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Organisationen Psychiatrieerfahrener im Spannungsfeld zwischen Antipsychiatrie, Selbsthilfe und Sozialpsychiatrie

Title: Organisationen Psychiatrieerfahrener im Spannungsfeld zwischen Antipsychiatrie, Selbsthilfe und Sozialpsychiatrie

Research Paper (undergraduate) , 2012 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl.-Sozialpädagogin (FH), Master of Mental Health (MMH) Janna Kohlert (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
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Ist „Betroffenenbewegung“ mit „Selbsthilfebewegung“ gleichzusetzen? Sind alle Betroffenenorganisationen der antipsychiatrischen Szene zuzuordnen? Ist mit der sozialpsychiatrischen Entwicklung der letzten drei Jahrzehnte das umgesetzt, was Betroffene sich wünschten und forderten? Schließen sich antipsychiatrische und sozialpsychiatrische Ansätze in den Augen Psychiatrieerfahrener aus? Wie sage ich es nun politisch korrekt: „Psychiatriebetroffene“, „Psychiatrieerfahrene“, „Nutzer“ bzw. „Ex-Nutzer“, „Psychiatrieüberlebende“?

Zunächst werde ich die relevanten Begriffe anhand verschiedener erwähnenswerter Aspekte bezüglich Betroffenenorganisationen, Antipsychiatrie, Selbsthilfe und Sozialpsychiatrie erläutern.

Im Weiteren stelle ich die Ziele und die konkreten Aufgaben von Organisationen Psychiatrieerfahrener dar: diese reichen von praktischen Veränderungen im Psychiatriealltag über Entwicklung von Alternativen bis hin zu angestrebten rechtlichen, politischen und gesellschaftlichen Veränderungen.

Im letzten Teil gehe ich auf die Hindernisse und denkbaren „Gefahren“ ein, die Einfluss auf die Organisationen Psychiatrieerfahrener haben können. Auch hier sind die Kontexte Antipsychiatrie, Selbsthilfe und Sozialpsychiatrie zu betrachten, zudem können potentielle organisationinterne Probleme eine Rolle spielen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärungen

2.1 Psychiatrieerfahrene, -nutzer oder –überlebende?

2.2 Organisationen Psychiatrieerfahrener

2.3 Selbsthilfe, Empowerment, Betroffenenbeteiligung, -steuerung und -kontrolle

2.4 Antipsychiatrie

2.5 Sozialpsychiatrie

3. Ziele und Aufgaben der Organisationen Psychiatrieerfahrener

3.1 Allgemeine Veränderungen im Psychiatriealltag

3.2 Entwicklung von Alternativen

3.3 Rechtliche Veränderungen

3.4 Beratungs- und Mitspracherechte bezüglich allgemein- und gesundheitspolitischer Veränderungen

3.5 Gesellschaftliche Veränderungen per Öffentlichkeits-, Lobby- und Netzwerkarbeit

3.6 Selbsthilfe

4. Hindernisse und mögliche Gefahren für die Organisationen Psychiatrieerfahrener

4.1 Grundsätzliche Haltungen: Antipsychiatrisch oder propsychiatrisch?

4.2 Sozialpsychiatrie

4.3 Organisationsinterne und sonstige Herausforderungen

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle, Ziele und Herausforderungen von Organisationen Psychiatrieerfahrener im komplexen Spannungsfeld zwischen antipsychiatrischen Ansätzen, dem Konzept der Selbsthilfe und der etablierten Sozialpsychiatrie, um ein tieferes Verständnis für die Begrifflichkeiten und die politische sowie praktische Arbeit dieser Interessensvertretungen zu gewinnen.

  • Grundlagendefinitionen von psychiatrieerfahrenen Personen
  • Analyse der Ziele und Aufgaben von Betroffenenorganisationen
  • Diskussion des Spannungsfeldes zwischen Antipsychiatrie und Sozialpsychiatrie
  • Identifikation von Hindernissen und internen Herausforderungen in der Interessenvertretung

Auszug aus dem Buch

2.1 Psychiatrieerfahrene, -nutzer oder –überlebende?

Für diejenigen, die als Betroffene einer psychischen Krise oder Erkrankung Kontakt zum psychiatrischen Versorgungssystem haben oder hatten, gibt es diverse Bezeichnungen mit unterschiedlichem Bedeutungshintergrund.

LEHMANN beispielsweise unterscheidet folgendermaßen: „‘Psychiatrie-Nutzer‘ bezieht sich auf Menschen, die die psychiatrische Behandlung im allgemeinen als hilfreich erlebt haben. Demgegenüber bezieht sich der Begriff ‚Psychiatrie-Überlebende‘ auf diejenigen Menschen, die die psychiatrische Behandlung primär als eine Bedrohung ihres Lebens erfahren haben.“

Die Niederländerin BOEVINK hingegen argumentiert ganz anders: „Wir lassen uns nicht reduzieren auf eine Störung mit psychiatrischem Versorgungsbedarf. Wir sind ganzheitliche Personen mit einem Leben, das gelebt werden will, auch wenn es Teile gibt, die es möglicherweise notwendig machen, professionelle Versorgung oder Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. Diese Notwendigkeit macht uns zu Nutzern psychiatrischer Angebote.“ Der Begriff „Nutzer“ beinhaltet für sie aktives, selbstbestimmtes Aussuchen und Annehmen von Unterstützung und Hilfsangeboten professioneller Art.

