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»Kant wurde Idiot.« Nietzsches Kritik am theologischen Wertefundament der Kantischen Moralphilosophie

Título: »Kant wurde Idiot.« Nietzsches Kritik am theologischen Wertefundament der Kantischen Moralphilosophie

Trabajo Escrito , 2013 , 27 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Björn Heigel (Autor)

Filosofía - Práctica (etica, estética, cultura, naturaleza, derecho, etc.)
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1865 notiert der junge Nietzsche zu Beginn seiner Studienzeit in Bonn: »Die Lehre von der Subjektivität der Erscheinungen war ganz neu« und bezieht sich hier auf Kant. Doch schon 1872 findet sich in der Geburt der Tragödie erste Kritik an der "ungeheuren Tapferkeit und Weisheit Kant's […]" und – bis kurz vor Nietzsches Zusammenbruch – liest man immer wieder ablehnende Hasstiraden gegen "jenen verwachsensten Begriffs-Krüppel, den es je gegeben hat, den grossen Kant" – Was war passiert?
Nach einem einleitenden Exkurs in die theoretische Philosophie Kants wird der Werdegang des kategorischen Imperativs umrissen, jenes "objektive[n] Prinzip[s], woraus, als einem obersten praktischen Grunde, alle Gesetze des Willens […] abgeleitet werden können." So soll der erste Teil dieser Arbeit zunächst einen grundlegenden Überblick über Anspruch und Leistung der praktischen Philosophie Kants geben. Der zweite Teil rückt oben erwähnten Befund Nietzsches ins Zentrum, gleichsam dessen Behandlung von "Irrthümlichkeit und Wahn aller moralischen Urtheile" soweit sie den Kontext der Moralphilosophie Kants betreffen. Im Fokus steht dabei keine chronologische Betrachtung der Kant-Kritiken unter den Wirk- und Schaffensperioden Nietzsches. Viel eher geht es um eine systematische Kritik des kategorischen Imperativs, verstanden als Höhepunkt der Kantischen Ethik, der hier innerhalb des Kontextes der Moral- und Religionsphilosophie Nietzsches betrachtet wird.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Teil:

Die Genese des kategorischen Imperativs in Kants praktischer Philosophie

1.1 Das Fundament des Kantischen Kritizismus: die kopernikanische Wende der Metaphysik

1.2 Der gute Wille als Voraussetzung des kategorischen Imperativs

1.3 Die Maxime des Willens als allgemeines Sittengesetz: der kategorische Imperativ

II. Teil:

»Der kategorische Imperativ riecht nach Grausamkeit ...« – Nietzsches Destruktion der Kantischen Moralphilosophie

2.1 Der kategorische Imperativ in ›genealogischer‹ Kritik

2.1.1 Herren- und Sklaven-Moral als Ursprung eines »absoluten Werte[s] des bloßen Willens« (Kant)

2.1.2 Der kategorische Imperativ als religiöses Herrschaftsinstrument

2.1.3 Nietzsches Kritik am autoritären Charakter des kategorischen Imperativs

2.3 Nietzsche als philosophischer Erbe Kants – ein Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die kritische Auseinandersetzung Friedrich Nietzsches mit der Moralphilosophie Immanuel Kants. Ziel ist es, Nietzsches Destruktion des Kantischen Moralverständnisses – insbesondere des kategorischen Imperativs – systematisch nachzuzeichnen und aufzuzeigen, wie Nietzsche Kants Ideal eines absoluten Sittengesetzes als religiös geprägtes Herrschaftsinstrument und Ausdruck einer lebensfeindlichen Moral entlarvt.

  • Genese und methodische Grundlagen des Kantischen Kritizismus
  • Die Rolle des »guten Willens« und der Maxime in Kants Ethik
  • Nietzsches genealogische Kritik an der absoluten Moral
  • Die Differenz zwischen Herren- und Sklaven-Moral
  • Die Entlarvung moralischer Systeme als Instrumente der Macht

Auszug aus dem Buch

2.1 Der kategorische Imperativ in ›genealogischer‹ Kritik

Der kategorische Imperativ hält der Aufgabe, subjektive Motivationen durch ein Sittengesetz legitimieren zu können, bravourös stand – eine wahre Problemkluft tut sich auf, wenn man den Blick ausgehend einer höheren Abstraktionsebene zulässt: »Der Handlung fehlt die Moralität.«

Kant vergisst, dass die Annahme des guten Willens, den er, wie oben dargestellt, als Voraussetzung für die Konstruktion des kategorischen Imperativs benötigt, auf dem Fundament einer theologischen Ethik fußt – und die normative Bestimmung, die er innerhalb eines Sittengesetzes verortet, gar abhängig bleibt von einem »Wert, den er sich selbst zugestand, klüglich hinwegzuschlüpfen«.

Worin liegt die Bestimmung dieses obersten Wertes selbst, dessen Rationalitätsanspruch Kant größtenteils unangetastet lässt und zugleich den Kern der Vorwürfe Nietzsches ausmacht? Immerhin – ohne die Annahme des Guten bliebe vom theoretischen Fundament des kategorischen Imperativs nicht viel übrig. Festzuhalten bleibt auch, dass Kant den Gegensatz der Werte braucht »weil, wie schon die Kritik der praktischen Vernunft lehrt, [...] alles Handeln der Menschen ›in Ansehung des sittlichen Gesetzes‹ stattfindet. Mit dem Sittengesetz hat demnach jeder Mensch ein, wegen seines Status als ›Faktum der Vernunft‹ unhintergehbares Kriterium des Guten und Bösen, angesichts dessen seine ›Gesinnung‹ oder ›Denkungsart‹ nicht moralisch indifferent sein kann – um nicht zu sagen: sein darf.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Bedeutung Kants und die radikale Gegenposition Nietzsches ein, um das Erkenntnisinteresse einer systematischen Kritik der Kantischen Ethik zu begründen.

