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Personalisierung der Kanzlerkandidaten im Wahlkampf zum Deutschen Bundestag

Titel: Personalisierung der Kanzlerkandidaten im Wahlkampf zum Deutschen Bundestag

Seminararbeit , 2013 , 15 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Sandra Martel (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Erst seit einigen Jahren wird die Rolle der Personalisierung von politischen Spitzenkandidaten in Deutschland von der Politikwissenschaft eingehender Betrachtet. Die zur Verfügung stehen Daten zu dieser Thematik sind allerdings noch sehr lückenhaft und Untersuchungen haben gezeigt, dass es gerade bei der Personalisierungsdebatte auch große Unterschiede bei den erhobenen Daten zwischen Ost- und Westdeutschland gibt. Hinterfragt werden im Bereich der Personalisierung von Spitzenkandidaten vor allem die Auswirkungen politischer Eigenschaften von Kandidaten auf das Wahlverhalten der Wähler. Inwieweit spielen Kandidatendimensionen wie rollennahe, auf die Politik bezogene Eigenschaften wie Kompetenz und Führungsqualität und rollenferne, unpolitische Eigenschaften, wie Sympathie, Aussehen, Privatleben oder Integrität in der Vorwahlzeit und im Entscheidungsprozess der Wähler eine Rolle.
In vielen Forschungstexten zum Thema Personalisierung politischer Spitzenkandidaten, auf meine Arbeit bezogen, der deutschen Kanzlerkandidaten, geht es um die Frage, ob die Personalisierung in den letzten Jahren zugenommen hat, und das deutsche System in Hinblick auf die Spitzenkandidaten immer mehr in Richtung einer „Amerikanisierung“ zuläuft. Amerikanisierung soll hier bedeuten, dass sich die Personalisierung immer mehr dem amerikanischen Wahlkampf angleicht und die Kanzlerkandidaten fast losgelöst von ihrer Partei präsentiert werden. Die Frage ist, ob sich die Wähler nicht mehr vordergründig für eine Partei entscheiden sollen, sondern für den präsentierten Kanzlerkandidaten und somit, zweitrangig, auch für die dazugehörige Partei. Des weiteren geht es um die Frage, ob eine verstärkte Personalisierung der politischen Spitzenkandidaten sich nachweisbar auf das Wahlverhalten der Bürger auswirkt und es den Parteien dadurch gelingt mehr Wähler für sich zu gewinnen. Untersuchungen zu diesem Punkt haben mehr oder weniger eindeutig gezeigt, dass Kandidateneffekte und die Personalisierung von Kanzlerkandidaten bei den Wahlentscheidungen in den letzten Jahren nicht zugenommen haben, wenn sie denn überhaupt bemerkbar vorhanden sind (Brettschneider 2002, S.207 ff.). Somit geht man davon aus, dass es in Deutschland in den letzten Jahren nicht zu einer erhöhten Personalisierung der Kanzlerkandidaten oder auch zu einer Amerikanisierung gekommen ist. Festzuhalten ist allerdings, dass es Personalisierung in der Politik gibt und dass dies kein neues Phänomen ist. Schon mit Deutschl

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Diversifikationsstrategien

3. Kandidateneigenschaften

4. Wahlkampf

5. Medienberichterstattung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die zunehmende Rolle der Personalisierung von Kanzlerkandidaten im deutschen Bundestagswahlkampf und analysiert, inwieweit diese Entwicklung das Wahlverhalten der Bürger beeinflusst und eine "Amerikanisierung" des deutschen Systems widerspiegelt.

  • Wandel der Parteibindung und der Einfluss von Kandidateneigenschaften
  • Strategien der Diversifikation zur Wählermobilisierung
  • Bedeutung der medialen Inszenierung von Spitzenkandidaten
  • Fokussierung der Wahlkampfführung auf die Kanzlerfigur statt auf Parteiprogramme
  • Rolle von TV-Auftritten und persönlicher Kommunikation im Wahlprozess

Auszug aus dem Buch

3. Kandidateneigenschaften

Natürlich spielen neben den politischen Einstellungen der Spitzenkandidaten auch die persönlichen Eigenschaften eine wichtige Rolle. Aussehen, Privatleben Sympathie, Integrität und Führungsqualitäten sind Eigenschaften, auf die die Wähler achten und bei denen sie prüfen, ob der Kandidat mit den eigenen Werten und Vorstellungen übereinstimmt. Gerade durch die angewachsene Medialisierung des Wahlkampfs werden den Wählern diese Kandidateneigenschaften in der Wahlkampfzeit täglich präsentiert. Vor allem Wähler ohne feste Parteiidentifikation und Wechselwähler nutzen Kandidateneigenschaften, politische, wie auch unpolitische als „information shortcuts“ (Klein/Ohr 2001, S.97), um zu entscheiden, wer in ihren Augen am Besten fähig ist, die eigenen Vorstellungen und Erwartungen an Politik und Regieren umzusetzen. Auch für politisch uninformierte Wähler sind Kandidateneigenschaften eine gute Möglichkeit, sich eine Meinung zu einem Kandidaten und seiner Partei zu bilden.

