Das Thema der Auswirkungen der Russischen Revolution 1905 – 1907 auf die Arbeiterjugend ist äußerst interessant, da diese Betrachtung gleichfalls einen Überblick über den Charakter der derzeitigen jungen Generation anbietet. Solche Forschung ist vor allem aus soziologischen und psychologischen Gründen eine besondere Wichtigkeit, weil sie ein Bild der Sensibilität sowie den Anregungen der Vorkriegsjugend zeigt, welche als Generation ein bedeutender Teil der gesamten Generationenforschung auf diesem Fachgebiet ist.
Ziel der Arbeit ist es, den Einfluss der Russischen Revolution auf die deutsche Gesellschaft zu untersuchen, wobei der Schwerpunkt auf den Jugendlichen liegt. In dem Rahmen dieser folgenden Untersuchung werden die derzeitigen national-demokratischen Propagandamittel angesprochen und interpretiert werden, die ihre Auswirkungen in der weiteren Gesetzgebung des Kaiserreichs und in der Wahrnehmung des Ersten Weltkriegs sowie im Verhältnis der Jugendlichen diesen Geschehnissen gegenüber findet.
Die russische Revolution scheint auf den ersten Blick ein von Deutschland weit entferntes Ereignis zu sein. Sie könnte aufgrund der wesentlichen ökonomischen und gesellschaftlichen Strukturunterschiede zwischen den beiden Länder unbemerkt und ohne jegliche Auswirkungen im Kaiserreich verbleiben. Vor dem Hintergrund der anwachsenden Probleme der Arbeiterklasse Deutschlands und der starken Militarisierungsmaßnahmen des Kaisers wurde aber das Thema von den deutschen sozial-demokratischen Zeitungen hervorgehoben, wobei sich aus ihrem Interpretationshintergrund heraus die vagen Gleichheiten zwischen der zaristischen Autokratie und dem kaiserlichen Imperialismus andeuten lassen. Weiter wird auf dieser Grundlage untersucht, wie solche Propagandamitteln und die Revolution selbst die weitere Tätigkeit der Arbeiterjugend und ihr Verhältnis zum Krieg beeinflussen. Innerhalb der Arbeit ist ein gesamter Abschnitt Karl Liebknecht gewidmet, weil er der bedeutendste Verfechter der jugendlichen Rechten war.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Vorrevolutionszeit in Deutschland und Russland
2.1. Deutschland
2.2. Russland
3. Die Russische Revolution in der deutschen Presse und Politik
3.1. Der Blutsonntag
3.2. Die Gefahr vor der Arbeiterjugend
3.3. Die Solidarität mit der Russischen Revolution
4. Karl Liebknecht
5. Die Entwicklung der Arbeiterjugend bis zum Anfang des Ersten Weltkriegs
6. Die Arbeiterjugend im Ersten Weltkrieg
7. Fazit
Häufig gestellte Fragen
Wie beeinflusste die Russische Revolution die deutsche Arbeiterjugend?
Die Ereignisse von 1905–1907 dienten als Inspiration für den Kampf um eigene Rechte und verstärkten die Solidarität innerhalb der sozialdemokratischen Jugendverbände.
Welche Rolle spielte Karl Liebknecht für die Jugendbewegung?
Liebknecht war der bedeutendste Verfechter der Rechte Jugendlicher und nutzte die revolutionären Impulse, um gegen den Militarismus im Kaiserreich zu kämpfen.
Was war der „Blutsonntag“?
Ein zentrales Ereignis der Russischen Revolution 1905, das in der deutschen Presse intensiv diskutiert wurde und die Angst des Kaisers vor ähnlichen Aufständen in Deutschland schürte.
Wie reagierte die deutsche Presse auf die Revolution in Russland?
Sozialdemokratische Zeitungen betonten die Parallelen zwischen zaristischer Autokratie und kaiserlichem Imperialismus, um die Arbeiterklasse zu mobilisieren.
Hatte die Revolution Einfluss auf die Haltung zum Ersten Weltkrieg?
Ja, die Arbeit untersucht, wie die revolutionären Erfahrungen das spätere Verhältnis der Arbeiterjugend zum Krieg und zur nationalen Propaganda prägten.
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- Evelina Kirilova (Author), 2008, Die Auswirkungen der Russischen Revolution auf die Deutsche Arbeiterjugendbewegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264334