Fachdidaktik in der Ernährungspädagogik

Unterrichtsbeispiele mit Begleitmaterialien


Unterrichtsentwurf, 2013
114 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhalt

1 Vorwort

2 Aufbau der Beispiele

3 Überblick

4 Beispiel 1 - Ernährung – Ernährungspyramide
4.1 Unterrichtsentwurf (Zeitrahmen 50 Minuten)
4.2 Methodenbeschreibung
4.3 Begleitmaterial: Kopiervorlagen
4.3.1 Skizze einer „leeren" Ernährungspyramide für das Plakat
4.3.2. Beispielbilder für das Plakat: Ernährungspyramide
4.3.3. Arbeitsblatt: Das eigene Essverhalten reflektieren!
4.3.4. Arbeitsblatt: Das eigene Essverhalten reflektieren! - Losung
4.3.5. Informationsblatt: Was ist eine Portion? Das Handmas
4.3.6. Spiel „Die Ernahrungspyramide erklimmen:

5 Beispiel 2 - Ernährung – Gesamtenergiebedarf
5.1 Unterrichtsentwurf (Zeitrahmen 50 Minuten)
5.2 Methodenbeschreibung
5.3 Begleitmaterial: Kopiervorlagen
5.3.1 Arbeitsblatt: Gesamtenergiebedarf
5.3.2 Arbeitsblatt Gesamtenergiebedarf - Losung
5.3.3 Arbeitsauftrag fur die Gruppenarbeiten
5.3.4 Informationsmaterial Gruppe 1: Broca-Index
5.3.5 Informationsmaterial Gruppe 2: BMI – Body Mass Index
5.3.6 Informationsmaterial Gruppe 3: WHR - Waist to hip Ratio
5.3.8 Informationsblatt: Anthropometrie
5.3.9 Protokollblatt fur Schuler/innenprasentationen

6 Beispiel 3 - Ernährung - Fisch
6.1 Unterrichtsentwurf (Zeitrahmen: 2 Unterrichtseinheiten)
6.2 Methodenbeschreibung
6.3 Begleitmaterialien: Kopiervorlagen
6.3.1 Arbeitsblatt Rund um den Fisch
6.3.2 Arbeitsblatt Rund um den Fisch - Lösung
6.3.3 Arbeitsblatt zum Dokumentationsfilm „Die Pangasius Luge
6.3.4 Arbeitsblatt Pro/Contra Debatte

7.Beispiel 4 - Service - Mise en place, Tischdecken
7.1 Unterrichtsentwurf (Zeitrahmen: 4 Unterrichtseinheiten)
7.2 Methodenbeschreibung
7.3 Begleitmaterialien
7.3.1 Informationsblatt: Unser Ziele
7.3.2 Arbeitsblatt Tische decken - Arbeitsablauf
7.3.3 Arbeitsblatt: Tische decken – Arbeitsablauf Losung
7.3.4 Arbeitsblatt: Thema Mise en place
7.3.5 Begleitmaterialien: Mise en place - Losung
7.3.6 Begleitmaterial: Arbeitsblatt: Raumgestaltung und Tischoptik
7.3.7 Begleitmaterialien: Raumgestaltung und Tischoptik – Losung
7.3.8 Begleitmaterial: Mauerblumchen
7.3.9 Arbeitsblatt Tischwasche: Das Decken der Tische
7.3.10 Arbeitsblatt Tischwäsche LÖSUNG
7.3.11 Arbeitsauftrag: Mise en place, Tisch decken, Trageubungen Praxis
7.3.12 Quizkartchen: Fachausdrucke - Service
7.3.13 Schülerselbsteinschätzung

8 Beispiel 5 – Service – Kase & Service von Kase
8.1 Unterrichtsentwurf (Zeitrahmen: 4 Unterrichtseinheiten)
8.2 Methodenbeschreibung
8.3 Begleitmaterialien: Kopiervorlagen
8.3.1 Kase Lexikon - Fachbegriffe
8.3.2 Kase Lexikon - Losung
8.3.3 Expertenpapier: Kaseherstellung
8.3.4 Kaseeinteilung
8.3.5 Kaseeinteilung - Losung
8.3.6 Arbeitsblatt: Kaseservice
8.3.7 Kaseservice - Losung
8.3.8 Arbeitsauftrage – Praktisches Arbeiten
8.3.9 Fragen: „Wer wird Kasekaiser“
8.3.10 Kartchen fur den Kasewagen als Hilfestellung fur Lernende
8.3.11 Worter furs Lexikon
8.3.12 Kase Memory

