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Soziale Erwünschtheit in der empirischen Sozialforschung

Title: Soziale Erwünschtheit in der empirischen Sozialforschung

Research Paper (postgraduate) , 2003 , 29 Pages , Grade: 1

Autor:in: Katja Ellerkmann (Author)

Pedagogy - General
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In der Hinführung zu unserem Themenschwerpunkt, dem Effekt der sozialen Erwünschtheit möchten wir zunächst einige wichtige Fehlerquellen bei der wissenschaftlichen Befragung, gemeint sind Interview wie auch Fragebogen, ausgehend vom Befragten, darlegen. In diesem Fall spielt also der Einfluss des Befragten auf die Antwortgabe die größte Rolle, also die Merkmale der befragten Person.

Eine bei den Forschern durchaus bekannte und erforschte Fehlerquelle ist der response set. Hierbei wird eine Antworttendenz gewählt, die nicht in der Mitte der vorgegebenen Urteilsskala liegt. Bei einer Nein- Tendenz liegt ein unkritisches Ablehnungsverhalten des Befragten vor, eine Neigung zu negativer Bewertung. Ja- Tendenzen des Befragten hingegen zeigen eine Tendenz zu unkritischer Zustimmung, also eine Neigung zu positiver Bewertung. Anstatt Ja- Tendenz sagt man des Öfteren auch Akquieszenz. Der Proband kreuzt demnach in einem Fragebogen auch die für ihn unzutreffenden Antworten als zutreffend an (Klapprott, 1975, S. 137).

Ein weiterer Effekt der Verfälschungstendenzen sind die Positionseffekte. Hier spielt es eine Rolle in welcher Reihenfolge die Fragen gestellt werden. Die ersten Fragen beeinflussen alles Nachkommende. Wenn man zum Beispiel gleich zu Beginn etwas Positives üb er sich liest, wird man dem eher zustimmen, als wenn zunächst negative Aspekte angesprochen werden (ebd. 1975, S.137).

Der Fehler der zentralen Tendenz beschreibt eine Neigung undifferenzierte Urteile abzugeben, also fast stets die gleiche Bewertung in der Ratingskala zu wählen. Etwa genauso häufig tritt die Tendenz zu extremen Urteilen auf, also das Ankreuzen von 1 und 5 bei einer 5- stufigen Ratingskala.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Theorie und Forschungsfragen

1. Der Effekt der sozialen Erwünschtheit

1.1 Definitionen

1.2.Messverfahren

1.3. Erklärungen sozial erwünschten Antwortverhaltens

1.4. Kontrollmethoden

Kontrolle bei der Itemkonstruktion und- selektion

Kontrolle durch den Antwortmodus

Kontrolle durch Kontrollskalen

Kontrolle durch Faktor- Elimination

Kontrolle durch garantierte Anonymität

3. Einflussgrößen

3.1. Instruktion

3.2. Methode

3.2.1. Schriftliche Befragung oder Fragebogen

3.2.2. Mündliche Befragung oder Interview

4. Forschungsfragen

Methodenteil

Ergebnisteil

Diskussion

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Effekt der "sozialen Erwünschtheit" als bedeutende Fehlerquelle in empirischen Sozialforschungen. Das primäre Ziel besteht darin, den Einfluss von spezifischen Instruktionen sowie der Erhebungsmethode (Fragebogen vs. Interview) auf das Antwortverhalten von Probanden zu analysieren und zu prüfen, inwieweit diese Faktoren zu systematischen Verzerrungen führen.

  • Soziale Erwünschtheit als systematische Fehlerquelle
  • Einfluss der Instruktion auf Antworttendenzen
  • Vergleich der Erhebungsmethoden Fragebogen und Interview
  • Kontrollmechanismen zur Minimierung von Antwortverzerrungen
  • Experimentelle Feldstudie an einer studentischen Stichprobe

Auszug aus dem Buch

1.4. Kontrollmethoden

Soziale Erwünschtheit wird wie wir bereits dargelegt haben als ein großes Problem in Befragungen angesehen. Die Reliabilität und die Validität von Messinstrumenten werden vermindert und die Ergebnisse der Untersuchung sind verfälscht.

Nicht alle Methoden zur Kontrolle sind gleichermaßen gut geeignet. Ein wichtiger Punkt in der Entscheidung der Kontrollmechanismen ist die Ökonomie der jeweiligen Methode und der Kostenaufwand.

