Einfluss von Stimmung und Motivation auf kognitive Prozesse


Praktikumsbericht / -arbeit, 2004

9 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methode

3. Ergebnisse

4. Diskussion

5. Literatur

Zusammenfassung: Bless, Bohner, Schwarz und Strack (zitiert nach Martin, Ward, Achee & Wyer Jr., 1993) haben in früheren Experimenten gezeigt, dass Menschen in positiver Stimmung Informationen eher oberflächlich verarbeiten im Gegensatz zu Menschen in negativer Stimmung, welche Informationen systematischer verarbeiten. Mit diesem Experiment soll gezeigt werden, dass durch verschiedenen Interpretationen der eigenen Stimmung, dieselbe Stimmung verschiedene Einflüsse auf die Motivation haben kann. In dem folgenden Experiment wurden 48 Versuchspersonen (Vpn) unter den Bedingungen Stimmung und Motivation untersucht. Dabei wurde angenommen, dass Stimmung und Motivation in Hinblick auf die Arbeitsleistung miteinander interagieren. In Bezug auf die Bearbeitungsdauer der Aufgabe ergab sich ein signifikanter Haupteffekt der Stimmung. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass Stimmung und Motivation nur die Arbeitsleistung und nicht die Bearbeitungsdauer, die wiederum von den unterschiedlichen Stimmungen beeinflusst wird, beeinflusst. Wahrscheinlich wurde die Hypothese aufgrund der kleinen Stichprobe nicht vollständig bestätigt.

1. Einleitung

In diesem Experiment soll näher untersucht werden, inwieweit sich die Stimmung auf die Bearbeitungsweise einer Aufgabe auswirkt.

In früheren Untersuchungen wurde gezeigt, dass Menschen in positiver Stimmung Informationen eher oberflächlich bearbeiten, Menschen in negativer Stimmung dagegen systematischer in ihrer Bearbeitungsweise sind. (Bless, Bohner, Schwarz & Strack, zitiert nach Martin et al, 1993)

Martin et al. (1993) gehen davon aus, dass die Bearbeitungsweise einer Aufgabe in Form von Leistung und Dauer, vor allem von einer imaginären Fragestellung der bearbeitenden Person abhängt. Diese Fragestellung variiert je nach Situation, und soll in diesem Experiment zwei unterschiedliche motivationale Bedingungen schaffen, welche bei gleicher Stimmung zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Die Hypothese, welche wir mit dem folgenden Experiment untersuchen wollen, lautet, dass eine bestimmte Stimmung nicht zwangsweise eine bestimmte Bearbeitungsweise nach sich zieht, sondern, dass die Bearbeitungsweise vor allem von der Interpretation der spezifischen Stimmung und der Motivation abhängt. Somit sollte es einen Interaktionseffekt zwischen Stimmung und Motivation geben im Hinblick auf die Bearbeitungsweise. Demnach wird als Ergebnis erwartet, dass die Bearbeitungsweise einer Aufgabe je nach Stimmungsinduktion und Stoppregel unterschiedlich ausfällt.

Laut Hypothese sollten die Vpn mit positiver Stimmungsinduktion wenn ihnen die Aufgabe Spaß macht länger und intensiver an einer Aufgabe arbeiten als diejenigen mit negativer Stimmungsinduktion unter der selben motivationalen Bedingung („Spaß“-Bedingung). Unter der Fragestellung, ob sie die Aufgabe schon ausreichend bearbeitet haben („Genug“- Bedingung), sollte es dementsprechend andersherum sein, das heißt, dass die Vpn mit negativer Stimmungsinduktion länger und intensiver an einer Aufgabe arbeiten als diejenigen mit positiver Stimmungsinduktion.

2. Methode

Stichprobe: Es wurden 48 Vpn, davon 35 Frauen und 13 Männer, gleichmäßig und zufällig auf die vier experimentelle Bedingungen verteilt. Die Vpn waren im Mittel 23,6 Jahre alt und überwiegend Studenten. Die Studenten des Fachs Psychologie bekamen für die Teilnahme an dem Experiment Versuchspersonenstunden für das experimentalpsychologische Praktikum 1 angerechnet.

Design: Um die Hypothese zu prüfen, wurde ein 2 (pos/neg)x2(Spaß/genug) Versuchsplan mit den experimentellen Bedingungen (negativ/Spaß), (negativ/genug), (positiv/Spaß) und (positiv/genug) verwandt. Unabhängige Variablen (UVn) waren zu diesem Zweck die Motivation, die Aufgabe zu bearbeiten, welche durch eine Stoppregel beeinflusst werden sollte, sowie spezifische Stimmungsinduktion positiver oder negativer Art. Die motivationale Bedingung wurde als Stoppregel „Hör mit der Aufgabe auf, wenn du meinst, du hast die Aufgabe ausreichend bearbeitet.“ beziehungsweise „Hör mit der Aufgabe auf, wenn es dir keinen Spaß mehr bereitet.“ operationalisiert. Die abhängigen Variablen (AVn) waren Bearbeitungsdauer und die Arbeitsleistung, die durch die benötigte Zeit und die Anzahl der generierten Obst- und Gemüsesorten operationalisiert wurden.