9 Beispiel 6 – Betriebsorganisation – Verkaufsfordernde Masnahmen
9.1 Unterrichtsentwurf (Zeitrahmen: 2 Unterrichtseinheiten)
9.2 Methodenbeschreibung
9.3 Begleitmaterialien: Kopiervorlagen
9.3.1 Tafelbild
9.3.2 Bilder für Schautisch/Präsentationstisch
9.3.3 Arbeitsauftrag zur Gestaltung eines Schautisches
9.3.4 Arbeitsblatt: „Welches Mikadostäbchen liegt oben?
9.3.5 Arbeitsblatt: „Welches Mikadostäbchen liegt oben? Lösung
9.3.6 Arbeitsaufgaben: Rollenspiele
9.3.7 Tafelbild 2: Verkaufsgesprach
9.3.8 Arbeitsblatt: „We are ladies and gentleman serving ladies and gentleman“
9.3.9 Arbeitsblatt: „We are ladies and gentleman serving ladies and gentleman“ Losung
9.3.10 Checkliste fur Verkaufsgesprache im Restaurant
9.3.11 Checkliste fur Verkaufsgesprache im Restaurant - Losung

10 Beispiel 7 – Betriebsorganisation – Rezeption & Telefonieren
10.1 Unterrichtsentwurf (Zeitrahmen: 2 Unterrichtseinheiten)
10.2 Methodenbeschreibung
10.3 Begleitmaterial: Kopiervorlagen
10.3.1 Teamgedanken stärken, Persönliches Auftreten gegenüber Partnern stärkenTafelbild Hierarchie und Fragen
10.3.2 Profilkarten: Wer bin ich ttt
10.3.3 Profilkarten: Wer bin ich - Losung
10.3.4 Expertenrollen -„Wer bin ich"
10.3.5 Anforderungsprofil
10.3.6 Anforderungsprofil - Losung
10.3.7 Richtiges telefonieren
10.3.8 Richtiges telefonieren - Worter
10.3.9 Richtiges telefonieren - Losung
10.3.10 Im Hotel – Rollenkarten
10.3.11 Telefongespräch - Rollenspiel t t

11 Beispiel 8 – Betriebsorganisation - Convenienceprodukte
11.1 Unterrichtsentwurf (Zeitrahmen: 2 Unterrichtseinheiten)
11.2 Methodenbeschreibung
11.3 Begleitmaterial: Kopiervorlagen
11.3.1 Arbeitsauftrag: Convenienceprodukte
11.3.2 Lesetext: Convenienceprodukte
11.3.3 Vorteile und Nachteile von Convenienceprodukte
11.3.4 Trading a problem: Gruppe 1
11.3.5 Trading a problem: Gruppe 2
11.3.6 Trading a problem: Gruppe 3
11.3.7 Arbeitsblatt „Umfrage“

12 Verzeichnisse
12.1 Inhaltsverzeichnis
12.2 Abbildungsverzeichnis
12.3 Tabellenverzeichnis
12.4 Quellenverzeichnis
12.4.1 Literaturquellen
12.4 2 Internetquellen

1 Vorwort

Die vorliegende Unterlage beinhaltet Unterrichtsentwürfe für den ernährungswirtschaftlichen Fachbereich. Die angeführten Unterrichtsbeispiele sind für Fachschulen und Höhere Lehranstalten für wirtschaftliche Berufe erstellt und auch ausprobiert worden.

Alle Unterrichtsentwürfe sind nach dem 4-Phasen-Modell nach Seel[1] aufgebaut.

Bei allen Unterrichtssequenzen erhalten die Lernenden als Stundeneinstieg einen Stundenablauf und die Stundenziele und ist in den einzelnen Unterrichtsbeispielen nicht explizit angeführt.

Die Vorschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind für die unterschiedlichen Schultypen, Ausbildungsschwerpunkte und Schulstufen durch geringfügige Veränderungen einfach zu adaptieren.[2]

Der Aufbau der Unterrichtsentwürfe ist kompetenzorientiert gestaltet, daher gibt es also vorerst den Begriff Kompetenz zu betrachten.

