In diesem Aufsatz sollen Rommels militärische Wegmarken und die parallel ablaufenden
Zeitgeschehnisse kursorisch beschrieben werden (Doppelperspektive). Rommels Genese soll
dabei in den zeitgeschichtlichen Kontext eingebettet werden.
Zwei größere Lebensphasen, in die sich Rommels Biografie unterteilen lässt, sollen
herausgearbeitet werden. Behandelt wird die erste Lebensspanne, die zeitlich mit dem Eintritt
Rommels in das Württembergische Infanterieregiment beginnt und im Afrikafeldzug endet. Es
ist die Phase der Kontinuität, in der sich Rommel sukzessive entwickelt. Die zweite Phase
beginnt während des deutsch-italienischen Afrika-Feldzuges und ist die Phase des Zweifelns
und Widerstands gegen Hitler. Diese endet mit Rommels Tod.
Zuletzt soll der Versuch unternommen werden, Rommels Biografie in zwei größere
Lebensphasen zu unterteilen.
Inhaltsverzeichnis
1. Monte Matajur
2. Untergang und Aufstieg
3. Das „Tausendjährige Reich“
4. Annäherung
5. Westfeldzug
6. „Apokalyptische Reiter“
7. Unterstützung
8. Wendepunkte
9. Wandel
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die militärische Biografie Erwin Rommels in einer historischen Doppelperspektive, indem sie seine Laufbahn mit dem zeitgeschichtlichen Kontext des Dritten Reiches verknüpft. Das primäre Ziel ist die Analyse seines Werdegangs, beginnend bei seinen frühen militärischen Erfahrungen im Ersten Weltkrieg bis hin zu seinem Sinneswandel und der kritischen Distanzierung vom NS-Regime während des Afrikafeldzuges.
- Die militärische Prägung Rommels im Ersten Weltkrieg und seine Taktik.
- Die politische Destabilisierung und der Aufstieg des Nationalsozialismus.
- Rommels Rolle im Westfeldzug und die Bedeutung der „Gespensterdivision“.
- Der Wandel in Rommels Verhältnis zu Hitler und dem NS-System.
- Die kritische Auseinandersetzung mit der Rolle Rommels im militärischen Widerstand.
Auszug aus dem Buch
6. „Apokalyptische Reiter“
Rommel erlebte den Westfeldzug als Kommandeur der 7. Panzerdivision. Diese war der Heeresgruppe A unterstellt und mit dem Panzervorstoß durch die Ardennen beauftragt. Die gegenseitige Bewunderung zwischen Rommel und Hitler führte wohl auch dazu, dass Rommels Wunsch, eine Panzerdivision zu führen, erfüllt wurde. Im Polenfeldzug lernte Rommel die Möglichkeiten der modernen Kriegsführung kennen. Da er ein Verfechter des schnellen Bewegungskrieges war, faszinierten ihn die schnellen Panzerkräfte.
Im Westfeldzug reifte Rommels Führungsstil, der auf Mobilität und Überraschung gründete. Die Panzer waren ausgezeichnet für sein Führungsethos und seine agile Kriegsführung geeignet. Wie mit seinem Stoßtrupp 1917 am Monte Matajur, so stieß Rommel auch jetzt vor. Seine Panzer preschten schnell und tief ins Inland Frankreichs vor. Durch die weiten Vorstöße war die Verbindung zum Generalstab oftmals abgebrochen. Die unterbrochene Verbindung wurde von höheren Generalstabsoffizieren moniert. Rommels Panzerdivision bekam deshalb schon bald den Rufnamen der „Gespensterdivision“. Seine asymmetrischen Panzerbewegungen waren für Freund und Feind nicht lokalisierbar; seine Panzer überraschten deshalb immer wieder die alliierten Truppen. Die höheren Führungsstäbe und auch das OKW waren froh, als sie von Rommel neue Funkmeldungen bekamen. Seine offensive Führung, bei der sich Rommel meist mitten im Kriegsgeschehen aufhielt, war sehr gefährlich. Er war deshalb ein ums andere Mal in unmittelbarer Lebensgefahr.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Monte Matajur: Einführung in Rommels frühe militärische Prägung durch den Ersten Weltkrieg und seine Definition über soldatische Meriten.
