Ein hoher Anteil älterer Mitarbeiter bringt verschiedene Faktoren mit sich: Sie besitzen
zum einen einen hohen Wissens- und Erfahrungsstand und zum anderen weisen sie eine
erhöhte Multimorbidität auf. Letzteres macht es ihnen schwer, das bislang gewohnte
Arbeitspensum zu absolvieren und führt meist zu einem höheren Krankenstand oder
einem frühzeitigeren Eintritt in die Rente. Der fehlende junge Nachwuchs und die
Abnahme der Verweildauer im Beruf besonders von älteren Arbeitnehmern führen u.a.
zu einem Fachkräftemangel. Außerdem können die Erfahrungen der älteren Mitarbeiter
durch einen frühzeitigen Renteneintritt nicht ausreichend genutzt werden.
Der Pflegeberuf muss attraktiver gestaltet werden, um Nachfolger zu garantieren. Bis
das ausreichend gewährleistet ist liegt das Potenzial bei den älteren Mitarbeitern. Ihre
Arbeitskraft und Gesundheit muss bewahrt werden und sie sollten bis zum Rentenalter
im Betrieb gehalten werden. Strategien des Personalmanagements, sich mit den
genannten Konsequenzen auseinander zusetzen, befinden sich noch in den Anfängen. Im
Fokus stehen die strukturellen Veränderungen der Gesundheitspolitik, die die
Krankenhäuser in eine stärkere Wettbewerbssituation bringen. Diese fordert
Rationalisierungen und Kosteneinsparungen: Arbeitsverdichtungen, Fusionen,
Fallzahlsteigerung und Senkung von Personalkosten stehen im Fokus des Managements.
Doch ohne seine Mitarbeiter kann ein Krankenhaus nicht bestehen. „Zur Sicherung der
Wettbewerbsfähigkeit von Einrichtungen des Gesundheitswesens … kommt der
Förderung der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit alternder Belegschaft eine wichtige
Rolle zu“ (Loebe 2010: 14).
Die Auswirkungen des demografischen Wandels in der Bundesrepublik Deutschland
und auf die betriebliche Beschäftigungspolitik fordern ein erhöhtes Interesse des
Personalmanagements. Nur mit sinnvollen Strategien durch das Personalmanagement
kann einem Fachkräftemangel entgegen gewirkt werden. Der erwähnte Zustand und
mögliche Strategien werden in der vorliegenden Hausarbeit erörtert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Demografischer Wandel
2.1 Demografischer Wandel in Deutschland
2.2 Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung
2.3 Folgen des demografischen Wandels
3 Der älter werdende Arbeitnehmer
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 Belastungsfaktoren
3.2.1 Belastungsfaktoren im Gesundheitswesen
3.2.2 Belastungsfaktoren für älter werdende Arbeitnehmer
3.2.3 Die Schlussfolgerung des älteren Arbeitnehmers
3.3 Altersstruktur
3.3.1 Bedeutung der betrieblichen Altersstruktur
3.3.2 Auswirkungen der Altersstruktur
4 Wandel im Gesundheitswesen
4.1 Veränderungen von Strukturen
4.1.1 Personal
4.1.2 Krankenhaus
4.1.3 Patienten
4.2 Bedeutung für den Einsatz älterer Arbeitnehmer
4.3 Besonderheiten im Umgang mit einer alternden Belegschaft
5 Strategien des Personalmanagements
5.1 Betriebscheck und Altersstrukturanalyse
5.2 Handlungsfelder eines betrieblichen Altersmanagement
5.2.1 Gesundheitsförderung
5.2.2 Arbeitsorganisation und -gestaltung
5.2.3 Führung und Unternehmenskultur
5.2.4 Personalgewinnung und -bindung
5.2.5 Kompetenz und Entwicklung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen, die der demografische Wandel für das Personalmanagement im Gesundheitswesen mit sich bringt, und entwickelt Strategien, um die Arbeitsfähigkeit älterer Arbeitnehmer langfristig zu erhalten und den drohenden Fachkräftemangel zu bewältigen.
- Analyse der Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Belegschaftsstruktur im Krankenhaus.
- Identifikation spezifischer Belastungsfaktoren für älter werdende Pflegekräfte.
- Bewertung von Personalmanagement-Strategien zur Erhaltung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
- Entwicklung von Ansätzen für altersgerechte Arbeitsbedingungen und Personalbindung.
