„Der Erfolg eines Projektes hängt hauptsächlich von zwei Dingen ab: 1. Glück 2. Einem tollen Projektnamen“1 Diese Ansichten können heute mit Sicherheit die Wenigsten teilen. Schließlich hat das Projektmanagement in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Ein Ende dieser Entwicklung ist noch nicht in Sicht, auch wenn immer wieder Stimmen der Gegner des Projektmanagement laut werden, die sich in Büchern wie „Die nackte Wahrheit über Projektmanagement“ oder den „Mythos Projekt“ ihrem Publikum offenbaren. Die Veränderung der Weltwirtschaft, und hier besonders die Globalisierung der Märkte, der immer größer werdende Wettbewerb und die daraus entstehenden Anforderungen des Marktes an die Unternehmen haben aber dafür gesorgt, dass Projektmanagement zum unverzichtbaren Instrument vieler Unternehmen geworden ist. Man ist sich hier einig, dass es erheblich zum Unternehmenserfolg beitragen kann. Damit der Unternehmenserfolg positiv durch das Managen von Projekten beeinflusst werden kann, ist es nur logisch, dass auch die Projekte möglichst positiv, also erfolgreich abgeschlossen werden. Dass sich dies wiederum als gar nicht so einfach entpuppt, mag für den Laien zunächst etwas seltsam klingen. Der Aufmerksame Leser wird aber durchaus feststellen, dass es einige Gefahrenpotentiale bei der Durchführung von Projekten gibt. In dieser Arbeit sollen die erfolgskritischen Faktoren bei der Durchführung kleiner und mittlerer Projekte aufgezeigt werden. Dabei liegt das Ziel in der Herausarbeitung von Merkmalen, die maßgeblich zum Projekterfolg beitragen. Untersucht wurden vor allem Studien dritter sowie einschlägige Literatur zu dem Thema Projektmanagement. Sind die benannten Einflussfaktoren in früheren Studien berücksichtigt, so wurde deren Effektstärke anhand einer Skala von “--“ bis “++“ bewertet. Da häufig, wie auch in der aktuellsten Studie von Lange, Engel und Holm kein Hinweis auf die Einflussstärke gegeben, sondern nur generell der Einfluss nachgewiesen wird, konnte leider keine Berücksichtigung in dieser Arbeit erfolgen, obwohl sich alle Erfolgskriterien den folgenden zuordnen lassen. Allerdings konnte nicht darauf verzichtet werden, die immer wieder in der Fachliteratur genannten Erfolgsfaktoren in dieser Arbeit zu berücksichtigen. 1 Adams, S. (2000) S.234
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ermittlung erfolgskritischer Faktoren bei der Durchführung von Projekten kleiner und mittlerer Größe
2.1 Ergebnisse bisher durchgeführter Studien Dritter sowie Auswertung einschlägiger Literatur
2.1.1 Definition Projekt
2.1.2 Definition Projekterfolg
3. Einflussfaktoren im Projekt
3.1 Harte Faktoren
3.1.1 Projektziele
3.1.2 Top-Management
3.1.3 Projektführung
3.1.4 Projektteam
3.1.5 Zeit-, Projektplanung und -steuerung
3.1.6 Qualifikationen und Aufgabenverteilung
3.1.7 Entscheidungskompetenz
3.2 Weiche Faktoren
3.2.1 Vision
3.2.2 Kommunikation und Interaktion
3.2.3 Konstruktive Konkurrenz
3.2.4 Sachliche und Emotionale Offenheit
3.2.5 Übernahme von Verantwortung
3.2.6 Konstruktive Unzufriedenheit
3.2.7 Klima
3.2.8 Effizienz, Dynamik, Teamgeist
3.2.9 Vertrauen und Akzeptanz
3.2.10 Partizipation und Engagement
3.3 Das Zusammenwirken der Erfolgsfaktoren
3.3.1 Motivation / Konflikte
3.3.2 Modell der Wirkungsbeziehungen
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Studienarbeit untersucht die erfolgskritischen Faktoren, die bei der Durchführung von Projekten kleiner und mittlerer Größe eine maßgebliche Rolle für den Projekterfolg spielen. Ziel ist es, durch die Auswertung bestehender Studien und einschlägiger Fachliteratur jene Merkmale herauszuarbeiten, die den Projekterfolg beeinflussen.
