Gegen Ende der Kreidezeit vor rund 65 Millionen Jahren starben weltweit die Dinosaurier aus. Diese teilweise bis zu 40 Meter langen Echsen hatten bis dahin die Erde beherrscht. Wenige Millionen Jahre nach dem Verschwinden der Dinosaurier tauchten im späten Paläozän vor etwa 61,7 Millionen Jahren in Europa und ab dem frühen Eozän vor über 50 Millionen Jahren auch in Nordamerika riesige flugunfähige Vögel namens Gastornis auf. Schon zu ihren Lebzeiten begann der Siegeszug der ehedem unscheinbaren kleinen Säugetiere. Die bis zu mehr als 2 Meter großen und schätzungsweise 100 Kilogramm schweren Laufvögel der Gattung Gastornis behaupteten sich über 20 Millionen Jahre lang, ehe sie im mittleren Eozän vor ca. 40,4 Millionen Jahren von der Bühne des Lebens abtraten. Fossile Funde von ihnen barg man in den USA (New Mexico, New Jersey, Wyoming) und in Europa (Frankreich, Belgien, England, Deutschland). Mit diesen umstrittenen Laufvögeln, die man inzwischen in einem ganz anderen Licht als früher sieht, befasst sich das Taschenbuch „Gastornis – Der verkannte Terrorvogel“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Unter seinen mehr als 300 Büchern, Taschenbüchern, Broschüren und E-Books befinden sich zahlreiche Werke über urzeitliche Tiere.
Inhaltsverzeichnis
Gastornis – Der verkannte Terrorvogel
Vorwort
Gastornis in neuem Licht
Gastornis – Der verkannte Terrorvogel
Bücher von Ernst Probst
Zielsetzung & Themen
Diese Publikation widmet sich der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Gattung Gastornis, einem riesigen flugunfähigen Vogel des Paläogens. Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, das veraltete und oft als „Terrorvogel“ missverstandene Image dieser Spezies zu revidieren, ihre systematische Einordnung zu korrigieren und auf Basis neuester paläontologischer Erkenntnisse ihre tatsächliche Lebensweise als Pflanzenfresser zu beleuchten.
- Historische Entdeckungsgeschichte und taxonomische Fehlinterpretationen
- Anatomische Analyse und Skelettrekonstruktion von Gastornis
- Vergleich mit anderen riesigen flugunfähigen Vögeln weltweit (z.B. Titanis, Aepyornis, Moas)
- Untersuchung der Ernährungsgewohnheiten und ökologischen Nischen
- Kritische Würdigung der Fossilfunde aus Europa und Nordamerika
Auszug aus dem Buch
Gastornis – Der verkannte Terrorvogel
Als 1986 mein Buch „Deutschland in der Urzeit. Von der Entstehung der Erde bis zum Ende des Eiszeitalters“ erschien, las man darin: „Zu den größten Vögel Europas im Paläozän zählte der bis zu zwei Meter große Riesenlaufvogel Gastornis, der einen sehr großen Schädel, ein auffallend kleines Flügelskelett und riesenhaft entwickelte Füße hatte. Skelettreste von ihm aus dem Paläozän kennt man aus Frankreich und Deutschland“.
Heute sieht man die Sachlage im Fall von Gastornis und Diatryma anders. Gastornis ist inzwischen nicht mehr nur auf das Paläozän und Europa beschränkt. Man vermutet gegenwärtig, Gastornis und Diatryma seien identisch und ordnet beide der ersteren Gattung zu. Nach neueren Erkenntnissen gilt Gastornis nicht mehr als Raubvogel, sondern als Pflanzenfresser.
Das erste Fossil von Gastornis entdeckte man 1855 in marinen Ablagerungen aus dem Paläozän bei Meudon unweit der französischen Hauptstadt Paris. Dabei handelte es sich um einen fast 45 Zentimeter langen linken Unterschenkelknochen (Tibiotarsus) von einem riesigen Vogel. Laut Chargon der Geologen und Paläontologen kam der Knochen im „Conglomérat de Meudon“ an der Basis des „Argile Plastique“ zum Vorschein.
Zusammenfassung der Kapitel
Gastornis in neuem Licht: Einführung in das Thema, die geologischen Epochen des Paläozäns und Eozäns sowie der Übergang von der Herrschaft der Dinosaurier hin zu den ersten großen Laufvögeln.
Gastornis – Der verkannte Terrorvogel: Detaillierte Betrachtung der Entdeckungsgeschichte, der Korrektur früherer Fehlinterpretationen und der wissenschaftlichen Einordnung von Gastornis im Vergleich zu vermeintlichen Raubvögeln.
Bücher von Ernst Probst: Ein Verzeichnis der weiteren populärwissenschaftlichen Werke des Autors zu paläontologischen und anthropologischen Themen.
Schlüsselwörter
Gastornis, Diatryma, Riesenlaufvogel, Paläontologie, Paläogen, Fossilien, Systematik, Pflanzenfresser, Skelettrekonstruktion, Terrorvögel, Phorusrhacidae, Evolution, Geiseltal, Messel, Urvögel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Buch grundsätzlich?
Das Buch bietet einen Überblick über die Geschichte, Entdeckung und wissenschaftliche Neubewertung des riesigen, flugunfähigen Vogels Gastornis.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Korrektur des Bildes von Gastornis als Raubvogel, die Identifizierung mit der Gattung Diatryma und die Analyse seiner tatsächlichen Lebensweise.
Was ist das primäre Ziel des Autors?
Das Ziel ist es, den Leser über den aktuellen Stand der paläontologischen Forschung zu informieren und das populäre, aber falsche Image des "Terrorvogels" wissenschaftlich zu widerlegen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden erwähnt?
Der Autor stützt sich auf die Revision fossiler Funde, den Vergleich von Skelettrekonstruktionen und die Analyse von Kalzium-Isotopen in Knochen zur Bestimmung der Ernährung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Entdeckungsgeschichte in Frankreich, den Funden in Deutschland (Geiseltal, Messel) und den Vergleichen mit anderen Riesenvögeln wie dem Moa oder dem Aepyornis.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gastornis, Paläozän, Eozän, Fossilisation, Taxonomie und der Wandel vom vermeintlichen Fleischfresser zum Pflanzenfresser.
Warum galt Gastornis früher als Raubvogel?
Frühe, fehlerhafte Skelettrekonstruktionen durch Victor Lemoine erweckten den Anschein, Gastornis besäße einen hakenförmigen Schnabel und reptilienartige Merkmale, was zur Fehlinterpretation als "Buschbrecher" und Räuber führte.
Welche neuen Erkenntnisse haben das Bild gewandelt?
Untersuchungen von Kalzium-Isotopen in versteinerten Knochen aus dem Geiseltal haben gezeigt, dass die Isotopenverhältnisse eher denen pflanzenfressender Säugetiere entsprechen.
Wie unterscheiden sich die Funde aus Messel und dem Geiseltal?
Die Fossilien aus dem Geiseltal sind meist dreidimensional erhalten, während die Funde aus der Grube Messel aufgrund der Sedimentbeschaffenheit meist flachgedrückt vorliegen.
- Quote paper
- Ernst Probst (Author), 2013, Gastornis. Der verkannte Terrorvogel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263538