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Unterrichtsstörung: Ursachen und Handlungsansätze

Title: Unterrichtsstörung: Ursachen und Handlungsansätze

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 22 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Sabrina Habermann (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Wer kennt sie nicht? Ob aus Erfahrungen in der eigenen Schullaufbahn oder aus einem Schulpraktikum im Rahmen des Lehramtsstudiums – Unterrichtsstörungen sind allgegenwärtig und waren noch nie gefürchteter als heute.
In vielen Diskussionen wird der Ruf danach laut, Lehrern, wie in früheren Zeiten, wieder mehr Kontroll- und Disziplinierungsmöglichkeiten an die Hand zu geben, um die Schülerinnen und Schüler gegebenenfalls durch das Einsetzen von Gewalt in ihre Schranken zu weisen und somit die Kontrolle über die Klasse zurückzugewinnen.
Hierbei stellt sich jedoch die Frage, ob es sinnvoll ist, in einer Gesellschaft, deren Werte und Normen sich im Bezug auf den schulischen, aber auch familiären Umgang miteinander stark verändert haben, auf althergebrachte Disziplinierungsmaßnahmen zurückzugreifen, wo doch gerade heutzutage der Institution „Schule“ weitaus mehr Aufgaben zugerechnet werden, als die bloße Vermittlung von Lerninhalten.
Schülerinnen und Schüler sollen in der Schule vor allem auch bei der Persönlichkeitsbildung unterstützt werden, um ihnen die Orientierung in der Gesellschaft zu erleichtern. Hierzu gehören laut BRÜNDEL und SIMON Kompetenzen wie „Verantwortungsbewusstsein, die Anerkennung von Regeln im Umgang miteinander, Entscheidungs- und Antizipationsfähigkeit, Problemlösekompetenzen sowie Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft“ (2003, S. 9). Somit sollten Unterrichtsstörungen nicht durch übertriebene Disziplinierungsmaßnahmen unterdrückt werden, sondern der Lehrperson vor allem als Feedback für die eigene Unterrichtsgestaltung dienen.
Der Lehrer ist also dazu angehalten, mit jeder Art von Unterrichtsstörung reflexiv umzugehen. Einerseits ist es ihm somit möglich herauszufinden, inwieweit die sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler, wie Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft, schon ausgebildet sind, andererseits besteht aber auch die Möglichkeit, sich selbst, als Lehrperson, zum Gegenstand der Reflexion zu machen. Lehrerinnen und Lehrer sind mit ihrem Verhalten in gewisser Weise immer Vorbild für die Schüler und sollten sich darüber im Klaren sein, dass sich dieses positiv, aber auch negativ auf das Verhalten der Schüler auswirken kann.
Dies bedeutet, dass auch Faktoren wie Lehrerverhalten, Klassenmanagement oder Unterrichtsführung zu Unterrichtsstörungen führen können und die Ursachen nicht grundsätzlich bei den Schülern zu suchen sind.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

3. Gründe für Unterrichtsstörungen

3.1 Störfaktor 1 - Schule als Institution

3.2 Störfaktor 2 – Lehrerverhalten

3.2.1 Fallbeispiel: fehlende Präsenz

3.2.2 Subjektivität

3.2.3 Inkonsequenz/ ineffektive Ermahnungen

3.2.4 Vermittlung des Unterrichtsstoffes

3.3 Störfaktoren 3 - Schülerverhalten

3.3.1 Warum stören Schüler?

3.3.2 Warum stören sich für Klassenclowns lohnt

4. Prävention durch Reflexion

5. Intervention

6. Die Trainingsraummethode

6.1 Grundlagen

6.2 Praxis

6.2.1 Rechte und Pflichten

6.2.2 Vorgehen bei einer Unterrichtsstörung

6.2.3 Im Trainingsraum

6.2.4 Fallbeispiel

6.3 Kritik

6.4 Chancen

7. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen von Unterrichtsstörungen und analysiert, inwieweit das Lehrerverhalten, die Institution Schule sowie das Schülerverhalten hierbei eine Rolle spielen. Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten für einen präventiven Umgang mit Störungen aufzuzeigen und die "Trainingsraummethode" als effektives Interventionsmodell zu bewerten.

  • Ursachenanalyse von Unterrichtsstörungen
  • Die Rolle des Lehrerverhaltens und der Klassenführung
  • Wahrnehmung von Schülern und Motivation im Unterricht
  • Prävention durch Reflexion des eigenen Lehrerhandelns
  • Die Trainingsraummethode: Konzept, Praxis und kritische Würdigung

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Fallbeispiel: fehlende Präsenz

Zunächst möchte ich ein Beispiel aus meiner Tätigkeit in einem Nachhilfeinstitut anbringen, welches meiner Meinung nach einigen Aufschluss darüber gibt, wie sich das Lehrerverhalten negativ auf das Verhalten einiger Schüler auswirkt.

Während einer Mathematiknachhilfestunde zu Beginn des Schuljahres erzählte mir eine Schülerin der 7. Klasse einer Realschule, dass ihre neue Mathematiklehrerin „total blöd“ sei. Aus Interesse fragte ich sie, worin ihrer Meinung nach der Grund dafür liege – ob sie vielleicht zu streng sei oder schlecht erklären könne. Daraufhin erwiderte sie, dass es nicht daran liegen würde. Sie und ihre Freundin würden jedoch die ganze Mathematikstunde über private Themen sprechen und die Lehrerin würde einfach so tun, als merke sie es nicht. Nach einigen Wochen fragte ich die Schülerin erneut, ob es ihr im Mathematikunterricht nun besser gefalle, woraufhin sie mir erklärte, dass nun fast die ganze Klasse im Unterricht Unsinn mache und sogar schon der Rektor in den Unterricht kommen müsse, da die Lehrerin mit den Schülern nicht mehr zurechtkäme.

