Pragmatik und Semantik


Seminararbeit, 2011

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2 Semantik
2.1 Bedeutung und Bezeichnung
2.2 Merkmalssemantik
2.3 Prototypensemantik
2.3.1 Familienähnlichkeit
2.3.2 Ordnung der Ebenen
2.4 Frames-Semantik
2.5 Bedeutungshierarchien
2.5.1 Meronymie
2.5.2 Synonymie und Antonymie
2.5.3 Homonymie und Polysemie
2.5.4 Homographen und Homophone

3 Pragmatik
3.1 Diskursmarker
3.2 Facework und sprachliche Höflichkeit
3.3 Sprechakte
3.4 Kotext und Kontext

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In der folgenden Arbeit werden die Teilgebiete der Sprachwissenschaft Pragmatik und Semantik analysiert und ihre Anwendung im Alltag geprüft. Anhand von Beispielen, die teilweise auch grafisch dargestellt sind, werden die komplexen Zusammenhänge verdeutlicht. Zu Beginn folgt ein kurzer Abriss über die Grundlagen der Pragmatik und Semantik.

Die Pragmatik und Semantik gehören zu einem Teilgebiet der Linguistik, welche die menschliche Sprache untersuchen. Die Semantik behandelt sprachliche Elemente, beispielsweise von Wörtern, Phrasen oder Sätzen (Graefen/Liedke 2008: 59). Pragmatik hingegen untersucht den Gebrauch sprachlicher Zeichen während einer Interaktion. Dieses Teilgebiet wirft einige Fragen bezüglich des Inhalts einer Kommunikation auf, welcher während einer Unterhaltung vermittelt werden soll bzw. tatsächlich vermittelt wird. Die Semantik hingegen untersucht die kontextunabhängige Bedeutung, weshalb sie im Gegensatz zur Pragmatik steht (Kabatek/Pusch 2009: 123/145).

2. Semantik

2.1 Bedeutung und Bezeichnung

Das Teilgebiet Semantik wird im Deutschen auch Bedeutungslehre genannt. Wie bereits genannt, werden bei der Bedeutungslehre die sprachlichen Zeichen untersucht, welche in drei verschiedenen Ebenen eingeteilt werden können. Diese werden an Hand des Beispiels „tomo el sol“ definiert (Kabatek/Pusch 2009: 122).

I) Wortbedeutung

Die Wortbedeutung behandelt die Bedeutungen der einzelnen Wörter, d.h die Bedeutung von „tomo“, „el“ und „sol“. „Tomo“ ist die erste Person Singular Präsens des Verbes „tomar“ und drückt im Deutschen das Verb „nehmen“ aus (etwas aufnehmen, zu sich nehmen). Das Wort „el“ stellt einen Artikel dar, der mit „der“ oder auch „das“ übersetzt werden kann (z.B. el agua, el hombre). „Sol“ drückt im Deutschen das Wort Sonne aus. Demnach würde der Ausspruch „tomo el sol“ bedeuten, dass ich die Sonne nehmen würde. Dieser Ausspruch funktioniert jedoch nicht (Kabatek/Pusch 2009: 122).

II) Satzbedeutung

Bei der Satzbedeutung werden die einzelnen Wortbedeutungen zusammengesetzt. Diesen Vorgang nennt man auch das Prinzip der Kompositionalität. Meist geht es bei der Satzbedeutung oft über das einfache Zusammenfügen von Wörtern hinaus, denn bei „tomo el sol“ kann ich die Sonne nicht einfach mitnehmen. Demnach sollte deutlich gemacht werden, was mit diesem Ausspruch gemeint ist. Dieser kann schlicht abgeleitet werden von „ein Sonnenbad nehmen“, was nahelegen würde, dass sich eine Person sonnt. Also drückt „tomo el sol“ aus, dass ich mich sonne (Busse 2009: 112).

