Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Kunst - Kunstgeschichte

Gerda Breuer: Ästhetik der schönen Genügsamkeit Teil 2

News from Nowhere, Siedlungsmodelle, Guild of Handicraft

Titel: Gerda Breuer: Ästhetik der schönen Genügsamkeit Teil 2

Essay , 2012 , 4 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Verena Löhr (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kommt es in England zu einer Spaltung der Arts and Crafts-Bewegung. Dabei widmen sich einige Vertreter fortan vermehrt der künstlerisch-formalen Ausarbeitung der Arts and Crafts-Ästhetik, was sich vor allem im Bereich der Architektur und Innenraumgestaltung niederschlägt.
Andere Anhänger dieses Kunsthandwerks verfolgen weiterhin die „reine Lehre“, die als Grundgedanke der ursprünglichen Arts and Crafts-Mentalität angesehen werden kann. Schlichtheit und Funktionalität stehen hier im Vordergrund. Dieses Prinzip verfolgt auch der Mitbegründer der Kunsthandwerksbewegung, William Morris. Er verfasst zu dieser Thematik einen Roman mit dem Titel „News from Nowhere“, in dem von einer utopischen, perfekten Welt erzählt wird. Morris träumt darin von einer Welt ohne Profitgier und Privatbesitz. Gemäß dem Denken der Arts and Crafts-Vertreter soll auf Massenproduktion verzichtet werden, sodass die Arbeit auf frei handelnden Individuen basieren kann. Die durch Handarbeit produzierten Güter sollen Gemeineigentum sein. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Spaltung der Arts and Crafts-Bewegung

2. Utopische Gesellschaftsmodelle und William Morris

3. Gartenstädte als Lebensraum

3.1 Historische Vorläufer: Blaise Hamlet

3.2 Architekturkonzepte und soziale Ordnung

3.3 Städtebauliche Aspekte: New Earswick

4. Die Rolle der Gilden: Guild of Handicraft

4.1 Pädagogische Ansätze und Gesellschaftsveränderung

4.2 Arbeitsmoral und individuelle Produktion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ästhetischen und sozialen Bestrebungen der Arts and Crafts-Bewegung am Ende des 19. Jahrhunderts, insbesondere im Hinblick auf utopische Lebensentwürfe, die städtebauliche Gestaltung von Gartenstädten und die organisatorische Struktur von Handwerksgilden als Gegenentwurf zur industriellen Massenproduktion.

  • Die ideologische Spaltung und Entwicklung der Arts and Crafts-Bewegung.
  • Die Umsetzung utopischer Vorstellungen in Architektur und Siedlungsplanung.
  • Das Konzept der Gartenstadt als Mittel zur Steigerung der Lebensqualität.
  • Die Rolle der Gilden und ihre Bedeutung für eine gesellschaftliche Reform.
  • Die Bedeutung von Handarbeit gegenüber industrieller Massenproduktion.

Auszug aus dem Buch

Guild of Handicraft und die Bedeutung der Arbeit

Um Projekte wie diese überhaupt durchführen zu können, organisieren sich viele Vertreter der Arts and Crafts-Bewegung in Gilden, die sich wie bereits erwähnt mittelalterliche Gilden als Vorbild nehmen.

Eine der bekanntesten Gilde ist die sogenannte „Guild of Handicraft“, die 1888 von Charles Ashbee gegründet wird. Sie dient vorrangig einer pädagogischen Ausbildung als Voraussetzung für eine Gesellschaftsveränderung. Diese will Ashbee herbeiführen, um eine Arbeiterbewegung auszulösen, da nur so ein Fortschritt im englischen Kunsthandwerk erreicht werden könne. Somit schließen sich viele Kunsthandwerker zusammen, um ganz im Sinne der Arts and Crafts-Prinzipien beispielsweise Mobiliar herzustellen. Gemäß der Arbeitsmoral „learning by doing“ waren diese Kunsthandwerker vielfach Autodidakten, was ihnen dabei hilft, innerhalb ihrer Werkstatt Einzelarbeit leisten zu können, da sie nicht auf die Hilfe anderer Kollegen angewiesen sind. Gemäß dem mittelalterlichen Gildenvorbild gibt es allerdings Kooperationen mit anderen Werkstätten.