Kompetenzen umfassen sowohl fachliche Kenntnisse und Fertigkeiten als auch sogenannte soft skills. Fachliche, soziale, personale und Methodenkompetenz ermöglichen erst die berufliche Handlungskompetenz. Diese Unterteilung entspricht der Struktur des Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR).

Der Inhalt dieses Buches ist auf die Handreichung des Wiener Stadtschulrates „Unterricht mit dem Kompetenz-Modell" aufgebaut.

Weinert versteht unter "Kompetenzen als kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten, um gewisse Probleme zu lösen und die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können."[3] Kompetenzen sind somit Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Bewältigung komplexer Problemstellungen. Kompetenz inkludiert aber auch die sozialen Voraussetzungen zum Handlungsvollzug. Erst die verantwortungsvolle Nutzung kognitiver Fähigkeiten und Fertigkeiten zeichnet Kompetenz aus.[4]

Als systematische Darstellung wurde für jeden Fachbereich ein Kompetenzmodell entwickelt. Kompetenzmodelle stellen eine anschauliche Verknüpfung zwischen Theorie und empirischer Beobachtung dar.[5] Sie beschreiben Bildungsziele unter Aspekten der Fachdidaktik und berücksichtigen Theorien zum Wissensaufbau.[6] Sie setzten sich aus zwei Dimensionen zusammen:

Inhaltsdimension: Der Inhaltsbereich beschreibt, worauf sich die Kompetenz bezieht, wie z.B. unterschiedliche Fachbereiche, Wissensbereiche oder Themen.[7]

Handlungsdimension: Mit der Handlungsdimension wird die in der jeweiligen Inhaltsdimension zu erbringende kognitive Leistung zum Ausdruck gebracht. Ergänzend zu kognitiven Kompetenzen finden auch personale und soziale Kompetenzen aus dem jeweiligen Berufsfeld Berücksichtigung.

„Die Handlungsdimension beinhaltet in der Regel fünf Elemente: Wiedergeben, Verstehen, Anwenden, Analysieren und Entwickeln. Diese fünf Stufen beschreiben unterschiedliche Prozesse, die von dem darunter liegenden Ausprägungen abhängig sind. Mit der Handlungsdimension wird in Folge die im jeweiligen Unterrichtsgegenstand (Gegenstandsgruppe) oder im jeweiligen Berufsfeld zu erbringende Leistung (im Sinne einer Handlungskompetenz) zum Ausdruck gebracht."[8]

Bei nachfolgenden Unterrichtsbeispielen in der Ernährungspädagogik ist die Handlungsdimension mit den Buchstaben A bis E gekennzeichnet, und hat folgende Bedeutung:

A Wiedergeben (kennen, beschreiben, definieren, benennen)
B Verstehen (erfassen, einordnen, zusammenfassen)
C Anwenden (übertragen, auf andere Problemsituationen umsetzen)
D Analysieren, interpretieren (auswerten, Schlüsse daraus ziehen)
E Entwickeln (eigene Lösungsmodelle und Lösungsansätze formulieren)[9]

„Die zu erreichenden Kompetenzen werden durch Deskriptoren abgebildet und konkretisieren somit die (aus dem Lehrplan abgeleitete) Bildungs- und Lehraufgabe. Die Formulierung der Deskriptoren hilft, die Perspektive der Schülerinnen und Schüler zu betonen und erlaubt eine höhere Lesbarkeit für Lernende, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern".[10]

Die Deskriptoren sind in der Inhaltsebene - auf Basis des Rahmenlehrplans für wirtschaftliche Berufe 2003 - formuliert und sind individuell (je nach Ausbildungsschwerpunkt) änderbar.[11] Mit diesem Buch wurden „best practice Beispiele" im Bereich der Ernährung, der Servierkunde und der Betriebsorganisation gesammelt und die jeweiligen Methoden beschrieben.

Viel Freude beim Einsatz im Unterricht!

Brigitte Mutz September 2013

Alle Unterrichtsentwürfe mit Begleitmaterialien dürfen für Unterrichtszwecke vervielfältigt werden.

