes und der Gottesrede. Freilich wird das Futur (’eoxai) wieder aufgenommen, allerdings mit der 3. Person Sing., was den ironischen Charakter dieser Frage noch deutlicher zu Tage treten lasst. Eine weitere Antithese findet sich in V 21, so bilden 9r|oaupiCtov eauxQ (V 21a) und elg 9e0v rAouruv (V 21b), das chiastisch zu V 21a angeordnet ist, einen Gegensatz. Auffallig ist ebenfalls der Gebrauch der direkten Rede, die laut FABINY 77 Prozent des Textes ausmacht.[8]

2.2 Text-semantische Analyse

Wie aus der morphologisch-syntaktischen Analyse hervorgeht, liegt der thematische Schwerpunkt des Textes auf Besitz. Allerdings unterteilt sich die Wortgruppe mit okonomischen Gehalt in zwei Gruppen. Auf der einen Seite steht der Besitz, den man aus rAeovei;la fur sich selbst anhauft (9roauplCQv eauxQ V 21). Er fuhrt zu Egozentrik und Egoismus (Selbstgesprach, Verben und Possessiv-pronomina in 1. Person Sing.) und zu einer Besitzabhangigkeit (roAAa aya9a fur err roAAa). Auf der anderen Seite befindet sich der Besitz in Bezug auf Gott (elg 9e0v rAouruv V 21). Was dies bedeutet ergibt sich aus V 33.34. Obwohl diese zwei Verse nicht Teil des zu bearbeitenden Textes sind, ist es unumganglich, sich naher mit ihnen zu befassen, da sich auch hier das Thema Besitz niederschlagt.[9] Daher nun hier die Ubersetzung:

33,,Verkauft, was ihr besitzt und gebt Almosen! Macht euch Geldbeutel, die sich nicht abnutzen, (macht euch) einen unerschopflichen Schatz im Himmel, wo kein Dieb nahe ist und keine Motte ihn verdirbt! 34Denn wo euer Schatz ist, dort wird auch euer Herz sein."

Neben Wortern wie ruAroare, eAer^oouvrv und paAAavxia tauchen auch Worter aus V 13-21 wieder auf, namlich ra uraxovra (vgl. V 15) und 9roaupov (vgl. V 21a). So steht also die Forderung nach Besitzunabhangigkeit (rn^Aroaxe xa U™xovxa) und Nachstenliebe (8oxe eAerpoouvriv) eng bei G^oaupov ’ev xolg oupavolg, was als Synonym fur elg Geov ^AouxQv zu verstehen ist. So ergibt sich folgendes semiotisches Viereck:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3 Wort-semantische Analyse

In der Text-semantischen Analyse zeigte sich, dass innerhalb der Perikope elg Geov ^AouxQv (^Aouxeu) und ^Aeove^la zentrale Begriffe darstellen.

Lukas verwendet ^AouxeQ nur noch einmal im Magnifikat (1,53) im Sinne von „reich sein", ansonsten taucht es besonders im Aorist mit der Bedeutung „reich werden" in der Briefliteratur und der Apokalypse auf (vgl. 1 Co 4,8; Apc 18,3.15.19). In Verbindung mit elg c. Acc. findet es sich noch einzig und allein in Rm 10,12, wo es mit „reich sein hin auf" oder „reich sein fur" zu ubersetzen ist.[10] DEGENHARDT fuhrt noch die Moglichkeit ins Feld, elg Geov ^AouxQv analog zu Groaupov ev xolg oupavolg zu ubersetzen, also elg c. Acc. als ev c. Dat. anzusehen, wie es im spateren Griechisch ublich war.[11] Letzteres scheint wahrscheinlicher, da sich beide Ausdrucke innerhalb des selben Kapitels befinden und die enge semantische und thematische Verknupfung von V 15.21.33 bereits in der Text-semantischen Analyse festgestellt wurde. Demnach ist elg Geov ^AouxQv mit „der, der in Gott reich ist" zu ubersetzen.

