Ziel dieses Literaturberichts ist es, zu Beginn wichtige Aspekte beim Lernen mit Bildern herauszustellen, um anschließend den Einsatz von Bildern im Fremdsprachenunterricht in den Fokus nehmen zu können. Dabei soll als Basis für die weitere Arbeit zunächst die historische Entwicklung des Einsatzes von Bildern im FU skizziert werden (Kapitel 2). Als nächstes sollen dann zentrale Theorien zum Lernen mit Bildern vorgestellt werden. Dabei wird sowohl auf die kognitive Bildverarbeitung bei den Schülerinnen und Schülern als auch den Verlauf des ernprozesses eingegangen (Kapitel 3). Danach soll der konkrete Einsatz von Bildern im Fremdsprachenunterricht betrachtet werden, wobei notwendige Richtlinien bei der Arbeit mit Bildern sowie Funktionen von Bildern in Lehrwerken diskutiert werden (Kapitel 4). Der Literaturbericht schließt mit Kapitel 5 ab, in dem wesentliche Ergebnisse noch einmal zusammengefasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Entwicklung der Relevanz von Bildern im FU
3 Lernen mit Bildern
3.1 Die Bildverarbeitung
3.2 Wie Bilder auf den Lernprozess wirken
4 Einsatz von Bildern im FU
4.1 Voraussetzungen für den Einsatz von Bildern
4.2 Funktionen von Bildern in Lehrwerken
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die didaktische Rolle von Bildern im Fremdsprachenunterricht und analysiert den kognitiven Lernprozess, der mit der Verarbeitung bildhafter Informationen einhergeht. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bilder gezielt in Lehrwerke integriert werden können, um das Textverständnis zu fördern und Lernprozesse nachhaltig zu unterstützen.
- Historische Entwicklung der Bilddidaktik im Fremdsprachenunterricht
- Kognitive Mechanismen der Bildverarbeitung
- Funktionen von Bildern (Aktivierungs-, Konstruktions-, Fokus- und Ersatzfunktion)
- Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von Illustrationen
- Didaktische Klassifizierung von Bildfunktionen in Lehrbüchern
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Bildverarbeitung
Ob im Unterricht, im Seminar oder in Lehrwerken, Bilder werden immer häufiger zu Lernzwecken eingesetzt. Grundsätzlich findet die Wahrnehmung eines Bildes als automatischer, datengeleiteter, bottom-up Prozess statt (vgl. Lenzner & Schnotz, 2009: 266). Die Wahrnehmungspsychologie geht heute davon aus, dass der Prozess der kognitiven Bildverarbeitung auf mehreren Ebenen stattfindet, die sich hinsichtlich der Verarbeitungstiefe unterscheiden. Prof. Dipl. Psych. Ballstaed unterscheidet hierbei zwischen vier Verarbeitungsstufen: der voraufmerksamen Verarbeitung, der aufmerksamen Verarbeitung, der elaborativen Verarbeitung und der rekonstruktiven Verarbeitung (vgl. Andree & Kapfhammer, 2005: 2).
Die voraufmerksame Verarbeitung des Bildes ermöglicht einen ersten Gesamteindruck über die gesamte Bildoberfläche, wobei insbesondere der Prozess zur Ordnung des Bildes hinsichtlich seiner Figur-Grund-Einteilung eine wichtige Rolle spielt. Auf der Ebene der bewussten, aufmerksamen Bildverarbeitung werden dann erstmals einzelne Details ausgewertet, indem der Betrachter seine Augenbewegungen willentlich steuert. Es kommt zu automatischen und bewussten Selektionsprozessen. Bildelemente werden verbalisiert und in Beziehung gesetzt. Die elaborative Verarbeitung im dritten Schritt zielt auf ein vertieftes Verstehen durch die Produktion von Assoziationen und der Anreicherung mit neuen Gedanken. Dadurch versucht der Betrachter nun auch das Bild in einen Kontext einzuordnen.
Die vierte Stufe der kognitiven Bildverarbeitung schließlich bildet die Grundlage für das spätere Erinnern an das Bild, denn ein Bild wird nicht als komplexes Ganzes im Gedächtnis gespeichert und so wieder abgerufen. Wesentliche Objekte des Bildes, die strukturelle Anordnung, auffällige Farben und die Kernaussage des Bildes müssen sich zunächst bei den Lernenden einprägen. Da man sich jedoch nicht jedes Detail behalten kann, sind die Rekonstruktionen häufig merkmalsärmer als das Original (vgl. Andree & Kapfhammer, 2005: 2).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz von Bildern im Fremdsprachenunterricht und umreißt die Struktur des Literaturberichts.
2 Entwicklung der Relevanz von Bildern im FU: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des Bildeinsatzes von den ersten bebilderten Lehrwerken bis hin zu modernen interkulturellen Ansätzen.
3 Lernen mit Bildern: Hier werden die kognitiven Grundlagen des Lernens mit visuellen Medien erläutert, insbesondere die verschiedenen Stufen der Bildverarbeitung und deren Auswirkungen auf den Lernprozess.
4 Einsatz von Bildern im FU: Dieser Abschnitt behandelt notwendige Voraussetzungen für den effektiven Einsatz von Illustrationen und kategorisiert verschiedene Bildfunktionen in Lehrwerken.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse über die didaktische Bedeutung und die Funktionsweisen von Bildern im Unterrichtskontext.
Schlüsselwörter
Fremdsprachenunterricht, Bilddidaktik, Kognitive Bildverarbeitung, Lehrwerkanalyse, Visuelle Medien, Mentale Modelle, Lernprozess, Textverständnis, Bildfunktionen, Instruktion, Didaktik, Bildverstehensstrategien, Vorwissen, Medialisierung, Interkulturelles Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einbettung und dem praktischen Nutzen von Bildern in Lehrwerken des Fremdsprachenunterrichts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Bilddidaktik, psychologische Modelle der Bildverarbeitung sowie die Klassifizierung von Bildfunktionen (z. B. dekorativ, repräsentativ, instruktiv).
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über wichtige Aspekte beim Lernen mit Bildern zu geben, um deren didaktisches Potenzial und die Anforderungen an eine effektive Gestaltung von Lehrwerken aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um einen Literaturbericht, der auf der Auswertung bestehender Fachliteratur und theoretischer Modelle zur kognitiven Informationsverarbeitung basiert.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der kognitiven Bildverarbeitung, die Wirkung von Bildern auf Lernprozesse sowie die Analyse verschiedener Bildfunktionen in Lehrwerken.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bilddidaktik, kognitive Bildverarbeitung, Fremdsprachenunterricht, Lehrwerkgestaltung und Bildfunktionen definieren.
Wie unterscheidet Weidenmann die Funktionen von Bildern?
Weidenmann unterscheidet vier Funktionen: die Aktivierungs-, Konstruktions-, Fokus- und Ersatzfunktion, die jeweils unterschiedlich auf das Vorwissen der Lernenden reagieren.
Warum ist das Vorwissen der Lernenden bei der Bildrezeption so entscheidend?
Das Vorwissen ermöglicht es den Lernenden, Informationen im Bild mit bestehenden Schemata zu verknüpfen; ohne ausreichendes Vorwissen kann ein Bild zur Überforderung oder Fehlinterpretation führen.
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- Bachelor of Science Wirtschaftspädagogik Lorraine Möller (Author), 2012, Lernen mit Bildern im Fremdsprachenunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263282