2 Aufbau der Beispiele

Jedes Beispiel besteht aus:

Einem Überblick zum Stundenablauf (Unterrichtsentwurf) mit Inhalts- und Handlungsebene,

der Methodenbeschreibung

und dem verwendeten Begleitmaterial (Beschreibungen und Kopiervorlagen)

3 Überblick

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[12] [13]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4 Beispiel 1 - Ernährung – Ernährungspyramide

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[14] [15]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.1 Unterrichtsentwurf (Zeitrahmen 50 Minuten)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.2 Methodenbeschreibung

In dieser Lehreinheit werden mehrere Methoden eingesetzt um die Schülerinnen und Schüler zu motivieren. Der Stundeneinstieg erfolgt mittels Brainstorming[16] mit einem großen Plakat einer „leeren" Ernährungspyramide.[17] Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre eigenen Ernährungsgewohnheiten reflektieren.

Phase 1: Kärtchen mit Bildern von Lebensmitteln werden aufgelegt und die Schülerinnen und Schüler sollen die Kärtchen den verschiedenen Ebenen zuordnen. Gemeinsam werden die verschiedenen Ebenen der Pyramide erarbeitet und erklärt in einem Schüler-Lehrergespräch (in einem fragend - entwickelndem Unterrichtsverfahren auch Frontalunterricht genannt)[18]

„Das fragend-entwickelnde Verfahren, welches den wesentlichen Kern des traditionellen Verständnisses von Frontalunterricht ausmacht, hat seinen Platz zwischen Einführung in ein neues Thema und der ersten selbständigen Erarbeitung durch die Schülerinnen und Schüler."[19]

Ebenso wird mit Hilfe der Ernährungspyramide das Informationsblatt „Was ist eine Portion? Das Handmaß" erarbeitet.

Phase 2: Selbständiges Arbeiten der Schülerinnen und Schüler (Einzelarbeit/Stillarbeit)[20]

Die Schülerinnen und Schüler sollen ihr eigenes Essverhalten reflektieren und im Arbeitsblatt notieren. Die Auflösung des Arbeitsblattes erfolgt im Plenum.

Phase 3: Zur Festigung wird ein Brettspiel mit Fragen zur Ernährung gespielt. Schülerinnen und Schüler werden in Kleingruppen eingeteilt um das Spiel durchzuführen. Der Unterrichtsertrag wird durch die Reproduktion des erworbenen Wissens im Ernährungsspiel gesichert.

Lernchancen: Frontalunterricht in Form des fragend-entwickelnden Verfahren ist eine sinnvolle Methode, wenn er nicht den Unterricht dominiert, verknüpft ist mit anderen schülerzentrierten Methoden, gut gestaltet wird.

Aus lernpsychologischer Sicht ist Einzelarbeit sinnvoll, weil Lernen in der Form der Aufnahme von Wissensstoff immer individuell stattfinden muss. Man lernt mit Schwierigkeiten selber fertig zu werden und nicht vorschnell aufzugeben.

4.3 Begleitmaterial: Kopiervorlagen

4.3.1 Skizze einer „leeren" Ernährungspyramide für das Plakat

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Ernährungspyramide(Quelle: http://www.eduhi.at/dl/Pyramide Wuerfel.doc), 2013

4.3.2. Beispielbilder für das Plakat: Ernährungspyramide

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: (Quelle: http://www.lea rygat es.com/2009/10/19/ presentation-be-an- imitator/ 14.9.2013)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Ernährungspyramide (Quelle: http://bmg.gv.at/cms/home/attachments/5/8/4/CH1150/CMS1288780028647/a2 pyramide normal gl.pdf, 2013)

4.3.3. Arbeitsblatt: Das eigene Essverhalten reflektieren!

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Was habe ich gestern gegessen?

Tabelle 1: eigene Tabelle, 2012

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle: eigene Tabelle, 2012

Abbildung 4: vgl. aid

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Was habe ich gestern gegessen?

