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Der Stellenwert des Erdgases in der Bundesrepublik Deutschland

Eine energiepolitische Betrachtung

Title: Der Stellenwert des Erdgases in der Bundesrepublik Deutschland

Research Paper (undergraduate) , 2013 , 88 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Victor Lotz (Author)

Energy Sciences
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Insbesondere nach den dramatischen Ereignissen, die sich im Sommer 2011 in Fukushima ereignet haben, steht in vielen Ländern der EU die Frage nach dem richtigen Energiemix wieder oben auf der Agenda. Keine Regierung hat jedoch bislang so konsequente und weitreichende Entscheidungen getroffen wie die Bundesrepublik Deutschland, die bis zum Jahr 2022 den Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie durchführen will. Zugleich bewirkt die politische Förderung der erneuer¬baren Energiequellen im Zielbereich der Energiewende einen radikalen Umbau der gegenwärtigen Energieversorgungssysteme. Der Ausbau der langfristig nachhaltigen Strukturen stellt die Bundesrepublik Deutschland unverkennbar vor neuen Herausforderungen, die derzeit ohne fossile Energieträger nicht bewältigt werden können. Parallel zu erneuerbaren Energien gewinnt Erdgas in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Es ist nach Mineralöl mit einem Anteil von rund 25 Prozent am deutschen Primärenergieverbrauch im Jahr 2012 der zweitwichtigste Primärenergieträger. Ferner gehen einige Prognosen davon aus, dass der Energieträger noch weiter an Bedeutung zunimmt und im Jahr 2030 den Mineralöl ablösen wird. Diese Entwicklung wird durch die rückläufige Nutzung von Kernenergie und den umweltfreundlichen Eigenschaften von Erdgas gestützt.
Diesen Vorzügen stehen die Tatsachen entgegen, dass es sich auch bei Erdgas um einen fossilen und somit endlichen Energieträger handelt. Darüber hinaus werden die Beziehungen auf der politischen Ebene zu den wichtigen Energielieferanten, insbesondere Russland von vielen Akteuren skeptisch bis ablehnend diskutiert. Regeläßig auftauchende Erdgasstreits, wie die Auseinandersetzungen der Ukraine mit Russland, lassen in Politik und in Medien Zweifel aufkommen, ob Russland ein zu¬verlässiger Energiepartner sei. Ferner werden mit dem anwachsenden Umfang an russischen Lieferungen an Energierohstoffen Argumente hinsichtlich der gefährlichen Importabhängigkeit und sich daraus resultierenden Erpressbarkeit geäußert.
Die vorliegende Arbeit fokussiert sich auf die Problematik der Erdgasexportpolitik zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Sowjetunion/Russland im Rahmen der europäischen Energieaußenpolitik. Zugleich erfolgt eine umfassende Analyse über die Importabhängigkeit und die Gefährdung der Versorgungssicherheit insbesondere durch die russischen Erdgaslieferungen.
Kapitel 2 befasst sich nach einer kurzen Vorstellung der Entwicklung der deutschen Gasversorgung mit den heutige

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entwicklung des Erdgassektors in Deutschland

