Die Bedeutung von lebensweltorientierter Sozialer Arbeit für das Handlungsfeld Frühförderung unter der Perspektive von gelingendem Leben


Seminararbeit, 2009
13 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Praxisfeld Frühförderung
2.1 Zielgruppen und Lebenswelten der Klienten
2.2 Aufgaben der Frühförderung

3. Lebensweltorientierte Soziale Arbeit
3.1 Lebensweltansatz in der Frühförderung
3.2 Handlungsprinzipien der Frühförderung und die Maximen des Lebensweltansatzes

5. Wandel der Erziehung und des Klientel der Frühförderung

6. Fazit

7. Literatur- und Quellennachweise

1. Einleitung

Dieser Hausarbeit mit dem Thema „Die Bedeutung von lebensweltorientierter Sozialer Arbeit für das Handlungsfeld Frühförderung unter der Perspektive von gelingendem Leben“liegt die Frage zugrunde, welchen Nutzen die Soziale Arbeit in der Frühförderung hat und welchen Beitrag Frühförderung für ein gelingendes Leben leisten kann.

Zunächst wird das Praxisfeld Frühförderung dargestellt, dem folgt die Vorstellung der Adressaten und ihrer Lebenswelt. Des Weiteren werden die Aufgabenbereiche der Fachkräfte erläutert.

Schwerpunkt meiner Ausarbeitung liegt auf dem Punkt „Lebensweltorientierte Soziale Arbeit“. Den lebensweltorientierten Ansatz werde ich im ersten Schritt erläutern und im zweiten auf das Berufsfeld der Frühförderung beziehen. Hierbei werden die Handlungsprinzipien der Frühförderung und die Maximen des Lebensweltansatzes einander gegenübergestellt. Durch diesen Vergleich soll die „strukturelle Parallelität und Deckungsgleichheit“ offensichtlich gemacht werden.

Die Frage, wie Frühförderung als Hilfe zu einem besser gelingenden Leben beitragen kann und die Bedeutung von gelingendem Leben für dieses Handlungsfeld werden im Folgenden erläutert.

Im nächsten Punkt meiner Ausarbeitung werde ich den Wandel der Erziehung und des Klientel der Frühförderung beschreiben, um den Aspekt des Seminars „Sozialisation & Erziehung“ zu berücksichtigen.

Wie sich Frühförderung unter den genannten Erkenntnissen rentiert wird im Fazit nochmals zusammengefasst. Dies führt zur Erkenntnis, dass dieses Berufsfeld auch für die Soziale Arbeit mit all ihren Kompetenzen, unverzichtbar ist.

Das Berufsfeld der Sozialen Arbeit in der Frühförderung wird im Folgenden unter dem Gesichtspunkt Lebensweltorientiertheit und gelingenden Lebens nachvollziehbar dargestellt. Durch eine systematische Recherche in unterschiedlichster Literatur werden vorhandene Erkenntnisse über Frühförderung und lebensweltorientierter Sozialer Arbeit zusammengestellt.

2. Praxisfeld Frühförderung

Die Frühförderung etablierte sich als ein besonderes Berufsfeld der Sozialen Arbeit im Laufe der 70er Jahre (Weiß, Neuhäuser, Sohns 2004).

Frühförderung ist grundsätzlich eine Leistung für Kinder ab der Geburt bis zum Schuleintritt, die in ihrer Entwicklung gefährdet oder verzögert sind, sowie für Kinder mit bereits diagnostizierter Behinderung.

Heute wird Frühförderung oft als „Komplexleistung“ angeboten. Für Kinder, die zusätzlich therapeutische Leistungen, wie Ergotherapie, Physiotherapie oder Logopädie , neben der heilpädagogischen Frühförderung, benötigen.

Die Interdisziplinären Frühförderzentren sind nach der „Verordnung zur Früherkennung und Frühförderung“ (FrühV) konzipiert als „ [...] familien- und wohnortnahe Dienste und Einrichtungen, die der Früherkennung, Behandlung und Förderung von Kindern dienen [...]“ (§3 FrühV) . Das Leistungsangebot schließt auch stets die Begleitung und Unterstützung der Eltern und des Umfeldes mit ein.

Das interdisziplinäre Team ist zusammengesetzt aus „medizinisch-therapeutischen und pädagogischen Fachkräften“, versteht sich als präventive und unterstützende Anlaufstelle und niederschwelliges Hilfsangebot, welches stets unter Einbeziehung der Familie und des Umfeldes des Kindes arbeitet. So soll an den entwicklungsförderlichen Ressourcen der Lebenswelt angesetzt und die Potenziale des Kindes im psychischen, kognitiven, emotionalen Entwicklungsbereich unterstützt werden (Weiß et al., 2004).

Ziel ist es Entwicklungspotentiale sowie Kompetenzen von Kind, Familie und Umfeld im Sinne des Autonomieprinzips zu entfalten und zu stärken und „ [...] eine drohende oder bereits eingetretene Behinderung zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu erkennen und die Behinderung durch gezielte Förder- und Behandlungsmaßnahmen auszugleichen oder zu mildern“ (ebenda/ §3 FrühV).

