Aktive Arbeitsmarktpolitik


Seminararbeit, 2013

23 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die aktive Arbeitsmarktpolitik
2.1 Begriffsabgrenzung der aktiven Arbeitsmarktpolitik
2.1 Die Wirkungskanäle von AAMP
2.2 Mikroökonomische vs. makroökonomische Evaluation

3 Unterschiedliche Studien zum Thema AAMP
3.1 Die Untersuchungen von Marcello Estevao zum Thema AAMP
3.2 Die Untersuchungen der Effekte von öffentlich geförderten Weiterbildungen

4 Schlussbetrachtung

Anhang:

Literaturverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Ergebnisse von Estevao

Abb. 2: Arbeitsmarktgleichgewichtsmodell

Abb. 3: Robustheitstest

1 Einleitung

Die Bemühungen um eine aktive Arbeitsmarkpolitik (AAMP) in Europa werden in der Fachliteratur vor allem auf die stetig steigende Arbeitslosigkeit während der 1970er und der 1980er Jahre zurückgeführt (vgl. Marcello 2003, S. 3). Missverhältnisse zwischen Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage, hohe Löhne im Verhältnis zur Produktivität und ein unflexibler Arbeitsmarkt ließen die Arbeitslosenrate innerhalb der OECD-Länder von im Durchschnitt 3% im Jahr 1973 bis über 8% im Jahre 1993 anwachsen (vgl. Martin, Grubb 2001, S. 1). Infolgedessen entwickelten sich die AAMP in den 1990er Jahren zu einem der wichtigsten Instrumente, die aus Sicht der Regierungen Europas, zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit einzusetzen waren (vgl. Lechner, Wunsch, Miquel 2011, S. 743). Die Frage nach den Effekten solcher staatlicher Eingriffe in den Arbeitsmarkt steht im Mittelpunkt der nachfolgenden Ausarbeitung. Hierbei wird in der Abfolge der Arbeit zunächst eine Abgrenzung des Begriffes aktive Arbeitsmarktpolitik vorgenommen, um anschließend die Effekte und Wirkungen von Instrumenten der AAMP zu verdeutlichen. Diese besitzen sowohl Einfluss auf die Arbeitsnachfrage als auch auf das Arbeitsangebot und beeinflussen somit das Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt. Die so entstehenden einzelnen Wirkungskanäle der AAMP werden in Abschnitt 2.2 in einem einfachen Arbeitsmarkt-Gleichgewichtsmodell dargestellt und erläutert. Da ein solch triviales Modell die komplexe Wirkung der AAMP auf das Arbeitsmarktgleichgewicht nicht in ihrer Ganzheit beschreiben kann, besteht der Hauptteil dieser Arbeit in den Betrachtungen unterschiedlicher empirischer Erhebungen über Effekte von AAMP auf die Beschäftigungsquote. Der Unterscheidung von makroökonomischen und mikroökonomischen Erhebungsmethoden folgt im Anschluss eine detaillierte Betrachtung einer makroökonomischen Untersuchung von Estevao (2007) über die Wirkung der AAMP auf die Beschäftigungsquote. Hierbei werden wichtige Erkenntnisse herausdestilliert und Probleme bei älteren Studien aufgezeigt. In Abschnitt 3.2 hingegen werden Gemeinsamkeiten aus mikroökonomischen Evaluationen dargelegt und deren Ergebnisse in der Folge kurz dargestellt und verglichen. Abschließend folgt eine kritische Stellungnahme zu denen in Abschnitt 3 aufgestellten Erhebungsmodellen und Ergebnissen.

2 Die aktive Arbeitsmarktpolitik

2.1 Begriffsabgrenzung der aktiven Arbeitsmarktpolitik

Mithilfe der aktiven Arbeitsmarktpolitik soll ein zur Schaffung von Arbeitsplätzen freundliches Regelwerk aufgebaut werden, welches auch rezessiven Einschnitten entgegenwirken kann (vgl. Franz 2009, S. 425). Eine genaue Begriffsfassung der AAMP bietet das Zentrum für Wirtschaftsforschung. Demnach werden unter AAMP vor allem solche Maßnahmen verstanden, die das Ziel besitzen, eine (Wieder-) Eingliederung von Arbeitslosen in reguläre Beschäftigung zu erreichen (vgl. www.zew.de, Stand: 01.12. 2013). Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei bei der Hilfestellung für Problemgruppen wie Langzeitarbeitslose sowie Personen mit besonderen Vermittlungshemmnissen (z.B. Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung) (vgl. Franz 2009, S. 425). Die AAMP wird dahingehend unterschieden, ob die Maßnahmen auf den Ausgleich des Arbeitsmarktes, auf das Arbeitsplatzangebot und die Nachfrage, oder ob sich die AAMP auf die Gestaltung der Arbeitsbedingungen beziehen (vgl. www.zew.de, Stand:01.12.2013). Unter den beschriebenen Maßnahmen befinden sich unter anderem die Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen und die direkten Lohnkostenzuschüsse an Arbeitgeber. (vgl. www.zew.de, Stand: 01.12.2013). Demgegenüber steht die passive Arbeitsmarktpolitik. Diese bedient das Hauptziel der sozialen Sicherung, wobei die entsprechenden Maßnahmen hier unter anderem aus den Instrumenten der Frührente und der Zahlung von Arbeitslosengeld bestehen (Estevao, 2003, S. 7).