4.3.4. Arbeitsblatt: Das eigene Essverhalten reflektieren! - Losung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.3.5. Informationsblatt: Was ist eine Portion? Das Handmas

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Portion und Portionsgröße (Quelle: http://www.aid.de/downloads/pyramide tabelle porti onsgroesse.pdf, 2013)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Portion und Portionsgrose Autorin: Maria Flothkotter aid (Quelle: http://www.aid.de/ernaehrung/ernaehrungspyramide_handmasse.php., Stand: 13.02.2013)

4.3.6. Spiel „Die Ernahrungspyramide erklimmen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Nestle – Ernahrungsspiel (Quelle: http://www.nestle.at/assetlibrary/ Documents/Ernaehrung%20und%20Gesundheit/Brosch%C3%BCren/Ern%C3%A4hrung%20von%20Kindern/Ern%C3%A4hrungsspiel.pdf, 2013)

5 Beispiel 2 - Ernährung – Gesamtenergiebedarf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[21] [22]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5.1 Unterrichtsentwurf (Zeitrahmen 50 Minuten)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5.2 Methodenbeschreibung

Phase 1: Zu Beginn der Stunde wird mittels Brainstorming[23] auf das Thema Gesamtenergiebedarf hingeführt. Ein Arbeitsblatt soll zur Wiederholung der letzten Stunde als Festigung dienen.

Phase 2: Gruppenarbeit[24]

Die Schülerinnen und Schüler werden durch Ziehen verschiedener Lebensmittelkärtchen aus einer Box in 4 verschiedene Gruppen gelost. Diese erhalten jeweils einen Begleittext zu unterschiedlichen Themen der Körperfettmessmethoden.

Jede Gruppe bekommt ein Thema zugeteilt und erarbeitet mit Hilfe der Unterlagen, welche zur Verfügung gestellt werden eine Präsentation aus. Die Lernenden haben zum Lesen und zur Gestaltung der Flipchartpräsentation (Arbeitsergebnisse präsentieren[25] ) 10 Minuten Zeit. Sie müssen aus ihrer Gruppe eine/n Sprecher/in wählen.

Phase 3: Jede Gruppe hat 4 Minuten Zeit für die Präsentation des Themas. Die Zuhörer/innen dürfen nach der Präsentation Fragen stellen. Schülerpräsentationen werden von jedem mit protokolliert. [26] Phase 4: Reflexionsphase. Die Schüler/innen geben ein kurzes Feedback zur Präsentation und Inhalt der Präsentationen mit Hilfe eines Protokollblattes (siehe Begleitmaterial) ab.

Festigungsphase: Als Festigung wird ein Informationsblatt mit einer Zusammenfassung aller Gruppenarbeiten ausgeteilt.

Wirksamkeit dieser Methode:

„Gruppenarbeit bietet vielfältige Möglichkeiten innerer Differenzierung. Leistungshomogen oder - heterogen, Interesse oder Zufallsauswahl, gleiche oder unterschiedliche Anforderungen im Schwierigkeitsgrad, gleiche oder unterschiedliche Lernwege, arbeitsteilig oder arbeitsgleich, Mädchen oder Jungen gemeinsam oder getrennt."[27]

„Die Inhalte von Schülerpräsentationen werden intensiver aufgenommen, wenn die Zuhörer angehalten sind, Protokollnotizen zu erstellen. So lassen sich im Anschluss Präsentationen intensiver reflektieren."[28]

5.3 Begleitmaterial: Kopiervorlagen

5.3.1 Arbeitsblatt: Gesamtenergiebedarf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[29]

5.3.2 Arbeitsblatt Gesamtenergiebedarf - Losung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[30]

Als Grundumsatz, oder auch Ruhe-Nüchtern-Umsatz bezeichnet man die Energiemenge, die ein Mensch

- bei völliger Ruhe, im Liegen,

- 12 Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme,

- leicht bekleidet, in einem Raum mit einer durchschnittlichen Temperatur von 20°C, benötigt.

GU für einen Erwachsenen ="<"/span>

ca. 1 kcal/kg Körpergewicht/Stunde ="<"/span> 60-70% unseres täglichen Energiebedarfs

Der Grundumsatz ist jene Energiemenge, die bei den genannten Bedingungen zur Aufrechterhaltung

- von Grundstoffwechsel (Herztätigkeit, Atmung, etc.)

- der Körpertemperatur benötigt wird.

Der GU wird außerdem beeinflusst durch: Alter, Geschlecht, Körperoberfläche, Drüsenfunktion, Fieber, Stress, Medikamenteneinnahme, Sport, Schwangerschaft, Fasten;

Leistungsumsatz = die Energie, die der Mensch für jede weitere Leistung benötigt:

- körperliche Tätigkeit

- konzentrierte geistige Tätigkeit

Die körperliche Aktivität wird durch den PAL-Wert (physical activity level) ausgedrückt.