Auch ^Aeovei;ta findet sich bei Lukas nur in V 15 und innerhalb der synoptischen Evangelien lediglich in Mk 7,22 als Teil eines Lasterkatalogs, ahnlich wie in der Briefliteratur (Rom 1,29 und Kol 3,5). Man kann aber sagen, dass ^Aeovei;ta durchweg eine negative Bedeutung aufweist.[12] Lukas kennt jedoch noch die ^tAupyta (Lk 16,14), also die Geldgier, die zur gleichen Wortgruppe wie ^Aeovei;ta gehort.[13] Nach DELLING setzt sich ^Aeovei;ta aus ^Aeov und exetv zusammen, was zunachst „mehr haben", dann „mehr empfangen" und schliesslich „mehr haben wollen" bedeutet. Das Verb dazu ist ^AeoveKieu und meint in der paulinischen Literatur meistens die Ubervorteilung einer anderen Person.[14] Die Exegeten bieten fur ^Aeove^ta zum einen „Habsucht"[15], zum anderen „Habgier"[16]. Hierbei kann leicht der Eindruck entstehen, dass es sich um Synonyme handelt, jedoch beschreibt „Habsucht" laut Duden eine „charakterliche Veranlassung, auf Grund deren man den krankhaften Drang hat, standig sein Vermogen zu mehren und seinen Besitz zu erweitern"[17], wahrend „Habgier" als „von anderen als unangenehm und abstofiend empfundenes, rucksichtsloses Streben nach Besitz oder Vermehrung von Besitz"[18] bezeichnet wird. „Habsucht" hat also die Innensicht der ^Aeove^ta im Blick, was im Text der Beispielerzahlung vom reichen Mann entsprache, „Habgier" hingegen die Aufiensicht, dich sich auch im Erbstreit zeigt. Beide Facetten werden also in Lk 12,13-21 beleuchtet, so erklart sich auch das ™or? vor ^Aeove^ta in V 15. Es soll wirklich vor jeglicher ^Aeove^ta gewarnt werden, sowohl vor dem lasterhaften Charakterzug, der das eigene Heil gefahrdet, als auch vor der konkreten Ubervorteilung des Nachsten, was zu Streit fuhrt.

2.4 Narrative Analyse

Die bereits konstatierte Koharenz der drei Textsegmente verdeutlicht sich noch einmal durch das Ergebnis der Wort-semantischen Analyse in Bezug auf das Wort denn vom ersten hin zum dritten Segment findet eine doppelte Verschiebung statt, einerseits von der Aufiensicht hin zur Innensicht, anderseits von realer hin zu fiktiver Erzahlung, wobei das mittlere Segment jeweils als „Schnittstelle" wirkt.[19]

Die reale Erzahlung setzt sich zusammen aus zwei Redeteilen, die einen Dialog bilden. Zunachst bittet eine unbekannte Person aus der Volksmenge - hochstwahrscheinlich getrieben von Habgier- Jesus darum, den Erbstreit zwischen ihm und seinen Bruder zu losen, indem er der bittenden Person Recht auf einen Erbteil verschafft. Jesus lehnt dies aber schlichtweg ab, womit der Dialog schnell zu seinem Ende kommt und in einer Warnung vor jeglicher -nAeove&a mundet. Daraufhin folgt die Beispielerzahlung vom reichen Mann und der fiktive Erzahlteil beginnt aus der Innensicht. Aus Habsucht versucht ein reicher Mann in einem Selbstgesprach zunachst eine Losung fur das Lagerproblem seiner bevorstehenden Ernte zu finden, steigert sich jedoch dann in eine fantastische Zukunftsplanung, was letztendlich Gott in seiner Rede als Torheit verurteilt.