- Strategien zur Nachwuchsgewinnung und Förderung eines Imagewechsels im Pflegeberuf.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Belastungsfaktoren im Gesundheitswesen
Das Gesundheitswesen und insbesondere das Krankenhaus sind durch verschiedene Belastungsgruppen gekennzeichnet. Diese lassen sich in fünf Kategorien unterteilen: Umwelteinflüsse, Arbeitsmenge und -inhalte, Organisationsstrukturen, Soziales Klima und geringe Qualifikation. Den einzelnen Kategorien sind Faktoren zugeordnet, die sich in erhöhtem Dasein belastend auf die Pflegekräfte auswirken (vgl. Abb. 2). „Gelingt es nicht, die Mitarbeitenden gesund und motiviert zu erhalten, dann wird die Anzahl der Krankheitstage deutlich ansteigen und viele werden dem Beruf den Rücken kehren“ (Löhr et al 2008: 1).
Einige Belastungsfaktoren wie das Infektionsrisiko, der Schichtdienst und die körperlichen Anforderungen können nicht vermieden werden. Diese Faktoren haben bei erhöhtem Vorkommen und fehlendem Ausgleich Auswirkungen auf die Gesundheit. Doch wie genau sehen die Auswirkungen der Belastungsfaktoren aus? Und was wird zur Prävention der Konsequenzen getan? Eine Folge der chronischen Belastung ist ein erhöhter Krankenstand der Pflegekräfte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Folgen der demografischen Entwicklung für den Arbeitsmarkt im Gesundheitswesen und begründet die Notwendigkeit, ältere Mitarbeiter länger im Betrieb zu halten.
2 Demografischer Wandel: Dieses Kapitel erläutert die Ursachen und Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung, insbesondere den Rückgang der Geburtenrate und die steigende Lebenserwartung in Deutschland.
3 Der älter werdende Arbeitnehmer: Es werden Begriffsbestimmungen, spezifische Belastungsfaktoren im Pflegeberuf sowie die Bedeutung der Altersstruktur in Unternehmen analysiert.
4 Wandel im Gesundheitswesen: Dieses Kapitel beschreibt strukturelle Veränderungen durch Politik und Wirtschaft, die den Druck auf Krankenhäuser und das Personal signifikant erhöhen.
5 Strategien des Personalmanagements: Es werden konkrete Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, Arbeitsgestaltung, Führung und Personalbindung vorgestellt, um die Beschäftigungsfähigkeit älterer Mitarbeiter zu sichern.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit altersgerechter Arbeitsbedingungen zusammen und betont, dass der demografische Wandel eine ganzheitliche Strategie des Personalmanagements erfordert.
Schlüsselwörter
Demografischer Wandel, Personalmanagement, Gesundheitswesen, ältere Arbeitnehmer, Arbeitsfähigkeit, Pflege, Gesundheitsförderung, Fachkräftemangel, Altersstruktur, Belastungsfaktoren, Personalbindung, Personalmarketing, Arbeitsorganisation, Prävention, Beschäftigungsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen, die der demografische Wandel speziell für das Personalmanagement in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen mit sich bringt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die alternde Belegschaft, die physischen und psychischen Belastungsfaktoren im Pflegeberuf, Personalmarketing und Strategien zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Strategien zu erarbeiten, wie das Personalmanagement ältere Mitarbeiter im Betrieb halten kann, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung des Themas, ergänzt durch die Analyse von demografischen Daten und spezifischen betrieblichen Altersstrukturanalysezahlen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Auswirkungen des Wandels, die Belastungen der Mitarbeiter und leitet daraus konkrete Handlungsfelder für das Management ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem demografischer Wandel, Gesundheitswesen, Altersmanagement, Arbeitsfähigkeit und Personalbindung.
Wie unterscheidet sich die Situation älterer Mitarbeiter von jüngeren im Krankenhaus?
Ältere Mitarbeiter verfügen über mehr Erfahrung, haben aber oft längere Regenerationszeiten und reagieren empfindlicher auf die hohen physischen Anforderungen des Schichtdienstes.
Welche Rolle spielt die Führungskraft beim Altersmanagement?
Führungskräfte sind entscheidend, da sie die tägliche Arbeit gestalten, Entwicklungspotenziale identifizieren und durch ihre Wertschätzung die Motivation maßgeblich beeinflussen.
Warum ist das Personalmarketing im Gesundheitswesen aktuell so schwierig?
Das Image des Pflegeberufes gilt als schlecht, was die Gewinnung von Nachwuchskräften erschwert, während gleichzeitig der Bedarf aufgrund des demografischen Wandels steigt.
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- Janina Nanninga (Author), 2012, Der älter werdende Arbeitnehmer im Gesundheitswesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263942