Wichtig bei diesen Arbeiten ist stets, dass sich das Individuum, also der Kunsthandwerker, mit dem von ihm herstellten Produkt identifizieren kann. Diese Produkte sind zwar nie Unikate, da beispielsweise mehrere gleiche Stühle eines Typs hergestellt werden, aber sie sind immer individuell, was sich somit sehr von einer industriellen Herstellung unterscheidet. Diese Individualität ist stets das Ziel der Gilden und auch generell der Arts and Crafts-Vertreter.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Spaltung der Arts and Crafts-Bewegung: Beschreibt die Differenzierung innerhalb der Bewegung zwischen formal-ästhetischer Ausrichtung und dem Festhalten an der ursprünglichen, von William Morris geprägten Lehre.

2. Utopische Gesellschaftsmodelle und William Morris: Analysiert das Streben nach einer klassenlosen, von Massenproduktion befreiten Gesellschaft anhand von Morris’ literarischer Utopie.

3. Gartenstädte als Lebensraum: Beleuchtet das Gartenstadt-Modell als Versuch, Natur und Wohnen zu verbinden und eine menschenwürdige Umgebung für Arbeiter zu schaffen.

4. Die Rolle der Gilden: Guild of Handicraft: Erläutert die Bedeutung der Gildenbildung als pädagogisches und wirtschaftliches Instrument zur gesellschaftlichen Erneuerung und Wahrung individueller Handwerkskunst.

Schlüsselwörter

Arts and Crafts, William Morris, Gartenstadt, Guild of Handicraft, Charles Ashbee, Handwerk, Siedlungsmodell, Massenproduktion, Sozialreform, Architektur, Utopie, Blaise Hamlet, New Earswick, Kunsthandwerk, Arbeitsmoral

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den kulturellen, sozialen und gestalterischen Idealen der Arts and Crafts-Bewegung am Ende des 19. Jahrhunderts in England.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Arts and Crafts-Ästhetik, die Konzeption von Gartenstädten und die organisatorische Reorganisation von Handwerkern in Gilden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Vertreter der Bewegung durch eine Rückbesinnung auf das Handwerk und eine naturnahe Siedlungsplanung einen Gegenentwurf zur industriellen Moderne etablieren wollten.

Welche methodische Herangehensweise wird verfolgt?

Die Arbeit analysiert historische Quellen und Konzepte der Bewegung, um die Zusammenhänge zwischen ästhetischer Theorie und gesellschaftspolitischer Praxis darzulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Entstehung von Gartenstädten (wie Blaise Hamlet und New Earswick) sowie die Rolle der Gilden, insbesondere der Guild of Handicraft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Arts and Crafts, Gartenstadt, Utopie, Handwerk und gesellschaftliche Reform.

Warum wird im Kontext der Gartenstädte ein Paradoxon beschrieben?

Das Paradoxon liegt darin, dass die Gartenstädte trotz der Vorliebe der Bewegung für das „Natürliche und Unregelmäßige“ einer sehr strengen, regelmäßigen architektonischen Ordnung unterworfen wurden.

Wie definiert sich die Arbeitsweise innerhalb der Gilden?

Die Gilden basieren auf der Moral des „learning by doing“ und dem Ziel der Selbstidentifikation des Handwerkers mit seinem Produkt, unter Abgrenzung zur industriellen Fabrikarbeit.

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gerda Breuer: Ästhetik der schönen Genügsamkeit Teil 2
Untertitel
News from Nowhere, Siedlungsmodelle, Guild of Handicraft
Hochschule
Universität Paderborn
Note
2,0
Autor
Verena Löhr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
4
Katalognummer
V263050
ISBN (eBook)
9783656518426
ISBN (Buch)
9783656574934
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gerda breuer ästhetik genügsamkeit teil news nowhere siedlungsmodelle guild handicraft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Verena Löhr (Autor:in), 2012, Gerda Breuer: Ästhetik der schönen Genügsamkeit Teil 2, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263050
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  4  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum