Aufgrund einer weiter wachsenden Dynamik und Komplexität der Unternehmensumwelt, unter anderem bedingt durch die Globalisierung oder gesteigertes Umweltbewusstsein im Hinblick auf Ressourcenschonung, sowie Diskontinuitäten haben Planung und Kontrolle an Bedeutung gewonnen. In der Literatur existiert keine allgemein gültige Definition von Controlling. Nach Ansicht des Verfassers ist die Definition nach Horváth, Controlling-Experte und Betriebswirt, als hinreichend und relevant für die Arbeit anzusehen. Demnach ist Controlling als „Subsystem der Führung, das Planung und Kontrolle sowie Informationsversorgung systembildend und systemkoppelnd ergebniszielorientiert koordiniert und so die Adaption und Koordination des Gesamtsystems unterstützt“ , zu sehen. Daraus folgt, dass Controlling die Führungsstufen im Unternehmen unterstützt. Im Folgenden wird gezeigt, welche Bedeutung dem operativen Controlling im Rahmen der Unternehmensführung zugesprochen werden kann und wie die Budgetplanung und -kontrolle in einem Unternehmen konkret funktioniert.
Insgesamt lässt sich das Aufgabenspektrum nach Liessmann (Österreichs Wissenschaftler des Jahres aus dem Jahr 2006) in einem Regelkreis darstellen. Als Basis dient der Gewinn als Zielsetzung, worauf die Planung von Kosten, Erträgen und Deckungsbeiträgen aufsetzt. Nachdem Abweichungsanalysen in Form eines Soll-Ist-Vergleichs durchgeführt worden sind, ist es durch das Berichtswesen möglich, Planabweichungen zu kommunizieren, sodass steuerungstechnisch Maßnahmen zur Zielerreichung eingeleitet werden können.
Die operative Planung wird insbesondere durch die starke Differenzierung in viele Teilpläne, den kurzfristigen Prognosezeitraum und detaillierten Erfassungen geprägt. Unter der operativen Kontrolle, die direkt im Zusammenhang mit der Planung steht, versteht man die Durchführung von Planfortschrittkontrollen, bei denen primär Zielgrößen wie Umsatz, Kosten und Personalbedarf überprüft werden. Weiterhin versteht man unter der operativen Information die Gesamtheit aller wesentlichen Informationsinstrumente für das operative Controlling. Darüber hinaus ist als Idealzustand ein Informationssystem mit bedarfssynchronen Informationen zu sehen, sodass Abweichungen schneller festgestellt werden können. Damit man die Zielerreichung stets im Blick behält, bedarf es zusätzlich einer operativen Steuerung, die als Korrekturglied im Regelkreis angesiedelt ist, um auf Abweichungen gezielt reagieren zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
1.3 Einführung in die zu behandelnde Materie
2 Operatives Controlling
2.1 Ziele des operativen Controllings
2.2 Funktionen und Aufgaben des operativen Controllings
2.3 Abgrenzung zum strategischen Controlling
3. Die Budgetierung als Bestandteil der operativen Planung
3.1 Das operative Budget
3.2 Koordination der Budgetplanung
3.2.1 Top-down Budgetierung
3.2.2 Bottom-up Budgetierung
3.2.3 Mischverfahren
3.3 GuV-Positionen in der Budgetplanung
3.4 Funktionen der Budgetierung
3.4.1 Motivationsfunktion
3.4.2 Koordinationsfunktion
3.4.3 Prognosefunktion
4. Die Budgetierung als Bestandteil der operativen Kontrolle
4.1 Abweichungsanalyse
4.2 Forecast
5 Schlussteil
5.1 Fazit
5.2 Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die detaillierte Auseinandersetzung mit der Budgetplanung und Budgetkontrolle als wesentliche Bestandteile des operativen Controllings. Dabei soll aufgezeigt werden, dass eine systematische Budgetierung für die erfolgreiche Geschäftstätigkeit eines Unternehmens elementar ist, wobei der Schwerpunkt auf der Koordination, der Kosten- und Erlösplanung sowie den GuV-Positionen liegt.
