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Neugliederung der Bundesländer. Sinn und Realisierbarkeit

Titre: Neugliederung der Bundesländer. Sinn und Realisierbarkeit

Dossier / Travail , 2013 , 22 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Dennis Giebeler (Auteur)

Politique - Système politique de l'Allemagne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Warum wird das Thema Neugliederung so kontrovers diskutiert? Was spricht für und was gegen sie? Und
wie realistisch sind alternative Grenzziehungen wirklich? Diese und mehr Fragen sollen in folgender Arbeit behandelt werden.
Dabei soll zunächst ein Blick auf die historische Entwicklung des Themas Neugliederung geworfen werden, um zu zeigen, welche Rolle das Grundgesetz spielte, wie die Bundesländer entstanden sind und welche Anläufe in Richtung neuer Grenzen es bereits gab. Danach wird
herausgestellt, welche Argumente für und gegen eine Neugliederung sprechen und bewertet, ob diese sinnvoll erscheint. Der Schwerpunkt der Arbeit wird jedoch auf Kapitel 4 liegen, in dem die Frage beantwortet wird, wie realistisch eine Neugliederung ist. Dazu sollen
Probleme, wie der Widerstand durch politische Akteure, und Chancen, wie der Druck durch Bürgergruppen, betrachtet werden. Zudem soll Kingdons Multiple-Streams-Ansatz (2003) herangezogen werden, um festzustellen, was nötig wäre, um ein „Gelegenheitsfenster“ für die
Neugliederung zu öffnen. Abschließend sollen in Kapitel 5 einige wichtige Punkte der Arbeit wiederaufgegriffen, ein Fazit gezogen und Vorschläge für weiterführende Untersuchungen gemacht werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Neugliederung als historisches Erbe

3. Neugliederung auf dem Prüfstand

3.1 Gründe für die Neugliederung

3.2 Gründe gegen die Neugliederung

3.3 Zwischenfazit

4. Realisierbarkeit der Neugliederung

5. Abschlussbetrachtung und Vorschläge zur weiterführenden Arbeit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Sinn sowie die praktische Realisierbarkeit einer territorialen Neugliederung der Bundesländer in Deutschland. Dabei wird analysiert, inwieweit eine Reduktion der Länderanzahl zur Effizienzsteigerung und Problemlösung im föderalen System beitragen kann, welche politischen Hürden bestehen und welche theoretischen Ansätze – insbesondere der Multiple-Streams-Ansatz – das Zustandekommen solcher Reformen erklären können.

  • Historische Entwicklung und Rolle des Grundgesetzes bei der Grenzziehung
  • Wirtschaftliche und politische Argumente für und gegen eine Länderneugliederung
  • Untersuchung von Barrieren durch politische Akteure, Parteien und rechtliche Hürden
  • Anwendung des Multiple-Streams-Ansatzes nach Kingdon auf die Reformdiskussion
  • Bewertung von Alternativen wie Kooperation oder Finanzausgleich

Auszug aus dem Buch

3. Neugliederung auf dem Prüfstand

Wie im vorangegangenen Kapitel gezeigt, kann in der BRD nur bei der Schaffung Baden-Württembergs von Neugliederung gesprochen werden. Hierbei zeigt sich ein möglicher Vorteil neuer Grenzziehungen: die Wirtschaftskraft, die Baden-Württemberg als eines der „reichsten“ Bundesländer zweifelsohne besitzt. Immer wieder werden die Schulden von Bundesländern wie Berlin auf der einen und die wirtschaftliche Stärke von Bundesländern wie Bayern auf der anderen Seite als Grund für eine Neugliederung angeführt. Nach diesem Argument würde eine Neuordnung helfen, die Ungleichheit zwischen den Ländern zu reduzieren. Damit wäre wiederum der Forderung des Grundgesetzes nach gleichwertigen Lebensverhältnissen (Art. 72 GG) besser genüge getan. Ob eine Neugliederung aber zu erhöhter Effizienz durch größere Länder führt, ist in der Forschung umstritten (Benz 2011, 1). Es ist jedoch logisch, dass die Regelungsdichte durch eine Reduktion der Bundesländer abnimmt und damit eine Vereinheitlichung stattfindet. So können z.B. zusammenhängende Wirtschafts- und Verkehrsräume dann einer Regierung und Verwaltung unterstellt werden.

