Die Stadtentwicklung und die Umsetzung der Thematik im Grundschulunterricht


Hausarbeit, 2003

20 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Die Stadtentwicklung
1.1 Phasen der Stadtentwicklung in Deutschland
1.2 Die Stadtentwicklung in Baden-Württemberg
1.3 Die Erfassung genetischer Stadttypen
1.4 Die Entwicklungsphasen der Stadtentwicklung
1.4.1 Städte des Mittelalters
1.4.2 Städte der Neuzeit
1.4.3 Städte des 19. und 20. Jahrhunderts
1.5 Der Strukturwandel der Städte in der Vor- und Nachkriegszeit

2. Die methodische Umsetzung des Themas in der Grundschule
2.1 Die Entwicklung der Stadtgeografie
2.2 Bezug zum Bildungsplan
2.2.1 Klasse 3
2.2.2 Klasse 4
2.3 Anhang

3. Literaturverzeichnis

1. Die Stadtentwicklung

1.1 Phasen der Stadtentwicklung in Deutschland

Die Stadtentwicklung verlief zu keiner Zeit linear und gleichmäßig. Betrachtet man jede beliebige Stadt „fällt eine Neben und Nacheinander der unterschiedlichsten Städtebau- und Planungskonzeptionen auf“[1], die „sich in verschiedenen historischen Perioden im Gefecht der Interessen im städtischen Raum durchgesetzt haben“[2]. Die ökonomischen Bedingungen einer kennzeichnenden Epoche waren und sind auch heute noch von fundamentaler Bedeutung für die jeweiligen Phasen städtischer Entwicklung. Die Auswirkungen der jeweiligen Phasen werden nach Rodenstein[3] nach folgenden Kriterien untersuchet:

1. Auswirkungen auf die baulich-räumliche Umsetzung der notwendigen Zeit- Raum- Relation (Standortfragen, Infrastruktur, Verkehr, ect.)
2. Auswirkungen auf die sich verändernde materielle Beziehung zwischen den Klassen (ihre neue Verteilung im städtischen Raum)
3. Auswirkungen auf die kulturell-architektonischen Ausdrucksformen der herrschenden Klassen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten, in denen meist eine sehr große Stadt dominiert, wie beispielsweiße Paris in Frankreich oder Athen in Griechenland, ist das Städtesystem in Deutschland sehr ausgewogen. Nach den vier größten Städten Berlin, Hamburg, München und Köln folgt ein breites Mittelfeld mit Städten wie Frankfurt, Dortmund, Stuttgart u.v.a.. Sowohl in der Einwohnerzahl als auch in den funktionalen Gesichtspunkten herrscht ein Gleichgewicht: Frankfurt als Bankenzentrum, München, indem das Versicherungswesen dominiert, Hamburg als Handelszentrum, wobei auch die Zentralen der großen Konzerne quer durch die Republik verteilt sind.[4]

1.2 Die Stadtentwicklung in Baden-Württemberg

Heute ist Baden-Württemberg, welches 1952 gegründet wurde, das Land der kleinen und mittleren Gemeinden. Auf seiner Fläche von 35 752 km2 wohnen insgesamt 10'500’000 Einwohner auf einer Bevölkerungsdichte von 293 Einwohner je km². Es gibt nur neun Städte mit über 100’000 Einwohnern. An der Spitze steht Stuttgart mit 582’000 Einwohnern, darauf folgen die Städte Mannheim mit 308’000, Karlsruhe mit 277’000, Freiburg mit 202’000, Heidelberg mit 140’000, Heilbronn mit 120’000, Pforzheim mit 117’000, Ulm mit 116’000 und Reutlingen mit 110’000 Einwohnern. Insgesamt besteht Baden-Württemberg aus 1’111 Gemeinden von denen die kleinste Böllen mit gerade einmal 106 Einwohnern ist. Zudem gibt es 44 Stadt- und Landkreise, wovon der flächengrößte Ortenauskreis mit 1’852 km² ist und die zwei bevölkerungsreichsten Landkreise der Rhein- Neckar- Kreis mit 520’000 Einwohnern und Esslingen mit 495’000 Einwohnern.[5]

Im Landesdurchschnitt kommt auf 120 km² eine Stadt, im Neckarbecken jedoch beispielsweiße bereits auf 50 km² und im Schwarzwald gerade einmal auf 160 km². Ursachen für diese ungleiche Verteilung sind:

- Verkehrsgunst, Verkehrswege
- natürliche Bedingungen/Landesnatur
- wirtschaftliches Potential
- Macht- und Territorialverhältnisse.

