Forschung in Israel


Facharbeit (Schule), 2013
15 Seiten, Note: 14,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

II. Anteil der Forschung am Erfolg der Landwirtschaft in Israel

III. Entfaltung der israelischen Forschung nach 1948

IV. Rolle der deutsch-israelischen Wissenschaftskooperation

V. Neuorientierung der Forschung in Israel ab den 1990ern

VI. Israel als Hightech-Nation

VII. Fazit

VIII. Literaturverzeichnis
1. Bücher und Artikel aus Zeitschriften/Sammelbänden
2. Internetquellen

Einführung

Israel ist ein rohstoffarmes und trockenes Land. Chaim Weizmann, Israels erster Staatspräsident, verdeutlichte dies mit den Worten „Intelligenz ist der einzige Rohstoff, den wir haben“[1]. Gleichzeitig unterstreicht er auf die Weise die Notwendigkeit diese Intelligenz zu nutzen, und somit auch die Wichtigkeit der Forschung für die Entwicklung Israels. Dank dieser Forschung stieg Israel, Anfang des 20. Jahrhunderts noch ein Wüstenland, zur Weltspitze in Sachen neue Technologien auf.

Ein Beispiel dafür sind die zurzeit laufenden Übernahmegespräche zwischen Facebook, dem potentiellen Käufer, und Waze, einem israelischen Startup-Unternehmen, das ein Navigationsprogramm für mobile Geräte anbietet.[2] Investieren will Facebook dabei bis zu einer Milliarde US-Dollar, das wäre die teuerste Erweiterung der das soziale Netzwerk je unterzogen wurde. An diesem Beispiel sieht man, welch große Bedeutung auch kleinere israelische Startups für große internationale Unternehmen haben kann, vor allem im Hightech- und Informatikbereich.

Das ist eine interessante Tatsache, aufgrund der ich in dieser Arbeit die Rolle der Wissenschaft in der Entwicklung des Staates nachvollziehen und aufzeigen werde, wie unverzichtbar sie für das heutige Israel ist.

Anteil der Forschung am Erfolg der Landwirtschaft in Israel

Noch Anfang des 20. Jahrhunderts war Israel ein Wüstenland und doch findet man hierzulande, vor allem im Winter, gerne mal israelisches Obst wie zum Beispiel Erdbeeren, Bananen oder Ananas in den Supermärkten.[3] Wie ist das möglich? Sicher nicht ohne die Forschung. Sie brachte Israel die notwendigen Methoden und Werkzeuge für eine erfolgreiche Landwirtschaft, darunter vor allem innovative Bewässerungssysteme.

Die Wurzeln dieser Forschung reichen weit vor der Staatsgründung zurück.[4] Man kann sogar bis in die Antike zurückgehen, denn schon früh überlegten sich die Menschen Methoden, um die Wüste als Agrarfläche nutzen zu können. Dabei bewährte sich die sogenannte Sturzwasserlandwirtschaft. Diese bestand darin so viel vom seltenen Regenwasser wie möglich abzufangen, dieses umzuleiten und so gezielt Farmen oder Kleinparzellen zu fluten.[5] Es gibt Hinweise darauf, dass diese Art der Landwirtschaft bereits in der Neu-Steinzeit im Mittleren Osten erfunden wurde. Doch ist erst zur Zeit des Königs Salomo im damals dicht besiedeltem Negev bewiesen, dass mit solchen Methoden angebaut worden ist, „denn [Forscher] fanden Zisternen, Sturzwasserfarmen und terrassierte Wadis, die mit Sicherheit dieser Zeit angehören“[6]. Die Völker im Negev kamen und gingen aber die Sturzwasserlandwirtschaft blieb bestehen. Sie wurde praktiziert von den Nabatäern, den Römern und den Byzantinern, erst als die Araber um 638 n. Chr. das Land eroberten, verfielen diese Strukturen, die bis heute nicht wieder aufgebaut wurden.[7]

Erst mit der zionistischen Bewegung Ende des 19. Jahrhunderts änderte sich wieder die örtliche Landwirtschaft. Vor allem die Studenten unter den jüdischen Einwanderer wollten wieder mehr Kontakt zur Natur wagen und organisierten sich in ländlichen Gemeinschaftssiedlungen, den Kibbuzim.[8] Doch die meist aus Europa stammenden und oft improvisierten Farmer sahen sich schnell mit einer ungewohnten Wasserknappheit und schlecht bebaubaren Boden konfrontiert.[9] Bei einer immer wachsenden Bevölkerung war es also überlebenswichtig neue Methoden und Techniken zu entwickeln. Die Tatsache, dass sich unter den Bauern auch viele ehemalige Stadtbewohner und Intellektuelle befanden, vereinfachte den Dialog zwischen ihnen und den Forschern.[10] So dauerte es nicht lange, bis landwirtschaftliche Schulen und später auch erfolgreiche Agrotech-Firmen entstanden.

Gerade diese Firmen sind heute weltmarktführend, insbesondere wenn es um Bewässerungssysteme geht. Eigentlich kein Wunder wenn man bedenkt, dass der See Genezareth der einzige natürliche See in Israel ist. Sparsamer Umgang mit Wasser ist dort bitter nötig und doch wächst die Agrarfläche immer weiter, auch in den Negev hinein. Möglich machen das die großen Fortschritte der Wissenschaft in vielen Bereichen. Zum Beispiel löste die in einem Kibbuz gegründete Firma Netafim „die Revolution der Tröpfchenbewässerung aus“[11]. Dieses Unternehmen ist heute weltweit aktiv und israelische Produkte machen etwa 50% des Weltmarktes für Tröpfchenbewässerung aus.[12]

Es gibt aber noch weitere Bereiche, in denen eifrig geforscht wird. Zum einen die Wiederaufbereitung von Abwässern, wo viele israelische Unternehmen aktiv sind. 2008 wurde etwa 65% des städtischen Abwassers recycelt, das meiste davon kommt der Landwirtschaft zugute.[13] Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Entsalzung von Meerwasser. Anlagen zu diesem Zweck gibt es in Israel bereits seit den 1950er, und sie sind bei steigendem Wasserkonsum immer mehr gefragt. Doch die Entsalzung ist ein sehr energieaufwändiges Verfahren, deshalb sind Experten auf der Suche nach einem günstigeren Weg, Salz und Wasser zu trennen. Nichtsdestotrotz gelten die Israelis, nicht ohne Grund, als Pioniere in den genannten Gebieten. Immerhin wurde 2009 etwa 35% ihres gesamten Wasserbedarfs durch Recycling und Entsalzung gedeckt und die Regierung will sogar bis 2020 den Trinkwasserbedarf vollständig durch Meerwasserentsalzung decken.[14]

[...]


[1] Chaim Weizmann, zitiert nach: Krauter, Ralf: Wissenschaft zwischen Thora und Terror: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/180185/ zuletzt aufgerufen am 16.05.2013.

[2] Vgl. Spiegel Online: Übernahme-Gespräche: Facebook interessiert sich für Routenplaner Waze: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/facebook-interessiert-sich-fuer-routenplaner-waze-a-899165.html zuletzt aufgerufen am 13.05.2013.

[3] Vgl. Hampel, Lea: Israels Wasserproblem: http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2010-03/israel-wasser-krise/komplettansicht zuletzt aufgerufen am 11.05.2013.

[4] Vgl. Prime Minister’s Office, National Council for Research and Development: Scientific research in Israel, S. 69.

[5] Vgl. Evenari, Michael: Ökologisch-landwirtschaftliche Forschungen im Negev, S. 29 ff.

[6] Ebd., S. 43.

[7] Vgl. ebd., S. 44.

[8] Vgl. The Israel Project: Israels Innovationen in der Landwirtschaft: http://www.theisraelproject.org/site/apps/nlnet/content2.aspx?c=ewJXKcOUJlIaG&b=7724169&ct=11494341 zuletzt aufgerufen am 12.05.2013.

[9] Vgl. ebd.

[10] Vgl. Prime Minister’s Office, National Council for Research and Development: Scientific research in Israel, S. 69.

[11] The Israel Project: Israels Innovationen in der Landwirtschaft: http://www.theisraelproject.org/site/apps/nlnet/content2.aspx?c=ewJXKcOUJlIaG&b=7724169&ct=11494341 zuletzt aufgerufen am 12.05.2013.

[12] Vgl. ebd.

[13] Vgl. Alroi-Arloser, Grisha: Grundzüge des Wirtschaftssystems, S. 48.

[14] Vgl. Kinet, Ruth: Israel fischt Trinkwasser aus dem Meer: http://dw.de/p/KaxE zuletzt aufgerufen am 12.05.2013.

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Details

Titel
Forschung in Israel
Note
14,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V264019
ISBN (eBook)
9783656536949
ISBN (Buch)
9783656539049
Dateigröße
623 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Israel, Forschung, Landwirtschaft, High-Tech, deutsch-israelische Beziehungen, Silicon-Wadi
Arbeit zitieren
Alexandre Drouet (Autor), 2013, Forschung in Israel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264019

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