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Schreckensherrschaft oder Initiator eines Goldenen Zeitalters? Die Tyrannis des Peisistratos von Athen

Titel: Schreckensherrschaft oder Initiator eines Goldenen Zeitalters? Die Tyrannis des Peisistratos von Athen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 40 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Arian Sahitolli (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Platon zeichnet in seiner Politeia ein Bild vom Tyrannen, der weder Freiheit noch Freundschaft kennt, der menschliche Eingeweide kostet und bereit ist, Seelen zu verkaufen und Tempelraub zu betreiben. Er kommt zu dem Schluss, dass die Tyrannis "die strengste und wildeste Knechtschaft" ist, sodass Tyrannen die ewigen Höllenstrafen erwarten.
Platons Einstellung, die dem des berühmten Gesetzgebers und Reformers Solon sehr nahe kommt, hat maßgeblich zu dem schlechten Ruf beigetragen, in dem alle Tyrannen später standen. Mit diesen von Anekdoten und staatstheoretischen Vorstellungen gefärbten Tyrannentopos innerhalb der antiken Quellen, aber auch der modernen, fast zweihundert Jahre alten (Tyrannis-)Forschung, müssen wir uns als Historiker auseinandersetzen, wenn wir die Tyrannis als Herrschaftsform oder einen namentlichen Tyrannen vorurteilsfrei erklären und in ihrer historischen Funktion beurteilen wollen.
In diesem Kontext verwunderte den Verfasser dieser Arbeit, dass im Hinblick auf Peisistratos von Athen, der von 546/5 v. Chr. bis zu seinem Tode 527 v. Chr. die alleinige Herrschaft über seine Polis hatte, der modernen Forschung als auch in den der Tyrannis negativ gesinnten Quellen ein durchweg positives Bild gezeichnet wird. So gilt seine Herrschaft als "Friedenszeit für Athen", als "Goldene[s] Zeitalter" oder auch als Blütezeit. Diese vom Verfasser dieser Arbeit von vorneherein ausgemachte Paradoxie in der Bewertung der Tyrannis als Herrschaftsform einerseits und der Beurteilung der jahrzehntelangen Herrschaft Peisistratos über Athen andererseits, soll Dreh- und Angelpunkt der Untersuchung sein. Hierbei gilt es Licht in die Frage zu bringen, ob die historische Periode der Alleinherrschaft des peisistratidischen Usurpators als Zwangsherrschaft oder er doch letztlich Initiator eines – wie von Aristoteles beschriebenen - Goldenen Zeitalters war? Ist es darüber hinaus möglich, dass eine Zwangsherrschaft ein Goldenes Zeitalter initiiert?
Diese Fragen werden im Rahmen dieser wissenschaftlichen Arbeit als Grundlage zur näheren und vor allem differenzierten Betrachtung genommen. Zahlreiche Forschungskontroversen werden im Rahmen dieser Arbeit geschildert, wobei der Verfasser bewusst Position bezieht und hiermit zur Diskussion preisgibt. Darpüberhinaus wird die These erstellt, dass Athen selbst in seinen Grundstrukturen von der Tyrannis als Herrschaftsform maßgeblich beeinflusst wurde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die Tyrannis- Fluch oder Segen?

2. Die Tyrannis des Peisistratos in seinem historischen Gefüge

2.1 Die Ältere Tyrannis als Teil der archaischen Zeit

2.2 Die allgemeinen geschichtlichen Voraussetzungen für das Entstehen der Tyrannis

2.1 Die Aristokratie als Nährboden für die Entstehung der Tyrannis!?

3. Peisistratos´ Weg zur Macht

3.1 Aristokratische Tyrannisgelüste zur Zeit Solons

3.2 Das Ziel im Blickfeld: Peisistratos´ unbändiger Wille zur Tyrannisetablierung

4. Den eigenen Sturz vor Augen: Peisistratos´ Mittel zur Herrschaftsabsicherung

4.1 Der Tyrann und die Aristokraten: Eine unliebsame Verbindung?

4.2 Peisistratos´ Verhältnis zur Polisordnung

4.3 ,,Dem Demos ins Maul schauen!?“- Der Tyrann und seine Beziehung zum einfachen Bürger

4.4 Peisistratos als Urheber einer Bau-, Religions-und Kulturpolitik?

5. Fazit: Peisistratos- Der Identitätsstifter Athens

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Herrschaft des Peisistratos von Athen, um die Paradoxie zwischen dessen negativer Bewertung als Tyrann und der positiven Charakterisierung als Initiator eines Goldenen Zeitalters historisch fundiert aufzulösen und zu hinterfragen.

  • Historische Einordnung der Älteren Tyrannis im archaischen Griechenland.
  • Untersuchung der aristokratischen Stasiskämpfe als Nährboden der Tyrannis.
  • Analyse der Strategien des Peisistratos zur Herrschaftsabsicherung.
  • Evaluation des Einflusses der Peisistratiden-Herrschaft auf die Identitätsbildung der Athener Polis.

