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Der Begegnungsbegriff nach Bollnow im reformpädagogischen Konzept der Freinetschule

Titel: Der Begegnungsbegriff nach Bollnow im reformpädagogischen Konzept der Freinetschule

Hausarbeit , 2013 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Maximilian Möhring (Autor:in)

Pädagogik - Reformpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich mich mit der Thematik des Begriffs der „Begegnung“ nach Bollnow auseinandersetzen, der in der Gegenüberstellung von Existenzphilosophie und Pädagogik eine entscheidende Rolle übernimmt und daran den reformpädagogischen Gedanken der Freinetschule aufgreifen und diesen auf die Förderung eben genau dieses „Begegnungsmoments“ überprüfen.
Während in der Existenzphilosophie die Annahme um einen tiefen, inneren, nicht stetig veränderbaren Kern des Menschen jegliche Form von Pädagogik erstmals als überflüssig, auf Grund der nicht möglichen dauerhaften Einflussnahme, erscheinen lässt, versucht Bollnow genau hier eine mögliche Erweiterung der Pädagogik zu ermöglichen. Bollnow relativiert diese Annahme des Unveränderbaren am inneren Kern des Menschen und sieht diesen in erster Linie als eine Art inneres Gesetz, inneres Ziel, nach dem bzw. zu dem hin sich der Mensch entwickelt.
Um dieser Annahme von dem inneren Kern des Menschen und dessen Entwicklung in pädagogischen Handlungsfeldern gerecht werden zu können, leitet Bollnow den Begriff der „Begegnung“ aus einem möglichen pädagogischen Handlungsrahmen für Lehrkräfte ab, die die Begegnung nach Bollnow für den Schüler fördern kann. Hierbei steht der Lehrer nicht mehr alleine in der Funktion des Wissensvermittler zur Verfügung, sondern vielmehr als Bereiter des Weges zur Erkenntnis, als Pfleger des Entwicklungsprozess des Schülers, nicht aber als alleiniger „Bearbeiter“ oder „Produzent“ dessen Bildung, welche hier auch in erster Linie als Mittel zur Voraussetzung einer möglichen Begegnung gesehen wird.
Das Bereiten und Begleiten der persönlichen Entwicklung eines Schülers ist in der Reformpädagogik ein zentraler Bestandteil und bezieht sich eben genau auf die Idee der Existenzphilosophie und des benannten, unbewussten inneren Kern des Schülers, nach dessen Gesetzen und Zielen sich dieser zu entwickeln und zu entfalten vermag. Dieser Kern gibt den Rahmen der möglichen „Begegnungen“ nach Bollnow für den Schüler in der Reformpädagogik vor und kann so tiefer gehende Bildung bzw. ein ggf. unstetiges oder sogar stetiges Verändern des inneren Kerns im Kontrast zum bloßen Bildungsbegriff ermöglichen. Hierbei ist es fundamental, dass der Schüler keine engen und allgemeinen Schablonen aufgelegt bekommt, sondern einen großen Freiraum innerhalb einer anregenden Umgebung erhält, in der er sich durch eigenes Interesse an verschiedenen Thematiken tiefer und interessierter bilden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Fragestellung

3.Der Begriff der Begegnung nach Bollnow

3.1 Kernpunkte der Begegnung, Grund für ein Erstreben der Begegnung

4.Gedanken der Reformpädagogik, vertieft am Beispiel der Freinetschule

4.1 Bezug zur Fragestellung: In wie weit wird der Begriff der Begegnung in der Reformpädagogik Freinets besonders angesprochen?

5.Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Existenzphilosophie und Pädagogik, insbesondere den "Begegnungsbegriff" nach Bollnow, und prüft dessen Anwendbarkeit und Förderung innerhalb der reformpädagogischen Freinet-Schule.

  • Der Begegnungsbegriff nach Otto Friedrich Bollnow
  • Existenzphilosophische Grundlagen der Pädagogik
  • Prinzipien der Freinet-Pädagogik
  • Die Rolle des Lehrers als Begleiter und Gärtner
  • Das Spannungsfeld zwischen strukturierter Bildung und situativer Begegnung

Auszug aus dem Buch

3. Der Begriff der Begegnung nach Bollnow

Um den Gedanken der Begegnung nach Bollnow auf das reformpädagogische Modell nach Freinet übertragen zu können, gehe ich nun im Folgenden kurz auf die dem Begegnungsmodell zu Grunde liegende Annahme der Existenzphilosophie um den unstetigen inneren Kern des Menschen ein und erläutere darauf aufbauend den Begriff der Begegnung nach Bollnow, um diesen im späteren Verlauf der Arbeit auf das reformpädagogische Modell einer Schule nach Freinet beziehen zu können.

Nach 1918 wurden einige mögliche pädagogische Erneuerungen zu Sprache gebracht und erweckten einen gewissen Enthusiasmus bei Pädagogen, die nun aus den Erfahrungen des ersten Weltkrieges, das unverdorbene, als gut geglaubte Innere des Menschen herausarbeiten möchten, gar fördern wollen.

