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Die Todesproblematik in Goethes Wahlverwandtschaften

Title: Die Todesproblematik in Goethes Wahlverwandtschaften

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 19 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Sven Langjahr (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Als Novelleneinlage für „Wilhelm Meisters Wanderjahre“ geplant, wuchs Goethes Werk „Die Wahlverwandtschaften“ zu einem eigenständigen Roman heran.1 Nach dessen Veröffentlichung erwähnte Goethe 1827 gegenüber Eckermann, dass sein Roman „mehr, als irgend jemand bei einmaligem Lesen aufzunehmen imstande wäre“2, beinhaltet. Diese Aussage lässt die Komplexität und den großen Interpretationsgehalt des Werkes erahnen. Des Weiteren sagte Goethe über „Die Wahlverwandtschaften“: „Ich habe viel hineingelegt, manches hinein versteckt. Möge auch Ihnen dies offenbare Geheimnis zur Freude gereichen.“3 „Die Wahlverwandtschaften“ bieten also für Philologen eine breitgefächerte Auswahl an literarischen Motiven und Rätseln, welche von der Darstellung der Frauenbilder bis hin zur Namen- und Buchstabensymbolik reichen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Forschungsüberblick

1.2. Methode und genaue Vorgehensweise

2. Die Todesproblematik in den „Wahlverwandtschaften“

2.1. Die Wahlverwandtschaften-Metapher

2.2. Todessymbole in den Wahlverwandtschaften

2.3. Das Auftreten des Todes in den Wahlverwandtschaften

2.3.1. Der Tod des Geistlichen

2.3.2. Der Tod des Kindes

2.3.3. Der Tod von Ottilie

2.3.4. Der Tod von Eduard

3. Schluss

3.1. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Symbolik des Todes in Johann Wolfgang von Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften“. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Todesproblematik durch das Werk zieht, welche Rolle Symbole und Metaphern bei der Vorhersehung tragischer Ereignisse spielen und wie die Protagonisten mit den Todesfällen im zweiten Teil des Romans umgehen.

  • Analyse der „Wahlverwandtschaften“-Metapher im Kontext von Naturvorgängen und menschlichen Prozessen.
  • Untersuchung der Doppeldeutigkeit von Todessymbolen (wie Kelchglas, Grundstein und Wasser).
  • Betrachtung der vier zentralen Todesfälle des zweiten Teils (Geistlicher, Kind, Ottilie, Eduard).
  • Hinterfragung der Wahrnehmung von Vorausdeutungen durch die Romanfiguren.

Auszug aus dem Buch

2.2. Todessymbole in den Wahlverwandtschaften

In Goethes „Wahlverwandtschaften“ stecken mehrere und ganz unterschiedliche Symbole. Der Leser kann diese Symbole unterschiedlich deuten und damit erfüllen sie ihren Zweck, indem die Symbole einerseits Unausgesprochenes verbildlichen und sichtbar machen, andererseits aber auch die Fähigkeit besitzen verschleiernd und verhüllend zugleich zu wirken. Die auftretenden Symbole werden aber nicht nur vom Leser keineswegs eindeutig gedeutet, sondern auch durch die Romanfiguren fehlinterpretiert. Diesen Hinweis liefert der Mittler, indem er erläutert: „auf die warnenden Symptome achtet kein Mensch, auf die schmeichelnden und versprechenden allein ist die Aufmerksamkeit gerichtet und der Glaube für sie ganz allein lebendig.“ (WV, S. 123) In den „Wahlverwandtschaften“ ist offensichtlich, dass die Protagonisten häufig Symbole fehlinterpretieren oder zu ihren eigenen Gunsten umdeuten. So stellt auch Heinz Schlaffer in seinem Forschungsaufsatz über Namen und Buchstaben fest, die „Neigung zur falschen Deutung, wenn nicht Fälschung der Zeichen charakterisiert die Figuren des Romans allgemein, Eduard insbesondere.“ Dazu soll die Textstelle aus Kapitel 9 des ersten Teils, in der das in die Luft geworfene Kelchglas wieder aufgefangen wird, genauer untersucht werden. An Charlottes Geburtstag findet zur Feier des Tages die Grundsteinlegung des Lusthauses statt. Dabei wurde ein Kelchglas in die Luft geworfen um in Scherben zu zersplittern und Glück zu bringen. Es kam aber anders, denn das Glas fiel nicht zu Boden sondern wurde „von einem aufgefangen, der diesen Zufall als ein glückliches Zeichen für sich ansah.“ (WV, S. 66) Eduard interpretiert den glücklichen Zufall, das Glas, dass „die Initialen E und O (in Wirklichkeit die Initialen seines Wahl- und Taufnamens) trägt,“ aufgefangen zu haben, als ein Zeichen des Glücks für seine Liebe zu Ottilie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Komplexität von Goethes Werk ein und erläutert die besondere Stellung der Todesproblematik sowie das eigene Verhältnis des Autors zum Tod.

2. Die Todesproblematik in den „Wahlverwandtschaften“: Dieses Kapitel bildet das Kernstück und analysiert die metaphorische Bedeutung des Titels, die Rolle verschiedener Symbole sowie die vier konkreten Todesfälle im zweiten Romanabschnitt.

3. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen, wonach der Tod als zentrales Element zur Charakterisierung der Figuren und ihrer Reife fungiert, und verweist auf die fortwährende Interpretationsvielfalt des Romans.

Schlüsselwörter

Johann Wolfgang von Goethe, Wahlverwandtschaften, Todesproblematik, Todessymbolik, Vorausdeutungen, Ottilie, Eduard, Romantik, chemische Metapher, Literaturwissenschaft, Fehlinterpretation, Kelchglas, Sterbeprozess, Schicksal, Motivik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Thematik des Todes in Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften“ und untersucht, wie dieses Thema durch Metaphern, Symbole und die konkreten Todesfälle der Protagonisten im Roman inszeniert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die chemische Gleichnisrede des Autors, die Deutung von Symbolen wie Kelchglas und Grundstein sowie die Analyse der psychologischen Verfassung und des Todes der Hauptfiguren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Goethe den Tod als strukturelles Element einsetzt und welche Bedeutung dabei den Vorausdeutungen und der häufigen Fehlinterpretation der Zeichen durch die Romanfiguren zukommt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und den Rückgriff auf einschlägige Forschungsliteratur, um die Textstellen im Roman anhand von Motiven und Symbolen kritisch zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Metaphern, die Analyse von Todessymbolen und eine detaillierte Betrachtung der vier reellen Todesfälle (Geistlicher, Kind, Ottilie, Eduard) im zweiten Teil des Romans.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem zentralen Werk „Wahlverwandtschaften“ und dem Autor Goethe sind Begriffe wie Todesproblematik, Symbolik, Vorausdeutungen, Fehlinterpretation und Schicksal für die Arbeit prägend.

Warum spielt das Kelchglas eine so wichtige Rolle für das Verständnis des Todes?

Das Kelchglas dient als zentrales Beispiel für eine fatale Fehlinterpretation: Während Eduard es als Glückszeichen für seine Liebe deutet, wird es im weiteren Verlauf zum Symbol für den Untergang und den Tod.

Inwiefern hat der Tod des Kindes eine Sonderstellung?

Der Tod des Kindes gilt als tragisch, da im Gegensatz zu den anderen Todesfällen äußere Einwirkungen durch Ottilie eine zentrale Rolle spielen und das Ereignis die Auflösung der bestehenden sozialen Konstellationen besiegelt.

Wie unterscheidet sich die Art und Weise, wie die Figuren sterben?

Die Todesfälle reichen von einem natürlichen Tod (Geistlicher) über den tragischen Unfall (Kind) und das freiwillige, langsame Sterben (Ottilie) bis hin zum überraschenden Tod durch Verlust der Lebenshoffnung (Eduard).

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Details

Title
Die Todesproblematik in Goethes Wahlverwandtschaften
College
University of Stuttgart
Grade
2,3
Author
Sven Langjahr (Author)
Publication Year
2013
Pages
19
Catalog Number
V264026
ISBN (eBook)
9783656532354
ISBN (Book)
9783656541196
Language
German
Tags
Goethe Todesproblematik Wahlverwandtschaften Ottilie Tod Frauenbild Eduard Otto
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Langjahr (Author), 2013, Die Todesproblematik in Goethes Wahlverwandtschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264026
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