Machtpotential und -missbrauch an der Universität zwischen Dozenten und Studenten

Am Beispiel von Fallrekonstruktionen


Masterarbeit, 2013

91 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Macht?

3. Machttheorien
3.1 Max Weber
3.2 Norbert Elias
3.3 Niklas Luhmann
3.4 Michel Foucault
3.5 Hannah Arendt

4. Institution Universität
4.1 Ein Abriss
4.2 Der gemeine Student
4.3 Der gemeine Dozent
4.4 Besonderheiten der HSU

5. Macht und Möglichkeit
5.1 Der Einzelne
5.2 Die Vielen

6. Fallrekonstruktionen – Exemplarische Begebenheiten
6.1 Beispiel 1 - „Das festgefahrene Seminar“
6.2 Beispiel 2 - „Der leer-laute Hörsaal“
6.3 Beispiel 3 - „Der unsägliche Dozent“
6.4 Beispiel 4 - „Unbezwingbare Dozenten“

7. Macht oder Missverständnis – Analyse der Fälle anhand der Machttheorien
7.1 Analyse des Beispiel 1
7.2 Analyse des Beispiel 2
7.3 Analyse des Beispiel 3
7.4 Analyse des Beispiel 4

8. Machtverständnis – Ein Schlusswort

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

"Where does an 800 lb. gorilla sit? - Anywhere it wants to."

Amerikanisches Sprichwort

„Wissen ist Macht.“

Deutsches Sprichwort

Die Diskussion mit dem Gorilla über seine Platzwahl kann man sich wohl getrost sparen. Dieses Sprichwort wird in Amerika vorzugsweise genutzt, um große Firmen zu beschreiben, die ein erhebliches Machtpotenzial besitzen. Diese „setzen“ sich einfach dorthin, wo es ihnen passt, und bleiben einfach so lange wie sie es gerne möchten. Die Metapher inkludiert dabei alle Prozesse und Handlungsweisen, Strategien und Konzepte der jeweiligen Unternehmung. Alleine weil sie das Machtpotenzial besitzen, können sie ihre ohnehin schon starke Position weiter ausbauen und bekräftigen. Dieses Verhalten lässt sich aber auch leicht auf alle anderen Individuen, Institutionen und Organisationen übertragen, die Macht besitzen und/bzw. ausüben. So auch in Universitäten. Hier gibt es die verschiedensten Entitäten und Personen die mit Macht ausgestattet sind und das hat die verschiedensten Gründe. Manchmal reicht schon das Amt und dessen entsprechenden Würden, manchmal ist es aber auch das bloße Wissen, welches sie in eine Position versetzt, die mit Machtbefugnissen ausgestattet ist. In diesem Sinne ist Wissen dann wirklich die unmittelbarste aller Mächte. Das ist die wohl angenehmste Legitimationsgrundlage für den Professorenstand. Ihr Amt dürfen sie ausfüllen, weil sie auf Grund umfangreicher Wissensbestände bewiesen haben, dass sie dazu in der Lage sind. Daraus resultieren dann zum einen Ansprüche an solch einen Posten, zum anderen aber auch Möglichkeiten, Handlungsspielräume, Privilegien und Berechtigungen. Wie damit umgegangen wird und welcher performative Charakter dabei zu Tage tritt bleibt jedem selbst überlassen. Neben der Professorenschaft gibt es natürlich noch andere Statusgruppen, wie die Privatdozenten, Doktoren, Promovenden, wissenschaftliche Mitarbeiter und Hilfskräfte, die alle in diesem Geflecht stecken und mit mehr oder weniger Macht ausgestattet sind. Daneben bleibt die höchste Instanz das Präsidium mit dem exekutiven Oberhaupt, dem Präsidenten. Dieser verfügt qua Amt über noch weiter reichende Verfügungsgewalt/Macht, die er benötigt um die Universität entsprechend zu leiten. Das andere Ende der Fahnenstange wird durch die Studierenden ausgekleidet. So zumindest wird es gerne dargestellt, wenn es zu Problemen zwischen Dozenten und Studenten kommt. Der „arme“ Student ist machtlos und auf die Güte und Gnade des Dozenten angewiesen. Dem Studierenden bleibt keine Handhabe bzw. Machtposition, um sich zu behaupten. Ihm fehlen die nötigen Mittel, um auf einer gleichwertigen Basis agieren und tätig werden zu können. So zumindest die weit verbreitete Beschreibung eines Verhältnisses, das seinem Ursprung zuwider läuft.

In dieser Arbeit soll es um das Verhältnis von Dozenten und Studenten gehen und wie dieses sich im alltäglichen Universitätsalltag in bestimmten Situationen darstellt. Der Fokus richtet sich dabei auf die Aspekte der Macht, die eventuell vorhanden sind oder entstehen können. Wie gestalten sich solche Situationen, in denen die Dozenten Forderungen stellen und ihre Position behaupten und wie reagieren die Studierenden darauf, bzw. welche Handlungsmöglichkeiten haben sie? Dabei liegt eine weitere Besonderheit dieser Arbeit in der zu betrachtenden Institution. Die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBwH)[1], ist eine von zwei Universitäten die explizit zur Bundeswehr gehören und damit dem Bundesministerium der Verteidigung unterstellt sind. Dadurch ergeben sich interessante Konstellationen zwischen dem akademischen und dem militärischen Bereich, die an keiner anderen Universität in Deutschland zu finden sind. Resultat sind auch veränderte Machtkonzepte und -konstellationen, die im täglichen Miteinander auftreten. Die zentrale Fragestellung dieser Arbeit lautet dementsprechend: Gibt es ein Machtverhältnis zwischen Dozenten und Studenten und wenn ja wie ist es strukturiert? Falls es eine klassische Ausübung der Macht nicht gibt, wie lassen sich dann auftretende Konflikte und deren Lösungen erklären?

Um dieser Frage nachzugehen soll zunächst die Begrifflichkeit Macht unter einem allgemeinen Standpunkt erläutert und betrachtet werden. Daran schließen sich die verschiedenen Machttheorien und somit auch eine weiterführende Spezifizierung des Begriffes an. Die Theorien bilden zudem den Rahmen, anhand dessen später die beschriebenen Fälle eingeordnet werden sollen, sofern dies möglich ist. Danach wird die Institution Universität näher beleuchtet, da durch die besonderen Umstände und Begebenheiten des Umfeldes Machtausprägungen konnotiert sein können. Zudem werden hier die beiden ‚Konfliktparteien’ Dozenten und Studenten näher erläutert, damit im Anschluss ein Überblick darüber erfolgen kann, wie sich das Verhältnis zwischen den beiden strukturiert und wo es Ansätze von einer performativen Macht gibt. So haben die Dozenten zum Beispiel die Befugnis und gleichzeitig aber auch den Zwang Noten zu vergeben, womit sie in eine Machtposition gehoben werden. Die Studierenden haben die Möglichkeit sich gruppendynamischer Prozesse zu bedienen, um ihren Willen zur Geltung zu bringen. Nachdem die möglichen Einflussnahmen dargelegt wurden, schließt sich der Teil mit den Fallrekonstruktionen an. Dabei werden anhand von Erfahrungen aus der Arbeit in der Studierendenvertretung der HSU, dem Studentischen Konvent, Fälle aufgearbeitet, in denen es Probleme zwischen Dozenten und Studierenden gab. Waren diese Begebenheiten von Machtmomenten und -ausübungen geprägt? Wenn ja, welche Art von Macht, laut geschildeter Theorien, war es? Sollte keines der klassischen Machtkonzepte Anwendung finden bzw. einfach keine adäquate Erklärungsgrundlage sein, bleibt zu klären ob eine neue Machttheorie konzipiert werden muss, oder ob die Probleme keinen Einfluss durch Machtausübungen erfahren haben. Die abschließenden Betrachtungen versuchen dann das Bild eines Verhältnisses zwischen Dozenten und Studenten zu zeichnen, das sich nicht gänzlich von Macht verabschiedet, sofern dies das Ergebnis der Analyse sein sollte, da die Anwendung, wie die Arbeit noch zeigen wird, einen Zwang darstellt und der Zwang lediglich vernunftgemäßer Anwendung bedarf.

