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Zur Shop-Startseite › Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Ganztagsbildung

Titel: Ganztagsbildung

Diplomarbeit , 2013 , 84 Seiten , Note: 1,8

Autor:in: Melanie Stölting (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Die sozio-ökonomische Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen leitet sich wesentlich aus der weitgehend vom Bildungsniveau abhängigen Beteiligung und Stellung der Eltern im Erwerbssystem sowie – damit verknüpft – deren Einkommen her und steht in einem engen Zusammenhang mit der Familienform (Paarhaushalte oder Alleinerziehende), der Anzahl und dem Alter der Kinder.“ (BMFJFG 12. Kinder- und Jugendbericht: 2005: 75)
Der Bildungsauftrag von Schule wird seit der ersten PISA Studie von 2000 stärker öffentlich diskutiert. Die sich ständig verändernden gesellschaftlichen und damit auch familiären Bedingungen, denen junge Menschen ausgesetzt sind, führen zu einer heterogenen Klientel, dem das traditionelle Schulsystem zunehmend weniger gewachsen ist.
Bildungsreformen konnten die Benachteiligung in der Vergangenheit nur geringfügig ausgleichen. Vielmehr führt die derzeitige Struktur von Schule noch immer zu einer bedeutenden Chancenungleichheit unter den Schülern, das heißt es besteht unter anderem ein signifikanter Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und Herkunft. Die Ergebnisse der PISA Studie von 2012 zeigen zwar einen Aufwärtstrend, belegen aber gleichzeitig, dass beispielsweise der Zusammenhang zwischen Lesekompetenz und sozialer Herkunft in Deutschland international vergleichsweise hoch ist (vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung: 2012).
Medial forciert besteht Konsens darüber, dass eine ausreichende soziale Integration Schüler aus sogenannten bildungsfernen Milieus oder Familien Voraussetzung dafür ist, die in PISA 2000 bis 2012 beschriebenen Nachteile zu reduzieren. Daraus abgeleitete Reformideen zum Thema Bildung und sozialer Integration sind auf Grund der föderalistischen Ausrichtung der Bildungspolitik äußerst heterogen und abhängig von der ideologischen Ausrichtung der regierenden Parteien.
Eine OECD Studie aus 2010 beschäftigt sich erstmalig mit den möglichen ökonomischen Konsequenzen unzureichender Bildung. Die Grundlage der Studie bildet die Annahme, dass eine Steigerung der Schüler-Kompetenzniveaus in den getesteten Bereichen langfristig positive Auswirkungen auf das wirtschaftliche Wachstum eines Landes haben wird. Die Studie basiert auf folgender Grundlage:
„This report uses recent economic modeling to relate cognitive skills-as measured by PISA and other international instruments-to economic growth.“ (OECD: The High Cost of Low Educational Performance. 2010: 3)[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. PISA STUDIE

2.1 PISA 2000-2009

2.2 Auswertung PISA 2000-2009

2.3 PISA 2000-Lesekompetenz

2.3.1 PISA 2003-Mathematik

2.3.2 PISA 2006-Naturwissenschaft

2.3.3 PISA 2009-Lesekompetenz

2.4 PISA 2000-2009: Bildungserfolg und soziale Herkunft

3. SOZIALE WIRKLICHKEIT-SOZIALE INTEGRATION

3.1 Gesellschaftlicher Wandel

3.2 Familie in der Moderne

3.2.1 Familie und Jugend

3.3 Familie und soziale Milieus

3.3.1 Familienerziehung und Milieus

3.4 Bildungsbenachteiligung

4. GANZTAGSBILDUNG

4.1 Bildungsmodalitäten

4.1.1 Formelle und informelle Bildungsprozesse

4.1.2 Formale und non-formale Settings

5. KOOPERATION JUGENDHILFE UND SCHULE

5.1 Schule: Rechtliche Grundlagen

5.1.1 Schule

5.2 Jugendhilfe: Rechtliche Grundlagen

5.2.1 Jugendhilfe

5.3 Kooperation: Konfliktfelder und Perspektiven

5.3.1 Konfliktfeld I: Institutionalisierung und Organisation

5.3.2 Konfliktfeld II: Professionen und Akteure

5.3.3 Konfliktfeld III: Adressaten

6. SOZIALRAUMVERANKERTE SCHULSOZIALARBEIT STUTTGART

6.1 Ausgangsbedingungen

6.1.1 Modellstruktur

6.1.2 Kooperationskonzept

6.2 Schrittweise Entwicklung

6.2.1 Angebote und Unterstützungsleistungen

6.2.2 Resümee der Forschungsgruppe Uni Tübingen

7. HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN

7.1 Anforderungen: Bildungs- und Sozialpolitik

7.2 Anforderungen: Kommune und Verwaltung

7.3 Anforderungen: Jugendhilfe und Schule

7.4 Chancen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Schule und Jugendhilfe im Kontext der Ganztagsbildung, mit dem Ziel, Strategien zur Überwindung von Bildungsbenachteiligung durch eine sozialraumorientierte Zusammenarbeit zu entwickeln. Dabei wird insbesondere analysiert, wie die Kooperation der Systeme, gestützt auf das Modell der sozialraumverankerten Schulsozialarbeit, als Ressource zur Verbesserung der Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen genutzt werden kann.

