„Der Begriff (soziale) Ungleichheit bringt zum Ausdruck, dass in einer Gesellschaft soziale Positionen und sozialer Status (Ränge) wie Ressourcen (z.B. Eigentum und Einkommen, aber auch Macht und Prestige) ungleich verteilt sind, diese Verteilung negativ bewertet wird und daher ein gesellschaftliches Problem darstellt“ (Bundeszentrale für politische Bildung). Zurückzuführen ist diese soziale Ungleichheit auf die sozialen Ausdifferenzierungen der modernen Gesellschaft.Im folgenden Teil dieser Arbeit wird das Prekariat vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: (soziale) Ungleichheit
2. Begriffsklärung und das Prekariat als neue soziale Lage
3. 'Prekarier' - eine neue soziologische Kategorie?
4. Prekarisierung als objektive Benachteiligung
4.1. Prekäre Erwerbsarbeit
4.2. Prekäre Erwerbslage
4.3. Prekäre Lebenslage
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept des Prekariats als eine moderne soziale Lage in der heutigen westlichen Gesellschaft und analysiert, inwiefern dieses Phänomen als neue soziologische Kategorie betrachtet werden kann. Dabei wird der Fokus auf die Abgrenzung zum klassischen Proletariat sowie die ökonomischen und sozialen Unsicherheitsfaktoren gelegt, die prekär Beschäftigte definieren.
- Soziale Ungleichheit im modernen gesellschaftlichen Kontext
- Definition und Herleitung des Begriffs Prekariat
- Unterscheidung zwischen Erwerbsarbeit, Erwerbslage und Lebenslage
- Strukturelle Benachteiligung durch Prekarisierung
- Prekäre Lebenswelten und deren sozioökonomische Merkmale
Auszug aus dem Buch
4. Prekarisierung als objektive Benachteiligung
Die Frage, wann ein Beschäftigungsverhältnis als prekär zu bezeichnen ist bzw. welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um von einer prekären Erwerbsarbeit sprechen zu können, ist noch nicht geklärt.
Das Prekariat gilt in der Arbeitswelt als „tiefgreifende Transformation gegenwärtiger Arbeitsgesellschaften..., die ... durch die Rückkehr von Formen der Lohnarbeit (Re-Kommodifizierung [Abkopplung der Erwerbstätigkeit vom Arbeitsmarkt])“ (Krämer (2009), S.241) gegenüber den Formen der Gehaltsarbeit geprägt sind. Die prekäre Erwerbsarbeit beschreibt hier ein Beschäftigungsverhältnis, welches die sozialen und rechtlichen Standards unterschreibt und die sonst üblichen Sicherheitsgarantien und Rechtsansprüche einschränkt. Daraus folgen negative Abweichungen von Normalstandards der Erwerbstätigkeit bzw. strukturelle Benachteiligungen gegenüber den Formen der Erwerbstätigkeit. Nach Krämer ist „ein Arbeitsverhältnis dann prekär, wenn Beschäftigung und Einkommen auf längere Sicht ungewiss sind, soziale beziehungsweise Arbeitnehmerrechte nur eingeschränkt gültig in und der Wertigkeitsstatus der Arbeit fragil ist“ (Krämer (2009), S.242).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: (soziale) Ungleichheit: Dieses Kapitel führt in die Thematik der sozialen Ungleichheit ein und stellt den Rahmen für die Betrachtung des Prekariats dar.
2. Begriffsklärung und das Prekariat als neue soziale Lage: Hier wird der historische Wandel vom Proletariat zum Prekariat als neue soziale Kategorie in der modernen Gesellschaft erläutert.
3. 'Prekarier' - eine neue soziologische Kategorie?: Dieses Kapitel beleuchtet die geschlechtersoziologische Perspektive auf prekäre Beschäftigungsverhältnisse und die damit einhergehende soziale Differenzierung.
4. Prekarisierung als objektive Benachteiligung: Das Kapitel analysiert differenziert, wie sich Prekarität auf Erwerbsarbeit, Erwerbsbiografien und die allgemeine Lebenslage auswirkt.
5. Fazit: Das Fazit reflektiert die Einordnung des Prekariatsbegriffs und diskutiert kritisch die Schwierigkeiten bei der persönlichen Zuordnung zu diesem Milieu.
Schlüsselwörter
Prekariat, soziale Lage, Ungleichheit, Prekarisierung, Erwerbsarbeit, Erwerbsbiografie, Lebenslage, Proletariat, Arbeitswelt, soziale Benachteiligung, Arbeitsmarkt, Prekäre Beschäftigung, Modernisierung, Individuallisierung, Existenzminimum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und Definition des Prekariats als eine moderne soziale Lage in der heutigen Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die soziale Ungleichheit, der Wandel der Arbeitswelt sowie die Abgrenzung von prekärer Erwerbsarbeit, Erwerbslage und Lebenslage.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Begriff des Prekariats soziologisch einzuordnen und zu klären, welche Faktoren eine prekäre Lebenssituation objektiv begründen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Auseinandersetzung mit soziologischen Konzepten und Studien, um den Status des Prekariats zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Prekariats, der Differenzierung von prekären Arbeitsverhältnissen und der Untersuchung, warum diese als neue soziale Lage gelten können.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Prekariat, soziale Lage, Prekarisierung, Erwerbsarbeit und soziale Ungleichheit.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Erwerbsarbeit und Erwerbslage wichtig?
Die Unterscheidung ist essenziell, da ein einzelnes prekäres Arbeitsverhältnis nicht zwingend eine dauerhaft prekäre Erwerbsbiografie zur Folge haben muss.
Inwiefern beeinflusst das Geschlecht die Prekarisierung?
Die Arbeit zeigt auf, dass Frauen aufgrund des Wandels traditioneller Ernährermodelle und der Flexibilisierung der Arbeitswelt anders von Prekarisierung betroffen sein können als Männer.
Wie definiert die Autorin die Schwierigkeit bei der Zuordnung zum Prekariat?
Die Schwierigkeit liegt in der individuellen Wahrnehmung und der Tatsache, dass viele Menschen zwar Merkmale des Prekariats aufweisen, sich jedoch selbst nicht eindeutig diesem Milieu zuordnen möchten.
- Arbeit zitieren
- Anke Rasche (Autor:in), 2012, Prekariat – eine neue soziale Lage?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263168