1.1 Hinführung zum Thema
Das Management der Kapitalaufbringung stellt eine der bedeutsamsten
betriebswirtschaftlichen Aufgaben der Unternehmensführung dar. Die wichtigsten
Parameter hierbei sind das Management des Kapitalvolumens, des
Finanzprozesses (Kapitalaufnahme- und Rückführung), der Kapitalkosten und
nicht zuletzt der Kapitalstruktur. Neben der klassischen Kreditfinanzierung stellt
die Anleihenfinanzierung seit jeher eine interessante Alternative dar. Dabei
handelt es sich um das Aufnehmen eines Darlehens am anonymen Kapitalmarkt
gegen das Zahlen eines festen Zinssatzes auf den Nennwert.
1.2 Vorgehensweise und Zielsetzung dieser Arbeit
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über das Instrument der
Anleihenfinanzierung zu geben und zu versuchen, die gewonnen Kenntnisse auf
Projekte und deren spezielle Finanzierungsbedürfnisse zu übertragen.
Zunächst wird ein allgemeiner Einstieg in die wichtigsten Charakteristika der
Anleihenfinanzierung gegeben und diese mit der klassischen Kreditfinanzierung
verglichen. Im folgenden Kapitel werden verschiedene klassische Anleiheformen
vorgestellt und auf ihre Tauglichkeit im Projektbereich untersucht.
Anschließend wird in einem Exkurs das externe Rating und seine Bedeutung für
die Emission vorgestellt. Im Anschluss an diesen Exkurs werden die
verschiedenen Emissionsformen vorgestellt und kritisch gewürdigt. Das letzte
Kapitel zeigt die konkreten Ausstattungsmerkmale einer Anleihe, die letztlich in die
Konditionsgestaltung einfließen. Abschließend werden die gewonnenen
Kenntnisse im Fazit zusammengetragen, und nochmals kritisch mit den Aspekten
der Projektfinanzierung verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Vorgehensweise und Zielsetzung dieser Arbeit
2 Die Anleihe als Finanzierungsinstrument
2.1 Einordnung von Anleihen in die Finanzierungsinstrumente
3 Arten von Anleihen
3.1 Anleihen ohne Sonderrechte
3.2 Anleihen mit Sonderrechten
3.2.1 Wandelschuldverschreibungen
3.2.2 Optionsanleihen
3.2.3 Zerobonds
4 Genehmigungspflicht
4.1 Alte Regelung bis 1990
4.2 Neue Regelung
5 Externes Rating
6 Formen der Emission
6.1 Selbstemission
6.2 Fremdemission
6.3 Konsortialemission
7 Konditionsgestaltung von Anleihen
7.1 Höhe, Stückelung, Verzinsung
7.2 Ausgabekurs, Rückzahlungskurs
7.3 Laufzeit, Kündigung
7.4 Tilgung
7.5 Sicherheiten
8 Fazit
Zielsetzung und Themenbereiche
Das primäre Ziel dieser Seminararbeit ist es, einen umfassenden Überblick über die Anleihenfinanzierung zu vermitteln und deren Anwendungsmöglichkeiten sowie spezifische Anforderungen bei der Finanzierung von Großprojekten zu analysieren.
- Grundlagen und Charakteristika der Anleihenfinanzierung
- Vergleich zwischen Anleihen und klassischer Kreditfinanzierung
- Kritische Analyse verschiedener Anleiheformen und Emissionswege
- Bedeutung des externen Ratings für Emittenten
- Gestaltungsparameter der Anleihekonditionen
Auszug aus dem Buch
Externes Rating
Unter einem Rating versteht man ein standardisiertes Beurteilungsverfahren zur Einschätzung der Qualität von Personen oder Institutionen. Die Qualität wird in der Regel mit Hilfe eines ordinalen Maßstabes (Ratingskala) dargestellt.
