Die Integration ethnischer wie religiöser Minderheiten ist nach wie vor eine ungelöste Aufgabe, sowohl politisch als auch gesellschaftlich. Dieser Band erklärt die Grundproblematik und liefert einige Denk- und Lösungsansätze. Dabei werden sowohl der Einfluss sozialräumlicher Segregation als auch die Spracherwerbsproblematik vertieft behandelt.
Aus dem Inhalt: Exklusionsmechanismen durch Medien und Islam?, Die Integration ethnischer Minderheiten, Der Einfluss sozialräumlicher Segregation, Die Spracherwerbsproblematik als Determinante der Integration
Inhaltsverzeichnis
Das Problem der Integration von Muslimen in der Bundesrepublik Deutschland
Einleitung
Integration – Assimilation: Begriffserklärung
Zuwanderung von Muslimen türkischer Herkunft nach Deutschland
Das Problem des „Fremden“ und die Rolle der Medien
Das Islambild der deutschen Gesellschaft seit dem 11. September 2001
Der Islam als Integrationbarriere?
Fazit
Integration ethnischer Minderheiten
Einleitung
Soziale Probleme
Ethnische Gruppen, ethnische Minderheiten und Ethnizität
Integration ethnischer Minderheiten
Ethnische Schichtung
Selbstehtnisierung
Zusammenfassung: Ethnische Schichtung und Ethnisierung als Integrationshemmnisse
Rekurs Integration als soziales Problem
Schlussbemerkung und Ausblick
Integration durch Sprache in der Schule
Einleitung
Problemfeld Sprachbarrieren
Integration und Zweitsprache Deutsch
Fazit und Ausblick
Über den Einfluss sozialräumlicher Segregation auf die Integration von MigrantInnen
Einleitung
Zum Begriff der Segregation
Zum Begriff der Integration
Segregationseffekte
Fazit
Spracherwerbsproblematik als Determinante der Integration von Migranten
Problemstellung
Erziehungs- und sozialisationstheoretische Überlegungen
Migration in Deutschland
Entwurf eines sozioökologischen Modells zur Erfassung von Schulerfolgsdeterminanten in Migrantenschullaufbahnen
Prozess der Integration unter dem Gesichtspunkt der Zweisprachigkeit und des Bilingualismus
Förderungsprogramme zur Verbesserung der Rahmenbedingungen der Integration
Fallanalyse
Zusammenfassende Interpretation und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Integrationsproblematik von Zuwanderern in Deutschland auseinander, wobei der Fokus insbesondere auf muslimischen Migranten und deren Wahrnehmung in der Gesellschaft liegt. Die Forschungsfrage untersucht, inwieweit kulturelle Barrieren, mediale Stereotypisierung, Bildungsdefizite und sozialräumliche Segregation den Integrationsprozess behindern oder fördern und ob eine gesellschaftliche Angleichung ("Assimilation") in einer pluralistischen Demokratie überhaupt erstrebenswert oder möglich ist.
- Integration und Assimilation in der Migrationsgesellschaft
- Die Rolle der Medien bei der Exklusion ethnischer Minderheiten
- Der Einfluss von Religiosität und kultureller Identität auf Integrationsprozesse
- Soziale Segregation und ihre Auswirkungen auf den Spracherwerb und Schulerfolg
- Strukturelle Rahmenbedingungen der Sprachförderung im deutschen Bildungssystem
Auszug aus dem Buch
Integration – Assimilation: Begriffserklärung
Der vielseitige Begriff der Integration wird häufig falsch angewendet oder erst gar nicht verstanden. Medien und Politik verwenden ihn häufig polarisierend für oder gegen Zuwanderung und Migranten. Dabei wird der Begriff der Integration als ein Anpassen von Migranten an die deutsche Gesellschaft beschrieben.
Hier ist jedoch besonders der Begriff der Assimilation oder der Sozialintegration anzuwenden, der den Anpassungsprozess von Zuwanderern an die Gesellschaft als einseitig und von den Migranten ausgehend beschreibt (die Inklusion), obwohl die Gesellschaft Aufnahmebereitschaft zeigen muss.
Der Soziologe Hartmut Esser unterscheidet zwischen vier Dimensionen der Sozialintegration: Kulturation, Plazierung, Interaktion und Identifikation. Kulturation meint dabei, dass sich die Akteure nötiges Wissen und Kompetenzen aneignen, ein so genanntes Humankapital, in das sie investieren müssen, um für andere Akteure interessant zu sein und in Folge dessen gesellschaftlich angesehene Positionen besetzen können. Er bezeichnet dies auch als kognitive Assimilation, die sich auf das Erlernen von Normenkenntnissen und kulturellen Fähigkeiten, wie der deutschen Sprache, bezieht.
