Die Bedeutung der Trinitätslehre


Hausarbeit, 2013

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen
2.1 Alte Kirche
2.2 Dogmatik
2.3 Pneumatologie

3. Historie der Trinitätslehre

4. Das Geheimnis des einen Gottes in drei Seins-Ebenen
4.1 Die Seins-Ebene des Vaters
4.2 Die Seins-Ebene des Sohnes
4.3 Die Seins-Ebene des Heiligen Geistes

5. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Ich bin der Herr, und sonst niemand; außer mir gibt es keinen Gott“ (Jesaja 45,5).

In einer multikulturellen Gesellschaft wie der BRD, in der mittlerweile in vielen Städten und Gemeinden sowohl Kirchen als auch Synagogen und Moscheen vorzufinden sind und in einigen Bundesländern islamischer Religionsunterricht erteilt wird, hat endlich eine längst überfällige interreligiöse Diskussion begonnen. Menschen, die andere Religionen nur vage oder aus vorurteilsbelasteten Erzählungen kennen, werden diese nur schwer respektieren können. Aus Unkenntnis entstandene Auffassungen gegenüber Menschen anderer Religionszugehörigkeiten können zu Missverständnissen, Isolation, Diskriminierung oder sogar zu Angst voreinander führen. Dies ist für eine moderne und hoch entwickelte Gesellschaft nicht akzeptabel.

Millionen Menschen verschiedener Glaubenszugehörigkeit beten zu einem Gott. In der Bibel gibt es jedoch verschiedene Verse, in denen Gott im Plural von sich spricht; z.B. heißt es im 1. Buch Moses, der Genesis, 1,26

"Dann sprach Gott: Laßt [sic!] uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich.“

Die Frage, die sich stellt und in dieser Hausarbeit beantwortet werden soll, lautet: Welche Bedeutung hat die Trinitätslehre, also die Lehre, die sich damit befasst, dass Gott die drei Seins-Ebenen Vater, Sohn und Heiliger Geist verkörpert?

Im Verlauf dieser Hausarbeit sollen unterschiedliche Verständnis- und Deutungsansätze und aktuelle theologische Paradigmen zur Trinitätslehre vorgestellt und untersucht werden.

Zum besseren Verständnis werden in Kapitel zwei zunächst Fachbegriffe definiert, um anschließend in Kapitel drei auf die Historie der Trinitätslehre einzugehen. Im vierten Abschnitt finden sich Erklärungsansätze zu den verschiedenen Seins-Ebenen Gottes gemäß der Trinitätslehre. Im fünften Kapitel folgt daraufhin eine Diskussion zur aktuellen Literatur mit abschließender Zusammenfassung.

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Alte Kirche

Dieser Begriff bezeichnet einerseits eine Epoche der Kirchengeschichte vom frühen Christentum bis ins 6. Jahrhundert und andererseits das Christentum, welches stark von der antiken Umwelt, dem römischen Zeitalter und den Strukturen dieser sechs Jahrhunderte beeinflusst wurde.[1]

2.2 Dogmatik

Die Dogmatik ist der Kern der Theologie, ihre Basis die Heilige Schrift und die Tradition der Kirche. Sie versucht, die wichtigsten christlichen Glaubensinhalte in einer für die Gläubigen verständlichen Sprache zu vermitteln.

„(von Griech. »dokein « = »lehren, meinen, glauben«) […]. Auf wissenschaftlich begründete Weise bringt sie zur Sprache, was und woran der christliche Glaube glaubt. Gegenstand der Dogmatik ist darum der gesamte Inhalt des christlichen Glaubens.“[2]

2.3 Pneumatologie

Diese Gotteslehre handelt vom Wesen und Wirken des Heiligen Geistes als dritter göttlicher Person und bedeutet im Allgemeinen

„[…]im engeren Sinn die metaphysische Lehre von der Seele als geistiger Substanz oder die psychologische Lehre von den geistigen Funktionen derselben.[…]“[3]

Dieser Begriff wurde zunächst - auf theologischem Hintergrund – in der Philosophie verwendet.[4] Beinert ist der Ansicht, dass die Forderung nach einer pneumatologischen Besinnung, die vor allem aus den reformatorischen Gemeinschaften käme, zu einer Neureflexion für die gesamte christliche Theologie werden könne.