Dies muss jedoch nicht zwangsläufig ein Argument für neue Grenzen darstellen, da sich hierbei ein Einfluss normativer Elemente bemerkbar macht. Es stellt sich die Frage, ob man zugunsten von Minderheitenrechten, Aufrechterhaltung von Heterogenität und Demokratie eine Vereinheitlichung tendenziell vermeiden möchte (wie im Falle der Schweiz) oder aufgrund pragmatischer Argumente einheitliche Regelungen vorzieht. In der BRD geht die Tendenz klar in letztere Richtung, wie im folgenden Teilkapitel anhand von Studien der Bertelsmannstiftung noch gezeigt werden wird. Es darf zudem nicht vergessen werden, dass alternative Grenzziehungen zwar die finanzielle Umverteilung zwischen den Ländern reduzieren können, damit aber die wirtschaftlich schwachen Regionen nicht automatisch gestärkt werden. Es kann also passieren, dass die Umverteilung dann innerhalb der Länder vorgenommen werden muss (Benz 1992, 43). Ein Vorteil könnte aber darin liegen, dass das Problem von mangelnden Anreizen durch den Länderfinanzausgleich (Donges et al. 2000, 72) geschwächt oder gelöst wird (zur Kritik siehe Stahl 2005, 206-228). Insgesamt jedoch besteht die Chance, dass durch territoriale Reformen Kosten gesenkt, Effizienz und Effektivität (z.B. in der Verwaltung) gesteigert und die Kommunikation zwischen den Ländern und zwischen Bund und Ländern vereinfacht wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik territorialer Grenzziehungen ein und umreißt die Forschungsfrage nach der Sinnhaftigkeit und Realisierbarkeit einer Neugliederung der deutschen Bundesländer.

2. Neugliederung als historisches Erbe: Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehung der Länder nach 1945 sowie die historischen Versuche und Kommissionen zur Grenzreform unter Berücksichtigung des Grundgesetzes.

3. Neugliederung auf dem Prüfstand: Es werden die verschiedenen Pro- und Contra-Argumente im Hinblick auf Wirtschaftskraft, Effizienz und kulturelle Identität gegenübergestellt und kritisch bewertet.

3.1 Gründe für die Neugliederung: Hier liegt der Fokus auf den Vorteilen wie der Stärkung der Wirtschaftskraft, der Reduktion von Wahlterminen und der angestrebten gleichwertigen Lebensverhältnisse.

3.2 Gründe gegen die Neugliederung: Dieses Kapitel thematisiert die Widerstände aufgrund historisch gewachsener Identitäten, befürchteter Demokratie- und Autonomieverluste sowie hoher Kosten.

3.3 Zwischenfazit: Das Zwischenfazit fasst zusammen, dass die theoretischen Proargumente zwar überwiegen, eine praktische Umsetzung jedoch durch empirische Hürden erschwert wird.

4. Realisierbarkeit der Neugliederung: Dieses Kapitel analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Rolle politischer Akteure und wendet den Multiple-Streams-Ansatz an, um Bedingungen für eine mögliche Reform zu identifizieren.

5. Abschlussbetrachtung und Vorschläge zur weiterführenden Arbeit: Die Arbeit schließt mit einem Fazit zur schwierigen Umsetzbarkeit ab und gibt Anregungen für zukünftige Forschungsfragen, etwa zur Verknüpfung von Globalisierung und regionaler Identität.