2. Was ist Macht?

Einen Begriff der Macht zu definieren ist – und das Bedarf keiner längeren Ausführungen – ein schwieriges und im Grunde nicht zu realisierendes Unterfangen. Das liegt zum einen daran, dass Macht die verschiedensten Ausprägungen und Anwendungsgebiete haben kann und zum anderen an der jeweils individuellen Auffassung, was Macht eigentlich ist. Man mag durchaus den Kern dessen erfassen, was als Charakter der Macht bezeichnet werden kann, dennoch kann darauf kein allgemeingültige Bild aufgebaut werden, was Macht für eine Gesellschaft und für jeden Einzelnen bedeuten kann und bedeutet. Zielführender scheint vielmehr die Hinführung zu einem solch komplexen Konstrukt mithilfe von verschiedenen Ansichten, Blickwinkeln und Denkweisen zu sein.

Macht als Begrifflichkeit entstammt dem gotischen ‚magan’. Dieses bedeutet so viel wie ‚vermögen’ etwas zu tun oder etwas ‚können’. Artverwandte Begriffe aus dem Englischen (power) und Französischen (pouvoir) finden ihre Herkunft in der lateinischen Sprache. Dort beschreibt die Konstellation ‚potis esse’ den Zustand des ‚mächtig sein’. Aus diesem Begriffspaar leitet sich das lateinische ‚posse’ ab, was wiederum mit ‚können’ übersetzt wird. An dieser Stelle wird deutlich, dass die Machtbegrifflichkeit immer zusammen mit einem Potenzial begriffen werden muss, sofern man den Ursprung der Wörter betrachtet (vgl. Scholl, 2007, S. 28). Macht als Potenzial heißt demgemäß angewendet auf soziale Beziehungen, dass man beim Anderen das erreichen kann, was man erreichen will, ohne dass dieses „können“ unbedingt umgesetzt werden muss“ (Scholl, 2007, S. 28). Ein weiterer Ansatz betrachtet Macht aus einem eher politischen Blickwinkel: „M. ist ein politisch-soziologischer Grundbegriff, der für Abhängigkeits- oder Überlegenheitsverhältnisse verwendet wird, d. h. für die Möglichkeit der M.-Habenden, ohne Zustimmung, gegen den Willen oder trotz Widerstandes anderer die eigenen Ziele durchzusetzen und zu verwirklichen. M. kann von Personen, Gruppen, Organisationen (Parteien, Verbänden, Behörden) bzw. dem Staat ausgeübt werden oder von gesellschaftlichen (wirtschaftlichen, technischen, rechtlichen, kulturell-religiös geprägten) Strukturen ausgehen. Demzufolge wird zwischen persönlicher und sozialer M. sowie M.-Strukturen unterschieden“ (Schubert & Klein, 2011).[2] Im Duden wird Macht mit den folgenden Bedeutungen versehen und beschrieben: „1. Gesamtheit der Mittel und Kräfte, die jemandem oder einer Sache andern gegenüber zur Verfügung stehen; Einfluss. 2. etwas, was eine besondere bzw. geheimnisvolle Kraft darstellt, besitzt. 3. mit dem Besitz einer politischen, gesellschaftlichen, öffentlichen Stellung und Funktion verbundene Befugnis, Möglichkeit oder Freiheit, über Menschen und Verhältnisse zu bestimmen, Herrschaft auszuüben“ (Duden, 2013). Byung-Chul Han, ein Philosoph der Gegenwart, beschreibt Macht folgendermaßen: „Das Geschehen der Macht erschöpft sich nicht in dem Versuch Widerstand zu brechen oder gehorsam zu erzwingen. Die Macht muß nicht die Form eines Zwanges annehmen. [...] Je mächtiger die Macht ist, desto stiller wirkt sie“ (Han, 2005, S. 9). Von sozialethischer Seite her, begreift sich Macht wie folgt: „Tatsächlich wird von der Annahme ausgegangen, dass Machtbeziehungen eine irreduzible Grundlage aller sozialen Realität bilden“ (Hübenthal & Veith, Zur Einführung, 2005). Einen weiteren Ansatz, der eher technische’ Natur weil hochgradig strukturiert und in eine Matrix gepresst ist, stellen die Überlegungen von Witte & van Quaquebeke dar. Sie schufen eine Übersicht, welche die Dimensionen von Macht versucht darzustellen und im Einklang zu bringen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Machtmatrix Quelle: Witte & van Quaquebeke, 2007, S. 13.

Ein letzter Ansatz von Macht, der in diesem einführenden Teil betrachtet werden soll, ist der von Heinrich Popitz. Dieser hat in seinem Werk ‚Phänomene der Macht’ eine Unterscheidung von Macht in vier anthropologische Grundformen vorgenommen:

1. Aktionsmacht oder auch verletzende Aktionsmacht: Diese beschreibt für Popitz die Möglichkeit des Einzelnen, einen anderen zu verletzen, ihm also Schaden zuzufügen.
2. Instrumentelle Macht: Grundlage hierfür ist die Option des Machthabers, Geben und Nehmen zu können. Im Endeffekt also die Entscheidung über Bestrafung oder Belohnung haben zu können.
3. Autoritative Macht: Charakterisiert wird diese durch den inkorporierten Charakter. Autoritative Macht ist nicht das Produkt von äußerlichen Einwirkungen. „Ihre allgemeine anthropologische Basis ist die Orientierungsbedürftigkeit, die Maßstabs-Bedürftigkeit des Menschen“ (Popitz, 1992, S. 28).
4. Macht des Datensetzens: In der Kultivierung des Natürlich, dem Herstellen von Artefakten, wird der Umwelt ein neuer Teil (das Artefakt) hinzugefügt und es wird ein Datum gesetzt. Damit verfügt jeder ‚Datensetzer’ über Macht, da er durch die ihn geschaffenen Artefakte seine Umwelt beeinflusst (vgl. Popitz, 1992, S. 23ff).

Macht als Konstrukt zu begreifen erfordert also einen umfassenden Blick auf vielerlei Aspekte. Zudem ist es ebenfalls wichtig, in welchem Bereich von Macht gesprochen wird und in welchem Zusammenhang der Machtaspekt verwendet wird. Die betrachteten Definitionen haben lediglich einen einführenden und verallgemeinernden Charakter. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das wird besonders unter dem Aspekt deutlich, dass im anschließenden Teil auf fünf Machttheorien speziell eingegangen wird. Auf diese Art und Weise ergeben sich weitere Eindrücke bezüglich eines Machtkonzeptes, die mit den zuvor genannten ein umfassenderes Bild zeichnen und darstellen sollen.

