Kriegszustand vs. Naturecht. Der Naturzustand bei Hobbes und Locke


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012

10 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Thomas Hobbes: Naturzustand bedeutet Kriegszustand

John Locke: Naturzustand geregelt durch Naturgesetz

Sind die beiden Modelle miteinander vereinbar?

Schlussbetrachtung: Naturzustandsindizien im 21. Jahrhundert

Literaturverzeichnis

Einleitung

Der Begriff des „Staates“ hat sich erst in der frühen Neuzeit entwickelt, in der die englischen Philosophen Thomas Hobbes(1588-1679) und John Locke (1632-1704) politische Theorien über den Ursprung und die Entstehung von Staaten veröffentlicht hatten. Sie gingen beide davon aus, dass Menschen nicht von Anfang an und auf allen Kontinenten in Staaten organisiert waren. Diesen Zustand der Nicht-Staatlichkeit machten Hobbes und Locke zum Ausgangspunkt für ihre philosophischen Reflexionen. Sie nannten diesen Zustand „den Naturzustand“. Beide Philosophen entwickelten die These, dass die frühen Menschen einmal in einem Naturzustand gelebt haben müssen. Diese These ist aber nicht unbedingt als historisches Faktum zu verstehen, sondern es handelt sich vielmehr um eine hypothetische, philosophische Rekonstruktion, also eine Art Gedankenexperiment. „Bei Hobbes ist dieser Naturzustand ein rationales Konstrukt, also die Fiktion eines Zustandes….“[1] Das gilt ebenso für das Naturzustandsmodel von John Locke. Obwohl der Begriff „Naturzustand“ vielleicht vermuten lässt, dass die Modelle über den Naturzustand von Hobbes und Locke sich ähneln müssten, bestehen doch erheblich Unterschiede in den beiden Konzeptionen. Es stellt sich also die Frage, wie ein solcher Naturzustand nach Hobbes und Locke ausgesehen haben könnte. Unter welchen Bedingungen haben die Menschen gelebt? Und gab es bereits so etwas wie eine primitive ethische Grundlage?

In der vorliegenden Hausarbeit wird zunächst das Naturzustandsmodell von Thomas Hobbes, danach das Modell von John Locke dargelegt. Dabei soll gezeigt werden, was die Antriebe der Menschen zur ihrer Sicherung im natürlichen Zustand sind und ob es in den Modellen von Hobbes und Locke bereits so etwas wie ein grundlegendes Gesetz gibt. Anschließend wird in einem kurzen zusammenfassenden Vergleich aufgezeigt, ob und worin sich die Konzeptionen des Naturzustandes unterscheiden und ob sie miteinander vereinbar sind. Zum Abschluss wird in der Schlussbetrachtung eine kurze Reflexion über die Aktualität der Naturzustandsmodelle im 21. Jahrhundert unternommen.

Thomas Hobbes: Naturzustand bedeutet Kriegszustand

Hobbes stellt den Staat als großen Leviathan dar, der weit mehr Umfang und Kraft hat als der natürliche Mensch. Hobbes vergleicht den Staat auch als künstlichen Menschen, der aus vielen Gliedern, die untereinander und ineinander wirken, geformt ist. Sein Modell des Naturzustandes des Menschen soll dazu dienen, diesen künstlichen Menschen näher zu beschreiben. Zu diesem Zweck beginnt Hobbes mit dem natürlichen Menschen „ der dessen (gemeint ist der Staat) Inhalt und Künstler zugleich ist“[2].

Hobbes nimmt zunächst an, dass die Menschen im Naturzustand gleichmäßig begabt sind. Diese Gleichheit umfasst sowohl die intellektuellen als auch die körperlichen Fähigkeiten. Es bestehen zwar in Hobbes Konzept sehr wohlgeringe Unterschiede in den Fähigkeiten der Menschen, aber keiner kann sich aus diesen Unterschieden einen wirklichen Vorteil im Naturzustand verschaffen. Zum Beispiel für die Fähigkeiten des Körpers nimmt Hobbes an, dass es im natürlichen Zustand sehr wohl Menschen gibt, die stärker sind als andere. Jedoch kann der bestehende körperliche Nachteil „durch List oder in Verbindung mit anderen, die mit ihm in gleicher Gefahr sind“[3] ausgeglichen werden. Für die Fähigkeiten des Geistes setzt Hobbes ebenfalls eine Gleichheit voraus. Diese Gleichheit ist aber oft nicht ohne weiteres erkennbar, weil „ einige eine ungebührlich hohe Meinung von sich haben“[4]. Im Naturzustand besteht also ein Streben nach Wertschätzung, das die Gleichheit unter den Menschen als nur scheinbar erkennen lässt. „Die vermeintlichen Unterschiede bestehen nur in der Einbildung der ‚Gebildeteren‘“[5].

[...]


[1] VOIGT, Rüdiger : Der Leviathan S.46

[2] HOBBES, Thomas: Leviathan. Einleitung, S. 6.

[3] HOBBES, Thomas: Leviathan. S. 113

[4] Ebd. S. 113

[5] NIDA-RÜMELIN, Julian : Bellum omnium contra omnes. In : KERSTING, Wolfgang : Leviathan S. 112

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Kriegszustand vs. Naturecht. Der Naturzustand bei Hobbes und Locke
Note
1.0
Autor
Jahr
2012
Seiten
10
Katalognummer
V263192
ISBN (eBook)
9783656518129
ISBN (Buch)
9783656518112
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kriegszustand, naturecht, naturzustand, hobbes, locke
Arbeit zitieren
Dino Agovic (Autor), 2012, Kriegszustand vs. Naturecht. Der Naturzustand bei Hobbes und Locke, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263192

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