- Strukturierung von Einflussfaktoren in harte und weiche Faktoren
- Bedeutung der Zieldefinition und des Top-Managements
- Analyse gruppendynamischer Prozesse wie Teamgeist und Kommunikation
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Konflikten, Motivation und Gesamterfolg
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Projektziele
„Obwohl weder das genaue Ziel definiert, noch die Vorgehensweise geklärt war, wurden von der Entwicklungsleitung der Geschäftsführung bereits Endtermine für die Serienreife genannt.“12
Diese und ähnliche Aussagen sind immer wieder in vielen Büchern zum Thema Projektmanagement zu finden. Oft fehlen nach deren Aussagen die klaren und verbindlichen Zielsetzungen. Zu finden seien häufig unverbindliche Absichtserklärungen, unrealistische Wunschvorstellungen, vage Ideen und Alibiziele, die keiner der Beteiligten für sinnvoll oder erstrebenswert hält. Manches mal kam es sogar vor, dass die Ziele erst im nachhinein festgelegt wurden, ständig während des Prozesses geändert, oder immer wieder in Frage gestellt wurden. Dieses Fehlverhalten ist schon länger bekannt und wurde von Basil Walsh folgendermaßen beschrieben: „Wenn du nicht weißt, wohin du gehst, wie kannst du erwarten dort anzukommen?“.13 Das Resultat aus diesen Verhaltensweisen ist Teamverdrossenheit, was über kurz oder lang zum Scheitern des Projektes führt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung des Projektmanagements in einer globalisierten Wirtschaft und definiert das Ziel der Arbeit, erfolgskritische Faktoren für kleine und mittlere Projekte zu identifizieren.
2. Ermittlung erfolgskritischer Faktoren bei der Durchführung von Projekten kleiner und mittlerer Größe: Dieses Kapitel definiert grundlegende Begriffe wie Projekt und Projekterfolg auf Basis der DIN 69 901 und gängiger Literaturansätze.
3. Einflussfaktoren im Projekt: Der Hauptteil gliedert die zahlreichen Einflussgrößen in harte Faktoren (materiell/messbar) und weiche Faktoren (immateriell/psychologisch) und analysiert deren Erfolgswirkung.
4. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass insbesondere unklare Zielsetzungen und mangelnde Managementunterstützung zu den häufigsten Scheiternsursachen zählen.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Projekterfolg, Erfolgsfaktoren, harte Faktoren, weiche Faktoren, Projektziele, Top-Management, Projektführung, Teamgeist, Kommunikation, Konfliktmanagement, Konstruktive Unzufriedenheit, Partizipation, Zieldefinition, Projektplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der systematischen Ermittlung von Faktoren, die entscheidend dazu beitragen, dass Projekte kleiner und mittlerer Größe erfolgreich durchgeführt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen sowohl materielle (harte) Faktoren wie Planung und Entscheidungskompetenz als auch immaterielle (weiche) Faktoren wie Visionen, Kommunikation, Teamgeist und die psychologische Dynamik innerhalb eines Projektteams.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Herausarbeitung und Kategorisierung von Merkmalen, die maßgeblich zum Projekterfolg beitragen, um Praktikern eine Orientierungshilfe zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf der Analyse bestehender empirischer Studien Dritter sowie der Auswertung einschlägiger Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Faktoren des "Modells der drei Welten" und unterteilt diese in harte und weiche Faktoren, wobei für jeden Aspekt die Erfolgswirkungen und mögliche Gefahren bei Fehlern aufgezeigt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Projektmanagement, Erfolgsfaktoren, harte/weiche Faktoren, Teamdynamik und Zieldefinition charakterisiert.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen harten und weichen Faktoren eine Rolle?
Die Unterscheidung hilft dabei, Struktur in die Vielzahl der Einflussgrößen zu bringen. Während harte Faktoren messbar sind, erfordern weiche Faktoren ein tieferes Verständnis für psychologische Prozesse wie Vertrauen und Motivation.
Wie definiert die Autorin den Projekterfolg?
Der Projekterfolg wird nicht nur an starren Zielvorgaben gemessen, sondern auch durch die Qualität der Zusammenarbeit, den Kundennutzen und die atmosphärische Gestaltung des Projektverlaufs bestimmt.
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- Melina Ott (Author), 2004, Ermittlung erfolgskritischer Faktoren bei der Durchführung von Projekten kleiner und mittlerer Größe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26327