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Das Rezeptionsverhalten in Theater und Kino im Deutschland des 20. Jahrhunderts

Titel: Das Rezeptionsverhalten in Theater und Kino im Deutschland des 20. Jahrhunderts

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 12 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: B.A. Manuel Kröger (Autor:in)

Filmwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird das Verhalten des Publikums im Sprechtheater mit dem Kinopublikum in Deutschland verglichen. Wer geht ins Theater, wer ins Kino? Aus welcher Motivation und mit welcher Erwartungshaltung geht der Zuschauer in das Theater oder das Kino? Wie verhält sich der Theaterzuschauer im Theater, wie verhält sich der Kinozuschauer im Kino? Was sind also die Unterschiede im Rezeptionsverhalten in beiden Anstalten und warum gibt es diese Unterschiede? Und wie hat sich dieses Rezeptionsverhalten im 20. Jahrhundert verändert? Wie ist, im Falle des Theaters, aus dem „städtischen Unterhaltungslokal allmählich die Abenduniversität des Bürgers“ geworden?

Eine sehr interessante Untersuchung des Theater- und des Kinopublikums und ein kleiner Ausflug in die Theater- und Kinogeschichte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ein Exkurs in das 18. und 19. Jahrhundert: die Entmündigung des Publikums

3. Welches Publikum geht heute ins Theater und warum?

4. Welches Publikum geht heute ins Kino und warum?

5. Fazit

6. Quellen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht vergleichend das Rezeptionsverhalten von Theater- und Kinopublikum in Deutschland während des 20. Jahrhunderts, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Publikumsstruktur sowie in den Verhaltensmustern zu identifizieren.

  • Historische Entwicklung der Publikumsdisziplinierung im Theater
  • Soziologische Analyse der heutigen Theaterbesucher
  • Struktur und Motivation des aktuellen Kinopublikums
  • Einfluss von Rahmenbedingungen und Aufführungsorten auf das Zuschauerverhalten
  • Konvergenz und Divergenz der Rezeptionsformen in beiden Medien

Auszug aus dem Buch

2. Ein Exkurs in das 18. und 19. Jahrhundert: die Entmündigung des Publikums

Um einen Vergleich zu anderen Rezeptionsweisen im Theater herzustellen, gehe ich in das 18. Jahrhundert zurück, dem Beginn des Nationaltheaters in Deutschland, dem Theater, das jedem Bürger zugänglich war. Damals herrschten noch andere Theatersitten als heutzutage (obwohl es auch heute Ausnahmen gibt, beispielweise die Uraufführung der Publikumsbeschimpfung von Peter Handtke, wobei hier eine heftige Zuschauerreaktion vom Autoren intendiert war, wobei solche Ausnahmen bekanntlich die Regel bestätigen; heute muss aber stark provoziert werden, um das Publikum dazu zu bringen, überhaupt oder gar heftig zu reagieren). Ganz ungeniert wurde der Akteur auf der Bühne ausgebuht, wenn er dem Publikum nicht gefiel, wogegen nicht einmal der Monarch etwas tun konnte.

Die Zuschauer haben schon die ersten zwei Actricen ausgepfiffen, und es war so ein Lärm, daß sich der Kurfürst selbst über die Loge neigte und „sch---“ machte […]. So war der Theateralltag in deutschen Landen.3

Und dies war noch harmlos. Normalerweise wurde in Theatervorstellungen im Zuschauerraum geredet, Karten gespielt, Bier ausgeschenkt, geraucht und Prostituierte gemietet. Wenn dem Publikum die Vorstellung gar nicht gefiel, wurden die Akteure gerne aufs Schlimmste beschimpft und ausgepfiffen und sogar das Theaterhaus übel zugerichtet.4

Solche Zustände sind heutzutage im Theater undenkbar. Das Publikum wurde über ein Jahrhundert hinweg sittsam, es wurde diszipliniert, durch Regelkataloge, welche die Theaterbetreiber festlegten.5

Die wichtigsten Regeln und Änderungen der Rezeptionsbedingungen, welche zu der Disziplinierung des heutigen Theaterbesuchers führten, sind folgende:

Erstens wurde es den Zuschauern verboten, die Bühne während der Aufführung zu betreten. Dieses Verbot wurde seit 1766 auf Theaterzettel gedruckt und dem Publikum zu lesen gegeben. Diese Praxis reichte bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein, da sich das Publikum nur schwer an dieses Verbot gewöhnen konnte.6

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung des vergleichenden Rezeptionsverhaltens von Theater- und Kinopublikum ein und erläutert die theoretische Basis mittels der Rahmentheorie von Goffman und Schoenmakers.