Diese Erneuerungsbewegung ist bereits im Reichsschulbericht von 1920 zu bemerken, wo eine Fülle von bis dato angesammelten pädagogischen Ideen und Reformen aufgegriffen wurden und der Ansatz im Inneren des Menschen zur Verbesserung der äußeren Verhältnisse dienen soll.

Nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus 1945 fehlte es den Pädagogen an Mut und reformträchtigen Ideen, um eine grundlegende Veränderung der Pädagogik zu ermöglichen. Der Gedanke der Reformpädagogik sei als ursprünglicher Gedanke in der Zeit nach sowie auch vor dem ersten Weltkrieg erneut aufgegriffen worden, allerdings habe er hier keinen großen Erfolg verzeichnen können, da sich das Bild des Menschen vom guten hin zum nicht unbedingten guten, teils bösen inneren Kern hin gewandelt habe.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Hinführung zur Thematik der Begegnung nach Bollnow und Darstellung der Verknüpfung mit der Reformpädagogik.

2.Fragestellung: Definition der zentralen Forschungsfrage zur Förderung des Begegnungsaktes in der Freinetschule.

3.Der Begriff der Begegnung nach Bollnow: Theoretische Herleitung des Begriffs aus existenzphilosophischen Annahmen über den inneren Kern des Menschen.

3.1 Kernpunkte der Begegnung, Grund für ein Erstreben der Begegnung: Zusammenfassende Darstellung der Begegnung als Moment personaler Betroffenheit und Selbstfindung.

4.Gedanken der Reformpädagogik, vertieft am Beispiel der Freinetschule: Analyse des Freinet-Konzepts hinsichtlich seiner Eignung für Begegnungsmomente.

4.1 Bezug zur Fragestellung: In wie weit wird der Begriff der Begegnung in der Reformpädagogik Freinets besonders angesprochen?: Kritische Überprüfung der Hypothese anhand der pädagogischen Praxis Freinets.

5.Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse und Bestätigung, dass Freinet-Pädagogik Begegnung fördert, wenn auch nicht formal garantieren kann.

Schlüsselwörter

Begegnung, Bollnow, Freinet, Reformpädagogik, Existenzphilosophie, Erziehung, Selbstfindung, Bildsamkeit, innerer Kern, Pädagogik, Lernprozess, Freiheit, Subjektivität, Individualität, Lehrerrolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie der von Otto Friedrich Bollnow geprägte Begriff der "Begegnung" in den theoretischen Rahmen und die praktische Umsetzung der Freinet-Pädagogik integriert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Existenzphilosophie, reformpädagogische Ansätze von Célestin Freinet, das Verhältnis von Erziehung und Selbstbildung sowie die philosophische Grundbeschaffenheit des Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu verifizieren, ob die Freinet-Pädagogik durch ihre spezifische Gestaltung von Raum, Freiheit und Schülerorientierung den pädagogisch erstrebenswerten Moment der "Begegnung" nach Bollnow besonders fördern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, in der existenzphilosophische Begriffe mit reformpädagogischen Konzepten gegenübergestellt und diskutiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Bollnowschen Begegnungsbegriffs und eine anschließende detaillierte Untersuchung des Freinetschen Schulkonzepts auf seine Übereinstimmung mit diesen Theorien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Begegnung, Existenzphilosophie, Freinet-Schule, Selbstbildung, Pädagogik und das Bild des Kindes als eigenständiges Subjekt.

Wie unterscheidet sich "Bildung" von "Begegnung" nach Bollnow?

Bildung wird als ein geplanter, meist quantitativer Prozess zur Entfaltung von Möglichkeiten gesehen, während die Begegnung einen schicksalhaften, ungeplanten Moment der persönlichen Ergriffenheit und Selbsterkenntnis beschreibt.

Warum spielt die Rolle des Lehrers eine so große Rolle im Text?

Der Lehrer wandelt sich in der Freinet-Pädagogik vom Wissensvermittler zum "Gärtner" oder Begleiter, der den Freiraum schaffen muss, in dem Begegnung überhaupt erst stattfinden kann, ohne den Prozess zu steuern.

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Details

Titel
Der Begegnungsbegriff nach Bollnow im reformpädagogischen Konzept der Freinetschule
Hochschule
Universität zu Köln  (Bildungsphilosophie & Anthropologie)
Veranstaltung
Existenz, Situation, Begegnung. Existenzphilosophie und situationsethische Ansätze aus pädagogischer Perspektive
Note
1,0
Autor
Maximilian Möhring (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
20
Katalognummer
V263104
ISBN (eBook)
9783656516699
ISBN (Buch)
9783656516712
Sprache
Deutsch
Schlagworte
begegnungsbegriff bollnow konzept freinetschule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximilian Möhring (Autor:in), 2013, Der Begegnungsbegriff nach Bollnow im reformpädagogischen Konzept der Freinetschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263104
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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