Besonders in der Beispielerzahlung zeigt sich auf narrativer Ebene ein stark dramatischer Charakter der Erzahlung.[20] Sie lasst sich in vier Abschnitte unterteilen:

V 16b: Situation (das Land eines reichen Mannes bringt sehr gute Ernte ein)

V 17-19: actio (innerer Monolog)

V 20: reactio (Gottesrede)

V 21: Applikation (Moral der Erzahlung)

In der kurzen Erzahlung kommen zwei Aktanten vor, die sich antithetisch gegenuberstehen, namlich der reiche Mann und Gott, was bereits klar macht, dass es sich bei ersterem nur um einen Antihelden handeln kann. Seine actio ist gepragt von Ubertreibung, Egozentrik und Egoismus. Naturlich wahnt sich der reiche Mann in einem komikhaften Aufstieg, an dessen Ende ihn eine „dolce vita" erwartet, doch die unvermittelt und plotzlich einsetzende Mahn- und Strafrede Gottes weist darauf hin, dass es sich eher um einen tragischen Abstieg handelt. Auf ironisch-polemisierende Weise verkundet Gott dem reichen Mann seinen Tod, der ihn noch in dieser Nacht ereilen wird vor dem ihn auch all seine Guter nicht schutzen konnen. In der Frage in V 20b liegt auch die Pointe der gesamten Erzahlung, denn sie ist nicht rhetorisch, sondern hat eine klare Antwort. Der Besitz wird vermeintlich Anderen gehoren, die der reiche Mann in seinem egozentrischen Selbstgesprach und seiner egoistischen

Zukunftsplanung vergessen hat. Anstelle des Berichts uber den Tod des reichen Mannes, endet die Beispielerzahlung mit der Applikation, um die Moral der Erzahlung dem Horer/Leser zu vermitteln.

2.5 Pragmatische Analyse

Bereits mit der Antwort Jesu, in der er es ablehnt, den Erbstreit zu losen und mit der scharfen Warnung vor jeglicher -nXeovel,ia soll die Aufmerksamkeit und das Interesse der Horer-/Leserschaft geweckt werden. Dass Jesus hier den Dialog beendet, um sich an die Menge (auxoug V 15.16) zu wenden, was deutlich auf die Redaktion des Lukas zuruckgeht[21], ist hier von enormer Bedeutung. So kommt man nicht umhin, zu vermuten, dass Lukas eine ganze Gemeinde als Leserschaft im Blick hatte. Die Horer/Leser werden durch das Stilmittel des Inneren Monologs nah an das Geschehen, die Gedanken und Plane des reichen Mannes herangefuhrt. Wahrend die einen seine Denkprozesse nachvollziehen konnen, sie nicht anstofiig finden, ihm sogar Sympathie entgegenbringen konnen, lost diese Figur der Erzahlung bei anderen nur Antipathie aus. Beide Gruppen jedoch mussen gleich erstaunt und erschuttert uber die plotzlich einsetzende Mahn- und Strafrede Gottes reagieren, in der jedem klar wird, dass man durch ein Verhalten wie es der reiche Mann an den Tag gelegt hat in direkter Opposition zu Gott steht. Somit sollte nunmehr jegliche Identifikation mit dem Antihelden dieser Beispielerzahlung unmoglich gemacht werden. Die Beschreibung des Todes bleibt, wie bereits erwahnt aus, da sie unwichtig ist. Einzig wichtig dagegen ist die nochmalige Warnung an jeden einzelnen der Gruppe/Gemeinde in V 21, dass jeder, der wie der reiche Mann denkt und handelt, indem er nur Schatze fur sich sammelt, nicht nach Gottes Willen lebt. Vielmehr sollte sich man vom Besitz weitestgehend befreien und ihn in den Dienst der Nachstenliebe stellen, um einen Schatz im Himmel zu erwerben (V 33).

2.6 Textsortenbestimmung

Betrachtet man die einzelnen Segmente fur sich, so finden sich innerhalb der Perikope drei verschiedene Textsorten:

V 13-14 ist der Form nach ein Apophtegmata, das sich aus einer Anfrage einer Person aus der Menge und einer Antwort Jesu zusammensetzt.[22] V 15 ist als einzelnes imperativisches Logion (doppelter Imperativ: opaxe kkI OuAaooexe) zu betrachten, V 16-21 dagegen als Beispielerzahlung, wie es selbst im Text bezeichnet wird (™papoAfv V16).

Allerdings ist es fraglich, ob diese kleinen Textsorten nicht eher zu einer ubergeordneten Textsorte zusammengesetzt sind, gerade mit Blick auf die starke Textkoharenz. So kommen BERGER[23] und WOLTER[24] zu dem Schluss,

[...]