2.1 Formung und Beginn der Erdgasversorgung

2.2 Erdgasverbrauch und –Verwendung in Deutschland

2.2.1 Erdgasanwendungen im Wärmemarkt

2.2.2 Erdgasanwendungen im Strommarkt

2.3 Szenarienüberblick: Erdgaseinsatz in einer Energieversorgung von morgen

2.4 Erdgaseinfuhr und die wichtigen Importrouten

3 Europäischer Erdgasmarkt und die Problematik der Energieaußenpolitik der EU

3.1 Die Rohstoffseitige Verfügbarkeit als Basis für die Erdgasversorgung von Europa

3.2 Charakteristika des Handels mit Erdgas

3.2.1 Erdgastransport und Lieferstrukturen

3.2.2 Vertragliche Strukturen im Erdgassektor

3.2.3 Preisbildungssysteme und Entwicklung der Preise für Erdgas

3.3 Historische Entwicklung des Europäischen Erdgasmarktes

3.4 Europäische Union und Problematik einer gemeinsamen Energiepolitik

3.5 Die „Versicherheitlichung“ der Energiedebatte

4 Energiebeziehungen zwischen Russland und Deutschland und die Schwierigkeiten der Gasexportpolitik

4.1 Sowjetunion und Einleitung des deutsch-russischen Gashandels

4.2 Infrastruktur der sowjetischen Erdgaswirtschaft und Auflösung der Sowjetunion

4.3 Gasdispute zwischen Transitregionen und Russland nach der Zeit der Sowjetunion

4.4 Russische Erdgaswirtschaft und Preise auf dem Exportmarkt

4.5 Russische Erdgaslieferungen und die Importabhängigkeit

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Stellenwert von Erdgas in der Bundesrepublik Deutschland vor dem Hintergrund der europäischen Energieaußenpolitik. Sie analysiert die Versorgungssituation, die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen sowie die daraus resultierenden geopolitischen Spannungen und Herausforderungen für die Versorgungssicherheit.

  • Historische Entwicklung der deutschen Gasversorgung und aktuelle Nachfragesektoren.
  • Strukturen des europäischen Erdgasmarktes, Transportwege und Preisbildung.
  • Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland/Sowjetunion im historischen Kontext.
  • Analyse der Importabhängigkeit und der politischen Debatte um Versorgungssicherheit.

Auszug aus dem Buch

2.1 Formung und Beginn der Erdgasversorgung

Die Erdgasversorgung in Deutschland hat sich historisch seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus der Nutzung von Stadtgas entwickelt. Während Erdgas überwiegend aus Methan besteht, setzte sich das Stadtgas aus Wasserstoff, Methan, Stickstoff und Kohlenmonoxid zusammen. Das Stadtgas wurde hauptsächlich in Gasanlagen und ferner Kokereien erzeugt und bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts als weithin üblicher Brennstoff verwendet. Das Gas diente zunächst der öffentlichen Versorgung und wurde überwiegend in den größeren Städten eingesetzt. Aus diesem Grund ist das Brenngas auch heute unter der veralteten Bezeichnung Stadtgas oder ebenso Leuchtgas bekannt. Zur Herstellung des Synthesegases, die auf dem Prinzip der Entgasung von Energieträgern beruht, wurde überwiegend Steinkohle eingesetzt. Durch Erhitzen des Rohstoffs unter Abschluss der Luft verwandeln sich die festen Bestandteile in Koks, der überwiegend für industrielle Zwecke weiterverwendet wurde. Mit dem anfallenden Gas als einem Nebenprodukt der Vergasung wurden die umliegenden Gemeinden über die Transportleitungen beliefert. Je nach Gaswerk und verwendetem Produktionsverfahren variierte die Zusammensetzung des Brenngases sehr stark, und aufgrund des Kohlenmonoxid-Anteils war das Stadtgas giftig.

Die ersten Gaswerke waren überwiegend private Gründungen und wurden anfänglich von ausländischen Investoren errichtet. Da die Gasversorgung wirtschaftliche und technologische Erfolge mit sich brachte, wurde der Betrieb der städtischen Gasanalgen schnell von den Kommunen übernommen. Der Ausbau der Gastechnologie erwies sich schon in ihren Anfängen als ein recht lukratives Geschäft. Zum Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Renditen der Gasversorgung doppelt so hoch wie bei der kommunalen Elektrizitätsversorgung, die derzeit erstmals als eine Ausnahme blieb. Zugleich wurden mit der Übernahme der Gasversorgung von Kommunen in Eigenregie, die Weichen für die vorherrschende Eigentumsstrukturen der kommunalen Ortsversorger, der Stadtwerke, gestellt, die auch noch heute vorzufinden sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die strategische Bedeutung von Erdgas in Deutschland nach dem Kernenergieausstieg und die damit verbundene politische Debatte über die Abhängigkeit von Importen.