3. Machttheorien

Für die Analyse der vorliegenden Fälle hinsichtlich des Einflusses bzw. der Kennzeichnung durch Machtkonstrukte bedarf es selbstredend verschiedener Machttheorien, die betrachtet werden sollen und folglich der Analyse zuträglich sind. Die Entscheidung für die verwendeten Autoren (Hannah Arendt, Max Weber, Niklas Luhmann, Norbert Elias und Michel Foucault) fiel auf einer Basis die nach möglichst verschiedenen theoretischen Ansätzen und differierenden Hintergründen suchte, angefangen bei den unterschiedlichen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Lebensumständen der Autoren. Weber ist mit Abstand der älteste, aufgewachsen in der späten Mitte des 19. Jahrhunderts. Schnittmengen mit anderen Autoren gibt es nur bezüglich Elias und Arendt. Ersterer ist 1897 geboren, Arendt kurz nach der Jahrhundertwende. Die letzten beiden hier zu betrachtenden Autoren sind Foucault und Luhman, die Ende der 1920er Jahre zur Welt kamen. 1920 war Weber bereits verschieden. Die restlichen vier Verbliebenen lebten bis in die späten 70er und 80er. 1998 verstarb mit Luhmann der letzte der hier betrachteten Autoren. Obgleich der ‚Streuungskreis’ der Lebensalter relativ klein ist, waren die Schulen aus denen diese Denker kamen, und folglich auch ihre Theorien durchaus unterschiedlicher Natur. Weber beschäftigte sich mit dem Historismus und dem Neukantianismus. Elias selber entstammt in gewisser Hinsicht als Schüler Karl Mannheims der Frankfurter Schule und beschäftigte sich dementsprechend nicht nur mit der kritischen Theorie, sondern vor allem auch mit der Zivilisationstheorie, sowie der Prozess- und Figurationstheorie. Hannah Arendt kommt aus einem politisch-philosophischen Umfeld und hat in ihren Arbeiten beide wissenschaftliche Horizonte oftmals verquickt. Als Jüdin geprägt vom Nazi-Regime, beschäftigen sich ihre Schriften mit Themen wie Freiheit und Revolution, aber auch eben Macht, Gewalt und Herrschaft, was sie für diese Ausarbeitung so interessant macht. Luhmann bietet mit seiner Systemtheorie einen ganz anderen Ansatz bezüglich der Macht. Zudem war er ein Kritiker der Frankfurter Schule, welcher Elias entstammte. Das bringt einen weiteren Aspekt in die Betrachtungen, da die Blickwinkel extrem unterschiedlich sind. Foucault entstammt dem Existenzialismus in Frankreich und dem späteren Strukturalismus. Archäologie und Genealogie betrachtete er als adäquate Verfahren, um eine Kultur beschreiben zu können (vgl. Kaven, 2006, S. 11f; Baumgart & Eichener, 1991; Imbusch, 2012; Bublitz, 2001, S. 27ff; Breier, 2001).

Neben dem Anspruch, nach differenten Machtansätzen zu suchen, gab es noch weitere Faktoren, die die obige Auswahl unterstützt haben. Einer davon waren die Schriften von Imbusch (2012) und Kaven (2006). Beide Autoren setzen sich mit der Thematik Macht auseinander. Der Erste unter dem weiterführenden Aspekt der Herrschaft und der zweite unter Betrachtung des sozialen Wandels. Beide führen unterschiedliche Theoretiker ins Feld, um ihre Arbeiten zu gestalten. Diese Grundlage war für die vorliegende Auswahl mehr als förderlich und gewinnbringend. Da dennoch kein umfassender Überblick über solch ein weites Feld wie das Konstrukt Macht in dieser Ausarbeitung gegeben werden kann, beschränkt sich die Auswahl auf die bereits angeführten fünf Theoretiker.

Dabei soll jeweils in aller Kürze und doch so exakt wie möglich angerissen werden, wie die Positionen bezüglich der Macht aussehen. Auf diese Weise wird versucht, ein Bild des Machtverständnisses zu konstruieren, das dann in der Analyse auf die beispielhaften Fälle angewendet werden kann. So wird versucht herauszufinden, ob die geschilderten Begebenheiten tatsächlich von Macht behaftet sind oder andere Ursachen für die Vorkommnisse gefunden werden müssen. In dieser Suche besteht dazu ständig die Möglichkeit, dass neben den bereits bestehenden Machttheorien eine neue gefasst werden muss, um die Beispiele zu erklären. Dies bleibt jedoch nur eine Möglichkeit und stellt keineswegs eine Gewissheit dar.

3.1 Max Weber

Weber liefert zwei Definitionen von Macht. Die ältere von beiden begreift Macht folgendermaßen:

„Unter ‚Macht’ wollen wir dabei hier ganz allgemein die Chance eines Menschen oder einer Mehrzahl solcher verstehen, den eigenen Willen in einem Gemeinschaftshandeln auch gegen den Widerstand anderer Beteiligter durchzusetzen“ (Weber, 1980, S. 531, zit. nach, Kaven, 2006, S. 43).

Die zweite Definition, die später erschienen ist und Teil der Soziologischen Grundbegriffe von Weber, lautet wie folgt:

„Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht“ (Weber M. , 1984, S. 89).

Der Unterschied zwischen den beiden Fassungen liegt nicht nur im Zeitpunkt der Veröffentlichung, sondern vor allem im Grad des Abstrakten. Während Weber in der älteren Definition noch von einem Gemeinschaftshandeln spricht, heißt es in der neueren Fassung „soziale Beziehung“. Mit der Verwendung dieser Begrifflichkeit öffnet Weber den Spielraum für die Ausgestaltung von Macht und beschränkt diese nicht nur auf Prozesse des gemeinschaftlichen Handelns, sondern auf alle irgendwie gearteten sozialen Beziehungen. Macht im Verständnishorizont von Weber begriffen, bezieht sich also auf die sozialen Beziehungen als Ausgangspunkt. Damit wird deutlich, dass das Individuum als Grundlage eine soziale Beziehung benötigt, aber jedoch keine gesellschaftlichen Ordnungen, um Macht ausüben zu können. Weiterführend betrachtet, sprechen beide Definitionen von der Durchsetzung des Willens gegen den Widerstand anderer. Einer Chronologie folgend, würde das einen zweiten Schritt beschreiben. In letzter Instanz und einem dritten Punkt annehmend, kann dann von Macht gesprochen werden, wenn dieser Wille auch wirklich durchgesetzt werden konnte. Die Grafik verdeutlicht diesen Zusammenhang auf simple Art und Weise.