Mittels dieser Angaben kann man nun den Gesamtenergiebedarf eines Menschen ausrechnen.

Grundumsatz (1 kcal/kg Körpergewicht/Stunde) x

entsprechendem PAL-Wert (zwischen 1,2 und 2,4 - je nach Tätigkeit) Die Klasse wird in 4 Gruppen eingeteilt.

5.3.3 Arbeitsauftrag fur die Gruppenarbeiten

Die Klasse wird in 4 Gruppen eingeteilt.[31]

Gruppe 1: Broca-Index

Gruppe 2: Body Mass Index

Gruppe 3: Waist to Hip Ratio

Gruppe 4: Hautfaltendicke

Jede Gruppe bekommt ein Thema zugeteilt und erarbeitet mit Unterlagen, welche sie von der Lehrperson zur Verfügung gestellt bekommt eine Präsentation, welche nach einer Ausarbeitungsphase von 10 Minuten der restlichen Klasse präsentiert wird.

Für die Präsentation hat jede Gruppe 4 Minuten Zeit.

Auf diese Art und Weise sollen die Schüler/innen erlernen, ein fachliches Gebiet in der Gruppe selbständig zu erarbeiten und ihr dadurch erlangtes Wissen an Mitschüler/innen weiterzugeben.

Die Sozialkompetenzen werden dadurch erweitert und die Schüler/innen darin geschult, etwas zu präsentieren.

Die Schüler/innen geben ein kurzes Feedback zur Präsentation und Inhalt der Präsentationen mit Hilfe eines Protokollblattes ab.

5.3.4 Informationsmaterial Gruppe 1: Broca-Index

Eine sehr einfache Formel[32] zur Berechnung des Normalgewichts wurde von Paul Broca entwickelt und nennt sich dementsprechend "Broca-Index".

Broca Normalgewicht = Körpergröße in cm - 100

Das Über- oder Unterschreiten des Broca Normalgewichts wird üblicherweise in Prozent ausgedrückt. Das Idealgewicht nach Broca liegt zum Beispiel 10%/15% unterhalb des Broca Normalgewichts.

Beispiel:

Körpergröße = 180 cm Normalgewicht = 180-100 = 80 kg Idealgewicht = 80 - 10% = 72 kg

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: (Quelle: http://www.idealge wicht.at/1587- idealgewicht- errechnen/ 2013)

Der Vorteil des Broca-Index liegt eindeutig in der einfachen Berechnungsmethode. Dieser Vorteil wiegt die folgenden Nachteile aber leider nicht auf, weshalb der Broca-Index heutzutage als veraltet gilt.

Nachteile:

fester Richtwert ohne Schwankungsbreite

nur für Durchschnittsgrößen (160-180 cm) geeignet

berücksichtigt nicht die Körperzusammensetzung

Gewichtsdefinitionen nach Broca

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Broca-Index erlaubt lediglich eine grobe Einschätzung und trifft für den Bereich mittlerer Körpergrößen am besten zu. Informationsmaterial Gruppe 2: BMI - Body Mass Index[33]

5.3.5 Informationsmaterial Gruppe 2: BMI – Body Mass Index

Der Body Mass Index[34] stellt die Körpergröße dem Körpergewicht gegenüber.

Körpergewicht in kg

(Körpergröße in m)2

Der Body-Mass-Index (BMI) - auch Körpermasseindex (KMI), Kaup-Index oder Körpermassenzahl (KMZ) - ist eine Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen. Sie wurde von Adolphe Quetelet entwickelt.

Da Übergewicht ein weltweit zunehmendes Problem darstellt, wird die Körpermassenzahl vor allem dazu verwendet, auf eine diesbezügliche Gefährdung hinzuweisen.

Der BMI gibt lediglich einen groben Richtwert an und ist umstritten, da er die Statur eines Menschen und die individuell verschiedene Zusammensetzung des Körpergewichts aus Fett- und Muskelgewebe naturgemäß nicht berücksichtigt.

Aussagekraft des BMI

Auf Grund der unspezifischen Ausgangsgröße Gewicht kann der BMI keine Aussage darüber machen, ob dieses als überproportionaler Fett- (Übergewicht, Adipositas) oder Muskelanteil (vgl. Bodybuilder) vorliegt, also der betroffene Mensch übergewichtig oder muskulös ist. Dieses ist aber hinsichtlich des Aussagewertes zentral, so dass der BMI-Wert - neben der Ergebnisverzerrung bei steigender Körpergröße und ähnlicher Statur - nur begrenzt anwendbar bzw. aussagefähig ist.