3. Historie der Trinitätslehre

Der Begriff „trinitas“ stammt aus dem Lateinischen und ist eine Zusammensetzung der Wörter „tres“ für drei und „unitas“ für "Einheit". Dieser Begriff wurde von Tertullian (* um 150; † um 230) eingeführt und bezeichnet die Wesenseinheit des christlichen Gottes in den drei göttlichen Personen Vater, Sohn und Heiliger Geist.[5] Drecoll ist der Meinung, dass die Trinitätslehre eine der fundamentalen Themen des Christentums darstellt und sie „ein Feld der Theologie“[6] sei, das

„[…] zwei Bereiche besonders verbindet; sie betrifft nämlich zum einen die Fundamentalfragen der Theologie, d.h. die Fragen nach Grundlagen und Kriterien einer christlichen Theologie, zum wesentlichen Aspekte materialer Theologie, insbesondere die Zuordnung von Gottesbegriff, Christologie und der Vorstellung vom Heiligen Geist.“[7]

Gemäß Scholl ist der Glaube an die Dreieinigkeit Gottes Jahrtausende alt; in den Texten des Mittleren Reiches (2052-ca.1570 v. Chr. Im alten Ägypten) sei die vermutlich älteste Formulierung einer Dreieinigkeitslehre zu finden. „In den so genannten Sargtexten ist von Atum die Rede als er Schu und Tefnut gebar in Heliopolis, als er Einer war (und) als er zu Dreien wurde."[8]

Boff weist in diesem Kontext darauf hin, dass die Dreifaltigkeit – die Realität der drei göttlichen Personen - die menschliche Geschichte schon immer begleitet habe, aber die Lehre von der Dreifaltigkeit erst dann entstand, als die Menschen in der Lage gewesen seien, die Offenbarung der Trinität zu deuten und entsprechende Thesen aufzustellen. „[…] In voller Deutlichkeit kommt es zur Offenbarung der Dreifaltigkeit erst mit Christus und mit den Bekundungen des Heiligen Geistes.“[9]

Das Wort Trinität, bzw. „Dreifaltigkeit“ oder „Dreieinigkeit“ existiert in der Bibel in der Form nicht und begegnet uns erstmalig ab dem Jahre 150 im Zusammenhang mit Theodor, einem Häretiker und bei Tertullian (* nach 150; † nach 220), einem frühchristlichen Laientheologen (vgl. Boff 2012: 25f.).

Im 3./4. Jahrhundert entstanden die ersten Theologenschulen. In diese Epoche fällt die Ausbildung der christlichen Mystik und der Trinitätstheologie. Ihre Hauptvertreter sind u.a. die Kappadokier Basilius, Gregor von Nazianz und Gregor von Nyssa. (vgl. Beinert 1991: 498).

„Daß[sic!] wir gemäß apostolischer Weisung und evangelischer Lehre auf eine Gottheit Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes in gleicher Majestät und heiliger Dreifaltigkeit glauben.“[10]

[...]


[1] Vgl. Frank 1993: Klappentext

[2] Pemsel-Maier 2003: 61

[3] Beinert 1991: 416

[4] Vgl. Beinert 1991: 416f.

[5] vgl. Deutsche Bischofskonferenz. Online verfügbar unter:http://www.katholisch.de/de/katholisch/kirche/kirche_von_a_z/kirche_von_A_Z.php?char=T#id-1439 Abgerufen am 15.03.2013

[6] Drecoll 2011: 1

[7] Drecoll 2011: 2ff.

[8] Scholl 2006: 25

[9] Boff 2012: 39

[10] Frank 1993: 93 zitiert Cod. Theod. 16,1,2

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung der Trinitätslehre
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Theologie und Sozialethik)
Veranstaltung
Seminar: Von Gott, Propheten und Menschen – Christentum und Islam im theologischen Vergleich
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V263103
ISBN (eBook)
9783656518266
ISBN (Buch)
9783656517757
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
trinitätslehre, Christliche Religionslehre, Dreifaltigkeit, Jesus, Religion, Dogmatik
Arbeit zitieren
Melinda Snitil (Autor:in), 2013, Die Bedeutung der Trinitätslehre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263103

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