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Abb. 2: Machtaufbau nach Weber Quelle: Kaven, 2006, S. 44

„1. Der Begriff »Macht« ist soziologisch amorph. Alle denkbaren Qualitäten eines Menschen und alle denkbaren Konstellationen können jemanden in die Lage versetzen, seinen Willen in einer gegebenen Situation durchzusetzen“ (Weber M. , 1984, S. 89). Aus diesem Zusammenhang generiert Weber einen weiteren Begriff, den er mit dem Konstrukt der Macht eng verwoben hat: Herrschaft ist für ihn eine Präzisierung von Machtverhältnissen, insofern es lediglich um die Chance geht, bei einem geäußerten Befehl Folgsamkeit zu erfahren. Demnach können herrschaftliche Beziehungen nur entstehen, wenn es eine Person gibt, die mit ihrer Befehlsgebung und mit dem was sie erreichen will, Erfolg hat. In Abgrenzung zur Macht bedeutet dies weiterhin, dass eine gewisse Ordnung vorhanden sein muss, um von einer Herrschaft sprechen zu können. Bei Machtverhältnissen die lediglich auf soziale Beziehungen aufbaut, ist eine solche Ordnung nicht notwendig. Der Grund, warum Weber auf Herrschaft als weiteres Konstrukt abzielt, verbirgt sich in dem Zitat zu Anfang des Absatzes. Er beschreibt Macht als soziologisch ‚amorph’, also als formloses Gebilde. Das hat mehrere Gründe. Offen bleibt zum Beispiel, worauf die erwähnten Chancen zur Durchsetzung des Willens beruhen. Webers Machtbegriff lässt zudem die Möglichkeit zu, dass sich die dargestellten Machtverhältnisse auch umkehren können und zudem auch noch relational sind. Auf Grund dieser Tatsachen bleibt der Machtbegriff für Weber weitestegehend unbrauchbar. (vgl. Weber, 1984, S. 89; Neuenhaus-Luciano, 2012, S. 97f; Kaven, 2006, S. 42ff; Reemtsma, 2007, S. 67; Hübenthal, 2005, S. 40f; Treiber, 2007, S. 50f).

Interessant hingegen und deswegen in den Fokus der Betrachtungen gerückt, ist Herrschaft als Derivat oder auch Präzisierung von Macht.[3] Dabei unterscheidet er drei Formen der Herrschaft. „Da auch empirisch keine Herrschaft sich mit den materiellen Gründen ihres Fortbestehens begnügt, sondern zusätzlich versucht, den Glauben an ihre Legitimität zu erwecken, lassen sich die Herrschaftsformen nach »Legitimitätsansprüchen« unterscheiden“ (Fitzi, 2008, S. 76).

1. Legal-rationale Herrschaft

Sie ist in ihrer Form diejenige, die der heutigen Herrschaft am vergleichbarsten ist, wenn nicht sogar in vielen Punkten auch identisch. In ihrer ‚reinen’ Form kommt sie der bürokratischen Herrschaft gleich. Legitimität erreicht sie durch den Glauben an die formell aufgestellten Regeln und Ordnungen, Gesetze und Vorschriften. Der rationale Charakter wird unterstützt durch den technischen Aspekt einer Apparatur. Die erstellten Gesetze und Ordnungen sind ständig änderbar, wie die Einstellungen einer Maschine, die, um perfekt zu funktionieren, ständig rekalibriert werden muss. Auf die Weise betrachtet Weber auch die legal-rationale Herrschaft. „Beispiele dafür sind die Premierminister der modernen Demokratien, die zwar vom Parlament Gesetze verabschieden lassen, sich dem geltenden Recht jedoch beugen müssen“ (Fitzi, 2008, S. 78). Im Sinne der Bürokratie bedeutet dies den Umgang mit festgelegten Regeln und Vorschriften, um größtmögliche Effizienz bei der Verwaltung zu erreichen (vgl. Hanke, 2005, S. 726ff; Fitzi, 2008, S. 77f; Neuenhaus-Luciano, 2012, S. 98ff; Kaesler, 2003, S. 210).

2. Traditionale Herrschaft

Die zweite Herrschaftsform nach Max Weber ist die traditionale, die abweichend vom Idealtypus der legal-rationalen Herrschaft besteht. Die Legitimität dieser Herrschaftsform gründet sich auf Ehrfurcht und Achtung vor »althergebrachten« Strukturen und Verhältnissen, in denen sich der Herrscher befindet. „Dabei ist der Herrscher kraft »traditionaler Regel« bestimmt und herrscht aufgrund einer »durch Tradition ihm zugewiesenen Eigenwürde«“ (Fitzi, 2008, S. 79). Beispiele dafür sind vergangene aber teilweise auch noch existente Königreiche, die keine demokratische Volksvertretung besitzen. Aus dem Verwaltungsstab werden Diener, wodurch der Vorgesetzte zum Herren wird. Die Treue zur Amtspflicht wird zur persönlichen Dienertreue. Der Entscheidungsspielraum des Herrschers ist aber nicht unbegrenzt. Wenn er sich außerhalb des nicht schriftlich definierten Rahmens (wie in einer Demokratie üblich) bewegt, begehren seine Untertanen auf. Nicht gegen die Herrschaftsform, aber gegen die Person die diese vertreten bzw. verkörpert hat (vgl. Kaesler, 2003, S. 210f; Fitzi, 2008, S. 79f; Neuenhaus-Luciano, 2012, S. 98ff; Hanke , 2005, S. 729ff).

3. Charismatische Herrschaft

Der letzte Typus ist die charismatische Herrschaft. Diese ist „außeralltäglich, personenorientiert und wirtschaftsfremd“ (Fitzi, 2008, S. 82). Das sind die Merkmale, die sie von den anderen beiden Formen unterscheidet. Spezifisches Merkmal einer charismatischen Herrschaft ist eine Art ‚Führer’ der mit einer außeralltäglichen Begabung oder Können ausgestattet ist. Auch die Attribute gottgesandt, übermenschlich und übernatürlich lassen sich mit dem charismatischen Herrscher in Verbindung bringen. Über diese besonderen Potenziale erreicht der ‚Führer’ seine Ziele. Klassische Beispiele für Herrscher solcher Art sind Propheten, Demagogen und Kriegsführer. Vor allem Hitler galt als hochgradig charismatisch in seiner Führung des Deutschen Reiches. Er verstand es wie nur wenige, die Massen zu begeistern und zudem sprichwörtlich ‚zu fesseln’. Nur auf diese Art und Weise konnten sie seinem ‚Ruf’ in einen Weltkrieg folgen. Im Gegensatz zu den anderen beiden Herrschaftsformen bedarf die charismatische ständiger Bestätigung. Die Legitimität muss immer wieder auf das Neue gefestigt werden. Das bedeutet aber nicht, dass der Herrscher von dieser Bestätigung abhängig sein muss. Das Beispiel Hitler zeigt, dass die Bevölkerung den Zuspruch der Legitimität als eine persönliche Pflicht empfand. Hitler trat als ‚Retter’ auf, dem die Massen bereitwillig folgten (vgl. Elias, 1989; Fitzi, 2008, S. 82ff; Kaesler, 2003, S. 210; Neuenhaus-Luciano, 2012, S. 98ff; Hanke , 2005, S. 734ff).

Macht im Sinne Webers ist also ein eher unbedeutendes, weil amorphes und soziologisch nicht einwandfrei zu analysierendes Konstrukt. Aus diesem Grund hat sich Weber auf die Herrschaftstypologien gestützt, die er als Derivat des Machtkonzeptes sieht. Diese Herrschaftsformen lassen sich nämlich soziologisch betrachten und zur Anwendung bringen. Mit ihnen lassen sich die Einflüsse von Macht in spezialisierter Form darstellen, um so zugänglich für weitere Analysen zu sein.