Insbesondere problematisch ist die Anwendung des BMI bei Sportlern mit einem hohen Anteil an Muskelmasse. Aufgrund der hohen Dichte des Muskelgewebes erreichen diese oft BMI-Werte, die

ein Übergewicht implizieren. Maßgeblich für ein Übergewicht ist jedoch der Anteil des Fettgewebes, über den der BMI keine Aussage treffen kann.

- Setzt Körpergroße und Gewicht in Relation

BMI = Gewicht (kg) / Größe (m) 2

zur Zeit die einfachste und auch in der Wissenschaft gebräuchlichste Methode zur Klassifizierung der Adipositas

für die einfache Berechnung in der Praxis haben sich BMI-Tabellen bewährt

problematisch bei viel Muskelmasse

Bei Kindern und Jugendlichen gelten die BMI-Werte der Erwachsenen nicht. Der normale Körperfettanteil verändert sich ständig, je nach Alter und Geschlecht. Daher hat man für Kinder und Jugendliche Normwertkurven (Perzentilenkurven) für den Body Mass Index erstellt. Diese Kurven sind im Somatogramm dargestellt, welches dazu verwendet wird, die körperliche Entwicklung eines Säuglings, Kleinkindes oder Jugendlichen hinsichtlich der Körpermaße (Länge und Gewicht) darzustellen.

Perzentilen: = Prozentangaben. Wird die Körpergröße eines Kindes in Perzentilen ausgedrückt, bedeutet dies, dass die Körpergröße in Bezug auf die Körpergröße der Altersgenossen angegeben wird. Eine Körpergröße auf der 50. Perzentile bedeutet, dass 50% der Kinder gleichen Alters und gleichen Geschlechts kleiner als das betreffende Kind sind. Körpergröße auf der 3. Perzentile wird als kleinwüchsig, Körpergröße über der 97. Perzentile als groß- oder hochwüchsig bezeichnet.

BMI - kritische Betrachtung

Schwankungsbereich Körperfett sehr hoch

= nur Abschätzung Körperhöhe - Körpermasse zueinander

Fehlinterpretationen: hoher BMI - kann auch viel Muskelmasse haben

Keine Infos ob Gewichtsänderung auf Grund Zunahme / Abnahme Fettmasse oder LBM

Anschauungsmaterial: BMI-Drehscheibe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: BMI-Wert (Quelle: Lindner & Robitza 2010, S. 19)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: BMI (Quelle: http://gipfel.betriebsratsqualifizierung.de/wp-content/uploads/2010/08/800px-BodvMasslndex.png; 2013)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Perzentilkurven für den Body-Mass-Index (BMI) Mädchen und Buben (Quelle: http://ernaehrungsstudio.nestle.de/start/kindundfamilie/schulkinder/DasRichtigeKoerpergewicht.htm; 2013)[35]

5.3.6 Informationsmaterial Gruppe 3: WHR - Waist to hip Ratio

Wo sitzt das Fett?

Wenn es um das Gesundheitsrisiko geht, ist Übergewicht nicht gleich Übergewicht.

Entscheidend ist, an welchen Stellen des Körpers das Fett sitzt!

= Maß für die Fettverteilung im Körper.

Der Wert ergibt sich aus dem Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang.

Damit lässt sich bei übergewichtigen Menschen der Körpertyp bestimmen und eine Aussage über das Risiko für einige Erkrankungen, vor allem Herz-Kreislauferkrankungen, treffen.

Ist der Wert größer als 1, besteht durch die vermehrte Fetteinlagerung am Rumpf ein erhöhtes Gesundheitsrisiko.

Werte unter 1 sind ein Zeichen für vermehrte Fettdepots an Po und Hüften und daraus resultierend eine geringere Gesundheitsgefahr.

Ernährungsmediziner unterscheiden zwischen der so genannten gynoiden (= weibliche) beziehungsweise androiden (= männliche) Fettverteilung.

