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Eine Interpretation von Heinrich Heine: "Die alten, bösen Lieder" und Robert Schumanns Vertonung in der "Dichterliebe" op.48/16

Titel: Eine Interpretation von Heinrich Heine: "Die alten, bösen Lieder" und Robert Schumanns Vertonung in der "Dichterliebe" op.48/16

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dipl. Ing. Karl Bellenberg (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Gedicht "Die alten, bösen Lieder" steht als letztes Lied Nr. 66 im sogenannten Lyrischen Intermezzo, das einen Binnenzyklus im Buch der Lieder von Heinrich Heine bildet. Da seit der 2. Auflage das Gedicht "Ich kann es nicht vergessen" wegen zu deutlicher Erotik vom Verleger Campe herausgenommen wurde, bekam das Schlusslied dann die Nr. 25. Der erste Druck des Buches der Lieder wurde damals bei Hoffmann und Campe, Hamburg besorgt und enthält nur Gedichte, die bereits vor dieser Zeit von Heine angefertigt worden waren, also keine Neuheiten. Das Lied Nr. 66 kennt eine allgemein wenig bekannte Vorversion von 1822, das im »Gesellschafter« als II. von »Zwei Lieder von H. Heine mit der Überschrift »Silvester-Abend« abgedruckt war und 1823 nochmals in Mannheim erschien (vgl. synoptische Darstellung unten). [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Heinrich Heine: Die alten, bösen Lieder

1.1. Das Lyrische Intermezzo

1.2. Der Stil

1.3. Das Gedicht Die alten, bösen Lieder

1.4. Varianten in Die alten bösen Lieder

2. Schumanns Vertonung in der Dichterliebe op.48 Nr. 16

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Gedicht "Die alten, bösen Lieder" von Heinrich Heine aus dem "Lyrischen Intermezzo" und analysiert Robert Schumanns musikalische Vertonung dieses Werkes im Zyklus "Dichterliebe", um das Zusammenspiel von literarischer Vorlage und musikalischer Interpretation zu beleuchten.

  • Stilistische Analyse der Lyrik Heines im Kontext des "Lyrischen Intermezzos".
  • Untersuchung der motivischen Bedeutung von "Grab" und "Sarg" in Heines Dichtung.
  • Vergleich von Textvarianten und deren Einfluss auf die inhaltliche Aussage.
  • Analyse der musikalischen Ausdeutung durch Robert Schumann, insbesondere der Klavier-Coda.
  • Betrachtung der Differenz zwischen Heines bitterem Ende und Schumanns versöhnlicher Umdeutung.

Auszug aus dem Buch

1.3. Das Gedicht Die alten, bösen Lieder

Das Gedicht Die alten, bösen Lieder umfasst sechs Strophen zu je vier Versen und verläuft durchweg in 3-hebigen Jamben, die für Gedichte im Volkston bzw. Volkslieder so typisch sind. Ebenso für dieses Genre typisch ist das Reimschema des so genannten Halben Kreuzreimes (abcb), bei dem sich nur die Verse 2 und 4 reimen, so dass sich eigentlich zwei Langverse ergeben (ab-cb). Es gibt lediglich vier Stellen, an denen statt des Jambus ein Anapäst erscheint (v. 9, 14, 17 und 18), ohne dass sich dies als inhaltlich markant werten lässt.

Die Endreime sind wechselweise weiblich und männlich. An etlichen Stellen finden sich Enjambemente, die den Fluss des Metrum beschleunigen. Die Endreime sind rein, bis auf eine ebenfalls nicht inhaltsmarkante Ausnahme (v. 10 und 12).

Die Wortwahl unterstützt das Volksliedhafte durch archaisierte Formen wie arg, gar, als wie, gebührt und mag, sowie apostrophierte Wortformen, als da sind: wie's, Brück', heil'ge und legt'. Neben der Wortwahl fällt auf, dass Heine mittelalterliche und noch ältere Bilder aufruft, die ebenfalls das Volksliedhafte befördern, aber auch den Sinninhalt in einen ganz eigenen Kontext stellen, wie weiter unten gezeigt wird. Die Anforderungen an die Größe des Sarges sind Strophe für Strophe so überdimensional, dass sie geradezu orientalisch-biblische Ausmaße erlangen. Das Burleske ist dabei nicht zu übersehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Heinrich Heine: Die alten, bösen Lieder: Dieses Kapitel verortet das Gedicht im "Lyrischen Intermezzo", analysiert Heines Stil sowie die inhaltliche Obsession mit Grab und Sarg und betrachtet existenzielle Aspekte der Textvarianten.

2. Schumanns Vertonung in der Dichterliebe op.48 Nr. 16: Der Autor erläutert Schumanns sensible musikalische Ausdeutung und zeigt auf, wie der Komponist durch eine eigene Interpretation und eine ergänzende Klavier-Coda das bittere Ende Heines in eine versöhnliche, fast transzendente Richtung lenkt.

Schlüsselwörter

Heinrich Heine, Robert Schumann, Dichterliebe, Lyrisches Intermezzo, Die alten bösen Lieder, Volksliedton, Ironie, Klavier-Coda, Vertonung, Sarg, Metapher, Romantik, Musik und Dichtung, existenzialistischer Expressionismus, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Publikation grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Heinrich Heines Gedicht "Die alten, bösen Lieder" und vergleicht dessen textliche Struktur und Bedeutung mit der musikalischen Vertonung durch Robert Schumann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die literarische Stilistik, die Entwicklung des "Lyrischen Intermezzos", die Bedeutung von Symbolen in Heines Dichtung sowie die musikalische Interpretation von Texten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schumann durch seine Musik eine eigenständige, oft kontrastierende Deutungsebene zu Heines Text schafft und dadurch die literarische Vorlage neu interpretiert.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Es handelt sich um eine literatur- und musikwissenschaftliche Analyse, die Textuntersuchungen mit einer Betrachtung der musikalischen Struktur und Harmonik kombiniert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Entstehung und den Varianten von Heines Gedicht sowie eine Analyse der kompositorischen Umsetzung durch Schumann, insbesondere des Einsatzes der Klavier-Coda.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Heine, Schumann, Dichterliebe, Ironie, Volksliedton und die künstlerische Synthese von Wort und Ton bestimmt.

Warum entschied sich Schumann zu einer "Umdeutung" des Schlusses?

Schumann wollte den bitteren, verbitterten Schluss Heines nicht akzeptieren und wählte stattdessen einen musikalischen Ansatz, der Versöhnung und das "in Liebe versenken" thematisiert.

Welche Bedeutung hat die Klavier-Coda in Schumanns Vertonung?

Die Coda führt das Stück von cis-moll nach Des-Dur und fungiert als neuer Anfang, der durch arpeggierte Harfenklänge eine musikalische Überwindung des vorangegangenen Schmerzes ausdrückt.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Eine Interpretation von Heinrich Heine: "Die alten, bösen Lieder" und Robert Schumanns Vertonung in der "Dichterliebe" op.48/16
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur)
Note
1,0
Autor
Dipl. Ing. Karl Bellenberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V264498
ISBN (eBook)
9783656539018
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heine Schumann Dichterliebe Lyrisches Intermezzo Köln Buch der Lieder Ballade
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl. Ing. Karl Bellenberg (Autor:in), 2013, Eine Interpretation von Heinrich Heine: "Die alten, bösen Lieder" und Robert Schumanns Vertonung in der "Dichterliebe" op.48/16, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264498
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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