Wir kennen die Kelten aus Filmen wie „King Arthur“, historischen Romanen, Comics wie „Asterix und Obelix“ und vielleicht noch aus dem Lateinunterricht aus Caesars „De bello gallico“. Doch was wissen wir dadurch über die Kelten? Sind die Gallier, über die uns Caesar berichtet, die Kelten? Gehören die Germanen auch dazu? Sind die Kelten Barbaren, die nichts außer Tierfellen tragen wie die Wikinger? Glauben sie auch an Thor – oder an die Reinkarnation wie der Hinduismus? Haben Druiden nichts Besseres zu tun als in Bäumen zu sitzen und in einem großen Kessel zu rühren? Vorurteile über Vorurteile… Diese Seminarkursarbeit wird einige der Rätsel um die Kelten und ihre Anderswelt lüften.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung: Die Kelten
1. Barbaren mit Zaubertrank?
2. Überlieferung
a. Definition und Geschichte
b. Antike Quellen
B. Hauptteil
1. Anderswelt
a. Allgemeines
b. Unsterblichkeit der Seele
2. Tuatha De Danann (Volk der Göttin Danu)
3. Götter
a. Allgemeines
b. Totengott Donn
c. Kriegsgöttin Morrigan
4. Schwellenorte zur Anderswelt
a. Sidhe (Feenhügel)
b. Lokalisierung
c. Samhain (Fest zum Ende des Sommers)
5. Druiden
a. Definition und Aufgaben
b. Totenkult
6. Keltisches Erbe in der heutigen Zeit
a. Phyllida Anam-Aire (Druidin)
a.a Seelenwanderung
a.b. Die 5 Áite des bewussten Todes
b. John O´Donohue (Philosoph)
C. Schluss: Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das keltische Verständnis von Religion, Seele und dem Leben nach dem Tod, um gängige Vorurteile abzubauen und ein wissenschaftlich fundierteres Bild der keltischen Anderswelt zu zeichnen.
- Die Definition und historische Einordnung der Kelten
- Struktur und Bewohner der keltischen Anderswelt
- Die Bedeutung und Funktion keltischer Gottheiten
- Religiöse Praktiken: Schwellenorte, Totenkult und die Rolle der Druiden
- Moderne Rezeption keltischer Weisheitslehren
Auszug aus dem Buch
b. Unsterblichkeit der Seele
Die Kelten „glaubten an ein Leben nach dem Tod“ (Evans 1981, S. 171), aber nicht an die Reinkarnation in die Menschenwelt. Das Gerücht, die Kelten würden nach ihrem Tod in einem neuen Körper in die Menschenwelt wiederkehren, stammt von den Römern und Griechen. So erklärten sie sich die Tapferkeit und Furchtlosigkeit der Kelten.
Von Caesar ist uns überliefert, dass er darin einen „psychologischen Trick der keltischen Weisen“ (Botheroyd 1995, S. 341) vermutete, wodurch „die Todesfurcht verschwände“ (Botheroyd 1995, S. 341; vgl. Botheroyd 1995, S. 292). Botheroyd (1995, S. 332) zufolge glaubten die Kelten, dass die Toten, die sie „Abgeschiedene“ (Botheroyd 1995, S. 332) nannten, sich in der Anderswelt zu einem „Festmahl der Unsterblichen“ (Botheroyd 1995, S. 341) zusammenfinden. Sie behalten dort zwar auch ihre körperliche Existenz bei und haben dadurch sozusagen ein weiteres Leben, können aber nicht in die Menschenwelt zurückkehren, wie von Caesar behauptet wurde (vgl. Botheroyd 1995, S. 365).
Deshalb wurden die Toten von den Lebenden behandelt, als würden sie normal weiterleben. Der Tod wurde nur als kurzer Abschnitt in der Mitte eines langen Lebens gesehen. Die Lebenden gaben den Verstorbenen unter anderem „vertraute Gegenstände und Lebewesen“ (Husain 1997, S. 43) mit, die ihnen den Eintritt in die Anderswelt erleichtern sollten (s. 5. b. Totenkult). Da die Menschenwelt und die Anderswelt miteinander verbunden sind, glaubten die Kelten an eine auch nach dem Tod existierende Verbindung zu ihren verstorbenen Ahnen (vgl. Maier 2001, S. 140).
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Die Kelten: Diese Einleitung führt in das Thema ein, klärt die Begriffsdefinition „Kelten“ und reflektiert über die Herausforderungen der Quellenlage.
B. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Anderswelt, das keltische Pantheon, Schwellenorte, das Wirken der Druiden sowie moderne Perspektiven auf das keltische Erbe.
C. Schluss: Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die keltische Vorstellung vom Jenseits ein positives Gemisch verschiedener religiöser Einflüsse darstellt, das den Menschen die Angst vor dem Tod nehmen sollte.
Schlüsselwörter
Kelten, Anderswelt, Mythologie, Druiden, Seele, Reinkarnation, Totenkult, Sidhe, Samhain, Tuatha De Danann, Jenseitsvorstellung, keltische Religion, Bestattungsriten, Geschichte, Spiritualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das keltische Verständnis von Seele und Anderswelt, um ein genaueres Bild jenseits populärer Mythen und Vorurteile zu zeichnen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Schwerpunkte sind die keltische Jenseitsvorstellung, das Götterpantheon, die Rolle der Druiden und die archäologischen Befunde zum Totenkult.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis historischer Quellen und wissenschaftlicher Literatur die keltische Religion zu rekonstruieren und zu zeigen, dass der keltische Glaube als lebensbejahend betrachtet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, bei der historische Berichte, archäologische Funde und mythologische Texte kritisch ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet detailliert die Konzepte der Anderswelt, die Bedeutung der Tuatha De Danann, verschiedene Götter, die Bedeutung von Schwellenorten und die gesellschaftliche Rolle der Druiden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Anderswelt, Kelten, Mythologie, Druiden, Seele, Totenkult und Reinkarnation.
Was ist die Besonderheit der keltischen "Anderswelt" laut Autorin?
Sie wird nicht als ein Ort der Strafe, sondern als eine parallele Geisterwelt beschrieben, in der Frieden und Harmonie herrschen und die Verstorbenen ein Leben ohne Schmerz führen.
Welche Verbindung besteht zwischen den keltischen Göttern und der Natur?
Die Autorin erläutert, dass Götter der frühen Kelten oft bildlos waren und als Naturgeister fungierten, bevor der römisch-griechische Einfluss zur Vermenschlichung in der Darstellung führte.
- Arbeit zitieren
- Jasmin Lang (Autor:in), 2012, Anderswelt. Religion und Seele bei den Kelten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264062