3.2 Norbert Elias

Um den Machtbegriff bei Elias zu fassen, bedarf es weiterer Begrifflichkeiten, die er mit Bezug auf dieses Thema einführt. Die Verortung von Macht erfolgt nach Elias in der von ihm erdachten Prozess- und Figurationssoziologie. „Gesellschaft lässt sich somit als Geflecht vielfältiger Interaktionsprozesse und daraus resultierender unterschiedlicher Figurationen verstehen“ (Imbusch, 2012, S. 170). Diese gesellschaftlichen Prozesse, wie sie Elias beschreibt, können unbewusst ablaufen und ‚stattfinden’, ohne das die an ihr Beteiligten Personen die Konsequenz einer Verfestigung der so entstandenen Strukturen in Betracht ziehen würden. Die Selbstständigkeit dessen führt jedoch irgendwann dazu, dass aus dem losen Gebilde von funktionierenden Abhängigkeiten, feste Muster werden, sprich die einzelnen Gruppen bzw. einzelne Personen aufeinander angewiesen sind. Ein selbstgenerierter Rahmen der mit Zwang und Kontrolle versehen ist, ist die Folge (vgl. Baumgart & Eichener, 1991, S. 114f; Imbusch, 2012, S. 170f). Mit den von ihm eingeführten Begriffen wie Interdependenz, Verflechtung und Figuration versucht er, „fragwürdig gewordene Entgegensetzungen und falsche Dichotomien in der Soziologie (wie Individuum und Gesellschaft, innergesellschaftliche und zwischengesellschaftliche Verhältnisse, Handlung und Struktur) zu überwinden bzw. zu integrieren“ (Imbusch, 2012, S. 170f). In Konsequenz sieht Elias in den Verflechtungen eine Reihe von Verkettungen[4] die eine Ordnung hervorbringen, die jedoch den Personen unbewusst ist. Sie sind für diese Ordnung ‚blind’. Sieht man diese Verkettungen in einem Kreislauf von einem Zusammenschluss von Menschen, geht aus diesem etwas hervor, das er als ‚Gesellschaft’ bezeichnet (vgl. Kaven, 2006, S. 99; Imbusch, 2012, S. 171).

„Und auf diese Weise ist also jeder einzelne Mensch in der Tat gebunden; er ist dadurch gebunden, dass er ständig in funktioneller Abhängigkeit von anderen Menschen lebt; er ist ein Glied in den Ketten, die andere Menschen binden, jeder andere – mittelbarer oder unmittelbarer – ein Glied in den Ketten, die ihn selber binden. Diese Ketten sind nicht in der gleichen Weise sichtbar und greifbar wie Eisenketten. Sie sind elastischer, variabler und wandelbarer; aber sie sind nicht weniger real, sie sind ganz gewiss nicht weniger fest. Und dieser Zusammenhang der Funktionen, die die Menschen füreinander haben, er und nichts anderes ist das, was wir ‚Gesellschaft’ nennen. Er stellt eine Seinssphäre eigener Art dar. Seine Strukturen sind das, was wir ‚gesellschaftliche Strukturen’ nennen. Und wenn wir von ‚gesellschaftlichen Strukturen’ reden, so zielen wir auf nichts anderes hin als auf dies: auf die Eigengesetzlichkeit der Beziehungen zwischen den einzelnen Menschen“ (Elias, 1991, S. 33f, zit. nach, Imbusch, 2012, S. 171).

Anhand dessen was Gesellschaft ist, lässt sich herausarbeiten was Macht für Elias bedeutet und wie diese in der Gesellschaft verankert bzw. gelagert ist. Macht ist demnach ein völlig normaler Bestandteil jedweder Beziehungen zwischen Menschen. Das wiederum bedeutet, dass jede Interaktion, jedes Aufeinandertreffen von Personen von Macht ‚beseelt’ ist. Dabei ist entscheidend, dass im Miteinander eine Abhängigkeit zwischen den einzelnen Gruppen oder Personen entsteht, die sich auf verschiedenen Ebenen abspielt, also unterschiedliche Grade der Abhängigkeit annehmen kann. „Wir hängen von anderen ab, andere hängen von uns ab. Insofern als wir mehr von anderen abhängen als sie von uns, mehr auf andere angewiesen sind als sie auf uns, haben sie Macht über uns, ob wir nun durch nackte Gewalt von ihnen abhängig geworden sind oder durch Liebe oder durch unser Bedürfnis, geliebt zu werden, durch unser Bedürfnis nach Geld, Gesundung, Status, Karriere und Abwechslung“ (Elias, 1993, S. 97, zit. nach, Kaven, 2006, S. 99f). Niemand kann also alleine Macht haben. Er braucht immer ein gegenüber, bei dem er seinen Machtanspruch, wie auch immer geartet, geltend machen kann. Macht kann sich demnach nur in Beziehungen zwischen zwei oder mehr Menschen ‚ausbreiten’. Damit wird Macht zu einem Beziehungskonstrukt und keiner profanen Dinglichkeit. Für diesen Bereich sieht Elias, ähnlich wie es auch Arendt tut, Machtmittel vor, die in physischer Existenz ‚besitzt’ werden könnenund dementsprechend auch angewendet werden können. Beispiele für solche Dinglichkeiten sind Gewalt (z.B. in Form von Waffen, Geld und anders geartete Mittel um Sanktionen wirksam zu gestalten.

Für den Grad der angesprochenen Abhängigkeit führt Elias den Begriff der Machtbalance ein. Damit rückt er alte, statische Zuschreibungen von Machtverhältnisse in ein dynamisches Feld. So wie sich Beziehungen und Verflechtungen ändern können, also die von ihm beschriebenen Figurationen, so kann sich auch die Macht im Zwischen ändern. Je nach dem wie die Machtmittel angeordnet sind, auf welcher Seite also das Monopol liegt, verändert sich auch die Machtbalance zwischen den jeweiligen Gruppen. Im Gegensatz zum alltäglichen Sprachgebrauch einer Balance, geht es Elias nicht um die Ausgeglichenheit beider Entitäten. Die Machtpotenziale können durchaus unterschiedlicher Natur sein und dennoch würde es als Machtbalance beschrieben werden. Als Beispiel dafür führt Imbusch in Anlehnung an Elias das Verhältnis zwischen Kindern und ihren Eltern an. Dieses ist von einer Machtbalance bestimmt, die es zu wahren gilt, die jedoch nicht ausgeglichen ist. Das Monopol der Machtmittel liegt hier deutlich auf der Seite der Eltern. Sollten die Kinder, aus welchen Gründen auch immer, dieses Monopol auf ihre Seite holen, verschiebt sich die Machtbalance. Die Folgen dieses Beispieles sind offen (vgl. Kaven, 2006, S. 100ff; Imbusch, 2012, S. 173; Baumgart & Eichener, 1991, S. 116).

