Bis zu welchem Grad reicht die Verantwortung für Menschen, die tagtäglich die Flucht nach Europa wagen? Nicht erst seit den Unruhen im Nahen Osten ist der Umgang mit Flüchtlingen und Asylsuchenden ein kontrovers diskutiertes Thema in der Politik. In Deutschland ebenso wie im gesamteuropäischen Kontext geht es um die Frage: Schutz oder Abschottung?
Dieses Buch gibt einen Einblick in die Grundzüge der europäischen und deutschen Asylpolitik in ihren Entwicklungen, die den Begriff der „Festung Europa“ prägten. Doch wie europäisiert ist die Flüchtlingspolitik wirklich?
Aus dem Inhalt:
Historische Grundlagen der Einwanderungspolitik
Kooperation: Die Genese eines gemeinsamen europäischen Asylsystems
Das Spannungsfeld zwischen nationaler Souveränität und Integration
Theorien der europäischen Integration
Inhaltsverzeichnis
Christian Kaschner (2010): Ist die Entwicklung eines Gesamtkonzepts bei nationalen Steuerungsversuchen im Bereich der Asyl- und Einwanderungspolitik der Europäischen Union nötig?
Einführung
Migration in Europa
Asyl- und Einwanderungspolitik in ausgewählten Mitgliedstaaten der EU
Asyl- und Einwanderungspolitik der Europäischen Union
Etablierung eines europäischen Gesamtkonzepts
Fazit
Elisabeth Winter (2012): Die Asylpolitik der Europäischen Union im Spannungsfeld zwischen nationaler Souveränität und fortschreitender Integration
Einleitung
Ausgewählte Theorien der Europäischen Integration
Die Herausbildung europäischer Kompetenzen im Bereich Asyl
Die Genese eines Gemeinsamen Europäischen Asylsystems
Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der Asyl- und Einwanderungspolitik in der Europäischen Union, analysiert die nationalstaatlichen Steuerungsversuche ausgewählter EU-Mitgliedstaaten und bewertet die Notwendigkeit sowie den Fortschritt eines gemeinsamen europäischen Gesamtkonzepts angesichts nationaler Souveränitätsansprüche.
- Historische Entwicklung der europäischen Migration und Asylpolitik
- Vergleichende Analyse der Asyl- und Einwanderungspolitik in Deutschland, Frankreich und Großbritannien
- Integrationstheoretische Untersuchung des europäischen Integrationsprozesses im Bereich Asyl
- Entwicklung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) und des Stockholmer Programms
- Herausforderungen durch demografische Entwicklungen und die Bedeutung der Visapolitik
Auszug aus dem Buch
Begriffsdefinition
Der Begriff „Migration“ ist nur schwer greifbar und leitet sich aus dem Lateinischen „migrare“ bzw. „migratio“ (wandern, wegziehen bzw. Wanderung) ab. Eine international anerkannte verbindliche Definition existiert nicht. Vielmehr bestehen uneinheitliche und unscharfe Definitionen. Diese variieren abhängig von der jeweiligen Wissenschaft (Soziologie, Ökonomie, Geschichtswissenschaft, Politologie, Demografie, Geografie), die sich mit dem Phänomen „Migration“ beschäftigt.
Der Hauptgrund dieser Unschärfe besteht allerdings auch darin, dass es sich bei der Migrationsforschung um eine eher junge Wissenschaft handelt. Während sich in den USA bereits Anfang des 20. Jahrhunderts eine Einwanderungsforschung entwickelte, etablierte sich in Europa eine Migrationsforschung erst in den 1960er Jahren, deren Schwerpunkt sich anfangs überwiegend auf die Gastarbeiterforschung beschränkte.
