Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Qualitätsentwicklung nach LQW befassen. Sie zielt dabei jedoch weniger auf eine detaillierte Darstellung des Modells ab, als auf die Frage, inwieweit sich Qualität im Bereich der Weiterbildung beurteilen und messen lässt. Da LQW speziell für den Weiterbildungsbereich konzipiert wurde und, nach Angaben von dessen Entwicklern, einen vergleichsweise hohen Zuspruch erfährt, dient die Auseinandersetzung mit ebendiesem Konzept vielmehr als gelungenes Beispiel für den Versuch, Qualität in der Weiterbildungslandschaft zu entwickeln, zu sichern und zu bewerten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Qualität in der Weiterbildung
2.1 Zum Begriff Qualität
2.2 Qualität in der Weiterbildung im Unterschied zu Produktqualität
2.3 Über die Messbarkeit von Qualität in der Weiterbildung
2.4 Qualitätsmanagement in der Erwachsenenbildung
3. LQW
3.1 Historie, Entstehung, Entwicklung
3.2 Das Modell
3.2.1 Definition pädagogische Qualität – pädagogische Professionalität
3.2.2 Aufbau von LQW
3.3 Vor- und Nachteile von LQW
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Bestimmung und Messbarkeit von Qualität im Bereich der Weiterbildung. Im Fokus steht dabei die Analyse des Qualitätsmanagementmodells LQW (Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung), welches als spezifisches Konzept für Bildungsorganisationen entwickelt wurde, um Qualität jenseits industrieller Maßstäbe zu sichern und zu bewerten.
- Qualitätsbegriff in der Weiterbildung im Vergleich zu Produktqualität
- Messbarkeit und Evaluation von Bildungsdienstleistungen
- Historischer Kontext und Entwicklung des LQW-Modells
- Pädagogische Professionalität als Kernfaktor der Qualitätsentwicklung
- Kritische Würdigung der Vor- und Nachteile von LQW
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Definition pädagogische Qualität – pädagogische Professionalität
Im 2. Kapitel dieser Arbeit wurde bereits darauf verwiesen, dass der Begriff „Qualität“ im Kontext von (sozialen Dienstleistungen) Weiterbildung nicht gleichzusetzen ist mit dem Qualitätsverständnis von Produkten aus dem herstellenden Gewerbe. Pädagogisches Handeln ist nie einseitig, sondern findet immer in der Interaktion zwischen mindestens zwei Parteien statt. Pädagogische Qualität lässt sich demzufolge nicht allein an der Kompetenz oder dem Grad der Professionalisierung des Lehrenden messen, sondern inkludiert stets den, höchst unberechenbaren, Part des Lernenden. Da die Erwartungen, Bedürfnisse und individuellen Zielsetzungen des Lernenden oftmals nicht mit denen des Lehrenden deckungsgleich sind, zeigt sich die Qualität professionellen Handelns im Gelingen eines „Abgleich[es] von Bildungsbedürfnissen der Lernenden mit den von der Organisation ermöglichten Lernerergebnissen“.
Pädagogische Professionalität bedeutet mehr als das Bemühen um die Vermittlung von Wissen. Pädagogische Professionalität bedeutet auch mehr als die Kenntnis didaktischer Prinzipien. Die Qualität des Lehrenden offenbart sich in seiner Fähigkeit, Lernprozesse in Gang zu setzen, in seinem Gespür für Lernbedürfnisse, für Motivationen und ebenso für Lernkrisen der Teilnehmer. Die professionelle pädagogische Kompetenz wird „nicht in erster Linie durch Regeln einer 'pädagogischen Technologie' fundiert, sondern durch die Qualität der jeweiligen 'pädagogischen Beziehung'“.
Als Vertreter des Konstruktivismus rückt Horst Siebert die „Beobachtungssensibilität“ des Lehrenden ins Zentrum pädagogischer Professionalität. Nach Siebert besteht die Kompetenz des Lehrenden in der Wahrnehmung dreierlei Faktoren. Zum einen muss er in der Lage sein, sein Verhalten, seine Wirkung auf andere und seine eigenen Wertvorstellungen zu reflektieren. Zum anderen obliegt es ihm, die Lehrinhalte zu relativieren und dementsprechend eine Dogmatisierung der Inhalte von Lehrbüchern auszuschließen. Der dritte Faktor besteht in der Wahrnehmung der Lernenden, ihrer Individualität, ihrer persönlichen Bedürfnisse und Erfahrungskontexte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Expansion des Weiterbildungssektors sowie die Problematik der Qualitätsbeurteilung aufgrund einer Vielzahl heterogener Angebote.
2. Qualität in der Weiterbildung: Dieses Kapitel definiert den Qualitätsbegriff, arbeitet die Unterschiede zwischen Dienstleistungs- und Produktqualität heraus und diskutiert die Herausforderungen bei der Messbarkeit pädagogischer Angebote.
3. LQW: Dieser Hauptteil widmet sich der Historie, dem strukturellen Aufbau und dem Modellansatz der „Lernerorientierten Qualitätstestierung in der Weiterbildung“ (LQW).
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Qualitätsmanagement für Bildungseinrichtungen essenziell ist, betont jedoch, dass der Lerner als Individuum die zentrale und zugleich unberechenbare Komponente in diesem Prozess bleibt.
Schlüsselwörter
Weiterbildung, Qualität, Qualitätsmanagement, LQW, Lernerorientierung, Bildungsdienstleistung, pädagogische Professionalität, Selbstevaluation, Qualitätskreislauf, Lernprozess, Erwachsenenbildung, Zertifizierung, Bildungsbedürfnisse, Organisationsentwicklung, Bildungsqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Qualitätsentwicklung und -sicherung in Weiterbildungsorganisationen mit einem speziellen Fokus auf das Modell LQW.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die Definition von Qualität in sozialen Dienstleistungen, die Abgrenzung zur industriellen Produktqualität und die Anwendung von Qualitätsmodellen in der Erwachsenenbildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Qualität in der Weiterbildung beurteilen lässt und welchen Beitrag das Modell LQW bei der Unterstützung dieser Prozesse leistet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur und Qualitätsmodellen zur Weiterbildung.
Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert das LQW-Modell hinsichtlich seiner Entstehung, seines konzeptionellen Aufbaus und seiner Vor- und Nachteile aus der Sicht der Praxis.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lernerorientierung, Qualitätskreislauf, pädagogische Professionalität und Selbstevaluation charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Qualität von Bildung von der von Sachgütern?
Im Gegensatz zu Sachgütern findet bei der Bildung eine Gleichzeitigkeit von Erstellung und Konsum statt (Uno-actu-Prinzip), wobei der Teilnehmer aktiv am Prozess beteiligt ist.
Welche Rolle spielt die „Beobachtungssensibilität“ nach Siebert?
Sie gilt als zentrale Kompetenz des Lehrenden, um die Individualität, Bedürfnisse und Lernkontexte der Teilnehmer wahrzunehmen und den Lernprozess professionell zu begleiten.
- Quote paper
- Iwa Juschak (Author), 2011, Qualitätsmanagement in der Weiterbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263853