„Das Konzept einer Machtbalance erlaubt, wie sich hier zeigt, die begriffliche Erfassung von Schattierungen und Abstufungen in der Verteilung der Machtgewichte zwischen menschlichen Gruppen. Die herkömmlichen Denkgebräuche haben uns zu lange in simple statische Polaritäten wie die zwischen herrschenden und Beherrschten eingespannt. Was man stattdessen benötigt, ist recht offenbar ein begriffliches Instrumentarium, das die Aussage nicht nur auf zwei statische Alternativen beschränkt, sondern den Weg zur Erörterung gleitender Skalen eröffnet und so die Möglichkeit bietet, ‚mehr’ oder ‚weniger’ zu sagen“ (Elias, 1986, S. 427, zit. nach, Kaven, 2006, S. 101).

Die Anwendung von Macht ist dabei jedoch immer davon abhängig, wie die Machtquellen und -mittel verteilt sind. Neben ‚klassischen’ Mitteln, wie zum Beispiel Waffen, sieht Elias aber noch andere Potenziale, wie zum Beispiel der Besitz von Produktionsmitteln oder besonderen Wissensbeständen. Genauso ist aber auch Geld ein Mittel ebenso wie die Möglichkeit zur Sanktionierung, welcher Art auch immer. Imbusch schlägt diesbezüglich vor, bei Elias zwischen zwei Dimensionen der Macht zu unterscheiden. Jene Zwänge die sich auf Grundlage von Interdepenzen zwischen den Menschen abspielen und jene, die auf Grundlage ungleich verteilter Machtmittel zur Entfaltung gelangen (vgl. Imbusch, 2012, S. 173f).

Macht nach Elias ist also ein Konstrukt das sich in Figurationen also sozialen Beziehungen befindet und nur dort befindet. Einer alleine besitzt keine Macht. Nur die Interaktion zwischen zwei Personen oder zwischen Gruppen kann Macht ‚beinhalten’. Dabei spricht Elias von Abhängigkeiten zwischen diesen Gruppen oder Personen. Je nachdem wie die Abhängigkeiten verteilt sind, hat die eine Seite mehr Macht als die andere. Da sich die Figurationen ständig einem Wandel unterziehen, müssen folglich auch die Machtverhältnisse in ein dynamisches Feld gerückt werden. Um dies zu erreichen spricht Elias von Machtbalancen. Dabei erheben die Balancen keinen Anspruch auf Ausgeglichenheit, sondern beschreiben vielmehr den status quo, der sich dementsprechend verschieben kann. Dieser Verschub stellt die Dynamik dar, denn es muss nicht mehr von zwei statischen Polen ausgegangen werden. Wie viel Macht der einzelne oder die vielen im Miteinander wirklich zur Verfügung haben, wird bestimmt durch die Akumulation von Machtmitteln und -quellen. Derjenige der über mehr ‚Ressourcen’ verfügt, besitzt folglich auch ein größeres Machtpotenzial.

3.3 Niklas Luhmann

Um das Machtkonzept bei Luhmann in Ansätzen betrachten und verstehen zu können, bedarf es der vorherigen Darstellung und kurzen Aufarbeitung seiner zentralen Theorie der Systeme. In diesem umfassenden, fast als abgeschlossenes Werk zu einer Theorie der Gesellschaft zu begreifendes Konstrukt, verbergen sich die Sichtweisen Luhmanns auf das Thema Macht. Dabei ist das Machtkonzept nicht als Folge der Systemtheorie zu begreifen, sondern als einer der vielen Ursprünge. In seiner unerlässlichen Arbeitsweis[5] konstruierte er die verschiedensten Ansätze auf denen er die spätere Theorie fußen ließ. Somit stellen seine Überlegungen bezüglich eines ‚Systems’ von Macht, einen grundlegenden und nicht zu vernachlässigenden Teil seines Oeuvres dar (vgl. Luhmann, 1998, S. 60ff; Reese-Schäfer, 2005, S. 37ff).

Die Systemtheorie selber war dazu gedacht, die Gesellschaft der Welt in Gänze zu fassen. Außen vor ließ er jedoch den Wahrheitsanspruch, denn darum ging es ihm nicht bei seinen Arbeiten. Grundlage seiner Überlegungen ist die Annahme der Tatsache, dass jedem gesellschaftlichen System ein Konstrukt, besser gesagt eine Struktur zu Grunde liegt, die sich auch in anderen Systemen wiederfinden lässt. Der Kern seiner Theorie stützt sich auf die Unterscheidung und Anwendung des Begriffspaares System/Umwelt. Damit ersetzt er ‚alte’ Unterscheidungen, die sich auf Subjekt und Objekt konzentrieren. Luhmann strebte danach, in der Gesellschaft, die er als hochgradig komplex und kompliziert beschreibt, Ordnung und vor allem Einfachheit zu etablieren. Dafür benutzt der die Systeme. „Umwelt ist alles, was das untersuchte System nicht ist. Auch die anderen Systeme sind Umwelt“ (Rastelli, 2008). Wie diese Einfachheit aussieht, zeigt die Abgrenzung der beiden Begrifflichkeiten zueinander. Wichtig dabei ist, dass in der Betrachtung eines Systems, der Fokus, bzw. die Aufmerksamkeitsspanne des Einzelnen, keine Betrachtung eines anderen Systems zulässt (vgl. Rastelli, 2008; Luhmann, 1998, S. 60ff; Baecker, 2008).

Will man einzelne Systeme verstehen, muss man in den meisten Fällen andere Systeme zuerst verstehen. Dies verhält sich ähnlich mit der Systemtheorie selbst. Um einzelne Teile in das große Ganze einordnen zu können, muss man dafür andere gelesen und verstanden haben. Die Systeme, genauso wie die einzelnen Teile der Arbeit selber, sind selbstreferenziell. Neben der Selbstreferenzialität spricht Luhmann den Systemen auch noch die Selbstherstellung zu. Sie generieren sich aus sich heraus und halten sich selber am Leben. Akteure dieser Systeme sind dabei keine Personen oder Gruppen, sondern viel abstrakter die Kommunikation. Um die selbsterhaltenden und selbstgenerierenden Prozesse zu beschreiben, bediente er sich eines Konstruktes aus der Biologie, die Autopoiesis. Biologen verstehen darunter die Eigenschaft von Zellen, nur das aufzunehmen, was sie zum Überleben und zur Reproduktion brauchen. So betrachtet Luhmann auch die sozialen Systeme. Diese nehmen nur die Informationen aus der Kommunikation auf, die sie für die weitere Existenz brauchen, was also an den Sinn des bestehenden Systems anschlussfähig ist. „Ein soziales System kommt zustande, wann immer ein autopoietischer Kommunikationszusammenhang entsteht und sich durch Einschränkung der geeigneten Kommunikation gegen eine Umwelt abgrenzt. Soziale Systeme bestehen demnach nicht aus Menschen, auch nicht aus Handlungen, sondern aus Kommunikationen“ (Luhmann, 1986, S. 269). Sinn ist ebenso ein wichtiges Merkmal von sozialen Systemen, als dass Luhmann darin ein Mittel zur Reduktion der bereits erwähnten Komplexität sieht. Grenzen des Systems, sind demnach gleichzeitig auch Komplexitätsgrenzen. Die Abgrenzung von innen heraus beschreibt Luhmann anhand einer binären Codierung: Was wird wahrgenommen und was wird nicht wahrgenommen. Dafür wird der Beobachter eingeführt. Dieser vermag es seine Aufmerksamkeit auf einen Punkt zu richten, wie zum Beispiel ein Haus. All das was nicht Haus ist, entzieht sich in diesem Moment dem Blickwinkel des Beobachters. Hier greift wieder die von Luhmann beschriebene Sinnhaftigkeit der Reduktion der komplexen Umwelt. Dass der Beobachter in seinem Tun unterscheidet, bemerkt er jedoch nicht. Folglich entsteht ein blinder Fleck in seiner Beobachtung. Als Konsequenz gibt es keine vom Beobachter unabhängige Realität. Luhmann treibt dieses ‚Spiel’ weiter und führt einen Beobachter ‚zweiter Ordnung’ ein. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Zweite Ordnung eine übergeordnete ist, vielmehr befindet sie sich auf der gleichen Abstraktionsebene wie die erste. Das kommt dadurch zustande, dass der Beobachter zweiter Ordnung den ersten beim Beobachten beobachten kann, womit sein Fokus auf den ersten Beobachter gelegt ist. Dadurch entsteht bei dem Beobachter zweiter Ordnung wiederum ein ‚blinder Fleck’ in der eigenen Beobachtung, den er nicht bereinigen bzw. ausgleichen kann (vgl. Luhmann, 1998, S. 65ff; Rastelli, 2008; Reese-Schäfer, 2005, S. 37ff; Baecker, 2008). „Wenn man schließlich mit in Betracht zieht, daß Beobachten immer ein Operieren ist, das durch ein autopoietisches System durchgeführt werden muß, und wenn man den Begriff dieses Systems in dieser Funktion als Beobachter bezeichnet, führt das zu der Aussage: der Beobachter ist das ausgeschlossene Dritte seines Beobachtens“ (Luhmann, 1998, S. 69).