Strukturell organisiert sich Frühförderung zum einen in ambulanter Förderung in interdisziplinären Frühförderzentren oder heilpädagogischen Praxen. Hier kommen die Kinder in der Regel einmal in der Woche für 60 Minuten in die Einrichtung. Die Art, Dauer und der Umfang der Fördereinheiten richtet sich stets nach den Bedürfnissen des Kindes und dessen Familie.

Die mobile Frühförderung oder der Hausbesuch macht es möglich, die Förderung der Kinder und die Beratung der Eltern unmittelbar innerhalb der Lebenswelt und des Umfeldes dieser zu leisten (Klein, 2004/ Weiß et al., 2004).

2.1 Zielgruppen und Lebenswelten der Klienten

Quantitativ und qualitativ hat sich die Zielgruppe, an welche sich Frühförderung richtet, verändert. Die Anzahl der zu fördernden Kinder hat stark zugenommen und „ [..] Erscheinungsbilder, Entwicklungsprobleme und Förderbedürfnisse sind erheblich vielfältiger geworden“ (Weiß et al., 2004, 57).

So richtet Frühförderung seine Aufmerksamkeit in erster Linie auf das „entwicklungsverzögerte Kind“, beispielsweise auf Frühgeborene, chronisch kranke Kinder sowie Kinder mit Behinderung und Entwicklungsrisiken, Kinder mit Problemen im Bereich Sprache, Motorik, Kognition, Emotion, Wahrnehmung oder Verhaltensaufälligkeiten, Kinder aus sozial benachteiligten Familien; welche zum Beispiel soziale Isolation erfahren haben.

Zum anderen sind es die Eltern, Pflegeeltern, die Familie und sonstige Bezugspersonen des Kindes, die Hilfe und Unterstützung benötigen oder welche unsicher in Fragen zur differentiellen Entwicklung ihres, beziehungsweise dem ihnen anvertrauten Kind, sind (Thurmair; Naggl 2003/ Weiß et al 2004).

Da Entwicklungsstörungen immer im Zusammenhang zwischen organischen und umweltabhängigen Faktoren gesehen werden sollen, darf die Umwelt des Kindes, also ihr „lebensweltlicher Hintergrund“ nicht ausgeblendet werden. Zudem kann das alltägliche Umfeld Chancen bieten und positiven Einfluss auf die Entwicklung des Kindes nehmen (Klein, 2007 /Weiß et al., 2004).

2.2 Aufgaben der Frühförderung

Die Ansprüche der Frühförderung umfassen einen weiten Bereich an Angeboten, dazu gehören unter anderem:

- Präventive Maßnahmen und Früherkennung
- Diagnostik und Förder- bzw. Behandlungsplanerstellung
- Förderung und Behandlung
- Begleitung und Beratung der Bezugspersonen
- Kooperation und Netzwerkarbeit

(Weiß et al., 2004, 81)

Diese Tätigkeiten werden von den Fachkräften in diesem Berufsfeld eigenverantwortlich geplant und durchgeführt, oder gegebenenfalls im Team besprochen.

Die Koordination der Angebote und Förderstunden für die einzelnen Kinder ist ebenfalls eigenständig.

Wie in den Förderstunden benötigt der Sozialarbeiter auch in Bezug auf Beratung und Begleitung der Eltern bzw. Bezugspersonen, hohe Fachliche Kompetenzen. Die pädagogischen Fachkräfte haben zudem vertiefte Kenntnisse von Bindungs- und Entwicklungstheorien, sowie sozialrechtlicher Grundlagen. Im besonderen Maße sind auch Kompetenzen in der kreativen Gestaltung von Förderstunden und Anregungen für das Kind gefragt, insbesondere in der Beobachtung, Analyse und Bewertung des kindlichen Spiels (VIFF e.V., 2002).

3. Lebensweltorientierte Soziale Arbeit

Der Ansatz der Lebensweltorientierung gibt der zeitgemäßen Sozialen Arbeit ein Handlungskonzept. Dadurch weitet sich ihr Aufgabengebiet zum einen auf heutige risikoreiche Lebenswelten aus.

Den Adressaten wird Bewältigungskompetenz ihren den ihnen vorgegebenen und selbstverständlichen Lebensverhältnissen zugesprochen, Lebensweltorientierte Soziale Arbeit zielt daher „ [...] auf Hilfe zur Selbsthilfe, auf Empowerment.“ (Grunwald; Thiersch 2004, 34 ).

Zum anderen ist sie [...] ein Zugang, Soziale Gerechtigkeit in den neuen sozialpolitischen Aufgaben der Hilfen und Unterstützung in den heutigen lebensweltlichen Bedingungen zu realisieren“ (Grunwald; Thiersch 2004, 16). Sie soll sich im Sinne der Adressaten offensiv in Sozialpolitik einmischen, um so deren Interessen zu vertreten (Schilling; Zeller 2008).

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung von lebensweltorientierter Sozialer Arbeit für das Handlungsfeld Frühförderung unter der Perspektive von gelingendem Leben
Hochschule
Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V264471
ISBN (eBook)
9783668287983
ISBN (Buch)
9783668287990
Dateigröße
734 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung, sozialer, arbeit, handlungsfeld, frühförderung, perspektive, leben
Arbeit zitieren
Katrin Weidner (Autor), 2009, Die Bedeutung von lebensweltorientierter Sozialer Arbeit für das Handlungsfeld Frühförderung unter der Perspektive von gelingendem Leben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264471

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