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Von der Überproduktion zum Welthandel zum Finanzmarkt

Die Gründung der Hamburger Börse und Bank als Folge der städtischen Industrialisierung von 1550 bis 1650

Title: Von der Überproduktion zum Welthandel zum Finanzmarkt

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 36 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: B.Sc. Nick Baumann (Author)

History of Germany - Modern History
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Die neueren Wirtschaftstheorien verstehen den Finanzmarkt als Bedingung für die Produktion. Wachsende Produktionsanlagen, moderne Maschinen sowie hohe Personalkosten bedingen u.a. die Aufnahme und Investition von Kapital. Dieses Kapital wird vom Finanzmarkt bereitgestellt. Die Vermarktung der jeweiligen Produkte findet in dieser Abfolge zuletzt statt und dient dem Kapitalrückfluss - vornehmlich zur Deckung des Fremdkapitals.Daraus leitet sich ab, dass sich Finanzmärkte erst mit zunehmender Größe der Betriebe, komplexer Arbeitsorganisation und der Maschinisierung der Produktion ausbilden konnten. Eine solche wirtschaftliche Entwicklung wird meist mit der Industriellen Revolution und der 1769 patentierten Dampfmaschine von James Watt oder der „Spinning Jenny“ von James Hargreaves verknüpft. Doch ähnlich wie Alexander G. Bell nicht gleich das iPhone patentierte, so hatte auch die industrielle Revolution technologische Vorläufer. Im Bereich des Textilgewerbes lassen sich erste Mechanisierungen anhand der Seidenzwirnmühle bereits zum Ende des 13. Jahrhunderts ausmachen1. Ebenfalls lässt sich die Gründung der Hamburger Börse auf das Jahr 1558 und die Gründung der Hamburger Bank als Girobank auf das Jahr 1619 datieren. Somit sind zeitliche Zusammenhänge zwischen der Gründung von Finanzintermediären und neuen Technologien zunächst nicht offensichtlich. Dennoch bleibt
die Frage, inwieweit eine Kausalverknüpfung zwischen der Industrialisierung eines Staates und dem Ausbilden eines Finanzmarktes besteht. In diesem Kontext bleibt auch zu klären,warum gerade in Hamburg schon früh Institutionen wie die Börse und Bank gegründet wurden.
In dieser Arbeit wird dabei der Ausgestaltung des Handelswesens eine zentrale Rolle zugesprochen. Als Ausgangspunkt der Argumentation sollen hier organisatorische, mechanische und verfahrenstechnische Neuerungen angeführt werden, welche zur regionalen Überproduktion und Spezialisierung führten. Dabei wird auch ein Vergleich zu den zuvor bestehenden Produktionsverhältnissen angestrebt, um einen zeitgemäßen gesamtwirtschaftlichen Kontext herzustellen. Im zweiten Abschnitt soll dann der Handel fokussiert werden. Die Produkte, welche im städtischen Rahmen nicht konsumiert werden konnten, wurden exportiert. Somit wurden aus Gütern handelbare Waren. Dies führte zu einer Belebung des Welthandels, welcher zudem durch den Handel mit Kolonien gestärkt wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Wirtschaftsgesinnung des Mittelalters

3. Wirtschaftlicher Wandel

3.1. Umbruch in der Landwirtschaft

3.2. Gewerbliche Organisationsformen

3.2.1. Die Heimarbeit

3.2.2. Handwerk und Zunft

3.2.3. Das Verlagssystem

3.2.4. Die Manufaktur

3.3. Technische Neuerungen im Gewerbe

4. Aufstieg des Handels

4.1. Der Hamburger Handel

4.2. Zahlungsformen

5. Der Hamburger Finanzmarkt

5.1. Die Börse

5.2. Die Hamburger Bank

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der städtischen Industrialisierung in Hamburg und der Entstehung sowie Gründung von frühneuzeitlichen Finanzinstitutionen wie der Börse und der Bank im Zeitraum vom 16. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts.

  • Wandel von der mittelalterlichen Subsistenzwirtschaft zur marktorientierten Produktion.
  • Entwicklung neuer gewerblicher Organisationsformen und technischer Innovationen.
  • Die Rolle Hamburgs als bedeutender Handelsplatz und Knotenpunkt des Welthandels.
  • Herausforderungen des Zahlungsverkehrs und die Entwicklung bargeldloser Zahlungsmittel.
  • Die Entstehung und Funktion der Hamburger Börse und der Hamburger Bank.

Auszug aus dem Buch

3.2.4. Die Manufaktur

Als letzte Organisationseinheit soll die Manufaktur genannt sein. Eine Manufaktur ist „eine Anstalt, in welcher gewisse neuere Waren von unzünftigen Personen ohne Feuer und Hammer in Menge verfertigt werden“. Auch hier findet eine Trennung von Kapital und Arbeit statt, jedoch verliert der Produzent seine wirtschaftliche Eigenständigkeit vollkommen, denn bei der zentralisierten Manufaktur wurden sowohl die Produktionsstätten, als auch die Werkzeuge und die Rohstoffe vom Manufakturunternehmer gestellt. Er ist in diesem Sinne kein Produzent mehr, sondern Lohnarbeiter. Sombart unterscheidet grundsätzlich die Einzelbetriebe von den zusammengesetzten Betrieben als zwei Ausprägungen der Manufaktur. Einzelbetriebe umfassten demnach kein größeres Arbeitsgebiet und weiterhin einfache Arbeitsprozesse wie ein selbstständiges Handwerksgewerbe. Zusammengesetzte Betriebe hingegen vereinten viele einzelne Handwerksgewerbe unter einem Dach und verzahnten diese prozessual.

