In der Arbeit geht es um die drei Begriffe Adstrat, Substrat und Superstrat und der damit im Zusammenhang stehenden Romanisierung, der Entwicklung vom Latein zum Vulgärlatein und die sprachlichen Veränderungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Anfänge der Romanisierung
3. Latein – Vulgärlatein
4. Romanische Sprachkontakte
4.1. Adstrat
4.2. Substrat
4.3. Superstrat
4.4. Regionen
5. Sprachliche Veränderungen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Mechanismen von Sprachkontakten innerhalb der romanischen Sprachgeschichte, wobei der Fokus auf dem Einfluss von Substrat, Superstrat und Adstrat auf die sprachliche Entwicklung liegt, um zu verdeutlichen, wie sich Sprachen durch Interaktion weiterentwickeln oder verändern.
- Grundlagen der Sprachkontakte in der romanischen Sprachgeschichte
- Prozess der Romanisierung und die Entwicklung des Vulgärlateins
- Differenzierung und Wirkungsweisen von Adstrat, Substrat und Superstrat
- Einfluss von Sprachkontakten auf lautliche und morphologische Sprachveränderungen
Auszug aus dem Buch
4.1. Adstrat
Der erste wichtige Sprachkontakt ist das sogenannte Adstrat. Hierbei handelt es sich um Sprachen, die von anderen Sprachen beeinflusst werden. Es ist jedoch festzuhalten, dass die Sprachen mit Adstrateinflüssen weder verdrängt werden noch aussterben. Jedoch können andere Sprachen übernommen werden. Folglich bleiben diese Sprachen neben anderen Sprachen weiter bestehen (Vidos 1968: 234).
Ein Beispiel für dieses Phänomen des Adstrates der romanischen Sprachgeschichte ist in Spanien zu finden. Dort ist die Amtssprache spanisch. Dennoch gibt es in den einzelnen Regionen auch noch andere gesprochene Sprachen, z.B. im Baskenland das Baskische. Diese Sprache wurde von anderen beeinflusst, jedoch wurde sie als offizielle Sprache anerkannt und lebt neben dem Spanischen weiter (Bollée / Neumann 2003: 12).
Ebenso anzumerken ist, dass laut Tagliavini (1973: 209) bei dem Vorgang des Sprachwandels jede Sprache bei ihrer Veränderung zuerst eine Adstratsprache wird. Als Beispiel führt er an:
So zum Beispiel war das Keltische vor der römischen Besetzung Galliens eine „Adstratsprache“ und blieb es auch noch nach der Besetzung, solange eben die Zweisprachigkeit andauerte. „Substratsprache“ wurde es erst, als es aus dem Umgang verschwunden und durch das Lateinische ersetzt worden war.
Somit kann festgehalten werden, dass fast jede Sprache in ihrer Entwicklung zu einer anderen den Weg über den Adstrateinfluss beschreitet. Dennoch bleiben die meisten Sprachen nicht auf der Stufe der Adstratsprache, wie das Baskische, sondern werden im Laufe der Zeit verdrängt und zu sogenannten Substratsprachen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Sprachkontakte in der romanischen Sprachgeschichte ein und stellt das Phänomen des Sprachwandels allgemein dar.
2. Anfänge der Romanisierung: Dieses Kapitel behandelt die historische Ausbreitung des Lateinischen durch das Römische Reich, beginnend mit dem Jahr 272 v. Chr.
3. Latein – Vulgärlatein: Hier wird erläutert, wie sich aus dem ursprünglichen Dialekt Roms das Vulgärlatein entwickelte, welches die eigentliche Grundlage der romanischen Sprachen darstellt.
4. Romanische Sprachkontakte: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Kategorien Adstrat, Substrat und Superstrat als zentrale Konzepte des Sprachwandels.
5. Sprachliche Veränderungen: Hier werden die konkreten lautlichen und morphologischen Auswirkungen von Sprachkontakten auf die romanischen Sprachen analysiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung von Sprachkontakten für die Evolution von Sprachen zusammen und gibt einen Ausblick auf die Zukunft der Sprachenvielfalt.
Schlüsselwörter
Sprachkontakt, Romanisierung, Latein, Vulgärlatein, Adstrat, Substrat, Superstrat, Sprachwandel, Romanische Sprachen, Sprachgeschichte, Sprachveränderung, Morphologie, Lautwandel, Zweisprachigkeit, Sprachtod.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Sprachkontakten im Kontext der romanischen Sprachgeschichte und deren Rolle bei der Entwicklung neuer Sprachen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Romanisierung, die Entwicklung des Vulgärlateins, die Konzepte von Adstrat, Substrat und Superstrat sowie der daraus resultierende Sprachwandel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Prozesse und Auswirkungen von Sprachkontakten von der Vergangenheit bis in die Gegenwart anhand der romanischen Sprachgeschichte zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive linguistische Arbeit, die theoretische Definitionen der romanischen Sprachwissenschaft auf historische Prozesse anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Romanisierung, die Rolle des Vulgärlateins, die Definition der drei Kontaktphänomene sowie eine Analyse der lautlichen und morphologischen Veränderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Sprachkontakt, Romanisierung, Substrat, Superstrat, Adstrat und Sprachwandel definieren.
Wie unterscheidet sich ein Substrat von einem Adstrat?
Beim Substrat wird eine Sprache durch eine andere verdrängt und stirbt aus, während das Adstrat eine Sprache bezeichnet, die neben einer anderen existiert und diese lediglich beeinflusst.
Was bedeutet das Phänomen des Superstrats?
Das Superstrat beschreibt den umgekehrten Fall zum Substrat: Hier geben die Eroberer ihre Sprache zugunsten der Sprache des unterlegenen Volkes auf.
Warum wird das Baskische als Beispiel für ein Adstrat genannt?
Das Baskische dient als Beispiel, weil es trotz der Dominanz des Spanischen in der Region als eigenständige Sprache neben dieser weiterlebt und nicht verdrängt wurde.
- Arbeit zitieren
- Franziska Janke (Autor:in), 2011, Sprachkontakte in der Romanischen Sprachgeschichte. Substrat, Superstrat, Adstrat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264115