Schlüsselwörter

Neugliederung, Bundesländer, Föderalismus, Gebietsreform, Grundgesetz, Multiple-Streams-Ansatz, politische Akteure, Länderfinanzausgleich, Effizienzsteigerung, Identitätsgefühl, Staatscharakter, Reformstau, Verwaltung, Politikverflechtung, Demokratie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen Debatte über eine mögliche territoriale Neuordnung der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere mit der Frage, ob eine Reduktion der Anzahl der Bundesländer sinnvoll und in der politischen Praxis realisierbar ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die historische Entstehung der Ländergrenzen, die Abwägung zwischen ökonomischer Effizienz und kultureller Identität sowie die rechtlichen und machtpolitischen Barrieren, die einer Reform im Wege stehen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Sinn einer Neugliederung zu bewerten und durch die Anwendung theoretischer Modelle, wie dem Multiple-Streams-Ansatz, zu erklären, warum umfassende Grenzreformen in Deutschland bisher ausgeblieben sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, die historische Entwicklungen, aktuelle Umfragedaten der Bertelsmann-Stiftung sowie theoretische Konzepte wie die Pfadabhängigkeit, Politikverflechtung und den Multiple-Streams-Ansatz von Kingdon kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Gründe für und gegen eine Neugliederung diskutiert. Anschließend erfolgt eine Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und der theoretischen Erklärungsansätze für den bestehenden Reformstau.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Neugliederung, Föderalismus, Gebietsreform, Multiple-Streams-Ansatz, politische Akteure und Effizienzsteigerung charakterisiert.

Warum ist eine Neugliederung laut der Arbeit so schwer realisierbar?

Die Realisierung scheitert primär am Widerstand der politischen Akteure, die eine Selbstentmachtung fürchten, an hohen verfassungsrechtlichen Hürden und daran, dass keine klare "Idealkonstellation" (wie durch den Multiple-Streams-Ansatz definiert) für eine umfassende Reform vorliegt.

Welche Rolle spielen die Bürger bei einer möglichen Neugliederung?

Die Bürger spielen eine zentrale Rolle, da Artikel 29 GG plebiszitäre Elemente vorsieht. Die Studie zeigt jedoch ein gespaltenes Bild: Während viele Bürger einheitliche Regelungen befürworten, sind sie gleichzeitig stark mit ihrem Wohnort oder Bundesland identifiziert, was Reformvorhaben komplex macht.

Was besagt der Multiple-Streams-Ansatz in diesem Kontext?

Der Ansatz erklärt, dass eine Reform dann am wahrscheinlichsten ist, wenn sich ein "Gelegenheitsfenster" öffnet, in dem ein erkanntes Problem, eine passende Lösung und eine reformbereite politische Stimmung sowie ein starker "Policy Entrepreneur" (z.B. ein Bundeskanzler) zusammenkommen.

Wäre eine Neugliederung aus Sicht des Autors sinnvoll?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass eine Neugliederung zwar sinnvoll sein kann, um Effizienz und Effektivität zu steigern, sie jedoch aufgrund der Komplexität der Interessenlagen und der geringen Erfolgsaussichten eher als inkrementalistischer, kleinschrittiger Prozess und weniger als großer Wurf zu betrachten ist.

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Résumé des informations

Titre
Neugliederung der Bundesländer. Sinn und Realisierbarkeit
Université
Technical University of Darmstadt  (Politikwissenschaft)
Cours
BRD 2: Föderalismus in der Bundesrepublik Deutschland
Note
2,0
Auteur
Dennis Giebeler (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
22
N° de catalogue
V263423
ISBN (ebook)
9783656521402
ISBN (Livre)
9783656526735
Langue
allemand
mots-clé
neugliederung bundesländer sinn realisierbarkeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dennis Giebeler (Auteur), 2013, Neugliederung der Bundesländer. Sinn und Realisierbarkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263423
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Extrait de  22  pages
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