„Der Produktionsprozess bestand aus zahlreichen Teilabschnitten und war in arbeitsteiliger Kooperation bei räumlicher Konzentration der Arbeitskräfte zusammengefasst“. Bedingt durch das unzünftige Personal, hatte der Unternehmer freie Handhabe zur Einführung mechanischer Produktionstechniken. Zwar standen die Zünfte technischen Neuerungen zur Steigerung der Produktivität stets mit Argwohn gegenüber, doch war der Manufakturunternehmer nicht an die Zunftordnungen gebunden. Bezeichnend für eine Manufaktur ist außerdem die Beteiligung vieler Personen, die sich einander in die Hand arbeiten. Im Gegensatz zur Mühle entsteht hier ein neues Produkt und nicht nur ein veredelter Zustand des ursprünglichen Rohstoffes. Manufakturen sind per definitionem unzünftig und daher eher ländlich angesiedelt. Sie zentralisieren alle Stufen der Produktion in einem Betrieb und versuchen auf diese Weise, die Kosten der Produktion zu senken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt die Forschungsfrage nach der Kausalverknüpfung zwischen Industrialisierung und der Entstehung von Finanzmärkten in Hamburg dar.

2. Die Wirtschaftsgesinnung des Mittelalters: Beschreibt das mittelalterliche Nahrungsprinzip, bei dem Bedarfsdeckung wichtiger war als Erwerbsstreben.

3. Wirtschaftlicher Wandel: Analysiert den Übergang von der Subsistenzwirtschaft zur Marktwirtschaft sowie neue Organisationsformen wie Heimarbeit, Handwerk, Verlagssystem und Manufaktur.

4. Aufstieg des Handels: Beleuchtet das Wachstum Hamburgs zum bedeutenden Handelszentrum, die Entwicklung des Fernhandels und die Probleme des damaligen Zahlungsverkehrs.

5. Der Hamburger Finanzmarkt: Untersucht die Gründung der Hamburger Börse und der Hamburger Bank als notwendige Institutionen zur Unterstützung des florierenden Handels.

6. Fazit: Fasst zusammen, dass die Industrialisierung und der expandierende Handel in Hamburg die Gründung von Finanzinstitutionen zur Lösung von Zahlungs- und Transaktionsproblemen bedingten.

Schlüsselwörter

Hamburg, Industrialisierung, Finanzmarkt, Hamburger Börse, Hamburger Bank, Handel, Verlagssystem, Manufaktur, Zahlungsverkehr, Wechsel, Wirtschaftsgeschichte, Frühe Neuzeit, Protoindustrialisierung, Arbeitsteilung, Marktwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die wirtschaftliche Entwicklung Hamburgs vom späten 16. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts, insbesondere den Zusammenhang zwischen städtischer Industrialisierung und der Gründung zentraler Finanzinstitutionen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Übergang von der mittelalterlichen Wirtschaftsweise zur Frühform der Marktwirtschaft, die gewerblichen Organisationsformen und die Entwicklung des Hamburger Handels und Finanzwesens.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu klären, inwieweit eine Kausalverknüpfung zwischen der Industrialisierung eines Staates bzw. einer Stadt und der Ausbildung eines organisierten Finanzmarktes existiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Untersuchung, die ökonomische Produktionsprozesse und die Entwicklung von Handelsstrukturen anhand von Fachliteratur und Quellen zur Wirtschaftsgeschichte analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des wirtschaftlichen Wandels (Produktionsformen), den Aufstieg des Hamburger Handels (Handelsbeziehungen, Zahlungsmethoden) und die Entstehung der Hamburger Börse und Bank.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hamburger Handelsgeschichte, Finanzinstitutionen, Verlagssystem, Manufakturwesen, Wechselgeschäfte und frühneuzeitliche Wirtschaftsentwicklung charakterisiert.

Warum war die Gründung der Hamburger Bank im Jahr 1619 so bedeutend?

Die Gründung war eine Reaktion auf die Münzverschlechterung und die damit verbundenen Handelsunsicherheiten. Sie führte eine stabile, fiktive Rechenwährung (Mark Banco) ein, die den bargeldlosen Giroverkehr erheblich erleichterte.

Welche Rolle spielten die Zünfte bei der Industrialisierung in Hamburg?

Die Zünfte wirkten oft als Bremser für technische Innovationen, da sie traditionelle Verfahren schützten. Dies führte dazu, dass neue Organisationsformen wie Manufakturen außerhalb der Zunftordnung, oft im Umland, entstanden.

Inwieweit beeinflusste der internationale Handel die Hamburger Wirtschaft?

Der internationale Handel, besonders mit Antwerpen und England, forderte neue Strukturen wie die Börse, um den Waren- und Geldverkehr effizient abzuwickeln, was Hamburg zum Handelsplatz von europäischem Rang machte.

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Details

Title
Von der Überproduktion zum Welthandel zum Finanzmarkt
Subtitle
Die Gründung der Hamburger Börse und Bank als Folge der städtischen Industrialisierung von 1550 bis 1650
College
University of Hamburg  (Fachbereich Geschichte)
Course
Hauptseminars NG „Industrialisierung in Hamburg“
Grade
1,3
Author
B.Sc. Nick Baumann (Author)
Publication Year
2013
Pages
36
Catalog Number
V263828
ISBN (eBook)
9783656526506
ISBN (Book)
9783656530664
Language
German
Tags
Industrialisierung Hamburg Börse Bank wirtschaftlicher wandel Handel gewerbe manufaktur technik zahlungsformen finanzmarkt neuzeit mittelalter überproduktion globalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.Sc. Nick Baumann (Author), 2013, Von der Überproduktion zum Welthandel zum Finanzmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263828
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