Die Definition des Bayerischen Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener e.V. lautet dagegen ganz pragmatisch: „Unter Psychiatrie-Erfahrungen verstehen wir Erfahrungen mit Klinikaufenthalten, Psychopharmaka-Behandlungen, Sitzungen bei niedergelassenen Therapeuten oder sonstigen Hilfsangeboten.“ Diese Definition lege ich aufgrund ihrer Sachlichkeit der hiesigen Verwendung der Begriffe „Betroffener“ oder „Psychiatrieerfahrener“ zugrunde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Verfasserin erläutert die Beweggründe für die Arbeit, welche aus der Schwierigkeit resultierten, grundlegende Begrifflichkeiten und Zusammenhänge in der Betroffenenbewegung klar voneinander abzugrenzen.

2. Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Psychiatrieerfahrene, Selbsthilfe, Empowerment, Antipsychiatrie und Sozialpsychiatrie, um eine einheitliche Basis für die weiteren Analysen zu schaffen.

3. Ziele und Aufgaben der Organisationen Psychiatrieerfahrener: Hier werden die konkreten Forderungen und Tätigkeitsfelder der Verbände dargestellt, die von praktischen Verbesserungen im Alltag bis hin zu rechtlichen und gesellschaftspolitischen Veränderungen reichen.

4. Hindernisse und mögliche Gefahren für die Organisationen Psychiatrieerfahrener: Die Arbeit beleuchtet interne Konflikte sowie äußere Spannungsfelder, insbesondere die schwierige Positionierung zwischen radikaler Antipsychiatrie und der Zusammenarbeit mit der etablierten Sozialpsychiatrie.

5. Resümee: Die Verfasserin resümiert die Notwendigkeit von Finanzierungsmodellen für professionelle Interessenvertretung und betont die Bedeutung eines respektvollen Miteinanders trotz unterschiedlicher inhaltlicher Präferenzen.

Schlüsselwörter

Psychiatrieerfahrene, Betroffenenorganisationen, Selbsthilfe, Empowerment, Antipsychiatrie, Sozialpsychiatrie, Interessenvertretung, Psychiatriealltag, Trialog, Stigmatisierung, Partizipation, Psychiatriebetroffene, Menschenrechte, Patientenrechte, Verbände

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Studienarbeit untersucht die Entstehung, die Ziele und die internen sowie externen Herausforderungen von Organisationen Psychiatrieerfahrener.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Abgrenzung von Begriffen wie Psychiatrieerfahrene und Selbsthilfe sowie das Spannungsfeld zwischen Antipsychiatrie und den Strukturen der Sozialpsychiatrie.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist die Klärung von Begrifflichkeiten und die Analyse, wie Organisationen Psychiatrieerfahrener ihre Interessen effektiv vertreten können, ohne dabei in einem „Kleinkrieg“ zwischen radikalen und moderaten Strömungen zu zerfallen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Die Autorin stützt sich primär auf eine fundierte Literaturrecherche, um die bestehenden Diskurse innerhalb der Psychiatrie-Betroffenenbewegung theoretisch aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsdefinition, die Darstellung von Zielen und Aufgaben der Organisationen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Hindernissen, wie etwa Finanzierungsproblemen und ideologischen Differenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind Psychiatrieerfahrene, Empowerment, Antipsychiatrie, Selbsthilfe, Interessenvertretung und Sozialpsychiatrie.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen "alter" und "neuer" Antipsychiatrie?

Die "alte" Antipsychiatrie wird als eher von Psychiatern initiiert und radikal gegen das System gerichtet beschrieben, während die "neue, humanistische" Antipsychiatrie aus der Initiative Betroffener selbst entstand und stärker auf den Aufbau alternativer, nutzerkontrollierter Hilfen fokussiert.

Welche Rolle spielt die Sozialpsychiatrie für die Betroffenenorganisationen?

Sie wird als Spannungsfeld wahrgenommen: Einerseits bietet sie Ansätze zur Teilhabe, andererseits befürchten Betroffene oft eine Vereinnahmung oder Alibi-Partizipation, bei der die Interessen der Psychiatrieerfahrenen nicht ernsthaft umgesetzt werden.

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Details

Title
Organisationen Psychiatrieerfahrener im Spannungsfeld zwischen Antipsychiatrie, Selbsthilfe und Sozialpsychiatrie
College
Munich University of Applied Sciences  (Angewandte Sozialwissenschaften)
Course
Master Mental Health
Grade
1,0
Author
Dipl.-Sozialpädagogin (FH), Master of Mental Health (MMH) Janna Kohlert (Author)
Publication Year
2012
Pages
31
Catalog Number
V263251
ISBN (eBook)
9783656520894
ISBN (Book)
9783656525523
Language
German
Tags
organisationen psychiatrieerfahrener spannungsfeld antipsychiatrie selbsthilfe sozialpsychiatrie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Sozialpädagogin (FH), Master of Mental Health (MMH) Janna Kohlert (Author), 2012, Organisationen Psychiatrieerfahrener im Spannungsfeld zwischen Antipsychiatrie, Selbsthilfe und Sozialpsychiatrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263251
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