Der Stroop-Effekt


Praktikumsbericht / -arbeit, 2004

11 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

1. Einleitung

2. Erstes Experiment
2.1 Methode
2.2 Ergebnisse
2.3 Diskussion

3. Zweites Experiment
3.1 Methode
3.2 Ergebnisse
3.3 Diskussion

4. Allgemeine Diskussion

Literaturverzeichnis

Zusammenfassung

Der von J. Ridley Stroop entdeckte Effekt besagt, dass beim Lesen eines Wortes die Tintenfarbe keinen Einfluss auf die Lesezeit hat. Soll jedoch die Tintenfarbe eines inkongruent farbig gedruckten Farbwortes, das heißt Tintenfarbe und Wortbedeutung stimmen nicht überein, benannt werden, verlängert sich die Reaktionszeit der Farbbenennung stark.

Diese beiden Effekte werden in zwei Experimenten untersucht. In dem ersten Experiment werden die Lesezeiten von inkongruent farbig gedruckten Farbworten und schwarz weiß gedruckten Farbworten miteinander verglichen. Dabei konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Im zweiten Experiment dagegen werden die Reaktionszeiten der Farbbenennung zwischen inkongruenten Farbworten und farbigen X-Zeichen verglichen. Und es konnte ein signifikanter Unterschied bemerkt werden. Somit konnte der Stroop Effekt durch diese Untersuchung weiter empirisch bestätigt werden.

1. Einleitung

In diesem Experiment soll der Stroop Effekt näher untersucht werden. Der Stroop Effekt wurde nach seinem Entdecker J. Ridley Stroop benannt und besagt, dass beim Lesen eines Wortes die Tintenfarbe keinen Einfluss auf die Lesezeit hat. Soll jedoch die Tintenfarbe eines Farbwortes (z.B. blau, gelb, usw.) erkannt werden, wobei Wortbedeutung und Farbe nicht miteinander übereinstimmen (d.h. wenn Wort und Farbe inkongruent sind), verlängert sich die Reaktionszeit der Farbbenennung stark.

Die Ursache für diesen Effekt wird in den automatischen und kontrollierten Prozessen gesehen (Posner & Snyder, 1975). Automatische Prozesse werden durch Reize ausgelöst und laufen unbewusst ab, dabei wird keine Aufmerksamkeit und somit auch keine Verarbeitungskapazität für die Ausführung benötigt. Kontrollierte Prozesse dagegen werden durch Intentionen gesteuert und laufen bewusst ab. Daher beanspruchen sie auch ein zentrales Verarbeitungssystem mit begrenzter Kapazität. Das Lesen wird den automatischen Prozessen zugesprochen, die Farbbenennung dagegen den kontrollierten. Wenn der Output von zwei Prozessen in Konflikt zueinander steht, wird einer von beiden verlangsamt. Daraus resultiert die Verlängerung der Reaktionszeit bei der Farbbenennung bei inkongruenten Wörtern.

In zwei voneinander getrennten Versuchen soll dies näher untersucht werden. Die Hypothese hierzu lautete, dass die Lesedauer unabhängig von der Tintenfarbe und von Kongruenz ist, das heißt dass eine Versuchsperson beim Lesen von inkongruenten Wörtern nicht mehr Zeit benötigen sollte als beim Lesen von schwarz wissen Wörtern. Die Farbbenennung dagegen wird von der Wortbedeutung des Farbwortes beeinflusst. Somit sollte eine Versuchsperson bei der Farbbenennung von inkongruenten Wörtern eine längere Reaktionszeit benötigen als bei der Farbbenennung von Zeichen.

2. Erstes Experiment

In diesem Experiment soll untersucht werden, ob und wenn inwieweit die Tintenfarbe eines Wortes Einfluss auf die Lesezeit hat.