[1] Wie in der Wort-semantischen Analyse naher erlautert werden soil, ist die Ubersetzung des Wortes uXeove^ia ins Deutsche problematisch.

[2] Vgl. Kummel, Einleitung, S.96.

[3] Im Gegensatz zu Mineshige (Mineshige, Besitzversicht, S. 127), aber mit Petracca (vgl. Petracca, Gott, S.114), sehe ich keine okonomische Logik darin, die Vorratshauser abzureiden und neue, grofiere zu bauen. So erklart sich womoglich auch die alternative Lesart, die hier versucht, eben diese Spannung im Text zu entscharfen, indem sie mit TOirou auTag geiCovag die wirtschaftlich sinnvollere Losung des Raumproblems bietet.

[4] Vgl. Wolter, Lukas, S.449. Interessanterweise bezeichnet Wolter die ursprunglichere Lesart auch als lectio difficilior, da X* D it (sys'c) die Spannung losen will, die sich durch die Diskrepanz zwischen der Problemstellung - namlich nur einen Ort zu finden, wo die zu erwartende Ernte gelagert werden soll - und der Losung - grofiere Vorratshauser zu bauen, dort aber nicht nur ™vTa tov oitov, sondern zusatzlich dazu die bereits vorhandenen Besitztumer (Ta ayaGa gou) zu lagern - ergibt.

[5],,Die „Seele“ bezeichnet nicht seinen Geist, sein besserers Ich, sondem ist das Personalbildende in ihm, er selber als menschliche Person mit menschlichen Bedurfnissen und menschlicher Genussfahigkeit“ Vgl. Julicher, Gleichnisreden, S. 611.

[6] Selbst ’exeLQ ist innerhalb des inneren Monologs als 1. Person Singular zu deuten.

[7] Die starke Polemik, die der Vokativ ausdruckt, findet sich auch im barschen avGpu^e der Antwort JesuinV 13. Vgl. Jeremias, Sprache, S. 215.

[8] Vgl. Fabiny, Dramen, S. 153.

[9] So auch Horn, der V 15.21.33 als „lk Kompositionsbander“ versteht. Vgl. Horn, Glaube, S. 68.

[10] Vgl. Art. xAouxeu, in: CKNTG, Sp. 1558.

[11] Vgl. Degenhardt, Evangelist, S. 79.

[12] Vgl. Art. uAeove^ta, in: CKNTG, Sp. 1548.

[13] Vgl. Frank, Art. Habsucht (Geiz), in: RAC, Sp. 227.

[14] Vgl. Delling, Art. uAeove^ta, in: ThWNT, S. 266.270. Vgl. auch Art. uAeoveKieu, in: CKNTG, Sp. 1547-1548.

[15] Vgl. Mineshige, Bovon, HornundDegenhardt.

[16] Vgl. Seng, Wolter, Kruger und Petracca.

[17] Vgl. Art. Habsucht, in: Duden, S. 1115.

[18] Vgl. Art. Habgier, in: Duden, S. 1114.

[19] Vgl. Petracca, a.a.O., S. 119.

[20] Im folgenden stutze ich mich auf die Arbeit von Fabiny, in der er verschiedene dramaturgische Mittel und kommunikative Strukturen in den Gleichnisse Jesu feststellt. Vgl. Fabiny, a.a.O., S. 133-175.

[21] Siehe dazu die Redaktionskritik.

[22] Vgl. Berger, Formen, S.142.

[23] Vgl. ebd., S. 141.

[24] Vgl. Wolter, a.a.O., S. 447.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Seht zu und hütet euch vor jeglicher pleonexia
Untertitel
Eine synchrone und diachrone Analyse von Lk 12,13-21
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
23
Katalognummer
V262990
ISBN (eBook)
9783656515760
ISBN (Buch)
9783656515777
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
seht, eine, analyse
Arbeit zitieren
Michael Martin Nachtrab (Autor), 2008, Seht zu und hütet euch vor jeglicher pleonexia, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262990

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