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Der Politische Ge-/Missbrauch des Sports im 20. Jahrhundert

Title: Der Politische Ge-/Missbrauch des Sports im 20. Jahrhundert

Seminar Paper , 2009 , 8 Pages , Grade: 5.5 (entspricht 1,5)

Autor:in: Michael Schüpbach (Author)

Sport - Sport History
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"Man gebe der Deutschen Nation sechs Millionen sportlich tadellos trainierte Körper, alle von fanatischer Vaterlandsliebe durchglüht und zu höchstem Angriffsgeist erzogen, und ein nationaler Staat wird aus ihnen, wenn notwendig, in nicht einmal zwei Jahren eine Armee geschaffen haben" (Hitler, 1934, S. 184-185). Pabst (1980) ist der Meinung, dass der politische Charakter der nationalsozialistischen Auffassung von Sport durch nichts besser bewiesen werden kann, als durch dieses Zitat aus Adolf Hitlers 'Mein Kampf'. Ausserdem nimmt er an, dass sich der Sport, auch wenn von der breiten Masse als Gegenpol zur Leistung und nicht in geringstem Masse als politisch betrachtet - obwohl "als integraler Teil der Gesellschaft per se politische Wirkkraft" (S. 20) besitzend - nicht von der Politik trennen lässt. Denn der Sport ist eng mit der jeweiligen konkreten historischen Situation verknüpft und stellt somit keinen gesellschaftlichen Freiraum dar. Ausserdem bedienen sich viele politische Systeme, über die systembedingte Einengung des Aktionsradius hinaus, des Sports als Instrument der Politik. Dies ist in allen sozialistischen Staaten, den meisten Ländern der Dritten Welt, aber auch in einigen totalitären Regimen sowie in westlichen Demokratien der Fall (Pabst, 1980).

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Fragestellung

2. Forschungsstand

2.1 Zustände zur Zeit der SBZ (1945-1949)

2.2 Zustände zur Zeit der DDR (ab 7. Oktober 1949)

3. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die systematische Einwirkung der Politik auf den Sport in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR sowie den Grad der Instrumentalisierung des Sports als Machtmittel im 20. Jahrhundert.

  • Politische Instrumentalisierung des Sports in totalitären Systemen
  • Entwicklung und Kontrolle des Sports in der SBZ und DDR
  • Die Rolle des Sports als Instrument zur Machtstabilisierung
  • Militärische und medizinische Aspekte der Körperkultur (Doping)
  • Sport als Mittel der aussenpolitischen Anerkennung

Auszug aus dem Buch

Zustände zur Zeit der SBZ (1945-1949)

Die Sportbeziehungen der DDR (damals SBZ) mit der UdSSR und den anderen sozialistischen Ländern waren besonders entfaltet und durch regelmässige Treffen zum Zwecke der Verständigung über das gemeinsame Vorgehen in Fragen der internationalen Sportpolitik gekennzeichnet, da die DDR gemäss Holzweissig (1988) davon ausging, dass Vergleiche mit westlichen Ländern auch ein Teil der Klassenauseinandersetzung zwischen Sozialismus und Imperialismus seien. Die sozialistischen Bruderländer wurden - ungeachtet sportlicher Rivalitäten - als Bruderländer bezeichnet (Holzweissig, 1988). Ausserdem wurde die politische Instrumentalisierung des Sports in der SBZ nach dem Vorbild der sowjetischen Sportentwicklung organisiert, was sich in einer engen gesellschaftspolitischen Verflechtung ausdrückte und somit vom Stalinismus unausweichlich mitbestimmt war (Hofmann, 1967).