2.1 Die Wirkungskanäle von AAMP

In den Untersuchungen von Calmfors (2002) und Estevao (2003) werden die Wirkungen der AAMP mithilfe eines Modells über Wirkungskanäle und deren Auswirkungen auf das Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt beschrieben. Die Nachfrage auf diesem Markt wird durch eine abwärtsgerichtete Arbeitsnachfragekurve, das Angebot durch eine aufwärtsgerichtete Lohnsetzungskurve dargestellt. Diese Kurve kann aus einer Vielzahl von Ergebnissen und Theorien von den bis heute meistbekannten Untersuchungen zur Lohnfindung generiert werden (vgl. Estevao, 2003, S. 4). Enthalten sind hierbei auch die Ergebnisse der Analysen über die Lohnverhandlungen von Layard, Nickel und Jackman (1991). Mit ihren Ausführungen über den Einfluss von Gewerkschaftsverhandlungen auf Löhne und die Arbeitslosigkeit entwickelten sie eine Lohnverhandlungstheorie. Unter anderem stellten sie fest, dass der Erfolg von Lohnverhandlungen von der Macht der Gewerkschaft, von der Elastizität der Nachfrage nach Arbeit und von der generellen Arbeitslosenrate abhängig ist (vgl. Layard, Nickell, Jackman, 1991, S. 83). Eine solche Betrachtung der Gesamtauswirkungen in einem Gleichgewichtsmarkt ist nur mithilfe einer makroökonomischen Erhebung, auf die in Abschnitt 3.1 näher eingegangen wird, durchzuführen. Die in der weiteren Abfolge erläuterten fünf Wirkungskanäle zeigen auf, wie die Effekte der AAMP das oben beschriebene Gleichgewichtmodell beeinflussen (vgl. Anhang Abb. 2): Erstens steigert die AAMP die Effizienz der Zusammenführung (Matching) von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage da sie die Fähigkeiten der Arbeitslosen auf die nachgefragten optimiert (z.B. durch Weiterbildung) oder indem sie die Sucheffektivität der Teilnehmer erhöht (vgl. Estevao 2003, S. 4). Die daraus resultierende Verringerung der Stellenleerstände reduziert den Lohndruck, da Firmen aufgrund des verbesserten Matchings (mehr passende Arbeitnehmer pro Stelle) eine erhöhte Lohn-Verhandlungsmacht besitzen als zuvor (vgl. Calmfors 2002, S. 13). Infolgedessen verschiebt sich die Lohnsetzungskurve nach rechts und erhöht somit die Beschäftigungsrate (vgl. Estevao, 2003, S. 4). Zusätzlich entstehen für Arbeitgeber sehr hohe Kosten aus lehrstehenden Stellen, die Verringerung der Kosten führt zu einer Verschiebung der Nachfrage nach rechts, da ein verbessertes Matching zu einer erhöhten Profitabilität der Firmen führt und somit die Nachfrage nach Arbeit erhöht. Zweitens wird die Produktivität der Arbeitskräfte durch Weiterbildungsprogramme oder mithilfe von direkten Lohnkostenzuschüssen an Arbeitgeber durch Verbesserung der Fähigkeiten der in diesen Jobs beschäftigten („on-the-job learning“) gesteigert (vgl. Estevao 2003, S. 5). Da die Nachfrage nach nun produktiveren Arbeitskräften höher ist als ohne, führt eine Verbesserung der Produktivität zur Verschiebung der Nachfragekurve nach rechts. Hieraus ergeben sich höhere Löhne und eine erhöhte Beschäftigung (vgl. Calmfors 2002, S. 15). Drittens, AAMP führt dazu, dass Arbeitslose nicht in die Langzeitarbeitslosigkeit abgleiten. Somit wird vermieden, dass die Arbeitslosen für den Arbeitsmarkt nur noch wenig Bedeutung besitzen. Der daraus resultierende erhöhte Wettbewerb um Arbeitsplätze verschiebt die Lohnsetzungskurve nach unten und führt somit zu höher Beschäftigung und zu niedrigeren Lohnkosten (vgl. Estevao, 2003, S.6).Viertens, Arbeitsplatzschaffungsprogramme (z.B. direkte Lohnkostenzuschüsse für niedrigqualifizierte Arbeitskräfte) können die Beschäftigung über Mitnahmeeffekte beeinflussen. So können sie ein Substitut für nicht subventionierte Arbeitskräfte darstellen. Von diesen Effekten ist dann die Rede, wenn ein Arbeitsloser ein bestimmtes Ergebnis auch ohne die Maßnahme erreicht hätte (vgl.www.zew.de, Stand 02.02.2013). Trotzdem kann der mit einer Senkung der Arbeitskosten erhöhte Einkommenseffekt groß genug sein, um die Arbeitsnachfrage zu erhöhen. Dies führt im Gleichgewicht zu höheren Löhnen und zu einer erhöhten Beschäftigung (vgl. Estevao, 2003, S. 6). Fünftens, aktive Arbeitsmarktpolitiken können den negativen Nutzen von Arbeitslosigkeit verringern, da sie eine Beschäftigung für sonst unbeschäftigte Arbeiter bieten, sie bieten ihnen Einkommen und die Hoffnung die Arbeitsmarktfähigkeiten zu erhalten. Arbeiter würden daraufhin bei Verhandlungen höhere Löhne verlangen und im Gleichgewicht wäre die Beschäftigung niedriger (vgl. ebd., S. 6).