2. Ein Exkurs in das 18. und 19. Jahrhundert: die Entmündigung des Publikums: Dieses Kapitel beschreibt die historische Transformation des Theaterpublikums von einem ungestümen, aktiven Teil des Geschehens hin zu einem disziplinierten, sitzenden Zuschauer durch neue Regelwerke.

3. Welches Publikum geht heute ins Theater und warum?: Hier wird die soziologische Zusammensetzung des heutigen Theaterpublikums analysiert, wobei besonders Bildung, Alter und sozioökonomischer Status als entscheidende Faktoren hervorgehoben werden.

4. Welches Publikum geht heute ins Kino und warum?: Das Kapitel untersucht die heterogene Struktur des Kinopublikums und erläutert, wie sich Disziplinierung und Konsumgewohnheiten auch im Kino über die Zeit entwickelt haben.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Theaterbesucher eher zu höheren Bildungsschichten gehören, während das Kino ein breiteres Publikum anspricht, wobei sich die Rezeptionsformen beider Medien zunehmend annähern.

6. Quellen: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen zur Untersuchung des Rezeptionsverhaltens.

Schlüsselwörter

Rezeptionsverhalten, Theaterwissenschaft, Kinopublikum, Publikumsforschung, Rahmentheorie, Disziplinierung, Zuschauerverhalten, Bildungsbürgertum, Kulturpolitik, Medienrezeption, Publikumsstruktur, 20. Jahrhundert, Kultursoziologie, Aufführungsbedingungen, soziale Differenzierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert und vergleicht das Rezeptionsverhalten von Theater- und Kinopublikum in Deutschland über das 20. Jahrhundert hinweg.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Themen sind die historische Disziplinierung des Publikums, die soziologische Zusammensetzung der Besucherschaft sowie die Auswirkungen von Aufführungsort und Rahmenbedingungen auf das Verhalten.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Arbeit fragt nach den Unterschieden im Rezeptionsverhalten zwischen Theater- und Kinobesuchern und untersucht, wodurch diese Unterschiede begründet und wie sie historisch entstanden sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine empirisch-soziologische Perspektive und stützt sich methodisch auf die Rahmentheorie nach Erving Goffman und deren theaterwissenschaftliche Weiterentwicklung durch Henri Schoenmakers.

Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Publikumsdisziplinierung im 18./19. Jahrhundert sowie in die aktuelle Untersuchung der soziologischen Faktoren, die den Besuch von Theater und Kino heute bestimmen.

Durch welche Schlüsselbegriffe lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Rezeptionsverhalten, Publikumsdisziplinierung, soziologische Publikumsforschung, kulturelle Teilhabe und mediale Differenzierung.

Welche Rolle spielt die Rahmentheorie für die Analyse des Zuschauerverhaltens?

Sie dient dazu, das Verhalten der Zuschauer als abhängig von kulturellen Rahmenbedingungen zu erklären, wobei Schoenmakers' Annahmen besonders die kognitiven und emotionalen Reaktionen im Theaterraum verdeutlichen.

Wie hat sich die Zusammensetzung des Theaterpublikums im untersuchten Zeitraum verändert?

Die Arbeit stellt fest, dass das Theater heute stark durch gebildetere Schichten, Ältere und Frauen geprägt ist, während das klassische Bildungsbürgertum als stabiler Stamm schwindet.

Warum gibt es im Kino im Vergleich zum Theater heute weniger Schwellenängste?

Laut Autor wird das Kino primär als Freizeitvergnügen und nicht als Bildungsinstanz wahrgenommen, wodurch es eine breitere und heterogenere soziale Basis anspricht.

Deutet die Arbeit auf eine Annäherung der beiden Medien hin?

Ja, der Autor stellt eine Verminderung der Differenz fest, da sich Theaterregeln aufweichen und das Kinoprogramm vermehrt auch finanzstärkere und ältere Zielgruppen adressiert.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Rezeptionsverhalten in Theater und Kino im Deutschland des 20. Jahrhunderts
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Theaterwissenschaft)
Veranstaltung
Rezeption und Wirkung des Theaters
Note
1,3
Autor
B.A. Manuel Kröger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
12
Katalognummer
V263762
ISBN (eBook)
9783656527688
ISBN (Buch)
9783656530855
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theater Kino Rezeptionsverhalten Rezeption Publikum Publikumsverhalten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Manuel Kröger (Autor:in), 2012, Das Rezeptionsverhalten in Theater und Kino im Deutschland des 20. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263762
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  12  Seiten
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