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Ziel im Blickfeld: Peisistratos´ unbändiger Wille zur Tyrannisetablierung

,,Einmal, als Hippokrates als einfacher Bürger und Zuschauer am olympischen Fest teilnahm, widerfuhr ihm ein wunderbares Zeichen. Als er nämlich sein Opfertier schlachtete und die Kessel aufstellte […] fingen sie ohne Feuer an zu siedeln und liefen über. Und Chilon aus Lakedaimon […] gab Hippokrates den Rat, vor allen Dingen keine Frau ins Haus zu nehmen und mit ihr Kinder zu zeugen; habe er aber schon eine, dann, zum zweiten, solle er sie wegschicken, und wenn er schon einen Sohn habe, sich lossagen von dem. Doch diesem Rat des Chilon habe Hippokrates nicht folgen wollen. Darauf sei ihm ein Sohn, jener Peisistratos, geboren.“

Mit diesen Zeilen der beängstigenden Vorzeichen einer Geburt beginnt Herodot seine Erzählung über Peisistratos, dem Sohn des Hippokrates, dessen Familie sich auf den mythischen König Neleus zurückführt. Bevor wir jedoch fragen, ob jene Alleinherrschaft des Peisistratos, der von 546 v. Chr. bis zu seinem Tode 528/7 v. Chr. die Staatsgeschicke in Athen leitete, jene despotischen Züge trug, die Solon in seiner Zukunftsversion plagten, müssen wir unseren Blick auf den Weg Peisistratos´ zur Tyrannis richten, denn sie verlief alles andere als geradlinig oder konfliktlos und liefert Einblicke in das vorrangige Ziel seiner Herrschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Tyrannis- Fluch oder Segen?: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob die Herrschaft des Peisistratos als Zwangsherrschaft oder als Goldenes Zeitalter zu bewerten ist.

2. Die Tyrannis des Peisistratos in seinem historischen Gefüge: Das Kapitel verortet die athenische Tyrannis innerhalb der archaischen Zeit und analysiert die sozioökonomischen Voraussetzungen sowie die Rolle der Aristokratie.

3. Peisistratos´ Weg zur Macht: Hier wird der aufstiegsorientierte Werdegang des Peisistratos und sein dreifacher Anlauf zur Machtübernahme rekonstruiert.

4. Den eigenen Sturz vor Augen: Peisistratos´ Mittel zur Herrschaftsabsicherung: In diesem Kapitel werden die politischen, sozialen und kulturellen Maßnahmen untersucht, mit denen Peisistratos seine Herrschaft stabilisierte und den Adel schwächte.

5. Fazit: Peisistratos- Der Identitätsstifter Athens: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Tyrannis, trotz egoistischer Motivierung, eine ordnende Funktion hatte und die Entwicklung hin zur Demokratie prägte.

Schlüsselwörter

Peisistratos, Athen, Tyrannis, Archaische Zeit, Aristokratie, Stasis, Solon, Herrschaftsabsicherung, Identitätsstifter, Polis, Oikos, Baupolitik, Religion, Söldnerheer, Geschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische Gestalt des Peisistratos von Athen und hinterfragt die ambivalente Bewertung seiner Tyrannis zwischen „Schreckensherrschaft“ und „Goldenem Zeitalter“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die archaische Gesellschaftsstruktur, das Phänomen der Tyrannis als Resultat aristokratischer Staseis und die Herrschaftstechniken des Peisistratos.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die Periode der peisistratidischen Alleinherrschaft historisch als bloße Zwangsherrschaft oder als initiierendes Element für ein „Goldenes Zeitalter“ der Polis Athen zu bewerten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine strukturgeschichtliche Analyse, die antike Quellen wie Herodot und Aristoteles in den Kontext der modernen Forschung stellt, um die Motive und Auswirkungen der Herrschaft kritisch zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einbettung der Tyrannis, den ereignisreichen Weg des Peisistratos zur Macht sowie eine detaillierte Analyse seiner Mittel zur Herrschaftssicherung, etwa durch Bau-, Religions- und Sozialpolitik.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Peisistratos, Aristokratie, Stasis, Polisordnung, Identitätsstifter und der Begriff der Älteren Tyrannis.

Wie bewertet der Autor das „Goldene Zeitalter“ unter Peisistratos?

Der Autor ordnet das „Goldene Zeitalter“ als ein Resultat der innerpolitischen Ruhe ein, die durch die Zurückdrängung des Adels entstand, obwohl die Handlungsweisen des Tyrannen egoistisch motiviert waren.

Welche Rolle spielte die Aristokratie für den Aufstieg des Peisistratos?

Die Aristokratie bildete sowohl den Nährboden für die Machtansprüche als auch die Zielscheibe der Maßnahmen; Peisistratos nutzte die instabilen Staseis-Konflikte aus, um seine Alleinherrschaft zu etablieren.

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Details

Titel
Schreckensherrschaft oder Initiator eines Goldenen Zeitalters? Die Tyrannis des Peisistratos von Athen
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Von Homer zu Kleisthenes. Die Entwicklung der Demokratie in archaischer und frühklassischer Zeit.
Note
1,0
Autor
Arian Sahitolli (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
40
Katalognummer
V263739
ISBN (eBook)
9783656527442
ISBN (Buch)
9783656530176
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ältere Tyrannis Athen Aristoteles Platon antike Aristokratie Solon archaische Zeit Jüngere Tyrannis Thukydides oikos stasis herodot Polisordnung Baupolitik Peisistratos´ Reiligionspolitik Peisistratos´ Kulturpolitik Peisistratos´
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Arian Sahitolli (Autor:in), 2013, Schreckensherrschaft oder Initiator eines Goldenen Zeitalters? Die Tyrannis des Peisistratos von Athen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263739
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Leseprobe aus  40  Seiten
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