2.1 Methode

Versuchspersonen. Es nahmen 17 Versuchspersonen am Experiment teil, 3 Männer und 14 Frauen. Im Mittel waren die Versuchspersonen 24,8 Jahre alt, die Standardabweichung betrug 7,9. Die Versuchspersonen waren überwiegend Studenten, wobei Studenten des Fachs Psychologie für die Teilnahme am Experiment Versuchspersonenstunden für das Experimentalpsychologische Praktikum 1 angerechnet bekamen.

Die Versuchspersonen nahmen nacheinander an zwei Experimenten teil. Um Übungs- und Müdigkeitseffekte zu vermeiden, wurde die Experimentreihenfolge durch „counter balancing“ bei den Versuchspersonen ausbalanciert, das heißt die Versuchspersonen bekamen entweder erst die farbige oder erst die schwarz weiße Liste vorgelegt.

Design. Um dies zu überprüfen, wurde ein einfaktorieller Versuchsplan verwendet. Die unabhängige Variable Tintenfarbe wurde durch die Ausprägungen „schwarz“ und „farbig“ (rot, gelb, blau und grün) operationalisiert. Die abhängige Variable Lesezeit wurde durch die benötigte Zeit in Sekunden operationalisiert.

Material. Das Material bestand aus zwei Listen, beide mit der Überschrift „Worte lesen“. Beide Liste waren einzeilig mit den 30 Farbwörtern 7xrot, 8xblau, 7xgrün und 8xgelb in zufälliger Reihenfolge bedruckt. Die eine Liste war in schwarz weiß und die andere, bis auf die Überschrift, in zufälliger Reihenfolge mit den Farben rot, blau, grün und gelb bedruckt, ohne dabei mit der Wortbedeutung überein zu stimmen.

Durchführung. Das Experiment wurde in einer ca. zehnminütigen Einzelsitzung immer im gleichen Versuchsraum durchgeführt. Zuerst wurde die Versuchsperson gebeten, Angaben über ihr Alter zu machen, welche zusammen mit dem Geschlecht der Versuchsperson in eine Liste eingetragen wurden. Anschließend sollte die Versuchsperson die schwarz weiße Wortliste laut vorlesen. Dem Versuchsleiter diente eine zweite Liste zur Fehlererkennung. Die mit Hilfe einer Stoppuhr ermittelte Lesezeit wurde zusammen mit der Fehlerzahl wiederum in die Liste eingetragen. Mit der farbig gedruckten Liste wurde ebenso verfahren.

2.2 Ergebnisse

Laut der Hypothese sollte kein signifikanter Unterschied der Lesedauer zwischen der farbigen und der schwarz weißen Liste erkennbar sein. Eine Versuchsperson sollte für das Lesen der inkongruent farbig gedruckten Farbworte also nicht länger benötigen, als für das Lesen der schwarz weiß gedruckten Farbworte.

Analyse. Ein Wert wurde von der Analyse ausgeschlossen, da er um das Dreifache der Standardabweichung vom Mittelwert abgewichen ist. Um die Hypothese zu überprüfen, wurde der t-Test für gepaarte Stichproben verwendet, weil innerhalb der Versuchspersonen jeweils beide Messwerte erhoben wurden. . Die erhobenen Daten wurden auf dem Signifikanzniveau α=5% ausgewertet.

Nach der Hypothese wurde keine signifikanter Unterschied zwischen der Lesezeit der schwarz weiß und der farbig gedruckten Liste vorhergesagt. Die dementsprechende Analyse zeigt, dass die Lesezeit der schwarz weiß gedruckten Liste (M=12,2 Sekunden) sich nicht signifikant von der Lesezeit der farbig gedruckten Liste (M=14,3 Sekunden) unterscheidet (t(15)=-2,03; p=0,06).

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Der Stroop-Effekt
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig  (Institut für Psychologie)
Veranstaltung
Experimentalpraktikum
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
11
Katalognummer
V26357
ISBN (eBook)
9783638287166
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stroop-Effekt, Experimentalpraktikum
Arbeit zitieren
Cornelia Witt (Autor), 2004, Der Stroop-Effekt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26357

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