Das Bruttoergebnis auf die Beschäftigungsquote ist in der Folge der mannigfaltigen Wirkungskanäle der AAMP-Maßnahmen nicht eindeutig feststellbar und bedarf somit empirischer Erhebungen und Analysen. Hierzu werden nun in der weiteren Folge dieser Ausarbeitung Ergebnisse aus unterschiedlichen Erhebungen dargestellt und verglichen.

2.2 Mikroökonomische vs. makroökonomische Evaluation

Erhebungen zur Wirkung von AAMP auf die Beschäftigungsquote verlangen entweder nach makroökonomischen oder nach mikroökonomischen Erhebungsverfahren. (vgl. www.zew.de, Stand 01.01.2012). Mikroökonomische Studien haben den Vorteil einer besseren Isolierung von bestimmten Funktionen. Mithilfe mikroökonomischer Evaluationsverfahren kann die Beschäftigungswahrscheinlichkeit nach einer Teilnahme an einer bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme präzise ermittelt werden. Hierzu wird die Auswirkung auf den Erfolg auf dem Arbeitsmarkt zwischen einem Teilnehmer an einer Maßnahme und seinem hypothetischen Pendant bei Nichtteilnahme ermittelt (kontrafaktischer Zustand) (vgl. www.zew.de, Stand 03.01.2013). Die Problemantik bei einer solchen Betrachtung besteht in der Messung der hypothetischen Erfolgswahrscheinlichkeit am Arbeitsmarkt bei einer hypothetischen Nichtteilnahme. Dieses Problem wird in den meisten Evaluationen durch eine real existente Gruppe der Nichtteilnehmer umgangen (vgl. www.zew.de, Stand 03.01.2013). Ein weiterer beeinflussender Effekt ist die Selektionsverzerrung. Diese beschreibt die nicht zufällige Auswahl der Teilnehmer für eine AAMP aus dem Pool der Arbeitslosen. Diese werden aufgrund von personenspezifischen Eigenschaften in eine solche Maßnahme selektiert. Die daraus folgenden positiven oder negativen Auswirkungen auf die Beschäftigungswahrscheinlichkeit können nun nicht eindeutig der Maßnahme, sondern auch der vorausgegangenen Selektion der Teilnehmer zugeschrieben werden (vgl.www.zew.de, Stand 03.01.2013). Dies kann mithilfe der nichtparametrischen Matching-Methode umgangen werden. Hierbei wird angenommen, dass alle personenbezogenen Eigenschaften sowohl die Wahrscheinlichkeit einer Partizipation an dieser

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Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Aktive Arbeitsmarktpolitik
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Arbeitsmarktökonomik
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
23
Katalognummer
V263563
ISBN (eBook)
9783656521952
ISBN (Buch)
9783656526681
Dateigröße
983 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aktive, arbeitsmarktpolitik
Arbeit zitieren
Diplom Volkswirt Simon Laier (Autor), 2013, Aktive Arbeitsmarktpolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263563

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