- Grundlagen und Ziele des operativen Controllings
- Methoden der Budgetkoordination (Top-down, Bottom-up, Mischverfahren)
- Integration von GuV-Positionen in den Planungsprozess
- Funktionen der Budgetierung (Motivation, Koordination, Prognose)
- Instrumente der operativen Kontrolle (Abweichungsanalyse, Forecast)
Auszug aus dem Buch
3.2.3 Mischverfahren
In der Regel wäre es für ein komplex vernetztes Unternehmen verkehrt, sich auf eine Budgetierungsmethode festzulegen. Deswegen werden in der Praxis die Budgets in mehreren Planungsrunden sowie der Kombination beider Ableitungsmöglichkeiten, als Gegenstromverfahren bezeichnet, erarbeitet. Hierbei stellt eine Top-down Planung oftmals den Ausgangspunkt bei der Budgeterstellung dar. Im Folgenden werden Anpassungen von den unteren Ebenen vorgeschlagen und nach oben aggregiert, sodass aufgrund dieser Informationen Pläne angepasst werden können, die dann wiederum top-down konkretisiert werden. Dadurch ist es möglich, meist über mehrere Planungsrunden hinweg, einen endgültigen Budgetplan zu erzielen. Je nach Unternehmensgröße sind „eine Reihe von weiteren Schritten, Abstimmungen und Rückkopplungen notwendig“ Sofern alle Absprachen untereinander beendet sind, werden die Budgets von der Unternehmensleitung genehmigt. Als Folge der finalen Festlegung werden allen Budgetverantwortlichen zusätzlich die Budgetrahmen und die Zielvorgabe für die festgelegte Periode kommuniziert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, sich kritisch mit Budgetplanung und -kontrolle als zentrale operative Controlling-Aufgaben auseinanderzusetzen.
2 Operatives Controlling: Dieses Kapitel erläutert die Ziele und Aufgaben des operativen Controllings und grenzt es vom strategischen Controlling ab.
3. Die Budgetierung als Bestandteil der operativen Planung: Hier wird die Budgetierung als Planungsinstrument dargestellt, inklusive der Koordination, verschiedener Budgetierungsformen sowie der Integration von GuV-Positionen.
4. Die Budgetierung als Bestandteil der operativen Kontrolle: Dieses Kapitel behandelt die Bedeutung der Budgetkontrolle und stellt Instrumente wie die Abweichungsanalyse und den Forecast vor.
5 Schlussteil: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Verbesserung der Budgetierungsmethoden.
Schlüsselwörter
Operatives Controlling, Budgetierung, Budgetplanung, Budgetkontrolle, Planung, Abweichungsanalyse, Forecast, Kosten- und Erlösplanung, Gegenstromverfahren, Unternehmenserfolg, Budgetkoordination, Gewinn- und Verlustrechnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Budgetplanung und Budgetkontrolle als wesentliche Instrumente des operativen Controllings zur Unterstützung der Unternehmensführung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die operative Planung, die methodische Koordination von Budgets, die Integration von GuV-Positionen sowie die operative Kontrolle mittels Abweichungsanalysen und Forecasts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Bedeutung und Notwendigkeit einer strukturierten Budgetierung für die operative Geschäftstätigkeit und die Zielerreichung eines Unternehmens aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender betriebswirtschaftlicher Definitionen und Konzepte zur Budgetplanung und zum Controlling.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der operativen Controlling-Funktionen, die detaillierte Beschreibung der Budgetierung als Planungsinstrument sowie deren Anwendung als Kontrollinstrument.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Operatives Controlling, Budgetierung, Budgetplanung, Budgetkontrolle und Abweichungsanalyse charakterisiert.
Was ist der Vorteil des Mischverfahrens bei der Budgetierung?
Das Mischverfahren (Gegenstromverfahren) kombiniert Top-down-Vorgaben mit Bottom-up-Informationen, um sowohl strategische Ziele einzuhalten als auch die Realitätsnähe der Planung zu erhöhen.
Warum ist eine Abweichungsanalyse für das operative Controlling essenziell?
Sie ermöglicht es, Ursachen für Planabweichungen zu identifizieren und rechtzeitig Korrekturmaßnahmen einzuleiten, um die geplante Zielerreichung sicherzustellen.
Welche Rolle spielt der Forecast im Unternehmen?
Der Forecast dient als zukunftsgerichtete Abweichungsanalyse und als wichtiges Informationssystem für das Management, um auf Basis aktueller Ist-Daten Hochrechnungen für die Zukunft zu erstellen.
- Quote paper
- Florian Selchow (Author), 2013, Die Budgetplanung und Budgetkontrolle als wichtiger Bestandteil des operativen Controllings, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264054