Während man für die zu Beginn genannten Fehlerquellen wie die Positionseffekte oder non-attitudes mit einfachen Kontrollen beikommen kann, ist gegen die soziale Erwünschtheit nur schwer Abhilfe möglich. Bemühungen, die Verzerrungsquelle einzudämmen um ein valides Ergebnis der Untersuchung zu erzielen sind genauso alt wie das Phänomen selbst. Intensiv untersucht wurde das Phänomen in den 70èr Jahren des vorigen Jahrhunderts und reicht bis in die Gegenwart (Mummendey, 1987, S.171). Erzielt wurde eine möglichst große Verringerung des Ausmaßes der Fehlerquelle, aber keine absolute Kontrolle.

Aufgrund dessen haben einige Forscher, wie auch Hartmann, angezweifelt, ob es sich überhaupt lohnt, den Forschungsaufwand und die hohen Kosten auf die Kontrolle anzuwenden. Hartmann betont, dass niemals die Einflüsse, die von Merkmalen der Befragungssituation ausgehen, berücksichtigt werden können (Hartmann, 1991, S.247). Dennoch möchten wir im Folgenden die wichtigsten und üblichen Kontrollmethoden anbringen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Theorie und Forschungsfragen: Dieses Kapitel definiert soziale Erwünschtheit, erläutert Messverfahren und Kontrollstrategien und stellt die zentralen Forschungsfragen zur Untersuchung von Instruktions- und Methodeneinflüssen auf.

Methodenteil: Hier wird das Design der experimentellen Feldstudie mit 539 Studenten, die verwendeten Erhebungsinstrumente und die verschiedenen Instruktionsszenarien beschrieben.

Ergebnisteil: Dieser Abschnitt präsentiert die statistische Auswertung der Daten mittels Varianzanalysen, welche die Hypothesen zur Wirkung von Instruktionen prüfen und den Methodeneinfluss bewerten.

Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, mit bestehenden Theorien in Bezug gesetzt sowie Grenzen der Studie und Konsequenzen für die zukünftige Forschung diskutiert.

Schlüsselwörter

Soziale Erwünschtheit, Empirische Sozialforschung, Antwortverzerrung, Datenerhebung, Instruktion, Fragebogen, Interview, Methodenforschung, Validität, Reliabilität, Social Desirability Bias, Feldstudie, Kontrollmethoden, Antwortverhalten, Messinstrumente.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der "sozialen Erwünschtheit" als systematische Fehlerquelle bei wissenschaftlichen Befragungen und wie diese Ergebnisse verzerren kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definition und Erklärung der sozialen Erwünschtheit, die Untersuchung von Kontrollmethoden sowie der Einfluss von situativen Faktoren wie Instruktionen auf das Antwortverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie Instruktionen bei der Datenerhebung sowie die Wahl der Methode (Fragebogen vs. Interview) die Antwortgabe im Sinne der sozialen Erwünschtheit beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Verfasserin nutzt eine experimentelle Feldstudie im Querschnittsdesign mit einer Stichprobe von 539 Studierenden, wobei Daten mittels Varianzanalysen statistisch ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Phänomens, den Methodenteil mit der Stichprobenbeschreibung und dem Versuchsdesign sowie einen Ergebnisteil mit statistischen Signifikanztests.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Erwünschtheit, Antwortverzerrung, Datenerhebung, Instruktion und Validität charakterisiert.

Hatte die Art der Datenerhebung einen signifikanten Einfluss?

Nein, die statistischen Analysen konnten keinen signifikanten Unterschied zwischen der Erhebung per Fragebogen und per Interview im Hinblick auf soziale Erwünschtheit nachweisen.

Welchen Einfluss hatte die Instruktion auf die Ergebnisse?

Die Instruktion hatte einen deutlichen signifikanten Einfluss; Probanden passten ihr Antwortverhalten aktiv an das durch die Instruktion suggerierte Umfeld (z. B. konservativer oder alternativer Chef) an.

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Details

Title
Soziale Erwünschtheit in der empirischen Sozialforschung
College
LMU Munich  (Lehrstuhl für empirische Pädagogik)
Grade
1
Author
Katja Ellerkmann (Author)
Publication Year
2003
Pages
29
Catalog Number
V26429
ISBN (eBook)
9783638287678
Language
German
Tags
Soziale Erwünschtheit Sozialforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Ellerkmann (Author), 2003, Soziale Erwünschtheit in der empirischen Sozialforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26429
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