Der Begriff „Migration“ stellt zunächst einen Oberbegriff dar und umfasst sowohl die Immigration (Einwanderung) als auch die Emigration (Auswanderung). Das Begriffspaar „Immigration/Emigration“ kann definiert werden als „der normalerweise definitive Wechsel aus einem Herkunftsland beziehungsweise aus einer bestimmten Herkunftsregion in eine neue Ankunftsgesellschaft“. Darüber hinaus lässt sich Migration grundsätzlich in einem engen und weiten Sinne auslegen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Arbeit thematisiert die Zuwanderung in die EU-Mitgliedstaaten und die notwendige Verschiebung der Politikbereiche von nationaler Souveränität hin zu supranationalen Regelungen.
Migration in Europa: Hier werden Definitionen von Migration, deren historische Wurzeln sowie Formen der Migration in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und ihre Ursachen erörtert.
Asyl- und Einwanderungspolitik in ausgewählten Mitgliedstaaten der EU: Dieses Kapitel analysiert Daten und Fakten zur Einwanderung und Asylsituation in Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie deren jeweilige politische Leitlinien.
Asyl- und Einwanderungspolitik der Europäischen Union: Dieser Abschnitt beleuchtet die historische Entwicklung ab Gründung der Europäischen Gemeinschaften über den Vertrag von Maastricht und Amsterdam bis zum Vertrag von Lissabon.
Etablierung eines europäischen Gesamtkonzepts: Der Fokus liegt hier auf der Notwendigkeit eines Gesamtkonzepts in einem Raum ohne Binnengrenzen sowie der Bedeutung des Solidaritätsprinzips und demografischer Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Migration, Asylpolitik, Europäische Union, Einwanderungspolitik, Integration, Drittstaatsangehörige, Gemeinsames Europäisches Asylsystem, GEAS, Genfer Flüchtlingskonvention, Freizügigkeit, Grenzsicherung, Europäische Kommission, EU-Mitgliedstaaten, Souveränität, Dublin-Verordnung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung und Harmonisierung der Asyl- und Einwanderungspolitik in der Europäischen Union unter Berücksichtigung nationalstaatlicher Interessen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind die Steuerung von Migrationsströmen, die Entwicklung eines Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS), die Bekämpfung illegaler Einwanderung und die Integration von Drittstaatsangehörigen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Asyl- und Einwanderungspolitik der EU historisch nachzuzeichnen und zu analysieren, warum dieser Harmonisierungsprozess trotz der Notwendigkeit einer gemeinsamen Politik oft nur zögerlich vorankommt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird eine Politikfeldanalyse durchgeführt, die auf der Auswertung von Primärliteratur (Verträge, EU-Dokumente) und Sekundärliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die nationalstaatliche Steuerung in Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie die supranationale Entwicklung der EU-Asylpolitik von den Anfängen bis zum Vertrag von Lissabon.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Asyl, Einwanderung, EU-Integration, GEAS, Souveränität, Mitgliedstaaten und Harmonisierung.
Welche Rolle spielen die "Push-Pull-Faktoren" in der Arbeit?
Das Push-Pull-Modell wird als Ansatzpunkt genutzt, um die Gründe für Migrationsbewegungen aus den Herkunftsstaaten (Push) und die Anreize zur Einwanderung in die Zielstaaten (Pull) zu systematisieren.
Warum ist das "Schengen-Abkommen" für die Asylpolitik bedeutend?
Durch den Abbau der Binnengrenzen im Schengen-Raum wurde eine Kooperation in Asyl- und Migrationsfragen zwingend erforderlich, um Sicherheit zu gewährleisten und Sekundärmigration zu steuern.
Wie unterscheidet sich die Situation in Deutschland von der in Frankreich?
Während Deutschland traditionell stark arbeitsmarktorientiert steuert, ist die französische Einwanderungspolitik historisch stärker vom Assimilationsmodell geprägt, wenngleich beide Länder mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind.
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- Christian Kaschner (Author), Elisabeth Winter (Author), 2013, Vor den Mauern Europas. Asylpolitik in Deutschland und der EU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263196