Die Geschichte der Mauren ist über viele Jahrhunderte hinweg eng mit der Geschichte der iberischen Halbinsel verbunden. 711 eroberten die Mauren Spanien 1 und machten Córdoba, eine bis dahin unbedeutende Stadt, zur Hauptstadt. Córdoba wurde zu einer Metropole mit mehreren hunderttausend Einwohnern. Dies zeigt deutlich, welchen Einfluss die Araber hatten. Die Mauren prägten dieses Gebiet bis 1492, als in der Reconquista die Könige Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragonien Granada zurückeroberten. Eine Betrachtung des heutigen Córdoba lässt, wie in anderen Städten Spaniens auch, noch die Spuren dieser Herrschaft erkennen. Dies soll in der vorliegenden Arbeit dargestellt werden. Die Hintergründe und Betrachtungen der komplexen Geschichte wurden versucht auf das nötigste zu reduzieren; sie sind erwähnt, soweit es hier notwendig ist. Die höchst komplizierten ethnischen Verhältnisse sollen hier soweit angerissen werden, wie sie für das Verständnis vonnöten sind; auch wenn sie oftmals in unsrem Kulturkreis nur schwer nachvollziehbar sind. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Geschichte der iberischen Halbinsel bis zur Eroberung durch die Mauren
1.2. Geschichte der maurischen Herrschaft in Spanien
2. Über die Mauren
2.1. Der Islam als Wegbereiter der Mauren
2.2. Wer waren die Mauren?
2.3. Multikulturelle Bevölkerung und ihre Probleme
2.3.1. Sprachen in al- Andalus
2.4. Die Wirtschaft in al- Andalus
2.5. Lebensstil der Mauren
3. Die maurischen Städte
3.1. Stadtgründungen
3.2. Gestalt der maurischen Städte
3.2.1. Befestigungen
3.2.2. Der Bazar
3.2.3. Die Moschee
3.3. Zur Architektur
3.4. Vergleich zu den islamischen Städten des Orients
3.5. Das Beispiel Córdoba
4. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe der maurischen Herrschaft in Spanien sowie deren nachhaltigen Einfluss auf die Stadtentwicklung, die Architektur und den Lebensstil auf der iberischen Halbinsel. Ziel ist es, die spezifischen Merkmale der maurischen Stadtgestalt zu analysieren und in einen Vergleich zur islamischen Stadt des Orients zu setzen.
- Historische Entwicklung der maurischen Herrschaft in Spanien
- Strukturelle Merkmale maurischer Städte (Befestigungen, Bazar, Moschee)
- Kulturelle und architektonische Einflüsse auf den iberischen Raum
- Vergleichende Analyse zur islamischen Stadt des Orients
Auszug aus dem Buch
3.2. Gestalt der maurischen Städte
Aus der vorhergehenden Ausführungen lässt sich erschließen, dass die Mauren bestehende Städte umgestalteten. Betrachtet man diese Städte heute und vergleicht sie mit anderen Städten beispielsweise römischer Gründung, so werden große Unterschiede auffallen. Alle durch die Araber neugegründeten oder umgestalteten Städte zwischen Indien und dem Atlantik waren sich in gewissen Punkten sehr ähnlich und bewahrten die Strukturen bis in die heutige Zeit. Zu diesen Gemeinsamkeiten zählt Benevolo, dass alle Bauten, seien es Häuser, Paläste oder öffentliche Gebäude, die um einen Innenhof herum angelegt wurden und ihre Vorderseite in diesen Hof hatten. Die Straßen zwischen den einzelnen Häusern waren eher Korridore, durch die man mühevoll einen Karren ziehen konnte. Benevolo stellt vier Punkte auf, in denen sich arabische Städte von ihren Vorgängern unterscheiden, die hier kurz auszugsweise zitiert seien:
Die Schlichtheit des neuen kulturellen Systems führte zu einer allgemeinen Beschränkung der sozialen Kontakte. Den arabischen Städte [fehlte] die Vielfalt der griechischen und römischen Städte. Es gab nur private Wohnhäuser und Paläste und zwei Arten öffentlicher Gebäude:
a) Bäder zur Reinigung des Körpers, die den antiken Thermen entsprachen;
b) Moscheen für den religiösen Kult, für die es in der Antike keine Entsprechungen gab.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Geschichte der Mauren auf der iberischen Halbinsel und deren Einfluss auf die Stadtentwicklung Spaniens bis 1492.
2. Über die Mauren: Analyse der islamischen Grundlagen, der Bevölkerungsvielfalt und des gehobenen Lebensstils unter maurischer Herrschaft.
3. Die maurischen Städte: Untersuchung der städtebaulichen Strukturen, architektonischen Elemente und eines Vergleichs zu den Städten des Orients am Beispiel von Córdoba.
4. Zusammenfassung: Resümee über die kulturelle Blütezeit der Mauren in Spanien und das Ende dieser Epoche im Zuge der Reconquista.
Schlüsselwörter
Mauren, al-Andalus, Spanien, Stadtentwicklung, Islam, Córdoba, Architektur, Moschee, Bazar, Befestigungen, Reconquista, Kulturgeschichte, Stadtgestalt, Innenhofhaus, Alhambra.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Epoche der maurischen Herrschaft in Spanien und deren tiefgreifenden Auswirkungen auf die städtebaulichen und architektonischen Gegebenheiten der Region.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Feldern gehören die Geschichte der Eroberung, die Organisation der maurischen Stadt, die Bedeutung des Islams als kultureller und religiöser Rahmen sowie die bauliche Gestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, die spezifischen Charakteristika maurischer Städte zu identifizieren und die Kontinuität dieser Strukturen im Vergleich zum islamischen Orient aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die auf historischen und geographischen Standardwerken sowie Fachliteratur zur Stadtgeographie basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen der maurischen Herrschaft, die soziale Struktur, den Lebensstil sowie detailliert die Bestandteile maurischer Städte wie Moscheen, Bazare und Verteidigungsanlagen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind al-Andalus, maurische Architektur, Stadtplanung, Córdoba, die Bedeutung des Innenhofs und der Einfluss der islamischen Lehre auf das tägliche Leben.
Warum wurde Córdoba als Fallbeispiel gewählt?
Córdoba dient als zentrales Beispiel, da es unter maurischer Herrschaft zur bedeutenden Hauptstadt aufstieg und die architektonische sowie städtebauliche Transformation exemplarisch verdeutlicht.
Welche Rolle spielt die Architektur für die maurische Stadt?
Die Architektur, insbesondere Elemente wie der Hufeisenbogen und das Patiohaus, reflektiert religiöse Vorschriften und die Priorisierung der Privatsphäre, was die maurische Stadt grundlegend von abendländischen Modellen unterschied.
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- Alexander Gehmlich (Author), 2002, Die maurische Stadt in Spanien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26365