Risikofaktor für Metabolisches Syndrom: Männer < 1 Frauen < 0,85

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10: (Quelle: http://www.drbarbarahendel. de/ganzheitli chemedizin/ krankheitsbi lder/uebergewicht/gewichtsanalyse/bauc humfang-undfettverteilung/ 2013)

- Am Morgen, vor dem Frühstück, unbekleidet, vor dem Spiegel

> Messung 1

- Bauch ganz einziehen und messen

> Messung 2

- Bauch ganz hinausstrecken und messen

> Messung 3

- Bauch entspannen und Umfang in Mittellage messen = wichtigster Wert o Wenn Differenz zwischen Aus- und Einatmen größer wird, ist man auf dem richtigen Weg

> Bauchumfang markieren

- In Mittellage auf Außenseite des Maßbandes

> Motivationsfoto

- A4 Foto, Versuch sich den Bauch vorzustellen, wenn Zielwert erreicht ist o gewünschte Bauchkontur auf Bild zeichnen. Realistisch: Verringerung 1cm pro Monat o Dieses Bild ins Badezimmer hängen

- Datum festsetzen, bis wann die gewünschte Kontur erreicht werden soll

> Bauchumfang bei Frauen unter 90 cm

> Bauchumfang bei Männern unter 100 cm

> Ein Bauchumfang über diese Maße hinaus haben gezeigt, dass erhöhtes kardiovaskuläres Risiko besteht (erhöhte Cholesterinwerte).

> Reduktion des Bauchumfanges um 1 cm bedeutet eine 3 %-ige Reduktion des kardiovaskulären Risikos.

[...]


[1] Seel 1999, S. 2-11

[2] Smutny, Ingrid 2013 Fachdidaktik Mode und Design, München, GRIN Verlag GmbH

[3] Weinert 2003, S. 27 f

[4] vgl. Beer & Benischek 2011, S. 9

[5] Erpenbeck und von Rosenstiel 2003

[6] Fritz/Staudecker 2010, S. 57

[7] Bildungsstandards HLW, S. 12

[8] Fritz/Staudecker 2010, S. 32

[9] Vgl. Fritz/Staudecker 2010, S. 32

[10] Fritz/Staudecker 2010, S. 33

[11] http://www.abc.berufsbildendeschulen.at

[12] http://www.abc.berufsbildendeschulen.at, 2009

[13] Fritz/Staudecker 2010, S. 31

[14] http://www.abc.berufsbildendeschulen.at, 2009

[15] Fritz/Staudecker 2010, S. 31

[16] Macke 2008, S. 161

[17] Ernährungspyramide von AID

[18] Vgl. Mattes 2011, S. 90 ff

[19] Vgl. Mattes 2011; S. 90 ff

[20] Vgl. Mattes 2011, S. 44 ff

[21] Fritz/Staudecker 2010, S. 31

[22] Fritz/Staudecker 2010, S. 31

[23] Vgl. Hugenschmidt; Technau, 2010, S. 40 ff

[24] Vgl. Hugenschmidt; Technau, 2010, S. 75 ff

[25] Vgl. Mattes 2011, S. 213

[26] Vgl. Mattes 2011, S. 128

[27] Mattes 2011, S 66

[28] Mattes 2011, S. 128

[29] Text frei erfunden, vgl. Rogl et al. 2010, S. 20 ff

[30] Text frei erfunden, vgl. Rogl et al. 2010, S. 20 ff

[31] Frei erfundener Arbeitsauftrag, 2012

[32] In Anlehnung an Lindner & Robitza 2010, S. 19

[33] In Anlehnung an Lindner & Robitza 2010, S. 19

[34] In Anlehnung an Lindner & Robitza 2010, S. 19

[35] Rogl et al. 2010, S. 24

Ende der Leseprobe aus 114 Seiten

Details

Titel
Fachdidaktik in der Ernährungspädagogik
Untertitel
Unterrichtsbeispiele mit Begleitmaterialien
Hochschule
Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien / Krems  (Berufsbildung)
Note
1
Autor
Jahr
2013
Seiten
114
Katalognummer
V263874
ISBN (eBook)
9783656528982
ISBN (Buch)
9783656533009
Dateigröße
28116 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Unterricht, Pädagogik, Ernährung, Betriebsorganisation, Service, Kompetenzen
Arbeit zitieren
Dipl.-Päd. Brigitte Mutz (Autor), 2013, Fachdidaktik in der Ernährungspädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263874

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