Luhmann fasst den Kern dessen, was das Gesellschaftssystem ausmacht, folgendermaßen zusammen: „Das Gesellschaftssystem wird [...] nicht durch ein bestimmtes »Wesen«, geschweige denn durch eine bestimmte Moral [...] charakterisiert, sondern allein durch die Operation, die Gesellschaft produziert und reproduziert. Das ist Kommunikation“ (Luhmann, 1998, S. 70).

Sein Konzept von Macht ist, wie beschrieben, kein alleinstehender Term, sondern Teil der ‚großen Theorie’. Er grenzt seine Vorstellungen über Macht von den klassischen Machttheorien ab, weil ihm deren Aufbau auf dem Vorhandensein von Kausalität missfällt. Macht ist diesbezüglich die Ursache einer Wirkung und wird an das Verhalten des Machtbetroffenen gebunden. Das wiederum hätte anders sein müssen, wenn die Macht nicht eingesetzt worden wäre. „Wichtig dabei ist, dass das Verhalten des Machtunterworfenen nicht nur hätte anders sein können, da sonst die zur Erklärung der Macht notwendige Kausalitätsannahme nicht notwendig und demnach hinfällig ist“ (Brodocz, 2012, S. 247). Luhmanns Ansatz richtet sich an den Vorstellungen Talcot Parsons zum Thema Macht aus. Dieser betrachtet Macht als soziales Interaktionsmedium. Im Anschluss daran entwickelte Luhmann „ein eigenes Konzept symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien“ (Brodocz, 2012, S. 248f). Zu diesen Medien zählt Luhmann neben Macht auch noch insbesondere Liebe, Geld und Wahrheit. Die Subsumierung unter dem Konstrukt der ‚symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien’ bedingt die Möglichkeit des Vergleiches. „Die zentrale These ist, dass allen Kommunikationsmedien ihr funktionaler Bezugspunkt, d.h. das Problem, zu dessen Lösung sie beitragen, gemeinsam ist: die Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation “ (Brodocz, 2012, S. 249). Kommunikation setzt sich aus drei verschiedenen Teilprozessen zusammen. Eine Information wird zu einer Mitteilung, die beim Empfänger verstanden ( Verstehen ) werden muss. Dieser dreiteilige Selektionsprozess kann immer anders ausfallen, da die einzelnen Teile auch immer anders hätten aufgenommen werden können. Mit dem Verstehen eröffnet sich eine weitere Möglichkeit, die der Annahme oder Ablehnung der Kommunikation. Ablehnung beinhaltet die Möglichkeit des Abbruches der Kommunikation, also ein Scheitern. Diese Unschärfe führt zur Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation, in der lediglich das Verstehen mit einer Garantie ausgestattet ist. „Hier kann auch die Sprache an sich nicht weiterhelfen, da sie Ja und Nein gleichberechtigt behandelt. Sie bedarf darum »Erfolgsmedien« (Luhmann 1991: 203), wie das der Macht, die als symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien »die Annahme einer Kommunikation erwartbar [...] machen in Fällen, in denen die Ablehnung wahrscheinlicher ist.« (Luhmann 1997: 316)“ (Brodocz, 2012, S. 250). Von Macht bestimmte Kommunikation besteht also darin, dass das Handeln des einen das Handeln des anderen beeinflusst. In der Form, dass der Mitteilende darüber entscheidet, wie der Empfänger zu handeln hat und diese Entscheidung befolgt sehen will. Macht gilt in diesem Verhältnis als Steigerung der Wahrscheinlichkeit des Eintretens der geforderten Handlungsweise. „Dem Machtunterworfenen legt sie in der prinzipiell offenen Entscheidung über Annahme oder Ablehnung dieser mächtigen Kommunikation nahe, anzunehmen, während sie gleichzeitig den Machthaber zu einer mächtigen Kommunikation motiviert, indem sie eine Annahme des Machtunterworfenen erwartbar macht“ (Brodocz, 2012, S. 251). Macht besitzt damit gleichermaßen einen motivationalen Charakter für beide Seiten, indem sie sie auf die Selektionsweise des Machthabers in der Hinsicht wirkt, dass er die Motivation des Machtunterworfenen zur Grundlage seiner Selektionsentscheidung macht (vgl. Luhmann, 2012a, S. 11ff; Luhmann, 2012b, S. 50ff; Hübenthal, 2005, S. 41ff; Brodocz, 2012, S. 247ff).

3.4 Michel Foucault

Wie bereits eingangs beschrieben ist Foucault in einem wissenschaftlichen Umfeld groß geworden, das zu Beginn seiner Schaffensphase vom Existenzialismus und im späteren Verlauf – und das ist besonders für sein Konzept der Macht von Bedeutung – vom Strukturalismus geprägt war. Er selbst verortete sich nie in den Reihen der Strukturalisten, obgleich einige Ansätze seiner Arbeiten und die Art und Weise wie er arbeitet auf einen existenzialistischen Impakt schließen lassen.

In Anlehnung an Ferdinand de Saussure, einem Schweizer Sprachwissenschaftler, der Sprache als ein System von Zeichen betrachtete, konzentrierte sich der Strukturalismus auf die Analyse und Betrachtung der verschiedenen Gegenstandsbereiche unter der Prämisse, dass diese „als ein Regelsystem aufzufassen“ sind, „die aus sich selbst heraus“ funktionieren und deren Strukturen „keinen Bezug zu einem externen Referenten mehr“ (Kaven, 2006, S. 132) kennen. Ebenso betrachtete Foucault die Regeln und Bauprinzipien der von ihm analysierten Gegenstände als zentralen Punkt (vgl. Hübenthal, 2005, S. 43f; Kaven, 2006, S. 132f).