I. Teil: Die Genese des kategorischen Imperativs in Kants praktischer Philosophie: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Basis des Kantischen Kritizismus und die Herleitung des kategorischen Imperativs als oberstes moralisches Prinzip.

1.1 Das Fundament des Kantischen Kritizismus: die kopernikanische Wende der Metaphysik: Hier wird der erkenntnistheoretische Rahmen Kants skizziert, der die Grundlage für seine spätere praktische Philosophie bildet.

1.2 Der gute Wille als Voraussetzung des kategorischen Imperativs: Das Kapitel analysiert den Begriff des guten Willens als zentrales Element der Pflichtethik und Kants Versuch, moralisches Handeln von subjektiven Neigungen zu befreien.

1.3 Die Maxime des Willens als allgemeines Sittengesetz: der kategorische Imperativ: Der Abschnitt behandelt die systematische Ausformulierung des kategorischen Imperativs als Handlungsregel, die allgemeingültig sein soll.

II. Teil: »Der kategorische Imperativ riecht nach Grausamkeit ...« – Nietzsches Destruktion der Kantischen Moralphilosophie: Dieses Kapitel widmet sich Nietzsches Gegenangriff, der die Moral als geschichtlich gewachsenes und interessengeleitetes Konstrukt entlarvt.

2.1 Der kategorische Imperativ in ›genealogischer‹ Kritik: Untersuchung der methodischen Kritik Nietzsches, der die moralischen Ansprüche Kants als philosophisch problematisch und historisch kontingent einstuft.

2.1.1 Herren- und Sklaven-Moral als Ursprung eines »absoluten Werte[s] des bloßen Willens« (Kant): Analyse des Gegensatzes zwischen den verschiedenen Moral-Typologien und deren Auswirkungen auf das menschliche Handeln.

2.1.2 Der kategorische Imperativ als religiöses Herrschaftsinstrument: Aufzeigung der Verflechtung von Moral und Theologie bei Kant aus der Perspektive Nietzsches.

2.1.3 Nietzsches Kritik am autoritären Charakter des kategorischen Imperativs: Erörterung des Vorwurfs, dass der Imperativ das Individuum unterwirft und als Instrument der Macht fungiert.

2.3 Nietzsche als philosophischer Erbe Kants – ein Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der philosophischen Beziehung zwischen den beiden Denkern und Ausblick auf die Bedeutung dieser Kritik für die Moderne.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Friedrich Nietzsche, Kategorischer Imperativ, praktische Philosophie, Moraltheorie, Genealogie, Herren-Moral, Sklaven-Moral, Sittengesetz, Aufklärung, Metaphysik, Wille zur Macht, Wertumwertung, Pflichtethik, Vernunft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die philosophische Auseinandersetzung zwischen Immanuel Kant und Friedrich Nietzsche, wobei der Fokus auf Nietzsches Dekonstruktion der Kantischen Moralphilosophie liegt.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind der kategorische Imperativ, das Konzept des guten Willens, die genealogische Herleitung von Moral sowie die psychologischen und religiösen Implikationen von Kants Ethik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Nietzsche Kants Moral als ein Instrument der Unterdrückung und als Ausdruck einer lebensfernen, religiös geprägten Tradition dekonstruiert.

Welche methodische Herangehensweise wird genutzt?

Die Arbeit nutzt eine systematische philosophische Analyse, wobei insbesondere die genealogische Methode Nietzsches angewendet wird, um die historischen und ideologischen Voraussetzungen von Kants Ethik zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen des Kantischen Kritizismus und des kategorischen Imperativs dargelegt, gefolgt von der scharfen Kritik Nietzsches an dieser Morallehre.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie kategorischer Imperativ, Sklaven-Moral, Aufklärung, Wille zur Macht und genealogische Kritik charakterisiert.

Wie bewertet Nietzsche das Kantische Konzept des "Guten Willens"?

Nietzsche betrachtet den "guten Willen" bei Kant kritisch als ein Konstrukt, das tief in einer religiös-theologischen Tradition verwurzelt ist und letztlich darauf abzielt, das Leben zu verneinen.

Welche Rolle spielt die Religion bei der Entstehung von Kants Moral laut dieser Arbeit?

Laut der vorliegenden Untersuchung sieht Nietzsche Kants Moralphilosophie als ein Erbe christlicher Werte, das lediglich in ein säkulares, philosophisches Gewand gekleidet wurde, um moralischen Gehorsam zu sichern.

Final del extracto de 27 páginas  - subir

Detalles

Título
»Kant wurde Idiot.« Nietzsches Kritik am theologischen Wertefundament der Kantischen Moralphilosophie
Universidad
Martin Luther University  (Institut für Ethnologie und Philosophie)
Calificación
1,3
Autor
Björn Heigel (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
27
No. de catálogo
V263487
ISBN (Ebook)
9783656522638
ISBN (Libro)
9783656524946
Idioma
Alemán
Etiqueta
idiot nietzsches kritik wertefundament kantischen moralphilosophie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Björn Heigel (Autor), 2013, »Kant wurde Idiot.« Nietzsches Kritik am theologischen Wertefundament der Kantischen Moralphilosophie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263487
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