Die Steuerung von Liquiditätsrisiken im Leasinggeschäft


Seminararbeit, 2011

22 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffliche Grundlegungen
2.1. Risiko
2.2. Risikomanagement
2.3. Der Liquiditätsbegriff
2.4. Der Begriff des Liquiditätsrisikos

3. Anforderung und Umsetzungen der MaRisk zur Steuerung der Liquiditätsrisiken
3.1. Anforderungen der MaRisk an die Leasinggesellschaften
3.2. Die Risikotoleranz und die Früherkennung von Liquiditätsengpässen
3.3. Das Stresstesting
3.4. Die Notfallplanung

4. Liquiditätssteuerung im Rahmen der Refinanzierung
4.1. Die Refinanzierung als Liquiditätssteuerung
4.2. Die Darlehensfinanzierung im Mobilien-Geschäft
4.3. Der Regresslose Forderungsverkauf (Forfaitierung)
4.4. Die Refinanzierung mit ABS-Produkten

5. Ein Ausblick in die Zukunft der Leasingbranche

Literaturverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Nicht erst seit dem Ausbruch der Finanzkrise spielt die Liquidität als Kernrisiko von Finanzdienstleistern die entscheidende Rolle im Risikomanagement. Doch gerade in der jüngsten Wirtschaftskrise hat das Risikomanagement und die Bedeutung der Liquidität in hohem Maße die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die rückläufigen Investitionsvolumina und die Schwierigkeiten der Refinanzierung1 belasten die Leasingbranche bis heute. Zusätzlich bringen neue rechtliche Rahmenbedingungen weitere Herausforderungen mit sich, deren Umsetzung und Implementierung für die mittelständisch geprägte deutsche Leasingbranche große Anforderungen beinhalten.

In dieser Seminararbeit wird ein Überblick über die möglichen Auswirkungen der gesetzlichen Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) dargestellt. Zu diesem Zweck werden zunächst die Begriffe Risiko, Liquidität, Risikomanagement und Liquiditätsrisiko erläutert. Daran schließt sich eine kurze Beschreibung der Inhalte und der Anforderungen des MaRisk-Rundschreibens (August 2009) an. Hierzu werden die Forderungen nach der Festlegung einer Risikotoleranz, die Forderungen nach dem Stresstesting und diejenigen nach einer Notfallplanung als wichtige Bestandteile auf mögliche Umsetzungen in Leasinggesellschaften hin erörtert. Diese Eckpfeiler spiegeln zwar nicht alle erwähnenswerte Aspekte wieder - eine Erweiterung auf andere Anforderungen würde jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Der für eine ausreichende Liquiditätssteuerung wichtige Punkt der Refinanzierung folgt im Anschluss. Hierbei ist hervorzuheben, dass die Gliederungspunkte 4.2. (Darlehensfinanzierung) und 4.3. (regressloser Forderungsverkauf) bis heute noch mit weitem Abstand die wichtigsten Refinanzierungsformen für die Leasingbranche in Deutschland ausmachen. Die strukturierte Verbriefung der Forderung mit Hilfe der ABS- Transaktionen ist eine weitere Möglichkeit der Refinanzierung von Leasinggesellschaften. Diese ist im Laufe der Wirtschaftskrise in Verruf geraten, bringt jedoch einige wichtige Vorteile mit sich.

Die hier vorliegende Seminararbeit bildet ein mögliches Grundgerüst zur Frage, wie sich eine Leasinggesellschaft auf rechtlicher Grundlage und mit wirtschaftlicher Handlungsweise vor Liquiditätsengpässen schützen kann. Da in dieser Arbeit erläutert wird, dass das Liquiditätsrisiko kein eigenständiges Risiko darstellt, sondern von einer Unmenge von beeinflussenden Faktoren kontaminiert wird, ist eine ganzheitliche Betrachtung des Liquiditätsrisikos nicht möglich. Die Fokussierung auf die zwei Hauptpunkte sind aber entscheidende Faktoren zum Fortbestehen einer Leasinggesellschaft.

2. Begriffliche Grundlegungen

2.1. Risiko

Die Gemeinsamkeit aller Risikoauffassungen ist die Unbestimmtheit des Eintritts zukünftiger Ereignisse.2 Da unternehmerische Entscheidungen stets auch einen Zukunftsbezug aufweisen, ist Risiko Grundelement eines jeden Unternehmens. Bei Betrachtung des Risikos aus wirtschafts- wissenschaftlicher Sicht definiert sich der Risikobegriff zum einen durch die Ursache, zum anderen durch die Wirkung. Der Informationsstand eines Entscheidungsträgers beschreibt dabei die Ursache des Risikos, wohingegen die Wirkung in der Verfehlung wirtschaftlicher Ziele besteht. In der ursachenbezogenen Wirkungsweise wird der Risikobergriff als die Gefahr einer Fehlentscheidung festgelegt.3 Zusätzlich verlangt die umfassende ursachenbezogene Risikoauffassung nach einer Ergänzung. Demnach muss auch der nicht erkannte Handlungsbedarf zu den Fehlentscheidungen als Ursache für das Entstehen von Risiken betrachtet werden. Denn nicht nur die bewusst vollzogenen Wahlhandlungen, sondern auch die unbewusst unterlassene unternehmerischen Tätigkeiten sind bei einer ganzheitlichen ursachenbezogenen Risikodefinition zu berücksichtigen.

