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Methoden des Schriftspracherwerbs für DaZ-SchülerInnen

Titel: Methoden des Schriftspracherwerbs für DaZ-SchülerInnen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marina Welslau (Autor:in)

Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Zweitspracherwerb stellt für die Schulen und für den Lernenden, unabhängig des Alters, eine große Herausforderung dar. Das Lesen- und Schreibenkönnen sind zwei wichtige Kompetenzen, dessen Vermittlung zentrale Aufgabe der Institution Schule sind. Die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben fördert die Sozialisation der Kinder und ermöglicht die Eingliederung in eine Gesellschaft und deren Kultur. Die Beherrschung dieser Kulturtechniken sind Grundvoraussetzung für die Teilnahme an gesellschaftlichen Kommunikationsprozessen und unbedingt erforderlich für das Erreichen von Bildungszielen. Für die Schulanfänger ist der Leseunterricht das erste zentrale Erfahrungsfeld schulischen Lernens und der Erfolg dieses Lernprozesses ist für jedes Kind im Blick auf sein künftiges Schulschicksal von entscheidender Bedeutung (Reichen, 2008). Jugendliche mit Migrationshintergrund verlassen häufiger als einsprachige deutsche Schüler die Schule ohne Abschluss (Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Ausländerfragen(2002: 182)). Laut PISA überschritten fast fünfzig Prozent der Zugewanderten die elementare Kompetenzstufe I im Lesen nicht (Deutsches PISA-Konsortium 2001: 376).
Ich beschäftige mich in meiner Hausarbeit mit Vermittlungsmodellen des Schriftspracherwerbs. Der Schriftspracherwerb von Zweitsprachlern soll hier im Vordergrund stehen. In einem ersten Schritt werde ich den fibelunabhängigen Ansatz zum Schriftspracherwerb anhand der Methode „Lesen durch Schreiben“ von Jürgen Reichen erläutern und ihre Effizienz darlegen. In einem zweiten Schritt zeige ich die Herangehensweise des fibelbasierten Unterrichts und die Erfahrungen mit Fibellehrgängen auf. Im Zuge dessen werde ich die zwei unterschiedlichen Verfahren des fibelbasierten Unterrichts, das synthetische und analytische, kurz erläutern. Im nächsten Schritt möchte ich die beiden Modelle im Vergleich betrachten, indem ich ein Förderprojekt von Wilhelm Grießhaber zu Hilfe ziehe und auswerte. Ziel der Ausarbeitung soll sein, anhand verschiedener Aspekte aufzuzeigen, dass DaZ-SchülerInnen immense Probleme mit dem Schriftspracherwerb haben und deshalb besonders gefördert werden müssen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fibelunabhängiger Ansatz zum Schriftspracherwerb

2.1 Lesen durch Schreiben

2.2 Effizienz/ Ergebnisse/ Erfahrungen

3. Fibelbasierter Unterricht

3.1 Die Fibel

3.1.1 Synthetische Verfahren

3.1.2 Analytische Verfahren - Die Ganzheitsmethode

3.2 Effizienz/ Ergebnisse/ Erfahrungen

4. Methodeneffizienz im Vergleich nach W. Grießhaber

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht verschiedene Vermittlungsmodelle des Schriftspracherwerbs, wobei der Fokus insbesondere auf der Effizienz für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) liegt. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, inwieweit unterschiedliche methodische Ansätze – konkret der fibelunabhängige Ansatz "Lesen durch Schreiben" gegenüber fibelbasierten Unterrichtsmethoden – den Lernerfolg und die orthographische Kompetenz von Grundschülern beeinflussen.

  • Vergleich des Konzepts "Lesen durch Schreiben" nach Jürgen Reichen mit fibelbasierten Unterrichtsformen.
  • Analyse der synthetischen und analytischen Verfahren innerhalb des fibelbasierten Unterrichts.
  • Untersuchung der Auswirkungen auf den Schriftspracherwerb bei DaZ-SchülerInnen.
  • Auswertung eines Förderprojekts von Wilhelm Grießhaber zur methodischen Effizienz.
  • Erörterung der Bedeutung von Lehrkompetenz versus methodischer Festlegung für den Lernerfolg.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Analytische Verfahren - Die Ganzheitsmethode

Die ganzheitlichen Verfahren werden in der Literatur auch als analytische Methoden beschrieben. Das ganzheitliche Verfahren geht im Unterschied zu den synthetischen Verfahren vom Ganzen der Sprache beim Lesenlernen und nicht von isolierten Elementen, wie Einzellauten oder –Buchstaben, aus. Am Anfang dieser Verfahren stehen das Wort, der Satz und der Text als sinntragende Einheiten, das heißt hier wird von Anfang an großer Wert auf das sinnentnehmende und verstehende Lesekonzept gelegt (Günther 2007, 34). Die Wortbildeinprägung wird als Grundlage des flüssigen und korrekten Lesens erachtet. Hierbei liegt die Annahme der Psychologie zugrunde, dass Kinder ganzheitlich und inhaltsbezogen wahrnehmen und lernen. Der ganzheitliche Sprachansatz geht davon aus, dass das Lesen nur eine Erweiterung der bereits erreichten Aneignung der gesprochenen Sprache darstellt. Analog zur mündlichen Sprache muss das Kind dies aktiv und selbständig lernen, während der Lehrer versucht, diesen Prozess zu unterstützen und zu erweitern.

Auch wenn die Wurzeln des Verfahrens eher begründet sind, sind die analytischen Methoden erst im Laufe des 19. Jahrhunderts für den Lese- und Schreibunterricht relevant geworden, nachdem Erfolge auch bei schwächeren Kindern nachgewiesen werden konnten (Schenk 2004).

