War die Unterdrückung des Bacchus-Kultes die politische und religiöse Repression einer immer größer werdenden Minderheit?


Hausarbeit, 2011

9 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Inhalt der Quelle

3. Der historische Kontex

4. Äußere Quellenkritik

5. Beantwortung der Frage

6. Fazi

7. Quellen und Literaturverzeichnis
7.1 Quelle
7.2 Literatur

1. Einleitung

In der nun folgenden Arbeit wird die Tiriolo-Inschrift, die die „Senatus consultum de Bac(ch)analibus“ beinhaltet, behandelt. Zuerst wird der Inhalt der Tiriolo-Inschrift dargestellt um daraufhin den Gesetzestext in den historischen Kontext einzuordnen. Nach der Darstellung der Quelle und der äußeren Quellenkritik wird die Quelle auf ihre Aussagekraft untersucht, ob die Unterdrückung des Bacchus-Kultes eine politische und religiöse Repression einer immer größer werdenden Minderheit war. Des Weiteren soll geklärt werden, ob es sich bei der Repression um eine Abwehrmaßnahme des Senats zum Schutz des römischen Volkes oder um eine aggressive Politik des Senats zur Herrschaftssicherung handelte.

2. Der Inhalt der Quelle

Die Quelle beschreibt das Zusammentreffen des Senats, welcher von den beiden Konsuln Quintus Marcius und Spurius Postumius an den Nonen des Oktobers im Jahre 186 v. Chr. betreffend der Bacchanalen einberufen wurde. Der Gesetzestext und die Information über das Zusammentreffen wurden niedergeschrieben von den Schreibern Marcus Claudius, Lucius Valerius und Quintus Minucius. Das Gesetz richtete sich an die „foideratei“[1], denen damit untersagt wurde ihren Kult ohne Genehmigung des Senats auszuüben. Dies war nur für den Fall möglich, dass der „urban praetor“[2] und der Senat, bestehend aus mindestens 100 Senatoren, ihre Erlaubnis zu der Praktizierung des Kultes geben würden. Im weiteren Verlauf des Gesetzes wurde den römischen Bürgern der Umgang mit Angehörigen dieser religiösen Bewegung verboten, insofern es nicht in Absprache mit dem Senat und dem „urban praetor“[3] geschah. Nach diesem Verbot für die römische Bevölkerung folgte die Absprache jeglichen Versammlungsrechts, es war der religiösen Bewegung nicht gestattet, dass sie „sacerdos“, „magister“, sowie keine gemeinsame Kasse haben durften oder öffentliche Ämter ausüben durften.[4] Des Weiteren mussten die abgehaltenen Rituale der Bacchus-Anhänger beim „urban praetor“ angemeldet und genehmigt worden sein und durften nicht mehr im Geheimen stattfinden. Weiterhin durften nicht mehr als fünf Personen an den Ritualen teilnehmen.[5] Im letzten Abschnitt des Gesetzes wurde eine Bekanntgabe des Gesetzte über wenigstens drei Tage angeordnet, sowie die Entfernung aller Kultstätten der Bacchanalen innerhalb von 10 Tagen in den Städten. Das Gesetz sollte auf eine Bronzetafel geschrieben werden und bei Zuwiderhandlungen gegen eben dieses Gesetz drohte eine Strafe.[6]

3. Der historische Kontext

Im Jahre 186 v. Chr. befand sich Rom in einer anscheinend positiven machtpolitischen Stellung. Nach dem lang andauernden Krieg gegen Karthago und dem Sieg im Zweiten Punischen Krieg hatte Rom die Vormachtstellung im Mittelmeer gewonnen und Karthago in seiner Bedeutung gänzlich verdrängt und ersetzt. Allerdings war die wirtschaftliche Stellung geschwächt, da die Folgen des Krieges verheerend waren.[7] Trotz der Schwächung Roms folgten auf den Zweiten Punischen Krieg weitere Kriege im Osten Roms gegen die Völker Griechenlands, die kurze Zeit vor dem Bacchanalienfrevel siegreich beendet wurden und die politische Position im Mittelmeerraum endgültig sicherten.[8] Doch herrschten in Rom keineswegs normale Zustände, im Gegenteil. Die Siege hatten ihren Tribut gefordert, da die Gewinne auf der Seite der führenden Schicht durch den Krieg beträchtlich waren und diese Begehrlichkeiten bezüglich militärischer Aufgaben weckte, weshalb die Strukturen innerhalb Roms nicht stabil waren. Dies führte zu einer Korrumpierung des Systems und einem Verfall der Normen, die die Struktur der res publica bisher ausmachte.[9]

[...]


[1] Senatus Consultum de Bacchanalibus, in: CIL I² 581, Lesart Bendlin, Z. 2.

[2] Senatus Consultum de Bacchanalibus, in: CIL I² 581, Lesart Bendlin, Z. 4.

[3] Senatus Consultum de Bacchanalibus, in: CIL I² 581, Lesart Bendlin, Z. 9.

[4] Senatus Consultum de Bacchanalibus, in: CIL I² 581, Lesart Bendlin, Z. 10-15.

[5] Senatus Consultum de Bacchanalibus, in: CIL I² 581, Lesart Bendlin, Z. 15-20.

[6] Senatus Consultum de Bacchanalibus, in: CIL I² 581, Lesart Bendlin, Z. 20- 30.

[7] Ulrich Huttner: Römische Antike, Tübingen 2008, S. 79-88.

[8] Ulrich Huttner: Römische Antike, Tübingen 2008, S. 88-96.

[9] Ulrich Huttner: Römische Antike, Tübingen 2008, S. 100-103.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
War die Unterdrückung des Bacchus-Kultes die politische und religiöse Repression einer immer größer werdenden Minderheit?
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
9
Katalognummer
V263109
ISBN (eBook)
9783656519478
ISBN (Buch)
9783656519218
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unterdrückung, bacchus-kultes, repression, minderheit
Arbeit zitieren
Christoph Kohls (Autor), 2011, War die Unterdrückung des Bacchus-Kultes die politische und religiöse Repression einer immer größer werdenden Minderheit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263109

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