2. Untergang und Aufstieg: Analyse der soziopolitischen Rahmenbedingungen der Weimarer Republik, die zum Aufstieg Hitlers führten, sowie Rommels unpolitische Haltung zu Beginn.
3. Das „Tausendjährige Reich“: Untersuchung der Herrschaftsstruktur des NS-Staates, basierend auf Hitlers Charisma und der totalitären Ausrichtung.
4. Annäherung: Darstellung von Rommels zunehmender Vereinnahmung durch Hitlers Charisma während seiner Zeit als Kommandeur des Führerhauptquartiers.
5. Westfeldzug: Analyse der militärischen Planung, des „Sichelschnitt-Plans“ und der Faktoren, die zum schnellen Sieg im Westen beitrugen.
6. „Apokalyptische Reiter“: Beschreibung von Rommels Kommando über die 7. Panzerdivision und seiner Rolle als Kriegsheld in der NS-Propaganda.
7. Unterstützung: Erörterung der strategischen Lage im Mittelmeerraum nach 1940 und der Entscheidung, Truppen zur Unterstützung Italiens nach Nordafrika zu entsenden.
8. Wendepunkte: Betrachtung des „Unternehmens Sonnenblume“ als militärischem Wendepunkt und Rommels Führungserfolgen in Nordafrika.
9. Wandel: Untersuchung der zweiten Lebensphase Rommels, geprägt von Zweifeln an Hitler und der kritischen Distanzierung vom NS-System.
Schlüsselwörter
Erwin Rommel, Drittes Reich, Westfeldzug, 7. Panzerdivision, Bewegungskrieg, Nationalsozialismus, Hitler-Charisma, Nordafrika-Feldzug, Widerstand, El Alamein, Propaganda, Gespensterdivision, Zweiter Weltkrieg, militärische Führung, Sinneswandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert die militärische und biografische Entwicklung Erwin Rommels und setzt diese in den Kontext der politisch-historischen Entwicklungen des Dritten Reiches.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf Rommels militärischem Werdegang, seinem Verhältnis zu Hitler, den taktischen Aspekten des Westfeldzuges sowie seinem späteren inneren Sinneswandel.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Rommels Biografie in zwei nachvollziehbare Lebensphasen zu gliedern, um seine Persönlichkeit und seinen Wandel vom „Hitler-General“ hin zum Kritiker des Regimes plausibel zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung von Biografien, Feldberichten, zeitgenössischen Dokumenten und modernen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen basiert.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung thematisiert?
Der Hauptteil befasst sich mit den militärischen Einsätzen Rommels, der Bedeutung der NS-Propaganda für seine öffentliche Wahrnehmung sowie seiner zunehmenden Distanzierung vom NS-Regime ab 1942.
Welche Begriffe charakterisieren die Untersuchung am besten?
Begriffe wie Doppelperspektive, Bewegungskrieg, Genesis Rommels, Sinneswandel und militärische Kontinuität sind zentral für die Arbeit.
Wie erklärt der Autor den Erfolg der 7. Panzerdivision?
Der Erfolg wird auf Rommels Führungsstil, der auf Mobilität, Überraschung und der situativen Selbstverantwortung der Truppen basierte, zurückgeführt.
Welche Rolle spielte der „Halte-Befehl“ in Rommels Verhalten?
Die „Halte-Befehle“ Hitlers werden als militärisch destruktiv bewertet, denen sich Rommel teilweise widersetzte, was als ein Indiz für seine beginnende Skepsis gedeutet wird.
Was stützt die These des Sinneswandels in Nordafrika?
Neben Befehlsverweigerungen dienen vor allem Auswertungen von Abhörprotokollen aus dem Trent Park als zentrale Indizien für Rommels wachsende Zweifel an Hitler.
- Arbeit zitieren
- Andreas Kolbenschlag (Autor:in), 2013, Rommel und das Dritte Reich: Von den Anfängen beim Württembergischen Infanterieregiment bis zur Landung in Nordafrika (Unternehmen Sonnenblume), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263754