III) Bedeutung im Kontext

Die Bedeutung aus dem Kontext entschlüsselt sich, wenn sich eine Person in einer Situation mit einer anderen befindet, z.B. wollen sich Monique und Franzi auf die Terrasse setzen, auf der sich ein Sonnenschirm befindet. Franzi macht die Aussage: „tomo el sol“. Dies verdeutlicht, dass Franzi sich in die Sonne setzten möchte und Monique damit auffordert sich dazuzusetzen oder den Sonnenschirm, der geöffnet ist, zu schließen (Meibauer 2008: 8).

2.2 Merkmalssemantik

Tabelle 1: Merkmalssemantik (Franziska Janke)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhand „Tabelle 1“sind die semantischen Merkmale von drei verschiedenen Unterarten des Schweins erläutert. Die Bedeutung von Ferkel setzt sich aus drei Komponenten [+ Tier, - Erwachsen, ± männlich] zusammen. Mit Hilfe der Angabe von Merkmalen können die Bedeutungen der Lexeme (meist Nomen und Verben) definiert werden (Löbner 2003: 201). Diese einzelnen Merkmale sprachlicher Ausdrücke können in grundlegende Bestandteile zerlegt werden, die sogenannten Seme. Werden die Seme Tier, Erwachsen und männlich zusammengesetzt und ergeben damit die Gesamtbedeutung des Tieres (z.B. der Sau), so bezeichnet man dies als Semem. Wenn alle Wörter ein gemeinsames Merkmal haben (z.B. Tier), wird dies als Archisem bezeichnet (Kabatek/Pusch 2009: 127).

In der Merkmalssemantik können jedoch nicht alle Wörter eines Wortschatzes mittels Komponentenanalyse erfasst werden. Pöll (2002: 65) führt dazu unter anderem das Beispiel der Farbadjektive an. Ebenso stellt sich heraus, dass nicht auf alle Vertreter einer Familie unterschiedliche Merkmale zutreffen, sondern dass diese Vertreter auch anderen Kategorien angehören können. Er belegt dieses Problem mit folgendem Beispiel:

Auch eine Kategorie wie JUNGGESELLE (sp. soltero) ist nicht in den Griff zu bekommen, da trotz der Merkmale [erwachsen], [männlich], [unverheiratet] die Anwendung auf den Papst, ältere homosexuelle Lebenspartner etc. nur schwer denkbar ist und von kompetenten Muttersprachlern wohl nicht akzeptiert würde oder zumindest Heiterkeit hervorrufen wird (Pöll 2002: 65).

2.3 Prototypensemantik

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Prototypikalische Analyse des Kategoriebereichs Elektrogeräte (Franziska Janke)

Was fallen Ihnen spontan für Elektrogeräte ein? Die häufigste Antwort wäre wahrscheinlich der Computer, welcher als „bester Vertreter“, also als Prototyp, bezeichnet wird. Die anderen Begriffe würden auch genannt werden, da sie als Elektrogeräte bekannt sind, jedoch erst an späterer Stelle. Das Thermometer vertritt in diesem Fall den peripheren Vertreter, da dieses als Elektrogerät nicht sehr bekannt ist und daher viel seltener angeführt wird. Es ist allerdings zu bemerken, dass in anderen Ländern, Regionen o.ä. eventuell andere Prototypen genannt werden können, da bei ihnen der Computer vielleicht einen belangloseren Rang einnimmt. Ebenso könnte es möglich sein, dass der Computer nicht zur Grundausstattung eines Haushaltes gehört, wie zum Beispiel in Entwicklungsländern (Kabatek/Pusch 2009: 127).

[...]


Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Pragmatik und Semantik
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Romanistik)
Veranstaltung
Lexikologie des Spanischen
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V264098
ISBN (eBook)
9783656532729
ISBN (Buch)
9783656538905
Dateigröße
1058 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prototypensemantik, Merkmalssemantik, Bedeutungshierarchien
Arbeit zitieren
Franziska Janke (Autor), 2011, Pragmatik und Semantik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264098

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