2 Entwicklung des Erdgassektors in Deutschland: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Wandel von Stadtgas zu Erdgas nach und analysiert die verschiedenen Einsatzbereiche von Erdgas im Wärme- und Stromsektor.

3 Europäischer Erdgasmarkt und die Problematik der Energieaußenpolitik der EU: Das Kapitel bietet einen Überblick über die Strukturen des europäischen Marktes, die Preisbildung und die geopolitischen Herausforderungen, denen sich die EU bei der Energiebeschaffung gegenübersieht.

4 Energiebeziehungen zwischen Russland und Deutschland und die Schwierigkeiten der Gasexportpolitik: Hier werden die historischen und wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Russland und Deutschland untersucht, inklusive der Rolle von Transitländern und Gasdisputen.

5 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über die Abhängigkeit, die notwendige Diversifizierung und die Bedeutung der gegenseitigen ökonomischen Interessen im Erdgashandel zusammen.

Schlüsselwörter

Erdgas, Deutschland, Russland, Versorgungssicherheit, Energieaußenpolitik, Gazprom, Pipeline, Take-or-Pay-Verträge, Importabhängigkeit, Gasdisput, Stromsektor, Wärmemarkt, Energiebilanzen, Energiepartnerschaft, Gasinfrastruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Stellenwert von Erdgas in der deutschen Energieversorgung im Kontext der europäischen Energieaußenpolitik und der Beziehungen zu Russland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Erdgasversorgung, Marktstrukturen in Europa, die Rolle von Gazprom sowie die politische Debatte über Importabhängigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die Versorgungsstruktur, die Risiken der Importabhängigkeit und die Bedeutung der Energiebeziehungen zwischen Russland und Deutschland zu liefern.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Auswertung von Wirtschaftsdaten, historischen Entwicklungen und Fachliteratur zur europäischen Energiepolitik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt detailliert die Entwicklung des Erdgassektors, Charakteristika des Erdgashandels, europäische Energieaußenpolitik sowie spezifische Energiebeziehungen zu Russland und die Problematik der Transitländer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Erdgas, Versorgungssicherheit, Importabhängigkeit, Russland, Pipelineinfrastruktur und europäische Energieaußenpolitik.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Russland als Energiepartner?

Die Arbeit hinterfragt kritisch die politische "Versicherheitlichung" und betont die gegenseitige ökonomische Interdependenz, die Russland und Deutschland wirtschaftlich eng miteinander verbindet.

Welche Bedeutung haben die "Take-or-Pay"-Verträge in diesem Kontext?

Diese Verträge dienen als langfristiges Absicherungsinstrument für Investitionen in die Pipelineinfrastruktur, bergen jedoch bei Nachfragerückgängen wirtschaftliche Risiken für die Importeure.

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Details

Title
Der Stellenwert des Erdgases in der Bundesrepublik Deutschland
Subtitle
Eine energiepolitische Betrachtung
College
RWTH Aachen University  (Lehr- und Forschungsgebiet Wirtschafts- und Sozialgeschichte)
Grade
1,7
Author
Victor Lotz (Author)
Publication Year
2013
Pages
88
Catalog Number
V263849
ISBN (eBook)
9783656527626
ISBN (Book)
9783656531975
Language
German
Tags
Geopolitik Gazprom UdSSR Erdgas Nordstream Securitization Versicherheitlichung Southstream Nabucco Energiepolitik Stadtgas Erdgasentwicklung Russland Putin politische Auseinandersetzungen Erdgas-Röhren-Geschäfte Röhren-Kredite deutsch-russische Kooperation Energiemarkt Erdagsmarkt Versorgungssicherheit Importabhängigkeit Gaspreise geopolitische Konflikte USA Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Victor Lotz (Author), 2013, Der Stellenwert des Erdgases in der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263849
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