Tonaufnahmen im Wandel der Zeit


Referat (Ausarbeitung), 2012
12 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einleitung

2. Der Sound und seine Aufnahmeverfahren.
2.1 Mechanische Aufnahmeverfahren
2.2 Elektrische Aufnahmeverfahren.
2.3 Digital Audio.

3. Quellen

Handout-Vorlage.

Tonaufnahmen im Wandel der Zeit

1. Einleitung

Ursprünglich wollte ich über „Operettenaufnahmen im Wandel der Zeit“ referieren. Da dieses Thema aber zu unergiebig ist – aus dem Grund, dass nicht so viele Operettenaufnahmen verschiedener Epochen zu finden sind, und wenn, dann nur mit großem Aufwand – und da auch kein so gravierender Unterschied zwischen diesen Aufnahmen zu bemerken war – außer zwischen heutigen Aufnahmen und älteren, aber nicht zwischen verschiedenen älteren, was vor allem damit zusammenhängt, dass frühere Operettenaufnahmen, die heute leicht zu finden sind, allgemein mithilfe von Grammophon und LPs gemacht wurden, heute mit Mikrofon und digital – habe ich das Thema verallgemeinert auf „Tonaufnahmen im Wandel der Zeit“. Erst einmal gibt es da eine höhere Vielfalt von Aufnahmeverfahren, dadurch verschiedenere Aufnahmequalitäten, die besser voneinander zu unterscheiden sind. Dann war es leichter, Beispiele zu finden und zwar Beispiel von den Anfängen der Tonaufnahmen bis heute, durchgängig, aus allen Epochen. Leider aber auch ist diese Zeitgeschichte des Tons nicht lückenlos dokumentarisch darzustellen. Die trotzdem hohe Vielfalt der Aufnahmeverfahren und der verschiedenen Aufnahmequalitäten bewirkt, dass es viele Beispiele gibt und diese Geschichte eher oberflächlich und exemplarisch dargestellt werden kann und nicht sonderlich in die Tiefe gegangen werden kann.

Die Möglichkeit, Sounds aufzuzeichnen und wiederzugeben, also sie zu konservieren, um sie bei Bedarf zur Verfügung zu haben und zu reproduzieren, besitzt, genau wie Bildaufnahmeverfahren mit Licht, eine relativ junge Geschichte. Doch in dieser kurzen Zeit von 135 Jahren sind unsere Aufnahmeverfahren so stark ausgereift, dass die Sounds heute mit solch einer hohen Qualität aufgezeichnet werden können, dass sie verlust- und störungsfrei sind, mit der Möglichkeit, diese Sounds so wiederzugeben, dass sie wie „real“ wirken (Stereo- bzw. Surround-Sound). Sie können sogar seit der Erfindung des Tonbandes manipuliert werden und dadurch besser als die Realität sein, ein realitätsfernes Ideal. So können die meisten Tonaufnahmen nicht mehr als authentisch, als „echt“ und unverfälscht, wahrheitsgetreu angesehen werden. Die schlechteren mechanischen Aufnahmeverfahren von früher waren also authentischer als die hochtechnisierten digitalen von heute es sind. Dass heute schon der Gipfel der Qualität und Technik erreicht ist, bezweifle ich. Sicher werden die Sounds mit noch höherer Genauigkeit und Qualität aufgezeichnet und noch „idealer“ wiedergegeben werden können. Die perfekte Illusion ist sicher noch nicht erreicht. Denn

[a]lle technischen Einflüsse und der verantwortungsvolle, selektive Einsatz der sich bieten den Einflussmöglichkeiten haben letzten Endes ein Ziel: das Optimum einer klanglichen Reali sation eines musikalischen Kunstwerks zu ermöglichen.[1] (Kier, Herfrid: S. 19)

Und Martin Elste (Musikhistoriker und Diskologe) meint „zum Verhältnis von medial vermittelter und live dargebotener Musik“ (Kier: S. 17):

Trotz alledem, ungeachtet aller noch spektakulären technischen Neuerungen sind die Tonträger bis heute ein Kompromiss geblieben, wenn auch ihre technische Entwicklung ihn immer erträglicher gemacht hat. Überspitzt formuliert, ist aus rezeptionsästhetischer Sicht heute sogar das über den Tonträger wahrgenommene Klanggeschehen auf oft fragwürdige Wiese zum Ideal des sinnlichen Musikkonsums geworden, während sich das Livekonzert mehr und mehr nur als Kompromiss zwischen ganzheitlicher Musikrezeption und dem selten erreichbaren Ideal akustisch perfekter Klangkultur behaupten kann.[2]

Frage: W as ist „besser“: die ideale, manipulierte Tonaufzeichnung oder ein selbst erlebtes Live-Konzert?

Die Qualität der Klangaufzeichnung und –wiedergabe hängt natürlich ab von der Art der Hilfsmittel, mit denen die Sounds aufgezeichnet und abgespielt werden, und von den technischen Möglichkeiten und Leistungen dieser Hilfsmittel. Diese Hilfsmittel sind technische Errungenschaften, welche sich mit der Zeit veränderten, verbesserten, auf verschiedenste und neue Art und Weisen, und mit ihnen änderten sich auch die Arten von Klangaufzeichnung und die Aufnahme- und Wiedergabequalität.

Dies Referat soll eine kleine Reise durch die Zeitgeschichte der Tonaufnahme sein.

[...]


[1] Kier, Herfrid: Der fixierte Klang. Zum Dokumentarcharakter von Musikaufnahmen mit Interpreten Klassischer Musik. Köln: Verlag Dohr, 2006. S. 19.

[2] Kier: S. 17.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Tonaufnahmen im Wandel der Zeit
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Theaterwissenschaft)
Veranstaltung
Aktuelle Theaterdiskurse: Soundscapes und Klangräume - Der Acoustic Turn
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
12
Katalognummer
V263729
ISBN (eBook)
9783656526766
ISBN (Buch)
9783656538967
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft, Sound, Soundscapes, Ton, Tonaufnahmen, Edison, Schallplatte, Aufnahmeverfahren
Arbeit zitieren
B.A. Manuel Kröger (Autor), 2012, Tonaufnahmen im Wandel der Zeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263729

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