An diesem Beispiel lässt sich deutlich erkennen, dass das Versäumnis der Lehrerin, auf Unterrichtsstörungen konsequent zu reagieren, dazu führt, dass das Verhalten einiger weniger Schüler Einfluss auf das gesamte Verhalten der Klasse hat. Durch das Ignorieren der Konversation werden die Schüler in ihrem Verhalten bestärkt, da auf dieses keine negative Konsequenz für sie folgt. Der Lehrperson fehlt somit die wichtige Eigenschaft der Präsenz, welche den Schülern eigentlich den Eindruck vermittelt sollte, die Lehrkraft habe alles im Blick und ihr entginge nichts (Nolting, 2002, S. 33). Durch diese Gleichgültigkeit fühlen sich auch potenziell ruhigere Schüler dazu animiert, den Unterricht zu stören. Diese Situation ist ein Teufelskreis, der sich nur sehr schwer unterbrechen lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Allgegenwärtigkeit von Unterrichtsstörungen und fordert eine reflexive Haltung der Lehrperson ein, anstatt nur auf Disziplinierung zu setzen.

2. Begriffsklärung: Verschiedene Definitionen von Unterrichtsstörungen werden diskutiert, wobei die Subjektivität der Lehrperson als wesentlicher Faktor hervorgehoben wird.

3. Gründe für Unterrichtsstörungen: Dieser Abschnitt analysiert die Schule als Institution, das Verhalten der Lehrkraft (Präsenz, Konsequenz) und die Motivationslage der Schüler als Hauptursachen.

4. Prävention durch Reflexion: Hier wird dargelegt, dass Lehrkräfte ihr eigenes Handeln kritisch hinterfragen müssen, um präventiv auf ein lernförderliches Klima einzuwirken.

5. Intervention: Es wird erörtert, dass pauschale "Rezepte" bei Störungen wenig helfen und Interventionen immer situationsangemessen begründet sein müssen.

6. Die Trainingsraummethode: Das Kapitel erläutert das Konzept der Trainingsraummethode inklusive der Regeln, Rechte und Pflichten sowie der Durchführung von Schülergesprächen.

7. Resümee: Die Autorin fasst zusammen, dass ein autoritativer Erziehungsstil und die Bereitschaft zur professionellen Reflexion essenzielle Bestandteile eines erfolgreichen Unterrichts sind.

Schlüsselwörter

Unterrichtsstörungen, Lehrerverhalten, Präsenz, Konsequenz, Trainingsraummethode, Schülermotivation, Wahrnehmungskontrolltheorie, Reflexion, Intervention, Disziplin, Klassenführung, Schülerverhalten, Lernklima, Schulpflicht, Selbstverantwortung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Problematik von Unterrichtsstörungen aus der Perspektive einer Lehramtsstudierenden und untersucht, warum Schüler stören und wie Lehrkräfte professionell darauf reagieren können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Ursachenforschung von Störungen (Schule, Lehrer, Schüler), die Bedeutung der Reflexion für Präventionsmaßnahmen sowie die detaillierte Vorstellung und kritische Analyse der Trainingsraummethode.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Unterrichtsstörungen häufig nicht nur bei den Schülern liegen, sondern eng mit dem Lehrerverhalten verknüpft sind, und Strategien für einen konstruktiven Umgang damit zu liefern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse renommierter Pädagogen (wie z.B. Lohmann, Nolting, Bründel & Simon) sowie der Reflexion von Erfahrungen aus der Schulpraxis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse (Schule, Lehrer, Schüler), Methoden der Prävention durch Reflexion, Möglichkeiten der Intervention und eine detaillierte Darstellung des Konzepts der Trainingsraummethode.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Unterrichtsstörungen, Lehrerpräsenz, Konsequenz, Trainingsraummethode, Selbstverantwortung der Schüler und reflexive Unterrichtsgestaltung.

Welche Rolle spielt die "Wahrnehmungskontrolltheorie" in der Arbeit?

Die Theorie dient als wissenschaftliche Begründung dafür, dass Menschen ihr Handeln an der Erreichung eigener Ziele ausrichten, was erklärt, warum Schüler stören, um bestimmte Bedürfnisse oder Aufmerksamkeit zu erlangen.

Was wird an der Trainingsraummethode kritisiert?

Kritisiert wird der hohe bürokratische und finanzielle Aufwand für Schulen sowie die Gefahr, dass Lehrkräfte das Programm missbrauchen könnten, um sich einfach störender Schüler zu "entledigen", anstatt pädagogisch zu arbeiten.

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Details

Title
Unterrichtsstörung: Ursachen und Handlungsansätze
College
University of Education Heidelberg
Grade
1,5
Author
Sabrina Habermann (Author)
Publication Year
2011
Pages
22
Catalog Number
V263615
ISBN (eBook)
9783656526292
ISBN (Book)
9783656527251
Language
German
Tags
unterrichtsstörung ursachen handlungsansätze
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabrina Habermann (Author), 2011, Unterrichtsstörung: Ursachen und Handlungsansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263615
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