In der wirkungsbezogenen Betrachtung wird das Risiko häufig als die Gefahr des Eintritts eines unvorhersehbaren Schadens verstanden. Die simultane Verwendung der Begriffe „Schaden“ und „Verlust“ ist aus betriebswirtschaftlicher Betrachtung naheliegend. Auch wenn in dieser Arbeit besonders auf die monetären Risiken Bezug genommen wird, spielen bei einer ganzheitlichen Betrachtung auch nicht bilanzielle Risiken wie z.B. Qualität oder soziale Ziele eine Rolle.4

In Fortlauf dieser Arbeit wird der Risikobegriff durch die hier beschriebene Gefahr eines Verlustes beschrieben, wobei Verlust als derjenige Zustand zu verstehen ist, der auf die Ausprägung eines absoluten Wertes einen verschlechternden Einfluss hat.

2.2. Risikomanagement

„Unter Risikomanagement wird die Messung und Streuung aller betriebswirtschaftlichen Risiken unternehmensweit verstanden.“5 Das Risikomanagement ist in den verschiedenen Wirtschaftsbranchen als unterschiedlich bedeutend anzusehen. Speziell in Finanzdienst- leistungsunternehmen stellt das Risikomanagement einen grundlegenden Faktor bei der Leistungserstellung dar, denn gerade hier korrespondieren die Chancen mit den jeweiligen Risiken.6 Zudem erhöht eine Vielzahl von gesetzlichen Regularien die Bedeutung einer Risikosteuerung erheblich. In einer zielgerichteten Unternehmensführung steht die Erstellung und Verwertung von Leistungen in einer konträren Beziehung zum Risikomanagement. Als Bestandteil des Controllings übernimmt das Risikomanagement hierbei eine Sicherungsfunktion im Bereich der Unternehmensführung. Ziel des Risikomanagement kann es nicht sein, Risiken komplett zu vermeiden. Vielmehr muss die Optimierung von Rendite und systematischem Risiko so gesteuert werden, dass die risikooptimale Unternehmensposition gefunden und gesichert wird.7

Es gibt zwei Ansätze Risikomanagement zu betreiben. In ersten Fall steht die Identifizierung jedes einzelnen Risikos im Mittelpunkt.8 Dieser Ansatz wird auch Risikozerlegung genannt. Ein zweiter Ansatz beschreibt die Risikoaggregation - hier wird das Risiko durch Diversifikation gemindert.9

Im Folgenden wird das Risikomanagement als Implementierung von gesetzlichen und betriebswirtschaftlichen Anforderungen an Leasinggesellschaften dargestellt. Die Betrachtung von Risikodiversifikation und Risikozerlegung wird dabei eine wichtige Rolle einnehmen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der proaktiven Risikosteuerung.

2.3. Der Liquiditätsbegriff

Der Begriff Liquidität wird im Allgemeinen mit der Definition der kurzfristigen Liquidität (operative Liquidität) gleichgesetzt.10 Kurzfristige Liquidität beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, zu jedem Zeitpunkt die zwingend fälligen Zahlungsverpflichtungen uneingeschränkt erfüllen zu können. Der Begriff der Liquiditätssteuerung bezieht sich eindeutig auf die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsverpflichtung.11 Doch die verschiedenen Dimensionen des Liquiditätsbegriffs sind vielschichtig und verlangen nach einer weiteren Unterteilung. Neben der kurzfristigen Liquidität muss man auch die langfristige Liquidität betrachten, d.h. die Fähigkeit, genügend langfristige Refinanzierungs- möglichkeiten auf der Passivseite aufnehmen zu können, um die gewünschte Entwicklung der Aktivseite zu gewährleisten.12 Der dritte Liquiditätsbegriff ist die Marktliquidität; diese beschreibt die Möglichkeit zur Aufnahme von ausreichender Liquidität auf den Geld- und Kapitalmärkten.

Eine effektive Liquiditätssteuerung muss gewährleisten, dass der Anfangsbestand an Zahlungsmitteln und die eingehenden Cashflows die ausgehenden Cashflows übersteigen. Für Unternehmen ist daher folgende Formel anzuwenden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Vgl. Nemet (2010), S.VI.

2 Vgl., auch im folgenden, Burger/Buchard (2002), S.1.

3 Vgl., auch im folgenden, Pähler (1998), S.23.

4 Vgl. Ebenda, S.23.

5 Wolke, (2008), S.1.

6 Vgl., auch im folgenden, Burger/Buchard (2002), S.9.

7 Vgl. Ebenda, S.9.

8 Vgl., auch im folgenden, Hull (2011), S.17.

9 Vgl., auch im folgenden, Hull (2011), S.17.

10 Vgl. Keitel (2008), S.60.

11 Vgl. Becker (2009), S.13.

12 Vgl. Bartetzky/Gruber/Wehn (2008), S.9.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Die Steuerung von Liquiditätsrisiken im Leasinggeschäft
Hochschule
Universität Trier
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
22
Katalognummer
V263566
ISBN (eBook)
9783656521945
ISBN (Buch)
9783656531159
Dateigröße
717 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
steuerung, liquiditätsrisiken, leasinggeschäft
Arbeit zitieren
Diplom Volkswirt Simon Laier (Autor), 2011, Die Steuerung von Liquiditätsrisiken im Leasinggeschäft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263566

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