Trotz aller Widersprüchlichkeiten der örtlichen Kommandanten und Offiziere nach einheitlichen politisch-ideologischen Grundsätzen, begann die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) mit der Requirierung der Geld- und Sachmittel vieler Sportvereine. Durch dieses Verunmöglichen der materiellen Entfaltungsmöglichkeiten sowie der politischen Entmündigung dieser Vereine, kamen die stalinistischen Praktiken hinter diesen ungerechtfertigten Vorgehen gemäss Kühnst (1982) am besten zum Ausdruck. Am 1. August 1948 kündigte die SMAD gemeinsam mit der Freien Deutschen Jugend (FDJ) und dem Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) die Gründung des Deutschen Sportausschusses (DS) an, in dessen Organisationsstruktur die FDJ-Sportgruppen und die Gemeinschaften des Kommalsports aufgehen sollten, wodurch der Sport endgültig der SED untergeordnet werden konnte (Knecht, 1978). Die Sportbewegung sollte nun "als politisches Instrument zur Legitimation und zur Stabilisierung der Macht der KPD bzw. SED dienen. Ein Bruch mit den Vertretern des traditionellen Arbeitersports war also unumgänglich geworden" (Kühnst, 1982, S. 36).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Fragestellung: Die Einleitung beleuchtet die ideologische Vereinnahmung des Sports durch totalitäre Regime und definiert die Forschungsfrage bezüglich der politischen Einflusnahme auf den Sport in der SBZ und DDR.

2. Forschungsstand: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung der Sportpolitik von der Gründung des Deutschen Sportausschusses bis hin zur Etablierung des DDR-Sports als Instrument zur internationalen Anerkennung und Machtausübung.

3. Diskussion: Die Diskussion reflektiert die Wirksamkeit der staatlichen Kontrolle über den Sport, die Grenzen des totalitären Zugriffs auf das Individuum sowie die Ambivalenz des Sports als politisches Integrations- oder Widerstandselement.

Schlüsselwörter

Sportpolitik, DDR, SBZ, SED, Machtinstrument, Körperkultur, Leistungssport, Doping, Totalitarismus, Sozialismus, Klassenauseinandersetzung, Ideologie, Instrumentalisierung, SMAD, Identifikationsverhalten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Semesterarbeit primär?

Die Arbeit untersucht, wie der Sport in der Sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR gezielt von der Politik als Instrument zur Machtausübung und Legitimation genutzt wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Schwerpunkte sind die politische Instrumentalisierung, die organisatorische Unterordnung des Sports unter die SED, die Verwendung des Sports zur außenpolitischen Anerkennung sowie die dunklen Seiten wie systematisches Doping.

Was ist die zentrale Fragestellung der Untersuchung?

Die Arbeit fragt nach der Art und Weise sowie dem Ausmaß der politischen Einwirkungen auf den Sport in der SBZ und der DDR.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Literaturstudie relevanter Forschungswerke zur Sport- und Politikgeschichte der DDR basiert.

Was deckt der Hauptteil der Arbeit inhaltlich ab?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die Zustände zur Zeit der SBZ, die darauf folgende Sportpolitik der DDR sowie eine diskursive Auseinandersetzung über die Wirksamkeit dieser staatlichen Steuerung.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Wesentliche Begriffe sind Sportpolitik, Instrumentalisierung, totalitäre Kontrolle, DDR, Körperkultur, Klassenauseinandersetzung und staatliche Machtstrategien.

Welche Rolle spielte die SMAD bei der Entwicklung der Sportvereine?

Die Sowjetische Militäradministration (SMAD) requirierte Geld- und Sachmittel bestehender Vereine und betrieb deren politische Entmündigung, um den Weg für eine zentralistische Organisation unter SED-Kontrolle zu ebnen.

Wie bewerten die zitierten Historiker den Erfolg dieser Sportpolitik?

Die Bewertung ist ambivalent: Während einerseits das Scheitern bei der Schaffung einer "sozialistischen Persönlichkeit" betont wird, sehen andere Historiker einen Beitrag zur Internalisierung politischer Werte und zur nationalen Identitätsbildung.

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Details

Title
Der Politische Ge-/Missbrauch des Sports im 20. Jahrhundert
College
University of Basel  (Institut für Sport und Sportwissenschaften (ISSW))
Course
Wissenschaftliches Arbeiten und Personal Skills
Grade
5.5 (entspricht 1,5)
Author
Michael Schüpbach (Author)
Publication Year
2009
Pages
8
Catalog Number
V263040
ISBN (eBook)
9783656518464
ISBN (Book)
9783656574910
Language
German
Tags
politische ge-/missbrauch sports jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Schüpbach (Author), 2009, Der Politische Ge-/Missbrauch des Sports im 20. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263040
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