Durch die Medienpräsenz der Spitzenkandidaten ist dies, gerade für uninformierte Wähler eine kostengünstige Informationsmöglichkeit. Außerdem sind sie dadurch nicht gezwungen, sich mit komplizierten politischen Sachfragen auseinanderzusetzen und fühlen sich eher dazu motiviert, ihre Stimmer bei der Wahl abzugeben. Auch zu dem Thema der Kandidateneigenschaften haben Rosar und Ohr in ihrem Beitrag eine Untersuchung dargelegt, in der sie die Wähler zu den Kandidateneigenschafenten der Kanzlerkandidaten Gerhard Schröder und Edmund Stoiber befragen. Bewertet werden konnten Managerqualität, politisches Konzept, politische und persönliche Vertrauenswürdigkeit, öffentliches Auftreten, Ausstrahlung und Privatleben (Rosar/Ohr 2005, 107 ff.). Auch Klein und Ohr haben 2001 eine Untersuchung zu den Kandidateneigenschaften bei der Bundestagswahl 1998 zwischen dem damals amtierenden Kanzler Helmut Kohl und seinem Herausfordere Gerhard Schröder erstellt und sind zu ähnlichen Ergebnissen gekommen, wie Rosar und Ohr. Zusammenfassend betrachtet waren die Ergebnisse der Untersuchungen bei Klein und Ohr relativ eindeutig. Kandidateneigenschaften bleiben nicht ohne Effekt. Allerdings ist nicht jede Kandidateneigenschaft für jeden Kandidaten gleich wichtig (Klein/Ohr 2001, S.125).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Personalisierung in der deutschen Politik und stellt die zentrale Frage nach einer möglichen Amerikanisierung des Wahlkampfs.

2. Diversifikationsstrategien: Dieses Kapitel erläutert, wie Parteien durch die Fokussierung auf sympathische Kanzlerkandidaten versuchen, Wählerschichten über die eigene Stammwählerschaft hinaus anzusprechen.

3. Kandidateneigenschaften: Hier wird analysiert, wie persönliche Attribute wie Auftreten, Integrität und Privatleben als "Information Shortcuts" für Wähler bei der Entscheidungsfindung dienen.

4. Wahlkampf: Das Kapitel untersucht die Entkoppelung von Partei und Kandidat in der Wahlwerbung sowie die Professionalisierung der Wahlkampfführung durch Marketing-Experten.

5. Medienberichterstattung: Diese Sektion behandelt die zentrale Rolle des Fernsehens und der visuellen Inszenierung für die Wahrnehmung von Spitzenpolitikern durch die breite Masse.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Personalisierung zwar kein völlig neues Phänomen ist, aber durch Medialisierung an Bedeutung gewonnen hat und besonders Wechselwähler anspricht.

Schlüsselwörter

Personalisierung, Kanzlerkandidaten, Wahlkampf, Bundestagswahl, Wählerverhalten, Parteiidentifikation, Medialisierung, Amerikanisierung, Kandidateneigenschaften, TV-Duelle, politische Kommunikation, Strategie, Wählermobilisierung, Politische Wissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die zunehmende Zentrierung deutscher Bundestagswahlkämpfe auf die Kanzlerkandidaten anstelle der Parteiprogramme.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Parteiidentifikation, der medialen Darstellung von Politikern und der Wirkung von persönlichen Eigenschaften auf die Wahlentscheidung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass trotz des Fehlens eines direkt nachweisbaren massiven Einflusses auf das Wahlergebnis, deutliche Tendenzen zur Personalisierung existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse bestehender politikwissenschaftlicher Studien und empirischer Untersuchungen zu vergangenen Bundestagswahlen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Diversifikationsstrategien der Parteien, die Bedeutung persönlicher Kandidateneigenschaften, die Gestaltung des Wahlkampfs und die Rolle der Medien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Personalisierung, Kanzlerkandidaten, Wählerverhalten, Medialisierung und Amerikanisierung.

Wie nutzen Parteien laut der Arbeit ihre Kanzlerkandidaten zur Wählergewinnung?

Parteien nutzen Kandidaten, um politisch unentschiedene Wähler oder Wechselwähler anzusprechen, die sich weniger für Parteiprogramme als für die Person des potenziellen Regierungschefs interessieren.

Welche Rolle spielt das Fernsehen für die Personalisierung?

Das Fernsehen dient als primäres Medium, um durch visuelle Präsenz und Kurzstatements („Sound Bites“) Emotionen zu transportieren und Politiker als „Gesamtkonzept“ erlebbar zu machen.

Was ist mit der sogenannten „Raute der Macht“ im Kontext der Arbeit gemeint?

Dies dient als Beispiel dafür, wie eine spezifische Körpersprache in den Medien eine Diskussion über die Persönlichkeit und Politik einer Kanzlerin anregen kann.

Warum wird der Begriff „Amerikanisierung“ in diesem Zusammenhang verwendet?

Er beschreibt die Angleichung des deutschen Wahlkampfes an US-amerikanische Vorbilder, bei denen die Konzentration auf die Spitzenperson oft losgelöst von der Partei erfolgt.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Personalisierung der Kanzlerkandidaten im Wahlkampf zum Deutschen Bundestag
Hochschule
Universität Mannheim
Note
3,0
Autor
Sandra Martel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V263947
ISBN (eBook)
9783656530022
ISBN (Buch)
9783656531296
Sprache
Deutsch
Schlagworte
personalisierung kanzlerkandidaten wahlkampf deutschen bundestag
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sandra Martel (Autor:in), 2013, Personalisierung der Kanzlerkandidaten im Wahlkampf zum Deutschen Bundestag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263947
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Leseprobe aus  15  Seiten
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