1.3 Die Erfassung genetischer Stadttypen

Besonders Keyser, Huttenlocher und Radig haben für Teile Mitteleuropas genetische Stadttypen herausgearbeitet, wobei ihre weitgehend gleichartigen Ergebnisse folgende Typen[6] erkennen lassen:

1. Die keltisch-germanischen oppida bzw. Volksburgen als Vorläufer. Diese waren nicht eigentliche Städte, wobei häufig auch keine Siedlungskontinuität besteht.
2. Die Römerstädte bis zum 3. Jh nach Christus, wobei hier nicht nur Siedlungs-, sondern sogar Grundrisskontinuität besteht, wie sich beispielsweise am Fall Köln zeigen lässt. Namen wie dieser (Colonia Agrippinensis) weisen sowohl auf den römischen Ursprung als auch auf die mit Hausbau und Steinbauweise in den germanischen Raum gekommenen Fachausdrücke (Bsp.: fenestra = Fenster, usw.). Genauso die Städte Koblenz (Confluentes), Trier (Augusta Treverorum), Mainz (Moguntiacum), Regensburg (Regina Castra) oder Wien (Vindobona) u.v.m. . Häufig wurden sie später Bischofssitze, an deren Domfreiheit sich Händlersiedlungen anschlossen.
3. Die Wikorte des 8.-10. Jh. und die Marktorte des 10.- 12. Jh., welche von manchen Autoren getrennt genannt werden und von anderen zusammengefasst. Die Marktorte entstanden oft bei Klöstern, Adelssitzen und Pfalzen. Beispiele für Städte aus dem Südwesten Deutschlands sind Esslingen, Heilbronn, Tübingen und Ulm.
4. Die Gründungsstädte des Hochadels im 12. und 13. Jh., wobei 123 von 293 Städten Baden-Württembergs auf diese Gruppe entfallen.
5. Die Spätgründungen des niederen Adels im 14. und 15. Jh., wie Grötzingen, Brackenheim, und Erhebungen von Dörfern wie Höxter oder Soest.
6. Die im Absolutismus entstandenen Planstädte im Zeitraum des 16. – 18. Jh. Zu diesen zählen Residenzen wie Karlsruhe, Mannheim oder Ludwigsburg.
7. Zu Beginn des 19. Jh. die Verwaltungsneustädte, welche „im Zuge des Ländererwerbs der napoleonischen Ära und Neugliederung der deutschen Territorien zu Amtssitzen erhoben wurden“ wie die Städte Buhl, Kandern, Maulbronn oder Schönau im Südwesten Deutschlands.
8. Städte, die aus Dörfern, städtischen Randgemeinden oder dem Zusammenschluss mehrer Gemeinden auf Grund der Industrialisierung des 19. und 20. Jh. entstanden sind oder auch komplette Neugründungen. Zu diesen gehören Vorhäfen wie Cuxhafen oder Industriestädte wie Leverkusen, Rheinfelden, Rüsselsheim, Singen, Wesseling, Weil a. Rh., Wolfsburg.

1.4 Die Entwicklungsphasen der Stadtentwicklung

Die Stadtentwicklung lässt sich grob in vier unterschiedliche Entwicklungsphasen unterteilen:

- die Zeit des Mittelalters (10.- 15. Jahrhundert)
- die Zeit der Renaissance/ des Absolutismus (16. –18. Jahrhundert)
- die Zeit der Industrialisierung (19. Jahrhundert)
- und die Zeit der Gegenwart (20. Jahrhundert).

Dabei richten sich die Städte, Straßen oder einzelne Stadtteile auf verschiedene Örtlichkeiten aus und besitzen unterschiedliche Merkmale. Zudem lassen sie sich in drei Stadtformen untergliedern:

1. Die Städte des Mittelalters (12. –15. Jahrhundert)
2. Die Städte der Neuzeit (Mitte 15. Jh. – 18. Jh.)
3. und die Städte des 19. und 20. Jahrhunderts (19. - 20.Jh.).

1.4.1 Städte des Mittelalters

Beinahe 2/3 der Städte, welche die Titulierung Stadt haben, wurden im Zeitraum zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert gegründet. Die Merkmale[7] einer mittelalterlichen Stadt sind:

- ihre engen, verwinkelten Straßenzüge
- dass die Hauptverkehrsachsen auf zentrale Punkte zulaufen
- dass in ihr starke Überbauung herrscht
- dass sie ummauert ist , meist mit Graben und Stadttore vorhanden sind
- und dass die Arbeits- und Wohnstätte sehr nah miteinander verbunden sind (in einem Haus).

Zudem kann man eine Stadt, die im Mittelalter gegründet wurde, daran erkennen, dass sie und ihre Stadtteile und Straßen sich auf verschiedene zentrale Gebäude ausrichten, wie:

- den Marktplatz/ das Rathaus
- die Kirche/ das Kloster
- oder die Burg.

[...]


[1] Phasen der Stadtentwicklung, 2002 [On-line]. Available: http://squat.net/archiv/duesseldorf/Dipl_Int--6.html

[2] Rodenstein, M.: Städtebaukonzepte; in: Häuermann, H., u.a.: Stadt und Raum, S. 31

[3] ebenda, S. 35

[4] Reader’s Digest Atlas 1998

[5] Terra Baden Würrtemberg Gymnasium 2002, Klasse 5

[6] Hofmeister, B., 1994: Stadtgeographie. Das geographische Seminar.

[7] Claassen, K., 1996: Die Stadt. Lebensraum im Wandel.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Stadtentwicklung und die Umsetzung der Thematik im Grundschulunterricht
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Veranstaltung
Kulturgeographische Betrachtung Baden-Württembergs
Note
2,5
Autor
Jahr
2003
Seiten
20
Katalognummer
V26391
ISBN (eBook)
9783638287388
Dateigröße
717 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stadtentwicklung, Umsetzung, Thematik, Grundschulunterricht, Kulturgeographische, Betrachtung, Baden-Württembergs
Arbeit zitieren
Sylvia Mohr (Autor), 2003, Die Stadtentwicklung und die Umsetzung der Thematik im Grundschulunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26391

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