Im Finanzmarkt sind Ratinagenturen (Wichtigsten: Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch) aktiv, die über Ertragskraft und/oder die Kreditwürdigkeit urteilen. Rating hat in Deutschland historisch bedingt noch nicht die Verbreitung wie im angelsächsischen Raum. Daher haben sich die angelsächsischen Noten A – D durchgesetzt. In Deutschland besteht im Gegensatz zu vielen anderen Nationen (USA, Kanada, Japan) keine Pflicht zum Raten einer neuen Anleihe.
Die wichtigste Funktion des Ratings ist die Bestimmung des Fremdkapitalzinses für das Unternehmen. Konkret bedeutet dies: Je schlechter das Rating, desto höher muss die Nominalverzinsung der Anleihe gewählt werden. Man spricht hier von „Risikozuschlägen“, da durch ein schlechtes Rating für Anleger ein höheres Ausfallrisiko bei Zins- und Tilgungszahlungen suggeriert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Management der Kapitalaufbringung und Definition der Zielsetzung der Arbeit.
2 Die Anleihe als Finanzierungsinstrument: Einordnung der Anleihe als Fremdkapitalinstrument und Abgrenzung zur klassischen Kreditfinanzierung.
3 Arten von Anleihen: Vorstellung verschiedener Ausgestaltungsvarianten, unterteilt in Anleihen mit und ohne Sonderrechte.
4 Genehmigungspflicht: Historische Entwicklung und aktueller Stand der regulatorischen Anforderungen bei der Emission von Anleihen.
5 Externes Rating: Analyse des Ratings als Instrument zur Bonitätsbeurteilung und dessen Einfluss auf die Fremdkapitalkosten.
6 Formen der Emission: Diskussion der unterschiedlichen Wege der Anleiheplatzierung, von der Selbstemission bis zur Konsortialemission.
7 Konditionsgestaltung von Anleihen: Detaillierte Betrachtung der Ausstattungsmerkmale wie Verzinsung, Kurse, Laufzeit und Tilgungsmodalitäten.
8 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Eignung von Anleihen für die Projektfinanzierung und Ausblick auf zukünftige Marktentwicklungen.
Schlüsselwörter
Anleihenfinanzierung, Fremdkapital, Kapitalmarkt, Emissionsformen, Rating, Bonitätsbeurteilung, Konditionsgestaltung, Wandelschuldverschreibungen, Zerobonds, Projektfinanzierung, Kuponanleihe, Tilgung, Besicherung, Kapitalstruktur, Finanzierungsinstrumente.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Anleihe als Finanzierungsinstrument und untersucht deren spezifische Ausgestaltungsmöglichkeiten sowie Vor- und Nachteile im Vergleich zu anderen Finanzierungsformen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Systematik von Anleihearten, die Bedeutung von externen Ratings, die verschiedenen Emissionsformen und die detaillierte Konditionsgestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, ein Verständnis für das Instrument Anleihe zu schaffen und zu prüfen, wie sich diese Kenntnisse auf die speziellen Bedürfnisse der Finanzierung von Großprojekten übertragen lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen der Finanzwirtschaft mit praktischen Aspekten der Anleihebegebung verknüpft und kritisch bewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Einordnung von Anleihen, die Vorstellung verschiedener Anleihetypen, Exkurse zu Regulatorik und Rating, die Analyse der Emissionswege sowie die Gestaltung der Anleihebedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fremdfinanzierung, Anleihe, Rating, Kapitalmarkt, Emission und Konditionsgestaltung geprägt.
Warum ist ein externes Rating für die Anleihefinanzierung entscheidend?
Das externe Rating dient als objektive Beurteilung der Kreditwürdigkeit; ein besseres Rating ermöglicht dem Unternehmen niedrigere Zinskonditionen, während ein schlechtes Rating zu höheren Risikozuschlägen führt.
Eignen sich Zerobonds für die Projektfinanzierung?
Ja, Zerobonds können sinnvoll sein, da sie die Liquidität während der Laufzeit schonen, was besonders bei Projekten vorteilhaft ist, deren Cash-Flow sich erst langsam entwickelt.
- Arbeit zitieren
- Christopher Fiori (Autor:in), 2004, Anleihenfinanzierung und ihre Konditionsgestaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26431