  • Analyse der PISA-Studien zur sozialen Herkunft und Bildungsbenachteiligung
  • Soziologische Betrachtung von familiären Milieus und deren Einfluss auf Bildungserfolge
  • Grundlagen und Konzeption von Ganztagsbildung und Bildungsmodalitäten
  • Herausforderungen und Konfliktfelder in der Kooperation von Jugendhilfe und Schule
  • Evaluierung des Modells der sozialraumverankerten Schulsozialarbeit in Stuttgart

Auszug aus dem Buch

3.1 Gesellschaftlicher Wandel

Der gesellschaftliche Wandel ist kein allgemeiner, gleichförmig verlaufender Prozess. Es sind zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedliche gesellschaftliche Teilbereiche betroffen. Einzelne systemische Veränderungen sind individuell stark ausgeprägten Wechselwirkungen ausgesetzt.

Die Heiratsneigung sinkt seit 1950 und das durchschnittliche Heiratsalter steigt. Infolge des Geburtenrückgangs entwickelt sich eine Verschärfung der Altersstruktur. Gleichzeitig steigt das durchschnittliche Geburtenalter der Frauen, als Konsequenz einer längeren Ausbildungsdauer. Möglicherweise deutet sich hier an, sich für insgesamt weniger Kinder zu entscheiden. Problematisch ist das Missverhältnis zwischen individuellem und gesellschaftlichem Auftrag, was die Altersvorsorge betrifft. Das Hervorbringe von Kindern ist nicht mehr ein wichtiger Bestandteil und Garant der Altersvorsorge, sondern vielmehr ein Luxusgut, das wirtschaftliche Mehraufwendung und gegebenenfalls auch soziale Unsicherheit zur Folge haben kann. Es entwickelt sich eine Entkopplung der Altersversorgung von familiären Beziehungen, die den Staat auf ökonomischer Ebene stark belastet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Bildungsbenachteiligung und deren Zusammenhang mit der sozialen Herkunft sowie Begründung für die Notwendigkeit ganztägiger Bildungskonzepte.

2. PISA STUDIE: Analyse der PISA-Studien von 2000 bis 2009 mit Fokus auf Kompetenzmessungen, Streuung der Schülerleistungen und den Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund und Bildungserfolg.

3. SOZIALE WIRKLICHKEIT-SOZIALE INTEGRATION: Untersuchung der soziologischen Dimensionen wie gesellschaftlicher Wandel, familiäre Lebenslagen und soziale Milieus, die als Faktoren für Bildungschancen wirken.

4. GANZTAGSBILDUNG: Erörterung der Begriffe und Bildungsmodalitäten im Ganztagsbetrieb sowie die Bedeutung der Verzahnung von formellen und informellen Bildungsprozessen.

5. KOOPERATION JUGENDHILFE UND SCHULE: Darstellung der rechtlichen Grundlagen beider Systeme und Analyse der Konfliktfelder in deren Zusammenarbeit, insbesondere hinsichtlich Organisation und Professionen.

6. SOZIALRAUMVERANKERTE SCHULSOZIALARBEIT STUTTGART: Detaillierte Fallstudie zur Implementierung und Entwicklung des Stuttgarter Modells der Schulsozialarbeit als kooperatives, sozialraumorientiertes Konzept.

7. HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN: Ableitung von Empfehlungen für Politik, Kommunen und die beteiligten Institutionen zur nachhaltigen Umsetzung sozialräumlich verankerter Ganztagsbildung.

Schlüsselwörter

Ganztagsbildung, PISA-Studie, Bildungsbenachteiligung, Soziale Integration, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Kooperation, Sozialraumorientierung, Familie, Milieus, Bildungsgerechtigkeit, Ganztagsschule, Schulentwicklung, Chancengleichheit, Bildungsmodalitäten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten, wie Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen durch eine verbesserte Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe sowie eine sozialräumliche Verankerung von Bildungsangeboten gefördert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss des gesellschaftlichen Wandels auf Familien, die Ergebnisse der PISA-Studien hinsichtlich sozialer Benachteiligung, die Konzeption von Ganztagsbildung sowie die professionelle Zusammenarbeit von pädagogischen Systemen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist die Erarbeitung eines Bildungskonzepts, das Bildungsbenachteiligung reduziert, indem Schule und Jugendhilfe über ihre institutionellen Grenzen hinaus als vernetzte Sozialisationsinstanzen agieren.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Untersuchung zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung von empirischen Studien und Evaluationsberichten, insbesondere zur sozialraumorientierten Schulsozialarbeit in Stuttgart.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Rahmenbedingungen (PISA, soziale Wirklichkeit) skizziert, gefolgt von einer Analyse der Kooperationskonzepte und der praktischen Umsetzung des Stuttgarter Modells.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Ganztagsbildung, Sozialraumorientierung, Bildungsbenachteiligung, Kooperation, Jugendhilfe und Schulentwicklung beschreiben.

Warum wird das Stuttgarter Modell besonders hervorgehoben?

Das Stuttgarter Modell dient als erfolgreiches Praxisbeispiel für eine sozialraumverankerte Schulsozialarbeit, die den starren schulischen Betrieb öffnet und Ressourcen der Jugendhilfe effektiv einbindet.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von "Schule" und "Jugendhilfe" laut dem Text?

Schule wird primär als strukturierter Lernort mit Leistungsauftrag definiert, während die Jugendhilfe als flexiblerer Lebensort agiert, der auf Freiwilligkeit und sozialräumliche Unterstützung setzt.

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Details

Titel
Ganztagsbildung
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,8
Autor
Melanie Stölting (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
84
Katalognummer
V264190
ISBN (eBook)
9783656533566
ISBN (Buch)
9783656537250
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ganztagsbildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Melanie Stölting (Autor:in), 2013, Ganztagsbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264190
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