Als Instrumente zur Betrachtung und Analyse der gesellschaftlichen Prozessen und Vorgängen, bedient sich Foucault der Archäologie und der Genealogie. Besonders die Genealogie ist mit dem Konstrukt der Macht verbunden, wie das nachfolgende Zitat darlegt: „Während die Archäologie die Freilegung des systematischen Gehalts von Aussagen im System diskursiver Regelmäßigkeiten beabsichtigt, betrachtet die Genealogie deren Entstehung aus historisch sich verändernden Machtkonstellationen und Machtspielen“ (Bublitz, 2001, S. 29). Macht bzw. Machtpraktiken bilden also den Grundbegriff der genealogischen Geschichtsschreibung. Zur gleichen Zeit fungiert der Diskursbegriff als Grundlage für die Archäologie (vgl. Deleuze, 1992, S. 9ff). „Wie Foucault am Ende der Archäologie ausführt, geht es ihm darum, die Regeln, denen die Geschichte und die Erzählungen, die Ökonomie und das soziale Verhalten einer Gesellschaft gehorchen, ans Licht zu bringen, ohne sie einem subjektiven Bewußtsein, aber auch, ohne sie einem »universalen Diskurs« (AW: 285) zuzuordnen“ (Bublitz, 2001, S. 28).[6]

In der Weiterentwicklung seines archäologischen Ansatzes mithilfe einer Machttheorie verlässt Foucault zusehends die Grenzen des Strukturalismus. In dem Verhältnis von Mikro- und Makroebene, steht der Strukturalismus für eine Dominanz der Makroebene. Diese beinhaltet zum Beispiel die Strukturen und das Regelsystem. Foucault versucht diesen Part mit der Mikroebene, also den einzelnen Sprechakten und Handlungen in Verbindung zu setzen. Dazu bedient er sich des Machtgebildes (vgl. Kaven, 2006, S. 135f).

Um dieses zu fassen, kann man an verschiedenen Punkten ansetzen, oder unterschiedliche Betrachtungswinkel von Autoren zu Rate ziehen. Foucault selber bietet eine Möglichkeit, indem er versucht, Macht mithilfe dreier Fragepronomina näher zu spezifizieren. Er fragt nach dem Wie der Macht. Wie sieht die Ausübung von Macht aus? Wie die Äußerungen dieser? Des Weiteren fragt er nach dem Was. Was ist Macht eigentlich? Was macht die Natur der Macht aus? Zuletzt bemüht er das Warum. Wo liegen die Ursprünge der Macht? Wie lässt sich ihre Existenz erklären. In diesem Zusammenhang bietet Foucault fünf Punkte an, mit denen sich Macht analysieren lässt und die, folgt man Kaven, als Antwort auf diese drei Fragen gelten können (vgl. Kaven, 2006, S. 142):

1. „Das Einwirken auf Handlungen anderer bringt ein ‚System der Differenzierungen’ hervor. [...]
2. Die Subjekte, die zueinander in Beziehung treten, haben Interessen und verfolgen Ziele. [...]
3. Das Einwirken auf die Handlungen anderer geschieht mit Hilfe von Instrumenten [...].
4. Es ergeben sich verschiedene Grade der Institutionalisierung und Verfestigung von Machtverhältnissen [...].
5. Das Ergebnis solcher Prozesse des Einwirkens auf Handlungen anderer kann verschiedene Grade der Rationalität aufweisen, im Sinne von Effizienz [...]“ (Kaven, 2006, S. 142f).

Im weiteren Verlauf seiner Arbeiten nimmt Foucault noch eine weitere Unterscheidung in vier Punkte vor, die dazu dienen sollen, das Machtkonzept näher zu spezifizieren. Er gliedert seine Überlegungen diesbezüglich in die Hauptformen der Macht, wie zum Beispiel die Bio-Politik der Bevölkerung, die Machttechniken, die unter anderem die Kontrolle von Diskursen bedeuten kann, die Machtinstitutionen, wie Schule, Familie oder Polizei und die Dispositive, wie zum Beispiel das Sexualdispositiv, ein (vgl. Smart, 1985, S. 93ff; Kaven, 2006, S. 143f; Sarasin, 2006, S. 158ff, 166ff; Detel, 2006, S. 31ff).

Einen anderen Betrachtungswinkel liefert Kneer, der ebenfalls vier verschiedene Punkte unterscheidet, in die er das Machtkonstrukt von Foucault einbettet:

[...]


[1] Im Folgenden nur noch HSU.

[2] M. als Abkürzung steht hierbei stellvertretend für Macht.

[3] Im Folgenden sollen diese Formen der Herrschaft nur kurz angerissen und dargestellt werden. Da sie für das Konstrukt Macht nicht essenziell sind, aber eine Folge dessen, erfolgt die Darstellung überblicksartig.

[4] Beispiele für solche Verkettungen sind nach Elias unter anderem Arbeits-, Trieb- und Besitzketten (vgl. Imbusch, 2012, S. 171).

[5] Ein Beleg für seinen ‚Arbeitsdrang’ liefert ein Auszug aus einem Interview mit Luhmann: „»Ich muß Ihnen sagen, daß ich nie etwas erzwinge, ich tue immer nur das, was mir leichtfällt. Ich schreibe nur dann, wenn ich sofort weiß, wie es geht. Wenn ich einen Moment stocke, lege ich die Sache beiseite und mache etwas anderes.« - »Was machen Sie dann?« - »Na, andere Bücher schreiben. Ich arbeite immer gleichzeitig an mehreren verschiedenen texten. Mit dieser Methode, immer an mehreren texten zu schreiben, habe ich nie Blockierungen.«“(Baecker & Stanitzek, 1987, S. 145f, zit. nach, Reese-Schäfer, 2005, S. 154).

[6] Weiterführende Betrachtungen zu den Begrifflichkeiten von Archäologie und Genealogie sind an dieser Stelle nicht vorgesehen und nicht möglich. Das begründet sich einerseits mit dem Umfang der Ausarbeitung und andererseits mit der eigentlichen Fokussierung auf die Machtthematik. Für tiefergehende Informationen bezüglich des Begriffspaares, die durchaus als notwendig angesehen werden, siehe auch Bublitz, 2001, S. 29ff; Kaven, 2006, S. 131ff; Deleuze, 1992, S. 69ff; Ruffing, 2010, S. 52ff; Smart, 1985, S. 31ff, 41ff.

Ende der Leseprobe aus 91 Seiten

Details

Titel
Machtpotential und -missbrauch an der Universität zwischen Dozenten und Studenten
Untertitel
Am Beispiel von Fallrekonstruktionen
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (Soziologie unter besonderer Berücksichtigung der Mikrosoziologie)
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
91
Katalognummer
V263455
ISBN (eBook)
9783656521846
ISBN (Buch)
9783656527381
Dateigröße
1325 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Macht, Norbert Elias, Max Weber, Hannah Arendt, Michel Foucault, Niklas Luhmann, Machtkonstrukte, Student, Dozent, Universität
Arbeit zitieren
Tobias Engfer (Autor), 2013, Machtpotential und -missbrauch an der Universität zwischen Dozenten und Studenten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263455

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