Material: Das Material umfasste sieben Seiten mit schriftlichen Instruktionen und Fragebögen. Das erste Blatt diente der Erfassung der persönlichen Daten der Vp. Zur Stimmungsinduktion wurde eine Erinnerungsaufgabe (Abele 1990) verwandt. Laut dieser sollten die Versuchspersonen sich, je nach Bedingung, an ein besonders positives oder besonders negatives Erlebnis ihrer Vergangenheit erinnern, welches für sie noch Heute Bedeutung hat, außerdem wurden sie gebeten dieses niederzuschreiben. Durch diese Erinnerung soll dann positive oder negative Stimmung hervorrufen. Anhand des PANAS (Watson, zitiert nach Martin et al 1993.) wurde die Stimmungsinduktion gemessen. Aufgebaut ist der PANAS so, dass jeweils zehn positive und negative Adjektive aufgeführt sind, welche die Vp in der aufsteigenden Skala von 1-5 ankreuzen soll, inwieweit jeder Stimmungsausdruck in diesem Moment für sie zutrifft. Anschließend folgte eine Distraktoraufgabe in Form von Rechenaufgaben. Die nachfolgende Generierungsaufgabe bestand aus dem Aufzählen von Obst- und Gemüsesorten. Der Abschlussfragebogen sollte die Vermutungen hinsichtlich der Hypothese prüfen.

Versuchsdurchführung: Das Experiment wurde in einer ca. 30 minütigen Einzelsitzung im immer gleichen Versuchsraum durchgeführt. Die Versuchspersonen dachten, sie nähmen an einem Experiment zur Erinnerung an Lebensereignisse und deren Speicherung im Gedächtnis teil.

Zuerst wurde die Vp gebeten, Angaben über ihr Alter, Geschlecht und ihre derzeitige berufliche Tätigkeit zu machen. Sie wurde angewiesen, sich die allgemeinen Instruktionen durchzulesen und wenn sie keine Fragen mehr hatte, gleich mit dem sogenannten PANAS zu beginnen. Danach sollte sich die Vp je nach Bedingung an ein sehr positives oder sehr negatives Erlebnis ihrer Vergangenheit erinnern, welches für sie noch heute von Bedeutung ist. Außerdem wurde sie gebeten, es ausführlich niederzuschreiben. Diese Aufgabe wurde nach 15 Minuten vom Vl abgebrochen. Anschliessend sollte die Vp ihre jetzige Stimmung erneut mit Hilfe des PANAS angeben. Danach erfolgte eine Distraktoraufgabe in Form von Rechenaufgaben, die nach 1 Minute vom Vl abgebrochen wurde. Nun sollte die Vp die Instruktion für die Generierungsaufgabe auf der nächsten Seite lesen. Es handelte sich dabei um das Auflisten von Obst- und Gemüsesorten, je nach Bedingung so viele, bis die Vp entweder meinte, sie hätte genug, oder keinen Spaß mehr an der Aufgabe. Die Vp signalisierte dem Vl Anfang und Ende ihrer Aufzeichnung, und dieser stoppte die Zeit mit Hilfe einer Stoppuhr. Abschließend wurde die Vp in einem Abschlussfragebogen befragt, welche Vermutungen zur Versuchshypothese sie hat und über die richtige Hypothese aufgeklärt. Der Vl dankte und verabschiedete die Vp und zählte anschließend die generierten Obst- und Gemüsesorten und notierte die afgewandte Zeit.

3. Ergebnisse

Datenverwendbarkeit: Nach Abschluss des Experiments wurden die Vpn darüber befragt, welche Hypothese sie hinter dem Experiment vermuten. Dabei wurde festgestellt, dass keine der Vpn die Hypothese vollständig vermutet hatte. Jedoch bestand bei den meisten ein starker Verdacht bezüglich der Stimungsinduktion. Dennoch konnten alle Daten zur Auswertung herangezogen werden.

Stimmungsinduktion: Um zu überprüfen, ob die Stimmungsinduktion erfolgreich war, haben wir den T-Test für unabhängige Stichproben verwendet. Dabei wurden die Mittelwerte in den einzelnen Gruppen nach der Stimmungsinduktion verglichen. Es stellte sich heraus, dass die Vpn, die in positive Stimmung versetzt worden waren, nach der Stimmungsinduktion signifikant positiver gestimmt waren (M=3,45) als diejenigen Vpn, die in negative Stimmung versetzt worden waren (M=2,35); (t(46)=5,545, p<0,00). Entsprechend konnte festgestellt werden, dass die Vpn in positiver Stimmung signifikant weniger negativ gestimmt waren (M=1,21), als diejenigen Vpn, die in negative Stimmung versetzt worden waren (M=1,82); (t(46)=-4,419, p<0,00). Daraus resultiert, dass die Stimmungsinduktion erfolgreich war.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Einfluss von Stimmung und Motivation auf kognitive Prozesse
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig  (Institut für Psychologie)
Veranstaltung
Experimentalpraktikum
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
9
Katalognummer
V26354
ISBN (eBook)
9783638287135
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einfluss, Stimmung, Motivation, Prozesse, Experimentalpraktikum
Arbeit zitieren
Cornelia Witt (Autor), 2004, Einfluss von Stimmung und Motivation auf kognitive Prozesse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26354

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