Als wahrscheinlich wichtigste Form der sozialen Integration sieht Esser die Plazierung, bei der es um die Besetzung gesellschaftlicher Positionen geht. Die Akteure werden dabei in ein bereits bestehendes soziales System eingegliedert. Dazu gehören das Erlangen verschiedener Rechte wie das Staatsbürgerrecht, das damit einhergehende Wahlrecht oder die Übernahme von beruflichen Positionen, die allerdings im Zusammenhang mit dem „Durchlaufen einer gewissen Bildungskarriere“ stehen. Dies nennt er auch strukturelle Assimilation, welche beschreibt, inwieweit Migranten im Bezug auf Wohnsituation, rechtliche Situation und berufliche Situation an die Aufnahmegesellschaft angepasst sind.
Zusammenfassung der Kapitel
Das Problem der Integration von Muslimen in der Bundesrepublik Deutschland: Diese Einleitung untersucht die mediale und politische Wahrnehmung von Muslimen in Deutschland, insbesondere nach dem 11. September 2001, und beleuchtet die Rolle von Religion und Vorurteilen im Integrationskontext.
Integration ethnischer Minderheiten: Dieses Kapitel definiert ethnische Gruppen und Minderheiten und analysiert mittels des Modells von Hartmut Esser, wie ethnische Schichtung und Segregationsprozesse die Inklusion in die Mehrheitsgesellschaft erschweren.
Integration durch Sprache in der Schule: Der Autor thematisiert die entscheidende Rolle der deutschen Sprache als Schlüssel zur schulischen und gesellschaftlichen Teilhabe und untersucht Barrieren sowie schulische Förderansätze.
Über den Einfluss sozialräumlicher Segregation auf die Integration von MigrantInnen: Diese Arbeit beleuchtet die räumliche Konzentration von Migranten in bestimmten Stadtteilen und diskutiert, ob diese Segregation als "Mobilitätsfalle" wirkt oder ob sie durch informelle Netzwerke Vorteile bieten kann.
Spracherwerbsproblematik als Determinante der Integration von Migranten: Dieses Kapitel vertieft die Bedeutung von Bildungs- und Sprachförderung für Migrantenkinder durch ein sozioökologisches Modell nach Bronfenbrenner und analysiert konkrete Unterstützungsmaßnahmen und deren Effektivität.
Schlüsselwörter
Integration, Assimilation, Migration, ethnische Minderheiten, Segregation, Sprachförderung, Bildungsaufstieg, Sozialisation, Multikulturalität, Islam, Medien, Vorurteile, Zweitspracherwerb, Schulerfolg, soziale Schichtung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Publikation beleuchtet die komplexen Herausforderungen der Integration von Migranten in Deutschland, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Rolle der Sprache, der medialen Darstellung von Minderheiten und den Auswirkungen sozialer sowie räumlicher Segregation liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den zentralen Themen gehören das Verhältnis zwischen Mehrheits- und Minderheitsgesellschaft, die Bedeutung des Spracherwerbs für den Bildungserfolg, die Auswirkungen ethnischer Schichtung und die kritische Auseinandersetzung mit Integrationsmodellen wie Assimilation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren den Integrationsprozess – insbesondere den Schulerfolg von Kindern mit Migrationshintergrund – determinieren und inwieweit bestehende politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen entweder zur Inklusion beitragen oder durch Diskriminierung und Ausgrenzung behindert werden.
Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?
Die Autoren nutzen überwiegend soziologische und pädagogische Theorien, darunter das Integrationskonzept von Hartmut Esser, das ökonomische Stadtmodell der Chicagoer Schule sowie den ökologischen Ansatz von Urie Bronfenbrenner zur Analyse von Entwicklungs- und Sozialisationsprozessen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Analysen zur Segregation und Integration, Untersuchungen zur Rolle des Spracherwerbs im Bildungswesen sowie Fallbeispiele, die die spezifische Lebenssituation von Migranten verdeutlichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Integration, Assimilation, Segregation, Spracherwerb, soziale Schichtung, Bildungsaufstieg, Migration und interkulturelle Erziehung charakterisieren.
Welche Bedeutung hat das "Image" von Quartieren für die Integration?
Der Text stellt heraus, dass ein negativer Ruf eines Wohnquartiers eine Stigmatisierung der Bewohner zur Folge haben kann, was sich wiederum restriktiv auf deren Handlungsmöglichkeiten und Selbstwertgefühl auswirken kann.
Wie bewertet die Arbeit die "Schulhofpflicht" (Deutschgebot)?
Die Arbeit sieht in Projekten wie "Deutsch als Schulhofsprache" einen Versuch, Integrationsdefizite auszugleichen, stellt jedoch kritisch die Frage, ob Integration und Motivation tatsächlich durch Zwang erreicht werden können oder ob dies eher kontraproduktiv wirkt.
- Quote paper
- Ch. Mauch (Author), R. Leemhuis (Author), T.-B. Fehringer (Author), F. Mesecke (Author), J. Barth (Author), 2013, Integration statt Exklusion: Von der Gesellschaft zur Gemeinschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264224