Die Vorgehensweise des ganzheitlichen Verfahrens umfasst zumindest formal drei charakteristische Phasen oder Stufen: Das naiv-ganzheitliche Lesen, das Durchgliedern von Wörtern und das selbständige Erlesen neuer Wörter (Günther 2007, 34). In der ersten Phase wird mit den Kindern ein Grundwortschatz erarbeitet, der ganzheitlich gespeichert und eingeprägt wird. Die einzelnen Wörter werden anhand der dazugehörenden Farbe oder Position auf der Seite regelrecht erraten. Die Kinder merken sich also das Wort als ganzen Begriff. In der Phase der Durchgliederung werden die Buchstabenzeichen und ihre lautlichen Entsprechungen erlernt. Bekannte Wörter werden in Buchstaben und Einzellaute zerlegt. In der dritten Phase geht es um den Transfer und um die Anwendung des Erlernten. Die erworbenen Kenntnisse sollen auf neue Wörter und Sätze übertragen werden. Die Kinder sind nun fähig selbstständig neue Wörter zu lesen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Schriftspracherwerbs für die gesellschaftliche Teilhabe und stellt die Relevanz einer gezielten Förderung von Zweitsprachlern heraus.

2. Fibelunabhängiger Ansatz zum Schriftspracherwerb: Dieses Kapitel erläutert das Konzept "Lesen durch Schreiben" nach Jürgen Reichen und dessen Fokus auf selbstgesteuerte Lernprozesse ohne vorab gelehrte Lesedidaktik.

2.1 Lesen durch Schreiben: Hier werden die theoretischen Prämissen, die Arbeit mit der Anlauttabelle und der Verzicht auf das Fehlervermeidungsprinzip detailliert beschrieben.

2.2 Effizienz/ Ergebnisse/ Erfahrungen: Das Kapitel diskutiert die Auswirkungen der Methode auf Lehrkräfte und Schüler, einschließlich der identifizierten Nachteile für DaZ-Lernende.

3. Fibelbasierter Unterricht: Einführung in das traditionelle Leselernbuch und dessen Rolle als strukturgebendes Element im Anfangsunterricht.

3.1 Die Fibel: Historischer Rückblick auf die Entwicklung der Fibel vom religiösen Begleiter zum modernen Lehrwerk.

3.1.1 Synthetische Verfahren: Darstellung der traditionellen Methode, die vom Einzellaut oder Buchstaben ausgehend über die Lautverschmelzung zum Lesen führt.

3.1.2 Analytische Verfahren - Die Ganzheitsmethode: Erklärung des Ansatzes, der vom Wort, Satz oder Text als sinnhafter Einheit ausgeht.

3.2 Effizienz/ Ergebnisse/ Erfahrungen: Auswertung der methodenintegrativen Entwicklung und der Problematik der Kleinschrittigkeit bei Fibellehrgängen.

4. Methodeneffizienz im Vergleich nach W. Grießhaber: Präsentation und Analyse eines Förderprojekts, das die Rechtschreibleistungen unterschiedlicher methodischer Ansätze anhand von Schülertexten vergleicht.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Erkenntnisse, wobei die individuelle Kompetenz der Lehrkraft als entscheidender Faktor gegenüber der reinen Methodenwahl hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Schriftspracherwerb, Lesen durch Schreiben, Fibelunterricht, Analytische Verfahren, Synthetische Verfahren, DaZ, Deutsch als Zweitsprache, Anlauttabelle, Rechtschreibleistung, Grundschule, Grießhaber, Reichen, Lernprozess, Unterrichtsmethoden, Lesekompetenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Modellen und Methoden des Schriftspracherwerbs in der Grundschule und vergleicht diese hinsichtlich ihrer Effizienz.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der fibelunabhängige Ansatz ("Lesen durch Schreiben"), fibelbasierte Unterrichtsmethoden (synthetisch und analytisch) sowie die Herausforderungen für Schüler mit Deutsch als Zweitsprache.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie verschiedene Ansätze den Lernerfolg beeinflussen und ob DaZ-Schüler durch eine spezifische Methode besonders gefördert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung eines empirischen Förderprojekts von Wilhelm Grießhaber, welches Rechtschreibleistungen analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Vorstellung des Reichen-Konzepts, die Erläuterung der fibelbasierten Verfahren sowie einen Leistungsvergleich dieser Methoden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Schriftspracherwerb, Lesen durch Schreiben, Anlauttabelle, Fibelunterricht, DaZ-Förderung und orthographische Kompetenz.

Warum ist das Ergebnis des Vergleichs nach zwei Schuljahren überraschend?

Überraschend ist, dass sich die großen Leistungsunterschiede zwischen den untersuchten Schulen nach dem ersten Schuljahr im zweiten Schuljahr deutlich angeglichen haben.

Welche Empfehlung gibt die Autorin bezüglich DaZ-Schülern?

Die Autorin empfiehlt aufgrund des strukturierten Materialangebots und der expliziten Wortschatzerweiterung eine fibelbasierte Unterrichtsgrundlage für Schüler mit Migrationshintergrund.

Welche Rolle spielt die Lehrperson laut Fazit?

Das Fazit betont, dass nicht die Methode allein, sondern die Handlungskompetenz der Lehrkraft bei der Gestaltung und Überwachung von Lernprozessen die entscheidende Variable für den Erfolg darstellt.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Methoden des Schriftspracherwerbs für DaZ-SchülerInnen
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,3
Autor
Marina Welslau (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V263448
ISBN (eBook)
9783656522683
ISBN (Buch)
9783656530589
Sprache
Deutsch
Schlagworte
methoden schriftspracherwerbs daz-schülerinnen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marina Welslau (Autor:in), 2012, Methoden des Schriftspracherwerbs für DaZ-SchülerInnen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263448
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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